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Reisetipps Marokko mit dem Wohnmobil

Ein paar Tipps und Hilfestellungen, wenn man in Marokko mit dem Wohn- und Reisemobil unterwegs ist.

Ausgangslage

Wir fuhren mit einem ganz normalen Teilintegrierten für 4 Wochen nach Marokko. Das erste Mal aussereuropäisch und in einem muslimischen Land. Insgesamt mit Hin- und Rückfahrt fuhren wir ca. 7000km. Wir reisten den ganzen November, also ausser Saison und fast im Winter. Und wir sind echt begeistert.

Landschaften

Die verschiedenen Landschaften auf kurzer Distanz waren absolut atemberaubend. Der Süden mit den Wüsten, einsamen Bergstrassen, kleinen, abgelegenen Städtchen hat uns landschaftlich besser gefallen wie der Norden und die Meeresküste.

Bevölkerung

Wir sind total hingerissen von der Freundlichkeit, der Hilfsbereitschaft und vor allem von der Gastfreundschaft. So etwas haben wir in unserem Leben einfach noch nie erlebt. Von A-Z freundlich: viele Male haben wir uns selber geschämt, weil wir zuerst immer Hintergedanken vermuteten und überlegten, ob die uns jetzt ausnehmen oder überfallen wollen…

Sicherheit

Wir haben uns noch nie so sicher gefühlt und hatten keine Sekunden bedenken, dass z.B. unser Auto aufgebrochen wird oder sonst was passiert. Es war in dieser Hinsicht echt entspannend. Auch gibt es vor allem im Süden bei jeder grösseren Ortschaft beim Ortseingang Polizeikontrollen. Aber wir Touristen wurden nur einmal etwas kontrolliert und immer, aber gar immer, sehr freundlich empfangen.

Stellplätze

Auch hier wurden wir immer sehr freundlich empfangen und immer lag auch ein längeres Gespräch mit den Platzchefs drin. Es wurde jeweils das möglichste gemacht, damit wir einen tollen Aufenthalt hatten, auch die Preise wurden uns immer schon bei Ankunft mitgeteilt. Klar, die Sanitären Anlagen entsprachen nicht immer dem europäischen Standard, aber Wasser fassen und entsorgen konnte man immer und wurde zum Teil sehr kreativ , aber sehr gut gelöst.

Frei Stehen

Ist eigentlich verboten in Marokko. Aber mehr darum, weil die Polizei Angst hat, es könnte irgendetwas passieren und so ein schlechtes Licht auf Marokko werfen und dann weniger Touristen kommen. Und wenn jemand sieht, dass man frei steht, wird man vielfach nach Hause eingeladen, weil sich die Leute dort irgendwie nicht vorstellen können, dass wir in so einem Gefährt auch leben können.

Preise und Einkauf

Geld kann man in Marokko natürlich sehr viel sparen. Für einen Campingplatz haben wir selten mehr als 6€ bezahlt, ein Brot kostet ca. 10 Cent und ein Kilo Gemüse oder Früchte etwa 1€. Die grossen Supermärkte sind relativ teuer, da es dort auch ausländische Produkte gibt. Sie sind im Süden dünn gesäht. In den kleinen Einkaufsläden und auf dem Markt ist es wesentlich günstiger, da es lokale Produkte sind. Vielfach muss man in diesen Läden dem Ladenbesitzer mitteilen, was man will, er krämt es dann hervor und stellt es auf die Ladentheke. Dann kommt das nächste Produkt usw.

Gewöhnen mussten wir uns an den Fleischkauf. Beim Metzger hängen einige grosse Fleischstücke, halbe Ziegen etc. an einem Hacken. Dann wählt man das Fleischstück und sagt, wieviel man in ungefähr möchte und mit einem Biel oder grossen Messer wird dann einen Teil abgehackt. Oder auf dem Markt kann man ein lebendiges Huhn auswählen, Kopf weg, in eine Entfederungsmaschine oder es wird von Hand gerupft, und dann bekommt man das frische Huhn mit allen Innerein. Wir haben also ziemlich wenig Fleisch gegessen, aber es war immer hervorragend!

Handeln und Verhandeln

Da habe ich einen extra Beitrag geschrieben, da es sonst zu lange geworden wäre

Fährüberfahrten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wir benützen beim Hinweg Barcelona – Tanger Med und am Rückweg Nador – Almeria. Auch hier bitte die verlinkten Beiträge lesen. Aber kurz: absolut keine Probleme…

Muslime und Religion

Da gab es wirklich keine Probleme. Zuerst waren wir sehr skeptisch, jetzt sind wir Fan geworden, echt! Hier unsere Gedanken dazu: Muslime, Verschleierung und andere Gedanken

Medizinische Versorgung

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, aber bei Notfällen kann fast überall geholfen werden. Apotheken gibt es in jeder Ortschaft die mit dem wichtigstens Medikamenten ausgestatt sind. Auch Spitäler haben wir einige gesehen und Krankenwagen auch. Unser Notfall: Medizinische und andere Notfälle 

Mitbringsel

Fahren wir nächstes Mal nach Marokko würden wir wieder einige Süssigkeiten (als Schweizer natürlich Schweizer Schokolade) und auch einige Sackmesser für ganz spezielle Hilfeleistungen und eventuell ein paar alte Kleider (T-Shirt, Pullis, Hosen) mitnehmen. Das hätten wir einige Male verschenken können und hätten es auch getan, wenn wir etwas dabei gehabt hätten.

Souveniers

Wir haben ziemlich viel gekauft, Teppichkauf in Tafraoute, ein Kamel für die Weihnachtskrippe, Schmuck, Tücher und natürlich eine Tajine, das perfekte Kochgefäss aus Nordafrika. 

Sehenswürdigkeiten

Das Land selber ist eine absolute Sehenswürdigkeit, aber speziell haben wir uns angeschaut:

  • Marrakesch, das aber vielleicht eher am Rückweg machen, siehe Handeln und Verhandeln
  • Moschee Hassan II in Casablanca, unbedingt sehenswert
  • Erg Chegaga und Erg Chebbi (Wüsten), wohl die grössten Eindrücke von Marokko (werde ich noch separat beschreiben)
  • Filmstudio in Quarzazate (war gut, aber kein absolutes Muss)
  • kleinen Märkte: unbedingt sehenswert! 
  • Gorges Dadés und Toudgha-Schlucht 
  • Tipp von uns: das Städtchen Tiznit. Super Markt, keine aufdringlichen Leute, Stellplatz fast im Zentrum

Sprache

Alle Marokkaner, die mit Touristen in Kontakt kommen, sprechen französisch, sehr viele Englisch und einige Brocken Deutsch. Im Süden auf dem Land trifft man dann aber noch wirklich viele Einheimische, die nur arabisch sprechen. Da ist die Konservation mit Händen und Füssen dann an der Tagesordnung ;-) Im Osten des Landes kommt man auch mit Spanisch sehr gut zurecht.

Fotografieren

Nicht alle lieben es, fotografiert zu werden. Vor allem die ganz verschleierten Frauen drehen sich sofort weg, wenn sie merken, dass man mit dem Fotoapparat "zielt". Also immer fragen und viel diskreter anwenden, wie in Europa. Wir haben deswegen auch nicht allzuviele Fotos von Märkten und anderen Menschenansammlungen.

Diesel

Die Tankstellen sind im Süden etwas spärlicher, vor allem in den Bergen. In den grösseren Städten hat es aber immer eine Tankstelle. Auch in den Bergen wird zum teil bei Mechanikern Diesel aus Fässern verkauft. Für eine Überbrückung reicht das jeweils locker, würde ich aber wegen der Dieselpest nur im Notfall benützen.

Verkehr

Innerhalb der Städte ist es ein echtes Gewusel von Autos, Motorrädern, Radfahrer, Eselskarren, Tucktucks und Fussgängern. Echt ein Wirrwar, es wird auch schnell gehupt, aber man nimmt Rücksicht aufeinander. Ausserorts ist dann praktisch nichts mehr los und man ist auf weiten Strecken ganz alleine.
Die Strassen holpern manchmal schon etwas mehr, aber aufpassen muss man vor allem von Schlaglöchern oder manchmal fehlen ganze Schachtdeckel. Im dunkeln also besser nicht mehr fahren und möglichst bei Tageslicht einen Platz anfahren. Denn auch für Fahrräder ist Licht ein Fremdwort.

Negativ

Was nicht so toll war: Steinewerfende und bettelnde Kinder

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