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Marokko 2017
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Reisebericht

Ranua Wildlife Park 12.4.2018

Der Besuch der einheimischen Tierarten im Winter war alleine schon eine Reise wert.

eine stillsitzende Schneeeule

Heut stand der Besuch des Ranua Zoos an. Im Winter hat er nur von 10 – 16 Uhr geöffnet, um den Tieren genug Erholung von den Besuchermassen zu geben. Wobei da Massen eine andere Bedeutung haben, ich schätze mal, dass heute den gesamten Tag keine 20 Eintritte einkassiert werden konnten.

vor dem Zoobesuch

Wir standen kurz nach 10 Uhr mit Fotoapparat bewaffnet am Eingang, lösten für 17€ pro Erwachsener ein Ticket und stürmten sogleich los. Nach etwa 100m das erste Gehege, ein Fischotter. Er schlief den Schlaf des Gerechten hinter einer Scheibe, wo wegen dem Spiegeln keine Fotos möglich waren. Also weiter zu einem schönen, schneeweisser Hermelin, der in seinem Käfig umher flitze. Dieses scheiss schnelle flinke Tier war gar nicht einfach zu fotografieren. Also genauer gesagt, es war unmöglich. Entweder war nur der Schwanz drauf, nur Gitter, nur der Kletterbaum oder gar nix. Nach endlosen Versuchen geht es dann etwas konsterniert weiter zum Marder. Sein braunes Fell gibt einen schönen Kontrast zum weissen Schnee aber auch dieses nervöse Viech faszinierende Tier ist schnell unterwegs. Wieder kein Foto. Nach drei Gehegen und drei Tieren noch kein einzig brauchbares Bild. Ich weiss schon, warum ich kein Tierfotograf wurde, nicht mal im Zoo bringe ich was vor die Linse…

Aber ich liebe die Eulen! Die sitzen so schön ruhig da, drehen hin und wieder den Kopf und bewegen sich kaum. Ab sofort meine Lieblingstiere. Nach Adler, Habicht, Gänsen und Schwänen wird es dann wieder interessanter. Wir nähern uns den Bärengehgen.

die zwei Eisbären

Die Wege sind in der Höhe über den Absperrungen, man sieht sehr gut in die grossen Gehege rein und wir erspähen einen an der Sonne schlafenden Eisbär und ein andere trottet umher und geniesst ebenso die warmen Sonnenstrahlen. Es sind sehr imposante und grosse Tiere und im Schnee sehen sie echt super aus. Nur schon dieser Anblick ist das Eintrittsgeld wert. Ich war noch nie im Winter in einem Zoo, aber das sollte man echt machen, vor allem wenn es mal Schnee hat. Hier im Zoo liegt sicher noch einen Meter Schnee, was uns vor allem bei den Elchen auffällt. Tritt mal einer in den Tiefschnee, versinkt er mit seinen langen Beinen bis zum Bauch. Alle anderen Tiere benützen ihre selber getrampelten Wege: der Wolf trabt majestätisch in die hinterste Ecke von seinem Gehege, möglichst weit von den französischen lärmenden Kindern weg und die Füchse tollen herum und machen Jagd auf die Elstern, die ihr Revier betreten.

ein Wolf auf Pirsch

Wir finden es echt toll, dass hier praktisch nur einheimische Tiere gezeigt werden, ausser den Eisbären und dem Sibirischen Moschustier leben alle anderen irgendwo in Finnland. Man kann nun für oder gegen Zoos sein, aber im Winter bei Schnee diese Tiere in ihren „normalen“ Lebensumgebung zu sehen, macht uns schon Eindruck. Ein Zoobesuch hier ist im Winter ein absolutes Muss.

Nach dem Besuch checken wir beim Servierpersonal des Restaurants ab, ob wir hier Abends Essen können, denn gestern sah es ziemlich geschlossen aus. Können wir, zwischen 18 und 20 Uhr sei offen.

Die 200m zurück zum Womo machen wir locker, ich werte unsere Fotos aus und mache endlich mal eine Datensicherung von den inzwischen 3754 Bildern, Anita benützt die Waschmaschine des Stellplatzes für die Wäsche und bäckt danach noch Salzstangen für morgen. 

Und dann ist es schon 18 Uhr und wir machen uns wieder auf den Weg. Das Bestellen ist nicht ganz so einfach, aber wir einigen uns auf Perinteinen Lappilainen poronkäristys mit Perunamuusi, puolukkaa sekä suolakurkkua. Und dann warten wir gespannt, was wir bekommen werden.

was hättet ihr bestellt?

Es ist tatsächlich Rentierfleisch, kleine Scheiben gekocht mit Kartoffelstock und heissen Gurken. Das Fleisch ist wirklich sehr lecker und extrem zart.  Überhaupt, inklusive der Vorpeise und dem Dessert wirklich von sehr guter Qualität und sehr fein. Wir können das Zoorestaurant nur empfehlen, auch die Bedienung war sehr freundlich und hat uns auf Englisch erklärt, was wir da bestellen. Na ja, englisch verstehen wir eben auch nicht, darum war es ziemlich spannend.

Jetzt sind wir mit vollen Mägen im Womo und freuen uns schon auf die Nacht. Letzte Nacht nach Sonnenuntergang begannen die Wölfe oder waren es nur die Huskys zu heulen und es ist einfach eingefahren. Sonst bin ich ja kein Hundefan, aber hier in dieser Umgebung gehört das einfach dazu.

Morgen geht es dann wieder mit einem Fahrtag weiter, wir wollen nun südöstlich durch Finnland, bis wir am östlichsten Punkt der EU sind.

(mehr Bilder aus dem Zoo auf unserer Facebookseite oder wenn wir zu Hause sind in der dann neuen Bildgallerie)


Übernachtung

Ranua - WildlifePark****
Stellplatz

direkt neben dem Zoo mit super Sanitärgebäuden

Koordinaten: 65.944321,26.461879
letzter Besuch: 4.2018

Karelien, das vergessene Land 13.4.2018

Wo sich Bären und Wölfe gute Nacht sagen und wir im Wald unverhofft einen offiziellen Stellplatz finden.

grillieren, schliesslich hat es 10 Grad

Wir verlassen den Stellplatz beim Zoo und fahren auf Nebenstrassen ost- und südwärts. Das Wetter ist einmal mehr bombig, die Strassen meistens gut geräumt, die Gegend waldig und hügelig. Einmal mehr eine Traumfahrt.

Wir sind inzwischen in der Region Karelien. Durch verschiedene Kriege seit dem Mittelalter war Karelien russisch, finnisch oder schwedisch. Alle paar Jahrzehnte einem anderen Staat angegliedert. Das letzte Mal änderte die Grenze nach dem zweiten Weltkrieg, als grosse Gebiete an Russland vielen. Ein kleiner Teil gehört nur noch zu Finnland, die Finnen im russischen Teil flohen nach Finnland und die Russen bevölkerten diesen Teil mit Ukrainern. Karelien ist also seit daher getrennt und hat sich weit auseinander gelebt, im Glauben und in der Bevölkerung. Nicht mal die Finnen wollen aktuell eine Wiedervereinigung. Exkurs abgeschlossen…

auskundschaften

Irgendwann gegen 14 Uhr wollen wir entweder einen Übernachtungsplatz finden oder sonst einen Stopp einlegen. Die Möglichkeiten sind gar nicht so vielfältig, denn auf den meisten Waldwegen und –Parkplätzen liegt noch einen Meter Schnee und dieses Gebiet ist nun auch nicht wirklich touristisch erschlossen. Irgendwann sehen wir aber doch ein Schild zu einem Ausflugsparkplatz für Fischer und Wanderer. Sofort zweigen wir ab und folgen dem Strässchen etwa einen Kilometer bis zu einem kleinen Parkplatz und dahinter prangt eine grosse Fahrverbotstafel. Knutschi parkieren, Fotoapparat schnappen und auf einen Spaziergang die Gegend erkundigen.

finnische Eisfischerin

Wir treffen auf einen wunderschönen, zugefrorenen See worauf etwa sechs Eisfischer verteilt auf anbeissende Fische warten. Danach treten wir wieder in den lichten Tannenwald ohne Unterholz, folgen dem Strässchen bis wir zu einigen Blockhütten stossen. Ein schöner Grillplatz am See, Abfallentsorgung und wahrscheinlich kleine Blockhütten zum Mieten während der Saison. Es ist keine Menschenseele sonst hier und wir erkunden weiter. Plötzlich stehen wir vor geräumten Parkbuchten im Wald und es hat sogar Stromsäulen bei jeder dieser Parkbuchten. Es sieht etwas aus wie ein offizieller Stellplatz. Wir schauen uns um und kommen immer mehr zum Schluss, das muss ein Stellplatz sein.

Wir diskutieren, wer Weissen und kommen zum Schluss, dass wir hier unser Knutschi hinstellen und eine wunderprächtige Landschaft aus dem Fenster geniessenkönnten. Da ja keine Person weit und breit zu sehen ist, fahren wir mit unserem Womo die 300m durch die Fahrverbotszone zu diesem geheimen Stellplatz.

Feriensiedlung am See

Zuerst ist es uns noch etwas mulmig, aber es ist soooo schön hier. Inzwischen haben wir auch schon 10 Grad (über Null) und das ist doch das Zeichen, dass wir heute und hier grillieren könnten. Gesagt getan, wir geniessen den Nachmittag in vollen Zügen.

Plötzlich um 17 Uhr kommt ein Caravangespann und stellt sich drei Plätze neben uns auf. Also doch ein Stellplatz. Ich gehe dann scheu fragen, ob sie englisch sprechen und wo und wie man hier bezahlen muss und ob ich überhaupt stehen darf. Ich bekomme nur ein paar Worte als Antwort: „no Problem in e half our“. Na ja, viel schlauer bin ich jetzt auch nicht geworden, aber das war wiedermal eine typische skandinavische Antwort: Nur immer das Nötigste und keine Informationen zusätzlich, was man nicht gefragt wurde. Das ist mir jetzt schon einige Male aufgefallen, z.B. bei einem Stellplatz nur immer kurz und knapp, nie woher wir kommen, was wir vorhaben oder das Angebot des Camping- oder Stellplatzes erklären. Wenn wir dann merken, dass es WLan hat, zurück zur Reception und nach dem Preis und Passwort fragen: ist gratis und Passwort ist …… Hätten sie ja auch am Anfang schon sagen können. Und wenn wir merken, dass es eine Sauna gibt, wieder zurück und fragen, wann die offen ist. Man bekommt immer eine Antwort, aber nur genau das, wonach wir gefragt haben. Nix zusätzlich, gar nix. Aber das ist anscheinend in Skandinavien so, wir erleben es in Norwegen, Schweden und jetzt in Finnland.

faszinierender Wald

Egal, nach einer halben Stunde fährt tatsächlich ein weisser Pickup mit einem Gemeindearbeiter am Steuer (vermuten wir mal) vor, er dreht die Scheibe runter, lässt den Motor laufen und wartet, bis ich zu ihm treten. Ich sage „one Night“ und kriege als Antwort „maksaa kahdeksan euroa viisikymmentä“. Hä? Danach schreibt er mit einem Kuli 8.50 auf ein Blatt Papier und das verstehe ich nun. Ich hole 8.50€ gebe es der Person im Pickup mit laufendem Motor und er gibt mir im Gegenzug einen kleinen Schlüssel und zeigt auf den Stromkasten. Ah ok, ich nehme den Schlüssel, laufe zum Stromkasten, öffne ihn und bringe der Person im weissen, laufenden Pickup den Schlüssel zurück. Er lächelt und braust davon.

Das war ja jetzt mal ein cooler Platzwart und anscheinend haben wir alles richtig gemacht. Die Fahrverbotstafel gilt also nicht für Wohnmobile, die hier übernachten wollen. Wissen müsste man es. Beschrieben auf einer kleinen Infotafel beim Parkplatz vorne auf finnisch und russisch… Und echt jetzt, dieser Stellplatz ist nirgends an der Strasse oder auch nur beim Parkplatz beschrieben, wissen muss man es einfach und ihn finden.

Heute Abend bei Sonnuntergang wollen Anita und ich noch eine Schneeschuhtour um den See machen…

Übernachtung

Kuhmo - Syväjärvi****
Stellplatz

im Wald in der Nähe eines Sees, nicht beschrieben und ohne Wegweiser

Koordinaten: 64.1927416,29.1944977
letzter Besuch: 4.2018

Shit happens 14.4.2018

Der Übermut bestraft uns und wir erreichen unser Ziel nicht mehr

blöd gelaufen oder Fahrfehler oder zuviel riskiert

Der Tag beginnt wie fast immer mit Sonnenschein und wir fahren Richtung Osten zur russischen Grenze. Die Nationalstrasse, die wir nehmen, ist eine derer 30% in Finnland, die nicht asphaltiert sind. Und durch das Schmelzwasser vom Schnee (Aussentemperatur heute +8 Grad) wir die Strasse zu einer richtigen Schlammpiste. Unser Knutschi war noch nie so dreckig wie heute. Und das Fahren fühlt sich auf der aufgeweichten Strasse wie auf einer Gummimatte an. Irgendwie kein so tolles Gefühl. Und anscheinend sind wir da wirklich im Niemandsland, denn wir treffen nur ganz selten mal irgendein Fahrzeug.

Dann, in der östlichsten Ortschaft Finnlands (und Europas) kommt die Abzweigung zum östlichsten Punkt Europas. Klar, man kann jetzt diskutieren was genau zu Europa gehört, aber für uns ist weder die Ukraine, Weissrussland oder Russland Europa, also ist hier die Grenze und der östlichste Punkt. Basta!

Wir haben jetzt noch 16km vor uns über schmale Waldstrassen. Zum Glück sind sie etwas ansteigend und so wird aus Schlamm wieder Schnee, immer mehr Schnee bis links und rechts wieder mindestens einen Meter liegt.

Es sind nun noch 6km und die Strasse wird noch etwas schmaler, aber unser Knutschi meistert das grandios. Dann, genau 2.7km vor dem Ziel ist Endstation, die Strasse ab da ist nicht mehr geräumt. Mischt, also müssen wir die Schneeschuhe auspacken. Gerade als wir bereit sind zum Loslaufen, fährt in einem kleinen roten VW ein Jäger hin, der auch zu diesem Punkt will. Es soll dort fantastisch sein, aber komisch, dass die Strasse nicht geräumt ist. Ob wir nicht mit unserem Wohnmobil etwas Platz machen könnten, damit er mit seinem Auto durch kann.

Jetzt beginnt das Zirkeln und irgendwie kommen wir aneinander vorbei und der Jäger fährt an uns vorbei in die nicht geräumte Strasse und braust davon. Na, das sind ja nur etwa 10 cm Neuschnee auf dem Eis der letzten Tage, da könnten wir ja doch noch zu diesem Punkt hinfahren. Anita hat die Idee zur Sicherheit die Schneeketten zu montieren und ich finde sie toll (die Idee und Anita). Keine fünf Minuten später sind sie montiert, wir im Knutschi bereit zum Abfahren.

Die Strasse ist schon ziemlich eng und irgendwie hat es auch doch mehr Schnee als es ausgesehen hat. Aber bis wir das realisieren ist mein Vorderrad links irgendwie im Tiefschnee, das hintere Rad rutsch nach, unser Knutschi legt sich in die Schräglage, die Motorhaube pflügt die meterhohe Schneemade vor sich her, die sich auf der Seite den Dreck von unserem Knutschi schabt und 10m weiter ist ende Feuer. Aus die Maus!

es sieht richtig übel aus am Ende der Welt, gelben Pfosten markieren die Sperrzone

Ich muss gar nicht irgendwie probieren, dass ich da wieder rauskomme, das ist uns beiden sofort klar. Anita steht unter Schock und ich weiss nicht was machen. Handy starten und feststellen, dass weit und breit kein Handyempfang ist und links und rechts der Strasse hat es die gelben Markierungen, die das Sperrgebiet der Grenze festlegen. Nur gerade auf der Strasse darf man sich aufhalten…

Wir sitzen am A… der Welt fest, 2km von der Russischen Grenze weg, kein Handynetz. Ein Rudel Wölfe wird sich nähern, heulen und sich auf ein Häppchen vor dem Nachtessen freuen. Ein Bär wird sie verscheuchen und uns dann noch ganz auffressen.

Ich verfalle in Panik, könnte mich ohrfeigen, dass ich im Schnee nach Skandinavien wollte und verfalle in einen blinden Aktionismus und habe die Idee, ich könne mit der Schneeschaufel mein Knutschi ausgraben. Und dann kommt Anita und schnauzt mich an, ich solle auf meine neue blaue Jacke aufpassen, die wird ganz schmutzig! Ich versuche unser Leben zu retten und ihre einzige Sorge ist eine dreckige Jacke!!!

Nach einer halben Stunde kehrt der Jäger von vorhin zurück und kann natürlich bei uns nicht vorbei. Er steigt aus und sagt, dass wir hier kein Handynetz haben um nach Hilfe zu rufen. Mann, das weiss ich auch! Und er kommt nicht an unserem Knutschi vorbei und kann auch keine Hilfe holen. Dann sagt er, er fahre zurück (rückwärts) und klettere dann auf einen Hügel, und rufe einen Kollegen an der einen Traktor besitzt. Irgendwo finde er schon Verbindung. Das beruhigt ein Wenig, so fressen die Wölfe nicht nur uns.

10 Minuten später ist er wieder da und sagt, dass wir nun einfach eine Stunde warten müssen, bis sein Kollege da ist und das Schaufeln kann ich sein lassen, das bringe nichts. Das einzige was wir jetzt machen können, er bringe uns zum östlichsten Punkt, trinken dort ein Bier zusammen und kehren in einer Stunde zu unserem Womo zurück.

Nach genau 300m bleibt uns nur noch das Bier übrig, denn auch er sitzt mit uns im Auto im Tiefschnee fest. Immerhin können wir sein Auto nach 20 Minuten mit meiner Schneeschaufel befreien und kehren zu unserem immer noch ganz schrägen Womo zurück.

Hoffnung naht

Bis unsere Rettung kommt, vergehen 2 ½ Stunden und in dieser Zeit redet er über seine Biberjagd, dass es jetzt noch zu früh sei dafür, da das Eis noch zu dick ist und dass er auch Wölfe Jagd. Das beruhigt, dann werden wir heute noch nicht gefressen, solange Jukka bei uns ist.

Und dann hören wir den Traktor kommen mit Schneefräse und Schauffellader, vier montierten Schneeketten und ziemlich viel Erfahrung, da der Fahrer zuständig ist für den Winterdienst hier. Er schaut unser Malheur an schüttelt den Kopf und erklärt dann, dass wir nur eine Chance haben, wenn wir unser Womo nach vorne rausziehen können.

Also beginnt er zu baggern und zu fräsen, macht aus dem Waldweg eine Autobahn bis er an uns vorbei ist und vor uns steht. Abschleppseil montieren und dann sind wir tatsächlich wieder frei!

unser Knutschi wird ausgegraben

Man, sind wir erleichtert, zwischendurch dachten wir schon, wir müssen hier auf den Frühling warten.

Zum Glück habe ich die Schneeketten montiert, denn so kann ich im Schnee langsam bis zum letzten Abzweiger rückwärts zurückfahren, wo wir das erste Mal Jurko getroffen habe. 

Der Schneepflugfahrer möchte dann auf meine Frage hin 80€, da er extra 20km hin und jetzt wieder zurück fahren müsse. Ich hätte ihm alles gezahlt, erhöhe darum dann auf 140€. Jukka will kein Obolus und sagt nur, dass er wieder zwei Freunde getroffen hat und falls er mal Probleme in der Schweiz habe, uns anrufen werde.

Beim Zurückfahren der 14km bis auf die Hauptstrasse können Anita und ich gar nicht glauben, wie blöd wir waren, diesen Weg zu fahren, denn wir kommen trotz Schneeketten fast nicht mehr auf die rettenden, geräumte Asphaltstrasse.

gerette und schön langsam rückwärtsfahren auf der frisch gefrästen Strasse

Ich habe genug Schnee gesehen und halte nur noch Ausschau nach einem ebenen, schneefreien und asphaltierten Parkplatz, wo wir übernachten können.

Wir haben den östlichsten Punkt der EU mit dem Womo nicht erreicht, aber glaubt mir, es ginge keinen cm näher…


Übernachtung

Ilomäki - Likoniemi**
Parkplatz

Rastplatz, direkt am See

Koordinaten: 62.743298,30.995843
letzter Besuch: 4.2018

Via Karelia 15.4.2018

Nach kurzer Fahrt lockt uns das Abenteuer doch wieder und wir sehen die russische Grenze doch noch

bedrohender Wachturm

Heute wollen wir es einfach ruhig angehen und nur der schönen, asphaltierten und schneefreien Hauptstrasse Richtung Helsinki folgen. Wir haben gestern genug Abenteuer erlebt, so viel, dass ich sehr schlecht geschlafen habe. Es hat uns doch mehr mitgenommen, als wir zuerst gedacht hatten.

Also fahren wir manchmal mit 80, dann wieder mit 100km/h durch Wälder und Seen entlang auf der langweiligen Hauptstrasse. Nach etwa 20 km sehen wir das Schild „Via Karelia“ links abbiegen. Dieses Schild begleitet uns seit vorgestern regelmässig, wir schauen uns kurz an, nicken, stellen den Blinker und folgen dem Schild. Da unser Navi partout nicht dadurch will, stoppen wir kurze Zeit später und holen die Landkarte hervor. Wir müssen eine Standortbestimmung machen, und sehen, dass diese Strasse ganz nahe an der russischen Grenze vorbeiführt und es dort auch einen Zollübergang nach Russland gibt. Der Umweg bis Helsinki beträgt nur etwa 20 km auf über 500, also nichts Nennenswertes. Wir beschliessen, dieser Zollstation einen Besuch abzustatten, denn wer weiss, wann sind wir wieder mal so nahe an einem Zarenland? Wir starten den Motor, schalten das Navi aus und folgen einfach dem Schild „Via Karelia“. 

Die Gegend ist wieder sehr verlassen, wir sehen einige tolle Übernachtungsplätze, gehen auch zu Fuss einige Seen besichtigen, machen Fotos. Eine wirklich schöne Strecke.

unser möchtegern Ferienhäuschen

Dann in Nirala weisst dieses Schild nach rechts, ein anderes Schild mit „Russia“ nach links. Ich weiss, wir hätten gestern diese „Via Karelia“ besser nicht verlassen, aber heute ist ein neuer Tag, neues Schicksal. Also fahren wir Richtung Russland, links die gelben Tafeln und gelben Baummarkierungen die das Sperrgebiet kennzeichnen. Das kennen wir von gestern. Man darf dieses Sperrgebiet nicht betreten, da hier die russische Grenze sehr nahe ist. Dann sehen wir auch einen Wachturm hoch über den Bäumen. Ist der jetzt finnisch oder schon russisch? Können wir nicht herausfinden. Die beiden Länder führten etliche Male Krieg (Finnland verlor jedes Mal) und von daher ist das gegenseitige Misstrauen noch immer vorhanden. 

es ist kein Elch

Um die gestrige Strasse benützen zu dürfen, war übrigens bis vor etwa 10 Jahren noch eine Genehmigung der finnischen Behörden nötig. Das wurde dann aufgehoben aber nicht mal der Jäger gestern wagte ein paar Schritte in die Absperrzone. Und schon gar nicht in die Nähe der russischen Grenze. Er meinte nur, wenn wir die Ferien um zwei Wochen in Russland verlängern möchten, könnten wir direkt zum Grenzstein gehen. Er würde aber nur Zuschauen…

Das im Gedächtnis wird uns schon etwas mulmig, als wir dann auf die Grenzstation zufahren. Etwa 50m vor der Station ist die letzte Möglichkeit zu wenden und wir schauen uns wieder beide an, nicken wieder, wenden und fahren wieder Richtung Finnland. Sicher ist sicher…

Russische Zollstation (oder erst die finnische?)

Wir sind wieder auf unserer Via Karelia und sehen wenig später einen kleinen offenen Supermarkt. Anscheinend haben in Finnland sonntags doch auch viele Läden offen. Wir kaufen wieder einmal viel zu viel ein, auch wenn wir uns weiterhin auf die Bilder der Verpackungen verlassen müssen. Vieles ist nicht nur finnisch, sondern auch russisch angeschrieben, was uns aber nicht weiterhilft.

Da unser gestriges geplante Fondue am östlichsten Punkt dem Schnee zum Opfer fiel, beschliessen wir, es heute anlässlich eines heiligen Sonntages zu machen. Und als idealer Übernachtungssplatz bietet sich da natürlich eine ruhige, schöne Kirche an.

meine neue Mütze

Ach ja, wir hatten heute wieder blauen Himmel, Sonne, Schnee und noch kein Elch. Und ich muss noch unbedingt ein Foto von der neuen Mütze veröffentlichen, die Anita in den finnischen Landesfarben passend zu meiner coolen Jacke gestrickt hatte. Eigentlich wollten wir das schon gestern schreiben, aber das fiel auch dem Schnee zum Opfer. Also machten wir das Foto heute (ich habe meine blaue Polarjacke frisch geputzt) bei 14 Grad Wärme, wo ich weder die Mütze noch die Jacke bräuchte…

Morgen soll es übrigens wirklich bis nach Helsinki gehen, wo wir die Stadt übermorgen besichtigen und dann irgendwann auf die Fähre nach Tallin fahren wollen, Tickets haben wir aber noch keine.

Übernachtung

Rautjärven - Kirkko***
frei

schön ruhig vor der schönen Kirche

Koordinaten: 61.298738,29.132098
letzter Besuch: 4.2018

Regen, Rückenweh und kein Geld mehr 16.4.2018

Heute war Skandinavien nicht so prickeln. Wohl weil wir in der Zivilisation zurück sind?

Helsinki

Morgens sagt der Wetterbericht nicht mehr eitler Sonnenschein voraus. Also mal etwas Abwechslung. Abwechslung kriege ich auch, als ich vor dem Wegfahren meine Keile versorgen will. Ich kriege einen Zwick im Rücken und kann mich kaum mehr zur Fahrertüre schleppen. Vergeht dann schon wieder.

Kurz nach unserer Wegfahrt beginnt es tatsächlich etwas zu regnen. Wir fahren auf der Hauptstrasse Richtung Helsinki. In Imatra haben wir auf unserer Strasse plötzlich ein Autobahnsignal, es wird getrennt zweispurig und wir fahren tatsächlich auf einer Autobahn weiter. Nach 6000km Landstrassen sind wir wieder auf einer Autobahn und damit wohl in der Zivilisation zurück.

nach 6000km Landstrassen wieder eine Autobahn

Überall wo wir unterwegs Zwischenhalt machen wollen, dreckig, nass, sumpfig. Das wird wohl so sein, wenn die Schneeschmelze, Regen und warme Temperaturen zusammen kommen. Dazu kann ich mich fast nicht vom Sitz erheben. Alles irgendwie nicht so prickelnd.

Irgendwann bekomme ich dann noch geschäftlich ein Telefon: Notfall auf einer Webseite. Also wieder raus auf einen schlammigen Parkplatz. Computer starten, Internet verbinden. Mischt, das gesamte Datenvolumen von 10GB über das Mobilenetz aufgebraucht. Also Satellitenschüssel starten und Internet suchen. Ich kriege zwar den Satelliten rein, aber eine zu schlechte Qualität für Internet. Die Schüssel schaut hier so knall senkrecht, dass ein Baum in 100m Entfernung noch immer ein Problem darstellen kann. Und da steht ein ganzer Wald, ich komme nicht zum Äquator durch. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als zusätzliches Datenvolumen kaufen. Würd ich ja gerne, aber unsere Kreditkarte hat anscheinend ihr Limit auch erreicht. Es ist zum aus der Haut fahren! Würd ich ja, wenn ich nicht so Rückenweh hätte. Einfach nicht prickelnd heute.

Wie macht ihr das eigentlich, wenn ihr lange unterwegs sind und das Kreditkartenlimit nicht reicht? Habt ihr mehrere Kreditkarten? Nimmt ihr Kredit auf oder raubt ihr jemanden aus?

Irgendwann kann ich dann den Notfall beheben und wir können weiter. Eingangs Helsinki erspähe ich dann eine Autowaschanlage für Kleinbusse und Camions. Endlich und genau das richtige für unser Knutschi und das könnte meinen Tag noch retten. Nach 10 Minuten probieren und versuchen haben wir immer noch kein Wasser, es ist alles nur finnisch angeschrieben und hilft einfach nicht weiter. Dann kommt ein alter Finne, redet und redet bis ich ihm klarmachen kann, „ich nix versteh“. Er redet unbeirrt weiter und sagt dann das einzige Wort, was ich verstehe „kaputt“. Verd…. Mischt, heute geht auch alles schief.

noch immer dreckig, unser Knutschi

Aber immerhin, etwas später kommen wir mit unserem dreckigen Knutschi auf dem Parkplatz vom Zoo an. Der Parkplatz soll ziemlich schön und zentral sein und man kann direkt am Meer stehen. Wir haben aber dann genau die Wahl zwischen: einem nicht so prickelnden, weil schlammigen Platz am Meer ohne Chance auf Sattelitenverbindung, oder etwas weiter oben ohne Meerblick aber mit Chance auf Internet.

Wir entscheiden uns vorerst mal für den Platz oben.

Dann entscheiden wir, dass wir nun doch zu Fuss in die Stadt laufen wollen. Das Wetter wurde inzwischen trocken und relativ warm. Aber nach einigen hundert Metern muss ich einsehen, dass es heute nichts wird mit einem langen Spaziergang, der Rücken. Also biegen wir ab und laufen dem Wegweiser Zoo nach und zahlen dort mit unserem letzten Baren den Eintritt (wenn ich jedem Leser des Blogges 10 Rappen abknöpfen könnte, wäre ich in den letzten zwei Tagen reich geworden. Der Beitrag von unserer Panne sprengte alle Rekorde, aber so müssen wir leider weiter unten durch ;-).

Der Zoo ist auf einer wunderschönen Insel gelegen mit Sicht auf Helsinki. Er ist auch ziemlich schön gemacht mit Tieren aus dem Amazonas, Afrika, und weiss ich wo alles. Immerhin hat er auch Rentiere und Elche. Aber die Jahreszeit dafür ist einfach auch nicht prickelnd, nicht mehr Winter, noch nicht Frühling, einige Schneeresten mit dreckigem Schnee, Splitt und Sand auf den schneelosen Wegen. Alle Restaurants und Kioske zu und einfach tote Hose. Ein Zoobesuch im tiefen Winter wie in Ranua macht einfach schon viel mehr Spass und Eindruck…

Der Zoo von Helsinki

Aber durch das Spazieren geht es meinem Rücken schon wieder etwas besser und ich kann mich wieder halbwegs bewegen. Anita kocht uns jetzt noch ein feines Abendessen mit dem gestrig gekauften Schweinsfilet, dazu Bratkartoffeln und Salat. Wenn nur dieses Abendessen nicht in die Hose geht… (würde grad noch zum Tag passen).

Morgen wollen wir dann doch noch mit dem Bus in die Stadt Helsinki. Weiss jemand, was man dort gesehen haben muss und was schön ist, auch in der Jahreszeit zwischen Winter und Frühling?

den Humor haben wir noch nicht verloren

Übernachtung

Helsinki - Parkplatz Zoo***
Parkplatz

an den Weekends ziemlich betrieb, unter der Woche schön ruhig, WC 200m

Koordinaten: 60.182263,24.991063
letzter Besuch: 4.2018

Helsinki – Tallinn mit dem Womo 17.4.2018

Wir kaufen spontan Tickets und schiffen uns heute schon ein

unsere Fähre Finlandia

Irgendwie reisst uns Helsinki nicht vom Sockel, auch bekommen wir Tipps, dass wir die Zeit besser in Tallinn nutzen wie noch in Finnland. Also packen wir zusammen und suchen noch die Waschanlage von gestern. Wir können mit so einem schmutzigen Womo unmöglich auf die Fähre, das muss jetzt heute noch gewaschen werden.

In Finnland gibt es haufenweise Waschstrassen, aber dort passt unser Womo nicht durch und solche Self-Wasch-Boxen sind die Ausahmen, da sie ja nur das halbe Jahr benützt werden können, den die andere Hälfte friert das Waschwasser auf dem Auto ja ein.

Also fahren wir die drei Kilometer zurück und versuchen unser Glück nochmals. Und richtig, heute klappt es am anderen Automaten und wir können unser Knutschi waschen. Zuerst einseifen, dann abspritzen, mit der Waschbürste behandeln, nochmals abspritzen. Dann müssen wir unser Knutschi noch rückwärts einparkieren, da diese Box nur für PW gedacht ist. Nun reichen die Düsen dann auch noch für die Rückwand.

Wir haben danach das Gefühl, unser Wohnmobil war noch nie so sauber wie jetzt. Später merken wir aber, dass überall noch Dreck kleben blieb, aber nicht so schlimm, wenigsten bekommt man keine dreckigen Hände mehr, wenn man eine Tür öffnet.

Danach geht es weiter zu einem der drei Fährverladestationen. Im Internet fand ich gestern, dass die Eckerö-Line nur etwa halb so viel kostet wie die anderen Gesellschaften, also wollen wir es zuerst bei dieser versuchen. Ich finde zwar nicht heraus, wo genau diese Gesellschaft loslegt, aber normalerweise sind die günstigen Gesellschaften immer am Pier, das am weitesten weg liegt. Also versuchen wir es dort. Angeschrieben am Hafen ist es gross mit Port of Helsinki, Gebäude T2 auf der Google Karte bei Jätkäsaari Busholmen. Dadurch müssen wir quer durch die ganze Innenstadt, was aber kein Problem darstellt. Am Terminal auf einen Parkplatz fahren und dann ins Empfangsgebäude T2, dort sehen wir auch grad einen Schalter der Eckerö-Line. Hingehen, fragen, buchen, bezahlen. 130€ für zwei Personen und unser Knutschi ist jetzt wirklich ein moderater Preis, die Fähre legt um 15:15 ab, also perfekt für uns. Wir bekommen dann noch einen Plan mit, wo wir wann genau sein sollen für das Einchecken und auf die Fähre fahren. Natürlich sind wir viel zu früh dort und wie immer, wenn wir Fähre fahren, wir dürfen dieses Mal nicht mit den letzten, sondern als allerletztes drauf!

hinter Helmi als letzte auf das Schiff

Als zweitletztes Fahrzeug ein Uraltwomo (1974) aus Finnland mit sechs alten, knorzigen Finnen, die uns bei der Warterei total zuquatschen und uns ihre gesamte Story von ihrer Helmi erzählen. Sie fahren jetzt nach Minsk, denn die alten Russischen Länder seien noch ein Abenteuer, Mitteleuropa viel zu langweilig.

Als wir dann aus unserem Womo aussteigen, ist die Fähre schon unterwegs, die grossen Tore wurde verschlossen, als wir die Handbremse noch nicht angezogen haben.

Das Schiff, die Finlandia, ist bis jetzt wohl die beste Fähre, die wir je hatten. Ziemlich modern, gute Restaurants, viele Sitzgelegenheiten, und sogar an zwei Orten in den Bars Live-Musik. Und die erste Fähre mit gratis WLan, aber wir haben nur unsere Handys mit fast leeren Akkus dabei... Die Eckerö-Line setzt auf dieser Strecke nur dieses Schiff ein, aus diesem Grund gibt es auch nur drei tägliche Verbindungen: Morgens, Nachmittags und Abends.

Musik auf der Fähre

Nach zwei Stunden Fahrt treffen wir ohne Probleme pünktlich in Tallinn ein, fahren dort grad auf den Hafenparkplatz für 6€ 24/h und dieser Platz ist sogar Videoüberwacht. Perfekt für uns.

einbruchsicher mit den normalen Gurten

Wir machen unser Knutschi mit den Gurten Einbruchssicher (sorry, aber Hafenparkplatz und in einem neuen, fremden Land...) und ziehen zu Fuss sofort los in die nahe Altstadt. Um es ganz kurz zu machen: wir sind begeistert und freuen uns, morgen mehr Zeit zu haben, diese herrliche Altstadt zu erkunden und gute Fotos zu schiessen. Was wir heute Abend schon gesehen haben, war der Hammer und die Pizza, die wir auch noch verschlungen haben, war wirklich, wirklich lecker.

fein war es.....

Aber zu Tallinn dann morgen mehr, wer nicht warten kann, hat hier schon mal einen Link.

Übernachtung

Tallinn - Hafenparkplatz**
Parkplatz

nachts ziemlich ruhig, Videoüberwacht, günstig, gratis WLan

Koordinaten: 59.443182,24.757815
letzter Besuch: 4.2018

Tallinn und wir haben doch einige Defekte 18.4.2018

Tallinn gefällt uns sehr gut aber vorher merken wir, dass unser Knutschi doch mehr gelitten hat.

Alexander-Newski-Kathedrale

Die Nacht auf dem Parkplatz am Hafen ist erstaunlich ruhig. Allerdings merken wir, dass wir in den letzten Tagen unseren Urintank nicht geleert haben und er nun ziemlich voll ist. Noch einen Tag damit halten wir nicht durch. Aber wo leeren mitten in der Stadt? In einer Papiertüte zum nächsten öffentlichen WC (700m) tragen?

Auch haben wir es nun mit dem Strom relativ knapp. Wir waren nicht gerade sparsan die letzten Tage und gefahren sind wir auch nicht. Wenn nicht endlich die Sonne hervorkommt, wird es ganz knapp, damit es bis morgen reicht.

All das zusammen führt zu der Überlegung, ob wir nicht besser zum etwa 5km entfernten Stellplatz am Yachthafen fahren sollen, dort Ent- und Versorgen und unser Knutschi an den Strom hängen und aufladen. Da wir auch schon im roten Diesel-Bereich von der Fähre fuhren, könnten wir auch grad noch tanken.

Also fahren wir Vormittags los in das Gelände der Segelwettbewerbe der Olympischen Spiele von 1980. Entgegen der offiziellen Info hat der Stellplatz tatsächlich offen und nicht erst ab dem 1. Mai. Wir bezahlen 20€ für eine Nacht, schliessen unser Knutschi an den Strom an und leeren unseren Urintank. Den Feststoffbehälter haben wir bisher immer noch nie geleert, muss aber in den nächsten Tagen nach insgesamt rund 5 Wochen dann schon mal sein. Aber noch nicht heute.

Danach krieche ich unters Auto und befehle Anita, sie solle mal Wasser laufen lassen. Unser Ablassventil ist nämlich undicht, denn sobald wir Wasser laufen lassen, tropft es unter dem Wohnmobil raus und auf einem öffentlichen und asphaltierten Parkplatz nicht gerade prickelnd.

Inspektion

Was ich danach aber sehe, ist noch viel weniger prickelnd, die Abwasserleitung in den Abwassertank ist geplatzt und das Rohr hat sich vom Abwassertank gelöst. Entweder zu kalt und eingefroren, dass es geplatzt ist oder es wurde bei unserem Schneeabenteuer auf und abgerissen. Klar ist, dass wir das hier und jetzt nicht reparieren können und mit dem Wasserverlieren momentan leben müssen. Beheben wir, wenn wir zu Hause sind und achten nun einfach drauf, wo wir dann Wasser laufen lassen. Wir bemerken auch noch, dass das Schneeabenteuer doch noch eine Delle in unseren Kotflügel hinterlassen hat. Na ja, Kampfspuren gehören ja zu einem interessanten Gefährt dazu.

Anfangs Nachmittag nach einer gründlichen Körperpflege, füllen des Wassertankes und den Batterien, machen wir uns wieder auf den Weg zum Hafenparkplatz und erkunden dann die Stadt zu Fuss.

Tallinn

Die Stadtmauer mit einigen Türmen

Wir sind begeistert von der Altstadt. Die Stadtmauer ist auf 2km noch gut erhalten und die Türme sehen so Bilderbuchmässig aus, wie man sich die nur vorstellen kann. Hätte ich als Kind eine Stadtmauer zeichnen müssen, sie sähe genaue so aus wie die in Tallinn! Und nicht nur dass, die Stadt wirkt herausgeputzt, die alten Häuser alle renoviert und der Marktplatz in der Mitte einfach herrlich. Das Prunkstück ist aber die Alexander-Newski-Kathedrale, ein orientalisch anmutendes Gebäude mit Zwiebeltürmen auf dem Domberg und Estlands Hauptkathedrale des russisch-orthodoxen Glaubens. Sie sieht wirklich wunderprächtig aus.

auf der Stadtmauer

Die Eintrittspreise für die Besichtigung der Stadttürme sind wirklich niedrig, dafür sind die Preise für Essen und Getränke happig. Trotzdem assen wir aber im Zentrum auch heute zu Abend und wieder hervorragend. Dieses Mal probierten wir estnische Gerichte mit Fleisch und Kartoffelstock. Kochen können sie, die Esten.

der Platz im Zentrum der Altstadt

Wir wurden von dieser Stadt richtig Fan. Die Stadt hat einen Auftritt bei den 100 schönsten Orte mit dem Wohnmobil redlich verdient

Auch wenn man etwas ausserhalb ist, gibt es so alte, russische Denkmäler genau im sowjetischen Stil, wie man es sich vorstellt: gerade, schnörkellos und aus Beton.

Wir hätten übrigens noch einen perfekten Freistehplatz 3km ausserhalb der Altstadt erspäht, direkt am Meer, leer und viel Platz, auf einer asphaltierten Fläche (59.462457, 24.818493) Vielleicht fahren wir ja noch hin.

Ach ja, mein Rücken ist zu 99% wieder gut


Übernachtung

Tallinn - Hafenparkplatz**
Parkplatz

nachts ziemlich ruhig, Videoüberwacht, günstig, gratis WLan

Koordinaten: 59.443182,24.757815
letzter Besuch: 4.2018

Stillgelegter Bahnhof und verrostete Lokomotiven 19.4.2018

Es gibt sie doch noch, die Perlen von einer vergangenen Zeit.

alte und grosse Loks

Vormittags können wir es gemütlich nehmen, wir haben kein Programm. Aber um 13 Uhr treffen wir einen alten Teamkollegen von mir. Ich bin mit Jann Kirsipuu verabredet, einer der grössten und besten Radrennfahrer meiner Zeit. Er feierte über 120 Siege und doch kennt ihn fast keiner. Warum? Weil er zur ganz seltenen Spezies der Radprofis der 90 Jahre gehört, die nie gedopt haben. So reichte es ihm fast nur zu Siegen in kleineren Rennen, bei den grossen war er jeweils chancenlos, obwohl, er gewann auch Etappen an der Tour de France. Auf dieses Wiedertreffen nach 20 Jahren freute ich mich auf dieser Reise ganz besonders. Wir quatschten auf französisch von vergangenen Zeiten, auch gab er mir noch Tipps für Tallinn und den Rest von Estland.

mit Jann Kirsipuu

Die Verabschiedung viel uns schwer und Anita und ich machten uns dann auf den Weg nach Haapsalu. Dort soll es nach Jann einen alten Bahnhof geben, der nach dem Zerfall der UDSSR stillgelegt und dort ein paar Looks vergessen wurden. Also genau das richtige für uns.

Wir haben nur 100km über gute Strassen zu fahren und treffen dann um 16 Uhr bei diesem Bahnhof ein. Es ist wahrlich ein Bild aus vergangenen Zeiten! Der Bahnhof sieht so aus wie zur Zeit, als dies noch zu Russland gehörte. Das Gebäude ist ziemlich gepflegt mit einem Bahnmuseum drin. Aber es hat schon geschlossen oder öffnet nur Freitags bis Sonntags, so genau verstehen wir die Schilder auf Estnisch und Russisch nicht.

aber in einem jämmerlichen Zustand

Aber die alten riesigen und grossen Dampflokomotiven sehen einfach super aus. Und dann hat es auch noch alte Dieselloks mit Güter- und Personenwagen, alles verrostet und vergammelt. Eisenbahnfreunde würden da wahrscheinlich alle Finger lecken, wenn man diese Lokomotiven restaurieren könnte.

Der Bahnhof hatte bei seinem Bau 1907 den längsten überdachten Bahnsteig Europas, aber 1995 wurde unter Protesten der Bevölkerung die Linie für den Personenverkehr geschlossen und 2004 demontiert. Die da noch stehenden Loks und Züge kommen nun nicht mehr weg und sind bis in alle Ewigkeit an diesen Bahnhof gebunden. Das ehemalige Bahntrasse ist nun ein 50km langer Veloweg.

verrostete und irgendwie doch schöne Wagen

Wir können uns fast nicht sattsehen von diesem nostalgischen Ort. Danach fahren wir nur gerade zwei Kilometer weiter und sind auf einem fantastischen Parkplatz auf einer Landzunge zwischen dem Meer. Wir lieben Estland! Viele leere Parkplätze, ein fast leeres Land mit viel Platz zum Übernachten und strahlend blauem Himmel. Die Sonne wird genau vor unserem Knutschi im Wasser versinken und das gibt sicher noch ein paar gute Fotos heute Abend.

1907 der längste überdachte Perron von Europa

Ach ja, hier hätte es diesen Winter übrigens eine Strasse über das Eis zu den vorgelagerten Inseln gegeben. Das wäre ein Ding gewesen, mit unserem Knutschi auf dem Eis über das Meer zu einer Insel zu fahren. Aber jetzt ist ja alles getaut…


Übernachtung

Haapsalu - Suur Viik****
frei

einfacher Parkplatz direkt am Meer

Koordinaten: 58.953868,23.521843
letzter Besuch: 4.2018

Storchen- und andere Nester 20.4.2018

Mit dem Womo ist Estland super, wir staunen nur immer wieder

Der Vogelnestturm

Gestern Abend gesellten sich noch andere Womofahrer zu uns auf diesen schönen Parkplatz, insgesamt übernachteten hier dann schlussendlich vier Womos. Es muss also ein ganz heisser Hot-Spot sein hier.

Wir erwachen relativ früh, packen unsere sieben Sachen zusammen und fahren genau 1,4km weit ins Dorfinnere Richtung Haapsalu zur Bischofsburg. Eine gut restaurierte Ruine einer imposanten Festung inklusive Kathedrale. Man hat viel Platz, die Mauern der Burg umschliessen ein ziemlich grosses Gebiet, ca. 200 x 200m und im Inneren hat es grosse Bäume, die Festungsanlage die zum Teil grad noch renoviert wird und viel Grün. Uns gefällt es auch hier sehr gut, aber ich will weiter.

Bischofsburg


Ich will endlich nach Tartu, der zweitgrössten Stadt Estlands. Dort auf dem Friedhof ist ein Freund von mir begraben, der während dem Training von einem alkoholisierten LKW-Lenker über den Haufen gefahren wurde. Ich habe sein Grab noch nie in echt gesehen und das lasse ich mir nun nicht entgehen. Ich weiss auf welchem Friedhof und ungefähr die Lage und das Aussehen des Grabes.

Der Friedhof ist riesig, aber echt stilvoll. Es scheint nicht alles so peinlichst geregelt zu sein, wie bei uns in der Schweiz. Alt und Jung , grosse und kleine Grabsteine, Familiengräber und solche von unbekannten Soldaten, alles durcheinander in einem Wald. Nach einem Weilchen Suchen und mit Hilfe von alten Fotos wo eine Kapelle im Hintergrund stand, finden wir das schöne Grab und halten ein paar Momente inne. Warum erwischt es immer genau die lieben, tollen Menschen so früh?

Grab von meinem Freund Lauri Aus


Eindruck macht mir auch, dass auf seinem Grabstein schon Platz reserviert wurde für die Namen seiner Kinder und seiner Frau. Das muss ich zuerst mal verdauen und ich merke, dass ich ziemlich selten auf Friedhöfen bin und gar keine Ahnung habe, was da so üblich ist.

Mit etwas gedrückter Stimmung fahren wir noch etwas weiter Richtung Süden. Die Landschaft ist ziemlich flach, sumpfiges Land, viele Wälder. Wir sehen Rehe und viele Störche, die in ihren Nestern hoch oben Junge füttern. Irgendwie auch eindrücklich und wir sehen auch Warnschilder von Elchen, aber keiner in lebendiger Form.

eines der vielen Storchennester

Schon früh kommen wir in Rôuge an, dort soll es seit 2016 in einem Erholungsgebiet ein 30m Aussichtsturm geben, der die Form von Vogelnestern hat. Wir finden die Stelle problemlos und sind schon von weitem schon wieder begeistert.

Auf der gesamte Anlage gibt es Blockhütten, Feuerstellen und beim Parkplatz sogar ein Infohaus, das aber erst ab Mai öffnet. Und wie in Estland üblich, auch öffentliches WLan. Estland ist in Sachen Internet der Vorreiter in Europa, per Gesetz muss da jeder Bürger Zugang zu gratis Internet haben und darum gibt es fast überall freie WLans. Wenn das nur überall in Europa so wäre.

zuoberst auf dem Turm beim Vogelei


Aber in den Bann zieht uns natürlich der Vogelnest-Turm! Er ist riesig und echt cool gemacht, so einen Turm habe ich wirklich noch nie gesehen! Selbstverständlich steigen wir sofort hoch in ein Nest und merken, dass er im Wind ganz oben ziemlich fest schwankt! Ein mulmiges Gefühl, die Aussicht auf unser Knutschi ist aber fantastisch. Wir spazieren herum, geniessen wieder den sonnigen Tag und dann hat Anita die Idee: Komm, wir leeren nun mal unser WC, wir haben ja Zeit!

Wir sind nun etwas mehr als einen Monat unterwegs, waren vor dieser Reise schon vier Tage im Engadin und haben den Feststoffbehälter unserer Trenntoilette noch nie geleert. Wenn das kein Luxusleben ist, sich nicht dauernd überlegen zu müssen, wo leere ich nun die Toilettenkassette?

Ich mach‘s jetzt kurz und über unsere erste Leerung gibt es dann einen Blogeintrag, wenn wir zu Hause sind. Aber jetzt nach 36 Tagen gebrauch riecht der Inhalt des Feststoffbehälters überhaupt nicht! Er ist nicht wirklich kompostiert, aber viel sieht man nun wirklich nicht mehr. Es ist einfach genial! Und es gibt etwa so viel Inhalt wie einen Wassereimer, nur trocken und nicht riechend. Wir leeren ihn in einen festen Abfallsack von zu Hause und schmeissen ihn gut verschlossen in einen Kehrichtcontainer. Das ging ja wirklich easy.

Heute Abend mache ich dann noch ein paar Nachtfotos vom Vogelnestturm…


Ach ja, heute ist definitiv klar geworden, dass wir nicht das letzte Mal in Estland sind. Wir finden es für Womofahrer einfach genial hier!

Externe Links

Übernachtung

Rôuge - Vaatetorn****
Parkplatz

vor dem Turm in einem Naherholungsgebiet, Campingplatz hätte es in der Nähe

Koordinaten: 57.728208,26.938898
letzter Besuch: 4.2018

Schlösser, Burgen und eine Kaninchen-Stadt 21.4.2018

Wir sind nun in Lettland und die Sehenswürdigkeiten nehmen etwas ab. Dafür nehmen unsere Defekte zu, nun läuft das Wasser nicht mehr ab.

Vor dem geschlossenen Schloss Rundale

Letzte Nacht fotografierten wir nochmals den Aussichtsturm mit den Vogelnestplattformen, danach brechen wir auf Richtung Lettland. Den Grenzübertritt verpassen wir beinahe, es ist einzig und alleine ein EU-Schild mit der Aufschrift Lettland sichtbar. Kein Zollhaus, rein gar nichts. Was wir aber spüren, die Strassen werden rumpeliger und die Ortschaften und Weiler sind nicht mehr so herausgeputzt, alles etwas älter, etwas zerfallener und etwas urchiger. Wir vermuten, die Letten sind Spezialisten im Reparieren. Die Strassen haben tausende von Reparaturstellen, sehr selten mal ein ungeflicktes Stück Asphalt. Und die Hauptstrasse Richtung Riga, notabene die grösste Strasse in Lettland, hat Fahrrillen, wo ich Angst habe, ich fahre mein Abwasserrohr weg, so tief versinken die Pneus in den Asphaltspuren.

keine zu kleinen Spurrillen

Auch war es nicht ganz einfach, Sehenswürdigkeiten zu finden, die uns interessieren und gute Fotos hergeben, lässt man mal die Hauptstadt Riga weg. Wir wollen nicht schon wieder eine Stadt besichtigen und brauchen sowieso mal einen Grund, hierher zurück zu kommen.

Also machen wir einen Abstecher zur Burg Turaida, es soll in ganzes Gelände mit Kunstwerken und alten Gebäuden haben. Wir finden alles, schiessen ein paar Fotos der Burg, besichtigen den Turm und das Museum, aber so ganz in den Bann ziehen kann es uns nicht. Aber man muss zu Gute halten, vieles ist auch in Deutsch beschriftet und der Eintrittspreis für alles kostet mickrige 3€ / Person.

Burg Turaida

Wir fahren weiter und es wird immer grüner. Das ist ein Vorteil, wenn man im Frühling vom Norden gegen den Süden fährt, wir haben das Gefühl, wir fahren dem Frühling frontal entgegen und es geht wahnsinnig schnell. Morgens noch eine Vegetation im Winterschlaf, Mittags schon Knospen an den Bäumen und Abends saftig grüne Wiesen und die ersten Bäume haben auch schon junge Blätter. Dazu blauer Himmel mit weissen Wolken, die Fotos werden schon mal schön farbig, der Tag also fast gerettet.

Plötzlich sieht Anita etwas entfernt von der Strasse eine kleine Stadt aus kleinen Holzhäuschen. Blinker einschalten, raus auf die Naturstrasse schwenken und die 100m bis zu einem kleinen Parkplatz fahren. Wir steigen verwundert aus und schlendern zum grossen Eingansgatter. Da hat es ein Schild mit einer Familie drauf 9€, ein Mann 3€ eine Frau 3.50€. Wir werden nicht ganz schlau daraus, die Verwirrung ist noch grösser als wir unten lesen: visit for free. Weit und breit kein Mensch zu sehen also treten wir einfach mal ein. Erst jetzt merken wir, dass diese herzigen Häuschen und auch die zwei grösseren Kirchen Kaninchenställe sind, alle bewohnt von den Einwohnern dieser Stadt. Es ist sehr herzig gemacht, sogar ein kleiner See und ein Picknickplatz gibt es, wo sich Enten und Gänse tummeln. Wir sind begeistert und froh, gibt es solche spontane Orte, die in keinem Reiseführer verzeichnet sind.

Kaninchenstadt

Danach geht es weiter Richtung Rundale Pils (Pils ist kein Bier, das heisst Schloss auf Lettisch). Unterwegs gibt es eine kleine Umleitung und just auf dieser Umleitung sehen wir ein weiteres Schloss. Also wieder abzweigen, parkieren, Fotoapparate holen und losmarschieren. Pils Krog sieht von Aussen toll aus, eine Innenbesichtigung ist aber wegen zu nicht möglich. Wir sind anscheinend zu spät dran. Irgendwie schliessen hier die Sehenswürdigkeiten recht früh, vor allem jetzt ausserhalb der Saison.

Pils Krog

Also geht es weiter bis wir kurz darauf beim Schloss Rundale ankommen. Es ist das Verseille des Osten und sieht fast auch so aus. Es ist von Aussen wunderschön und eine Innenbesichtigung ist auch hier wieder nicht möglich, es schliesst um 17 Uhr und wir sind um 17:05 Uhr hier. Macht irgendwie nix, wir haben auch morgen noch Zeit.

Es soll hier aber irgendwo einen Stellplatz für Wohnmobile haben, finden tun wir aber nichts ausser einem Hinweisschild mit einer Telefonnummer drauf. Die gleiche Telefonnummer sehen wir dann aber grad beim Restaurant „Balta Maya“ neben dem Schloss und da wir heute sowieso mal noch essen gehen wollten, steuern wir direkt hinein und fragen nach dem Stellplatz. „Ob wir Strom brauchen“ werden wir gefragt, „Nein“ unsere Antwort, „und die Toilette“ auch wieder nein. Die Serviertochter schaut uns ungläubig an und kann es irgendwie nicht glauben. Also wenn wir kein Strom und keine Toilette brauchen, können wir grad auf dem Parkplatz hier übernachten, dann öffne sie den Stellplatz nicht extra. „Ob wir was essen könnten?“ ist dann unsere Frage: „Sorry, nur bis 18 Uhr“ und wir haben jetzt 17:50 Uhr. Also wieder nichts und da uns der zugewiesene Parkplatz nicht wirklich gefällt, bleiben wir auf unserem Schlossparkplatz stehen und richten uns dort ein. Übrigens auch das einzig andere Restaurant in der Nähe hat geschlossen, so dass Anita wieder kochen darf.

Tja, und jetzt läuft unser Abwaschwasser nicht mehr aus dem Trog. Einfach nichts! Auch mit pusten und drücken bleibt das Wasser im Trog. Und was noch viel mysteriösere ist, unser Abwassertank ist wieder halbvoll Wasser! Von wo kommt denn das nun wieder her? Die Abwasserleitung ist seit dem Schneeabenteuer ja gar nicht mehr mit dem Abwassertank verbunden? Haben die Dusche und der Waschtrog verschiedene Zuläufe in den Grauwassertank? Weiss das jemand? Wenn ja, würde das heissen, dass nur die Leitung des Küchenwaschtroges nicht mehr in den Grauwassertank läuft. Aber da sie nun gar nicht mehr läuft, wo bliebt dann da die Verstopfung? Aber heute ist es zu spät, wir schauen morgen weiter.

Externe Links

Übernachtung

Rundale - Schloss***
frei

hinterer Parkplatz beim Schloss, Stellplatz wäre hier: 56.416576, 24.030155

Koordinaten: 56.414585,24.021677
letzter Besuch: 4.2018

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