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Romo Daenemark 2020
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Vulkan-Eifel

Pulvermaar, Lastahuddelhuppen und Schlitzohr-Tunnel

Die Sonne und stahlblauer Himmel weckten uns schon früh. Wir dachten, heute sei schlechtes Wetter? Na ja, es hat gerade mal 6 Grad, aber das sieht man auf den Fotos ja nicht. Wir packen zusammen, halten unsere CampingCarPark-Karte an die Schranke, diese öffnet sich wie durch ein Wunder (wir wissen nicht mal, wie viel die Nacht auf dem Stellplatz gekostet hat) und danach sind wieder on the Road.

Kurze Zeit später erreichen wir bei Saarbrücken Deutschland und fahren auf der Autobahn fast ohne Verkehr (auch das gibt es hier) durch die Eifel. Nach 150 km parken wir auf dem Stellplatz beim Pulvermaar, inmitten der Vulkaneifel. Die Landschaft entstand durch vulkanische Aktivität über Millionen Jahre hinweg. Die letzten vulkanischen Ereignisse liegen geologisch gesehen noch gar nicht so lange zurück. Die jüngsten Ausbrüche in der Eifel fanden vermutlich vor rund 10’000 bis 13’000 Jahren statt, deshalb gilt die Region nicht als „tot“, sondern als vulkanisch noch leicht aktiv. Aber keine Angst, es rumort hier nicht wirklich.

Bekannt ist die Region vor allem für die vielen Maare, also Seen in erloschenen Vulkankratern. Der grösste und tiefste ist gleich hinter den Bäumen unseres jetzigen Stellplatzes. Das Pulvermaar entstand durch eine gewaltige Wasserdampfexplosion, als Magma auf Grundwasser traf. Mit einem Durchmesser von etwas über 600 m und über 70 m Tiefe gilt es als das tiefste Maar Deutschlands.

Also schnell anziehen und zu Fuss um das Pulvermaar. Genau auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich das Lastahuddelhuppen (übersetzt: Laster-Problem-Haufen). Man muss dort einen Stein deponieren und ganz fest gedanklich mit seinem Laster verbinden, dieses laut aussprechen und schon ist man es los. Es gibt sogar eine genaue Anleitung auf der Infotafel, wie man es richtig macht. Anita probiert es aus und wir berichten, ob sie ihr Laster bis Ende Ferien weg hat. Ich kann leider nicht mittun, denn auch nach fünf Minuten intensivem Nachdenken fällt mir kein einziges Laster ein…

Wieder beim Wohnmobil erholen wir uns kurz und packen danach unsere Fahrräder. Es ist wirklich kalt, Anita findet zum Glück noch Handschuhe, und wir ziehen fast alles an, was wir dabei haben.

Der Wind pfeift uns um die Ohren, aber schon 5 km später sind wir bei der grössten Lavabombe der Eifel. Ein Stein aus kalter Lava, fast kugelrund mit 5 m Durchmesser. Allerdings ist dieser grosse Stein gar nicht die eigentliche Lavabombe, die liegt daneben und ist viel kleiner. Der grosse Stein war ein Lavabrocken, der aus der Wand des Vulkans gebrochen und den Berg hinuntergerollt ist. Während des Rollens blieben andere Lavastücke an ihm kleben und so wurde er immer grösser, bis er zum Stillstand kam und langsam erkaltete. Die wirkliche Lavabombe, die deutlich kleiner ist, wurde dagegen tatsächlich aus dem Vulkan geschleudert.

Da das Lavahaus in der Nähe am Dienstag geschlossen hat, machen wir uns trotz Kälte auf eine Velotour vorbei an anderen Maaren und sogar einem Määrchen (kleines Maar). Unsere Strecke führt dem Maare-Mosel-Radweg entlang auf der alten Bahntrasse der ehemaligen Wittlich–Daun-Bahnstrecke. Die Strecke wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut und verband früher die Mosel mit der Vulkaneifel. Heute ist daraus einer der schönsten Bahntrassenradwege Deutschlands geworden.

Es ist wirklich wunderschön: keine steilen Aufstiege, keine Autos, dafür eine fantastische Landschaft. Dazwischen taucht immer wieder eine stillgelegte Haltestelle, eine alte Brücke oder auf dem höchsten Punkt das Schlitzohr-Tunnel auf. Der Tunnel ist über 500 m lang und bekam seinen lustigen Namen angeblich von den Arbeitern, die beim Bau nicht immer ganz ehrlich gearbeitet haben sollen…

Dort verlassen wir den Radweg und zweigen Richtung Totenmaar ab. Dort gibt es Geschichten über Geister, versunkene Dörfer oder Glockengeläut aus der Tiefe. Bestätigt ist davon natürlich nichts, denn in echt heisst es hier Weinfelder Maar. Direkt daneben stehen eine kleine Kapelle und ein alter Friedhof, weshalb das Maar im Volksmund den anderen Namen bekam.

Wir stellen die Velos ab und laufen nun zu Fuss zum Dronketurm. Nach der Aussicht über fast die gesamte Vulkaneifel geht es wieder zurück und wir sind heilfroh und kaputt, als wir endlich nach über 30 km wieder in das warme Knutschi können.

Übernachtung

Gillenfeld - Wohnmobilhafen Pulvermaar ****
Deutschland, Stellplatz

Koordinaten: 50.13397, 6.9311963
N 50° 8' 2.3"  E 6° 55' 52.3"
letzter Besuch: 1.2038

 

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