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Narbonne Plage Frankreich 2015
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Reisebericht

An der Quelle der Mosel 15.9.2025

und die ersten paar Kilometer

Endlich sind wir wieder einmal unterwegs. Für länger und ohne berufliche Verpflichtungen, also wirklich Ferien. Diese sind dringend nötig, sowohl für mich wie auch für Anita. Wir hatten wirklich einen strengen Sommer mit viel Arbeit. Aber nun sind wir wieder unterwegs und nur schon nach ein paar Stunden ist die Arbeit weit hinter uns.

Wir wollen in den Norden von Frankreich, Bretagne, Normandie, zwei Wochen lang und dann eine Woche nach England. Das neue Haus vom Bruder von Anita anschauen und dann gleichzeitig Kinderkleider und andere Kindersachen holen -Anita wird Grossmutter…

Unser Knutschi ist frisch geputzt, getankt, geflickt, beladen, als wir heute morgen etwas nach 9 Uhr starten. Wir wissen nur, dass wir nach Norden und durch Frankreich fahren wollen. Ich habe einen schönen Stellplatz direkt an der Mosel in Charmes herausgeschrieben. Direkt am Ufer, tolle Sicht auf den mythischen Fluss. Die Mosel ist übrigens der 3. grösste Nebenfluss des Rheins (welches ist der grösste? Erstaunlich, es ist die Aare!)

Quelle der Mosel

Auf unserem Weg durch die Vogesen kommen wir direkt an der Quelle der Mosel vorbei – ein Zufall? Natürlich halten wir dort an und machen ein paar Fotos. Gerade in diesem Moment öffnet der Himmel allerdings seine Schleusen und es regnet kräftig. Doch wir lassen uns nicht entmutigen. Faszinierend ist es allemal: Aus einem schmalen Rinnsal, das nur wenige Schritte nach der Quelle plätschert, wird im Laufe von 544 Kilometern ein stattlicher Fluss, der bei seiner Mündung in den Rhein ganze 320 Kubikmeter Wasser pro Sekunde mit sich führt.

Ihre ersten Meter

Nach der Quelle fahren wir nach Charmes und sind beim Stellplatz geschockt. Geschlossen, der gesamte Platz ist von Schaustellern belegt, anscheinend findet da in den nächsten Tagen ein Jahrmarkt oder ähnlich statt. Und das auf dem so schönen Stellplatz, auf den ich mich wirklich gefreut haben. Meine Laune wird sofort leicht säuerlich, aber nur so lange, bis ich auf Google Maps einen weiteren Stellplatz nur 5 Minuten weiter gefunden habe. Also Motor starte und die letzten paar Minuten noch durchhalten.

Und wir haben grosses Glück: dieser Stellplatz ist ja noch toller wie der vorherige! Nur 5 Plätze, gegen vorne den Vogesenkanal und eine Schleuse, nach hinten einen sehr schönen, grossen Fischteich. Vorne und hinten Wasser, und von oben hat es inzwischen auch abgetrocknet. Und wir sind ganz alleine hier.

unser Stellplatz

Der Entscheid ist schnell gefällt, hier bleiben wir, auch wenn es nicht mal 16 Uhr ist. Geniessen ist angesagt!

Zu Fuss erkunden wir die Gegend und sind je länger je mehr begeistert. Die Mosel fliesst ruhig und noch eher klein im hinteren Teil des Gebietes dahin, vorne gibt es unzählige grosse Teiche für die Fischer und mitten zwischendurch fliesst der Vogesen-Kanal, ehemaliger Canal de l’est.

Wir sind angekommen, angekommen in den Ferien, angekommen in Frankreich, angekommen in unserem Knutschi.

wir haben Ferien

Übernachtung

Socourt - Grand Pâquis de la Plaine *****
Frankreich, Stellplatz

Koordinaten: 48.39396, 6.2605488
N 48° 23' 38.3"  E 6° 15' 38"
letzter Besuch: 9.2025

Paris – Roubaix 16.9.2025

Wald von Arenberg

Wir sind im Norden von Frankreich, an der Grenze zu Belgien. Und da ist eines klar: wir besichtigen die Pavées vom Wald von Arenberg. Diese Waldpassage ist eine Schlüsselstelle vom Radklassiker Paris – Roubaix. Und diese Waldpassage hat mir alles gebracht, was möglich ist: ich wurde da schon abgehängt, fuhr hier aber auch solo alleine an der Spitze durch den Wald, wurde schon eingeholt, fuhr mit der Spitzengruppe mit, als es um den Sieg ging, bin dann aber in sehr aussichtsreicher Position unverschuldet gestürzt, musste das Rennen aufgeben und einen Zuschauer fragen, ob er mich ins Ziel bringt, mein Velo war Schrott. Auf diesem Stück habe ich also schon alles erlebt. Warum dann im Eingang ein Gedenkstein von Jean Stablinski (ehemaliger Radprofi) aufgestellt wurde und nicht von Rolf Järmann, begreife ich bis heute nicht…

Aber es ist schon eindrücklich und bei mir sind augenblicklich alle Erinnerungen wieder präsent. Die Positionskämpfe vor diesem Stück, das Tempo, wo man mit 60km/h auf die Kopfsteinpflaster im engen Gewühl der anderen Profi fährt, Angst hat, das Vorderrad rutscht weg, Augen zu und durch. Und dann das Schütteln des Lenkers, die Schläge der Steine, die Plombierung des Waldweges, die schreienden Zuschauer, die Pfützen auf der Seite. Und dann ab der Mitte der Passage steigt der Weg ganz leicht, die Beine tun weh, die Muskeln sind hart. Und dann, dann wenn man den letzten Stein überwunden hat, links weg auf die Asphaltstrasse und nochmals Vollgas gegeben: komme ich in die Gruppe nach vorne oder bleibe ich hinten hängen? Nur noch 95km ins Ziel.

Und dann kommt die Frage von Anita wie aus dem nichts: «Warum fährt man hier mit dem Rennvelo drüber? Das kann doch nicht gesund sein?» «Ähh, mhh… Es ist und war eben immer so.»

Es gefällt mir hier, endlich erlebe ich die Steine ohne Stress, ohne Angst. Und ganz gemütlich.

Fabian (Cancellara) ich ziehe den Hut vor deinen Leistungen hier!

Danach, als ich mich mit den Emotionen vollgesaugt habe, wollen wir noch die Kohlemine besichtigen. Die drei Türme, die als Radprofi das Zeichen war, nun definitiv an die Spitze des Feldes zu fahren, will ich auch mal in Ruhe ansehen, und nicht nur auf dem Velo. Es ist aber nichts los, die Webseite der Mine ist tot, alles geschlossen. Wir finden aber doch noch ein Türchen, das offen ist und uns auf das Gelände lässt. Es ist schon eindrücklich und ganz hinten finden wir auch der Elefant der Erinnerung. Dieser Elefant, 13m hoch, wurde um 18 Hundert nach Christus geplant, wurde aber nicht realisiert und erst zum 200 jährigen Jubiläum der Französischen Revolution 1989 erstellt. Aber seit 1997 wartet dieser Koloss auf einen Käufer. Man braucht nur 6 Sattelauflieger und einen 25 Tonnen-Kran, der die vier 17 tönnigen Teile zusammensetzt.

Als wir wieder beim Knutschi sind, merken wir, dass wir schon in einer strukturschwachen Region von Frankreich sind, (Wir sind bei den Ch’tis. Wer kennt diesen Film noch?) kein Stellplatz weit und breit. So entschliessen wir, noch bis zum Meer zu fahren und zwischendurch endlich mal einzukaufen.

Wir sind heute sehr weit gefahren, erlebten viele Emotionen und unbekannte Gegenden. Einfach toll, auch wenn man nicht in so bekannten Gegenden unterwegs sind.

Wir haben übrigens schlussendlich einen ganz tollen Stellplatz hoch über dem Meer gefunden.

Wir sind glücklich.

Plattfüsse und Mövenschisse 17.9.2025

18km zu Fuss und Kreditkarte im Schlitz vergessen

Nachts liess der Wind nach, dafür begann es immer wieder zu regnen. Macht aber nichts, wir schlafen im warmen und haben schön trockenen. Morgens beeilen wir uns dann gar nicht, geniessen die Sicht aufs Meer und warten ab, bis der wieder aufkommende Wind den Regen vertreibt. Danach ziehen wir die Wanderschuhe an und machen einen Spaziergang.

Zuerst geht es zum Meer runter und danach an der hügeligen Küste auf dem schönen Küstenweg nach Boulonge-sur-Mer. Vorbei an vielen alten Bunkern aus dem 2. Weltkrieg, einige gefüllt mit Wasser, andere abgestürzt auf den Strand, wieder andere verwachsen oder nur noch Trümmer. Irgendwie schon eindrücklich, was hier während dem Krieg von den Deutschen zum Schutz aufgestellt wurde und schlussendlich doch nichts genützt hat.

Wir wandern bis zum Fort d'Alprech, eines der letzten Widerstandpunkte der Deutschen an der französischen Nordseeküste, das erst am 22. September 1944 (3 ½ Monate nach dem D-Day) durch die kanadische Infanteriedivision eingenommen werden konnte.

Der Leuchtturm ist keine Augenweide und wir erkoren ihn zum schlechtestaussehenden Leuchtturm aller Zeiten. Von da geht es über Land, etwas weniger romantisch wieder zurück zu unserem Knutschi. Wir haben 8km in den Füssen als wir zurück sind. Wenn wir einen Hund hätten, hätten wir nun genug Gassi gegangen für heute. Aber wir haben ja keinen…

Wir packen zusammen und fahren mit dem Womo 100km nach Treport. Selbstverständlich nehmen wir die Autobahn, schliesslich haben wir das neue Kästchen von Tollticket und bei den Zahlstationen piept es und die Schranken gehen wie von Zauberhand jeweils auf. Kein zum Fenster hinauslehnen, keine Kreditkarte einstecken und die Schulter verrenken. Das wird mir aber bei der Tankstelle zum Verhängnis. Ich tanke voll, bezahle mit der Kreditkarte und quatsche noch kurz mit der Tankkassiererin. Dabei vergesse ich unsere Kreditkare im Schlitz, was mir aber erst auffällt, als ich am Tor des Stellplatzes stehe und bezahlen sollte. Mist, keine Karte mehr... Ich ärgere mich masslos, bezahle nun mit der Ersatzkarte. Was machen? Wir entscheiden, morgen nochmals bei der Tankstelle vorbeizufahren und nach der Karte zu fragen. Wir haben ein Konto und die Karte von Wise, der Vorteil: keine Kursverluste oder andere Spesen bei Bezahlung im Ausland und der weitere Vorteil kommt jetzt zum Tragen: mit einem Klick haben wir die Kreditkarte gesperrt, und wenn wir sie wieder haben, können wir sie ganz einfach wieder entsperren. Wir werden hoffentlich also keine neue Karte brauchen.

Nach dem Ärger gehen wir am Nachmittag aber zu Fuss nach Treport hinunter. Zuerst mit der Funiculaire gratis ans Meer runter, dann zum Hafen. Es ist grad Ebbe und das Wasser 8m tiefer, wie bei Flut. Dadurch sehen die Hafenmolen extrem hoch aus und die Boote im Hafen liegen auf dem Schlick. Der eigentliche Hafen ist durch eine Schleuse vom Meer getrennt, diese öffnet sich jeweils 4 Stunden vor der Fluthöchststand und schliesst 4 Stunden danach wieder. Dadurch ist der Hafen jeweils voll Wasser, aber die Schiffe können nur in diesen 8 Stunden ein- und ausfahren. Die restlichen 5 Stunden bleibt der Hafen geschlossen.

Wir marschieren über die Schleuse bis zum Plage de Mers-les-Bains, wo das Wasser nun ebenfalls 8m weiter unten ist. In einem Strandkaffee machen wir Rast, essen Crepes, trinken eine heisse Schokolade und geniessen den Meeresdurft.

Danach machen wir uns wieder auf den Weg zurück, wo wir nach insgesamt 10km auf dem Stellplatz ankommen. Heute insgesamt 18km zu Fuss zurück gelegt. Nicht schlecht, oder?

Jetzt sind wir aber schon etwas auf den Stümpen und dann merke ich, dass wir wohl unser Knutschi unter einer Möwentoilette parkiert haben. Wir haben ganz 15 Möwenschisse auf unserer Windschutzscheibe! Was für ein Scheiss! Haben die Möwen etwas gegen unser Knutschi? Oder gegen Wohnmobile?

Übernachtung

Treport - Parking funiculaire ***
Frankreich, Stellplatz

Koordinaten: 50.05805, 1.3628824
N 50° 3' 29"  E 1° 21' 46.4"
letzter Besuch: 9.2025

Honfleur 18.9.2025

Pont du Normandie

Wir verlassen Treport in die falsche Richtung, müssen zuerst mal noch 3km zurück zu der Tankstelle und fragen, ob gestern eine Kreditkarte abgegeben wurde. Aber leider nein, was mich dann schon etwas komisch erscheint. Wenn ich die Karte doch im Schlitz gelassen habe… Aber was solls, Anita kann die Karte sperren und wenn wir im Internet etwas kaufen, können wir sie temporär wieder öffnen. Und unsere Ersparnisse können auch nicht leergeräumt werden, wir haben aktuell nur etwa 500 CHF auf diesem Kreditkartenkonto.

Also geht es weiter Richtung Honfleur, unserem Tagesziel. Ehrlicherweise ist die Pont du Normandie unser Ziel. Die Brücke wurde 1995 eröffnet und war dazumal weltweit die grösste Schrägseilbrücke mit einer Spannweite von 856m und gesamter Länge von über 2km. Die Steigung beträgt übrigens satte 6%, bis man den höchsten Punkt erreicht. Das weiss ich noch, weil wir im Eröffnungsjahr mit der Tour de France über diese Brücke fuhren und alle grosse Angst vor dem Seitenwind in luftiger Höhe hatten. Die Steigung machte uns dann im Finale aber mehr Mühe wie der Wind, im Massensprint gewann dazumal übrigens Mario Cippollini (ich wurde 22. Aber das wusste ich nicht mehr, das habe ich in den Archiven zusammengesucht). Überhaupt, die Tour de France war immer dabei, wenn in Frankreich ein grosses Bauwerk fertig gestellt wurde. So durchquerten wir ein Jahr vorher den Eurotunnel, bevor er überhaupt eröffnet wurde. Dort haben wir übrigens das Mannschaftsfahren an jenem Tag gewonnen. Es waren die schnellsten letzten 20km in meinem Rennfahrerleben. Wir waren zu fünft, fünf mussten ins Ziel kommen und keiner wollte «langsamer» rufen und zugegeben, dass er der schwächste der Fünf war. So haben wir uns in einen Rausch gefahren und die Etappe gewonnen. Eine Erinnerung, die mir mein Leben lang bleibt. Ach ja, auch meine Mami mag sich noch gut an dieses Rennen als Zuschauerin erinnern. Zitat: «Das schönste Rennen zum zuschauen, gelbe Felder, Sonnenschein, Hügellandschaft, und mittendrin harmonische Radteams in Einerkolonne» Na ja, von dem allem habe ich nicht wirklich etwas mitbekommen…

Wenn ich so in Erinnerungen schwelge, merke ich, dass die Normandie und Bretagne für mich nicht das schlechteste Rennfahrer-Pflaster war. Schliesslich habe ich hier auch noch das grösste französische Rennen der Gegend vor 200'000 Zuschauern gewonnen…

Jetzt bin ich abgeschweift, zurück zur Brücke. Nach der Überquerung der Brücke fahren wir rechts, lassen die Drohne aufsteigen und versuchen, von der Brücke ein tolles Foto zu machen. Ab da sind es dann nur noch 2 km bis zum riesigen Stellplatz von Honfleur.

Wir parken unser Knutschi am Rand des Hafenbeckens, und beginnen, unsere Wohnmobil zu durchsuchen. Die Kreditkarte lässt mir keine Ruhe. Und tatsächlich, zwischen Tablet und Handy ist sie in der Mittelkonsole in das untere Fach runtergerutscht und schlummerte friedlich vor sich hin.

Also alles wieder ruhig und wir laufen direkt mit Kreditkarte los ins Städtchen. Beim alten Hafenbecken buchen wir noch eine Schiffsrundfahrt (wir müssen ja schauen, ob die Kreditkarte noch funktioniert) und sitzen eine halbe Stunde später schon mitten auf der Saine und fahren etwas später unter der Pont du Normandie hindurch.

90 Minuten dauert die Schiffsfahrt, bevor wir wieder festen Boden unter den Füssen haben. Wir schlendern durch das wirklich sehr schöne Städtchen Honfleur, besichtigen die Kirche Sainte Catherine, die grösste Holzkirche Frankreichs und machen uns dann in einem kleinen Restaurant direkt am alten Hafenbecken bequem.

Wir bestellen einen Topf Muscheln (unser Ziel dieser Reise, dass wir endlich mal Muscheln essen) und müssen sagen: sie sind wirklich gut und ich weiss gar nicht, warum ich mich so lange dagegen gesträubt habe.

Dann, auf dem Nachhauseweg vertilgen wir noch ein grosses Glacé und wir sind auch mit diesem Tag richtig glücklich.

Honfleur wird zu einem unserer Lieblingsstädtchen erkoren.

Übernachtung

Honfleur - Stellplatz ***
Frankreich, Stellplatz
super Lage, sehr gross, aber meistens gut belegt.
Koordinaten: 49.41852, 0.2440708
N 49° 25' 6.7"  E 0° 14' 38.7"
letzter Besuch: 9.2025

Omaha Beach 19.9.2025

2. Weltkrieg

Egal, wo man sich in der Normandie bewegt, um den 2. Weltkrieg kommt hier niemand vorbei. Entweder sind es Bunkeranlagen in der Nähe der Küste, Informationstafeln oder in fast jeder Ortschaft irgend ein Kriegsmuseum.

Ein Grund für uns, diesen Krieg an einem Tag abzuhandeln und zum amerkanischen Soldatenfriedhof oberhalb Omaha Beach zu fahren. Am 6. Juni 1944 landeten am D-Day („D-Day“ bedeutet wörtlich: „der Tag X“, an dem eine militärische Operation beginnt)  amerikanische, britische, polnische und englische Soldaten. Über 9000 Schiffe überquerten den Ärmelkanal und ein grosser Teil wollte diesen Strandabschnitt erobern. 150'000 Soldaten landeten an diesem Tag in der Normandie, etwa 5000 Allierte starben alleine am ersten Tag. Unglaublich, wenn man denkt, dass jeder einzelne Tote ein eigenes Schicksal für sich und die Angehörigen schreibt. Es gibt einem zu denken, wenn man all diese weissen Kreuze sieht, dass man heute noch nicht schlauer geworden ist und immer noch Kriege geführt werden für einzelne Grössenwahnsinnige.

Friedhof

Der Friedhof macht Eindruck. Schon am zweiten Tag des D-Days wurden hier die ersten Toten begraben und heute liegen 9388 amerikanische Soldaten auf diesem Friedhof, 9388 weisse Marmorkreuze, eine unglaubliche Zahl.

Auf Gedenkkarten wird der Frontverlauf an verschiedensten Zeitpunkten dokumentiert und mittendrin, grau markiert, die Schweiz, die keinen Krieg geführt hat. Soll man stolz darauf sein? Stolz darf man auf die alliierten Streitkräfte sein, sie haben schliesslich Europa befreit. Was wäre, wenn alle so neutral gewesen wären wie die Schweiz? Europa würde völlig anders aussehen und gäbe es dann die Schweiz noch?

Und es hat ja nichts geändert: Europa kann sich immer noch nicht selber verteidigen, die Schweiz hält sich unter dem Denkmantel der Neutralität raus und vertraut auf die andern. Anscheinend ist in den letzten 80 Jahre niemand schlauer geworden.

Mahnmal über dem Strand

Wir verlassen den Soldatenfriedhof mit beklemmenden Gefühlen und spazieren zum goldgelben Strand hinunter. Auch hier, ein Mahnmal nach dem andern, die Bunker der Deutschen mit Übersicht über den gesamten Strand, unten Gedenktafeln auf einem Stein, wo die Alliierten dahinter die ersten Verwundeten pflegten, der einzige Schutz vor Gewehrfeuer auf dem gesamten Strand.

hinter dem Stein der einzige Schutz auf dem gesamten Strand

Wir geniessen auf einem Strandspaziergang wohl das tolle Wetter, top-Stimmung kommt an diesem Ort aber nicht auf.

So fahren wir dann nachmittags weiter Richtung Le Mans. Wir haben Tickets gekauft für zwei Tage Lastwagenrennen auf der Rennstrecke. Wir sind sehr gespannt, was uns da erwartet!

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