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Anita Ostfriesland 2012
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Reisebericht

Ohne Gas und in Schweden 29.6.2014

Als wir heute Morgen aufwachen, fröstelt es uns leicht und der Kühlschrank blinkt. Was ist da los? Einige Minuten später stelle ich konsterniert fest: Flaschen leer, kein Gas mehr.

ein Elch im Elchpark

Mist, ich hab es nie mehr kontrolliert und einfach gebraucht, gekocht, geheizt. Nun nix mehr. Meine holde Kunigunde muss ohne heissen Kaffee den Tag starten. Damit sie sich aufwärmen kann, darf sie fahren.

Wir fahren los Richtung Süden, wollen bis Göteborg kommen. Wir sind schnell wieder auf unserer E6 und halten Ausschau, nach einer LPG-Tankstelle, um unser Gas zu füllen. Nach Navi hat es in Oslo so einige, aber wir sehen keine von der Autobahn aus. Dann halt schnell eine nach Oslo rausgeschrieben und angesteuert. Wir müssen dafür etwa 5km Umweg fahren, aber halb so schlimm, gefüllt sind die beiden 11KG-Flaschen dann mit 42l LPG schnell. Jetzt weiss ich wenigstens, wieviel Liter darin platz haben.

Wir haben also 16 Tage jeden Tag gekocht oder gegrillt, dazu 13 Tage lang geheizt, warmes Wasser gemacht und den Kühlschrank gekühlt mit zwei 11kg Flaschen. Geheizt nicht eben knapp, da wir nachts immer unter 10 Grad hatten, drei Nächte nur ganz knapp über dem Gefrierpunkt.

Danach sind wir weiter Richtung Schweden und dort über die Grenze gedonnert. Nach einiger Zeit Autobahn, meint meine Göttergattin: Ist schon etwas eintönig, Nebenstrassen wären sicher interessanter. Und schwupps, nächste Ausfahrt raus und Richtung Meer fahren.

Fjällback

Und was wieder für ein Dusel. Wir treffen in Fjällback ein, wo wir einen grossen Parkplatz sichten und unser Knutschi parken. Zu Fuss erkunden wir das herrliche Dörfchen (das wissen anscheinend auch andere Touristen). Es ist herrlich, und noch schöner ist es auf einem 74m hohen Felsen über dem Meer: Inselchen an Inselchen, einfach malerisch.

Später fahren wir dann wieder los und suchen die E6. Kaum darauf, sichten wir eine grosse Elchhinweistafel. Hier ist anscheinend ein Elchgebiet. Sofort wieder runter von der Autobahn, schliesslich geht es ja schon gegen Abend und ein paar Kilometer weiter stehen wir vor einem Gebäude mit umzäunten Wald. Es soll ein Elchpark sein, leider hat er aber schon geschlossen. Wir stehen etwas rum, wissen nicht, was machen, und plötzlich kommt der Besitzer. Er macht uns das Angebot, dass wenn wir den Eintritt bezahlen, er uns in den Wald lässt. In dem Wald hätte es 7 Elche, wovon einer mit Geweih, suchen müssen wir sie aber selber und der ganze Weg sei 2km. Er habe leider keine Zeit für eine Führung, und wenn wir keine sehen, er uns das Eintrittsgeld aber nicht mehr zurückerstattet. Der Deal steht natürlich sofort und wir marschieren mucksmäuschen still dahin. Und dann, mitten im Dickicht, sehen wir zuerst zwei Elche liegen, bis wir merken, dass da alle sieben im Unterholz sind. Wir können es kaum fassen und für uns zählt dies natürlich als wilde Elchsichtung, denn suchen mussten wir sie ja selber. Wir können uns fast nicht sattsehen und sind echt glücklich, auch wenn es vielleicht etwas getürkt ist, aber wir haben einen Elchbullen mit Geweih gesehen!

Der heutige Tag hat sich schon wieder gelohnt, darum fahren wir nun auf der E6 ruhig weiter bis wir abbiegen und uns ein schönes Plätzchen suchen. Gar nicht mehr so einfach hier, schlussendlich landen wir vor Marstrand, einfach wiedermal bombastisch. Morgen werden wir da zuerst mal die unmittelbare Nachbarschaft erkunden.

 

Daten:
472km
7:00 Std Fahrzeit
6 - 16 Grad, stark bewölkt

Übernachtung

Marstrand - Parkplatz***
Parkplatz

am Meer, Bezahlung per Automat, keine Ent- / Versorgung

Koordinaten: 57.886421,11.602954
letzter Besuch: 6.2014

Auf dem Heimweg 30.6.2014

Heute machen wir uns Richtung Heimat auf. Aber zuerst besichtigen wir noch das Dörfchen Marstrand ausgiebig, auch die Festung Carlsten. Sie ist wirklich eindrücklich, so dicke Mauern habe ich noch nirgends gesehen, auch nicht in der Schweiz mit ...

Burg in Marstrand

Heute finden auch noch Vorläufe des Stena Match Cup statt. Dies ist anscheinend ein ziemlich wichtige Segel Regatta, darum hat es auch viele Leute im Städtchen und fast keine auf der Festung…

Nach mehr als einem schwedischen Eis machen wir uns dann auf den Weg Richtung Heimat. Wieder auf der E6 bei schönstem Wetter nach Malmö und dann über die Oresundbrücke nach Kopenhagen. Unsere Stimmung ist gut, wir geniessen das gute Wetter und die defensive Fahrweise der Skandinavier. Anita sieht wieder auf jedem Kilometer irgendetwas schönes und macht Fotos. Auch lassen wir unsere gesamte Reise in den Köpfen nochmals durchgehen, und eins ist schon mal klar: Wir müssen eine weiter Reise nur mit Schweden machen, eine zweite nur Finnland, dann nochmals eine mit Lappland, und Nordkap im Winter wäre auch mal fantastisch.

In Dänemark angekommen, fahren wir von der Autobahn und schon nach wenigen Kilometern haben wir einen kleinen abgelegenen Rastplatz gefunden, wo wir übernachten.

Ach ja, wer Norwegen teuer findet, soll mal die Brücken zwischen Schweden und Dänemark fahren, die erste hat satte 92 € gekostet, wieviel die morgige kostet, weiss ich noch nicht, ich schaue aber gescheiter nicht nach, da schlafe ich besser.

Morgen hoffen wir, dass wir in der grösseren Umgebung von Leipzig übernachten können. Wir möchten nämlich über die neuen Bundesländer zum Bodensee fahren, hat sicher weniger Verkehr dort.

Ach ja, eine Reise nach Dänemark wird’s auch noch geben.

Daten:
425km
5:25 Std Fahrzeit
14 - 23 Grad, sonnig, leicht bewölkt

Übernachtung

Ringsted - Rastplatz***
frei

ruhiger, ebener Parkplatz abgeschirmt von der Strasse

Koordinaten: 55.477029,11.739723
letzter Besuch: 7.2014

in Deutschland 1.7.2014

Wir stehen direkt am Fluss

Wieder mehr Verkehr, aber schlussendlich sind wir gut dort angekommen, wo wir ungefähr hinwollten.

Übernachtung

Coswig - Marina****
Stellplatz

direkt an der Elbe

Koordinaten: 51.880569,12.435458
letzter Besuch: 7.2014

Wieder zu Hause 2.7.2014

Abends kommen wir endlich in Sevelen an. Wir sind wieder zu Hause. Ohne Unfall, Krankheit, Diebstahl oder Defekt. Es hat alles super geklappt, was will man mehr?

Wir haben in 33 Tagen knapp 11´000 Kilometer zurückgelegt, 2500 mehr, wie wir ursprünglich geplant haben. Wir haben fast 1100 Liter Diesel gebraucht, nicht gerade umweltschonend…

Was uns am meisten beeindruckt hat, ist die Mitternachtssonne. Wir haben nicht gedacht, dass wir 14 Tage lang 24 Stunden lang taghell haben, nie eine Dämmerung, nie etwas schummeriges Licht.

Und dann die menschenleeren Landstriche in Skandinavien, einfach herrlich. Natürlich auch das Meer, das bis an die verschneiten Berge reicht und die Baumgrenze, schätzungsweise bei 800m ü. M. (1000m tiefer wie in der Schweiz).

Dazu hat uns die Lebensweise der Skandinavier beeindruckt. Gelassen, nicht stressen, Zeit lassen und trotzdem klappt alles reibungslos. Am besten haben wir das natürlich im Strassenverkehr gemerkt. Kein drängeln, keine hochriskanten Überholmanöver und wir haben nie einen Unfall auch nur gesehen. Bei der Rückfahrt durch Dänemark und Deutschland ein total anderes Bild. Die erste Autobahnsperrung wegen einem Unfall schon in Dänemark, zwei Staus wegen Unfällen in Deutschland und das entspannte Autofahren von Skandinavien in weiter ferne.

Wir sind Fans von Skandinavien geworden.

Morgen wird das Knutschi gewaschen und dann sind wir uns noch nicht einig, was aufgeklebt wird, ein Elch oder ein Rentier? Rentiere sind eher nördlicher und daher ein Zeichen, dass man ganz oben war, aber ein Elch sieht auch cool aus. Was machen?

Daten:

684km
8Std. Fahrzeit

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