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Donegal Irland 2019
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Reisebericht

Wieder unterwegs 12.8.2016

Wir können es doch nicht lassen, ein paar Tage frei und schon sind wir wieder auf Tour.

Aussicht direkt vom Stellplatz

Diesesmal bleiben wir aber in der Schweiz, genauer gesagt, in den Bergen. Wir fuhren nach Saas Fee mitten in den Walliser Alpen umgeben von vielen 4000er. Saas Fee hat hinter dem grossen Parkhaus auf der Talseite einen Womostellplatz, ziemlich aussergewöhnlich für die Schweiz. Wenn man nicht zum Parkhaus schaut, ist die Aussicht grandios, inmitten der Berg- und Gletscherwelt der Alpen. Die Kurtaxe von 7.- pro Person und Nacht ist zwar nicht ohne, aber man kann alle Bergbahnen dafür gratis benutzen. Und das wollen wir richtig ausnützen. Mit diesem Gästepass kann man noch 30.- dazuzahlen, und dann ist auch die "Alpine Metro" inbegriffen. Diese fährt in Europas höchstes Drehrestaurant auf über 3500m.ü.M., nur ein Katzensprung vom leichtest erreichbaren 4000er – Gipfel der Alpen.

Am Sonntag wollen Anita und ich auf diesen Alalin besteigen, so dass auch Anita ihren ersten 4000er feiern kann. Drei Stunden über den Gletscher hoch, 2 Stunden runter und schon kann man wieder etwas abhacken. Wir haben unsere ganze Bergausrüstung im Womo mitgenommen und freuen uns riesig.

Aber heute haben wir vor allem das schmucke Dörfchen besichtigt und fein auswärts gegessen. Mit dem Wetter sollen wir ja Glück haben, morgen und übermorgen schönstes Wetter und heute Nacht sehen wir vielleicht im sternenklaren Himmel die angesagten Sternschnuppen. Mal noch überlegen, was ich mir wüschen könnte…

Übernachtung

Saas Fee - P4***
Stellplatz

ebene Fläche, auch im Winter benützbar, viele Vergünstigungen bei den Bahnen

Koordinaten: 46.110545,7.933497
letzter Besuch: 8.2016

Bergdorf Saas Fee im Wohnmobil 13.8.2016

Nicht viele Schweizer Bergstationen haben einen Stellplatz und heissen die Wohnmobile willkommen, und das auf 1800m.ü.M.

Saas Fee, hier sehr idyllisch

Wir sind nun den zweiten Tag hier und sind so begeistert, dass wir andere Wohnmobilisten daran teilhaben wollen.

Stellplatz

Eingangs Dorf links gibt es für Wohnmobile einen ziemlich grossen Stellplatz. Es ist eine ganz ebene, hartgepresste Wiesenfläche hinter dem grossen Parkhaus. Bei einer Seite wird dadurch die Aussicht begrenzt, aber man sieht trotzdem in die Berge und auf das Tal und die gegenüberliegende Seite, herrlich! Es gibt in einem Container WC’s, Wasseranschlüsse sind auf dem ganzen Platz verstreut, Entsorgungsstelle ist rudimentär aber erfüllt seinen Zweck. Die Stromanschlüsse sind weit verstreut, ein 25m Kabel reicht also nicht überall.

Der Platz ist sonnig, abends geht dann die Sonne wegen den Bergen schon früher unter wie am Meer, aber jetzt im August haben wir Sonne von ca. 8:30 Uhr bis etwa 19 Uhr.

Man hat übrigens auch die Möglichkeit einen der zwei Campingplätze in Saas Grund (2km entfernt) mit den gleichen Leistungen und Vergünstigungen zu benützen.

Kosten

Der Platz kostet offiziell 28.- CHF. Auf dem Tourismusbüro, keine fünf Minuten vom Platz entfernt, kann pro Person und Nacht die Kurtaxen von 7.- bezahlt werden. Für diese Kurtaxen erhält man einiges: zum einen kostet der Platz pro Tag dann nur noch 17.- CHF, zum anderen sind die vielen Bergbahnen und öffentlichen Verkehrsmittel im ganzen Tal gratis eingeschlossen. Nur die „Alpine Metro“ von 3000m auf 3500m. kostet den normalen Preis, ausser man kauft für 36 CHF / pro Person auch noch ein Abo für diese Metro, die man dann für den ganzen Aufenthalt unbeschränkt viele Male benützen darf. Tipp: unbedingt lösen! Das Drehrestaurant inmitten der Gletscherwelt und der Besuch des Eispalastes lohnt sich unbedingt.

Dorf

Es ist ein schmuckes Dörfchen ähnlich wie Zermatt, nur kleiner, familiärer und günstiger. Man findet alles, viele Restaurants, Läden etc., und in 5 Minuten erreichbar, wie auch die Bergbahnen. Das Angebot ist sehr vielfältig und nicht so gesnobbt wie in Zermatt, das ein Paralleltal daneben liegt.

Gegend

Es sind von hier aus einige Viertausender zu besteigen, eher die leichten und wenig gefährlichen. Aber es hat natürlich unzählige 3000er und andere Wandermöglichkeiten. Überhaupt, das Sportangebot ist riesig, von Seilpark, über MTB, Tennis und Golf bis zu Sommerskifahren findet man wirklich fast alles. Einziger Wehrmutstropfen: um das Matterhorn zu sehen muss am einen der 4000er besteigen….

Kinder

Wir haben das Gefühl, es ist ein wahres Kinderparadies: Im Dorf ein lässigen Seilpark (auch für Erwachsene), Hallenbad, Fussballplätze, Tennisplätze, Rodelbahn. Sogar auf 3500m gibt es kleine, ferngesteuerte Pistentbullis zum mieten, Kinderschneetöffs, Kletterpark etc. Mein Herz als Kind hätte da wahre Freudensprünge gemacht.

Organisatorisch

Nicht ganz einfach. Ticket beim Stellplatz, will man Strom, muss man die Garagenverwaltung fragen, die schalten dann den Strom frei und vor Abreise lesen sie ihn auch ab, im Tourismusbüro die Kurtaxen bezahlen, dann erhält man das Billet für die Bergbahnen, das Alpin-Metro-Ticket muss man aber wieder an der Talstation lösen, wo man auch den Eintritt zur Eisgrotte erhält. Aber überall freundliche Leute im breitesten Walliser Deutsch, oder bei Bedarf in Hochdeutsch, Italienisch, französisch oder Englisch.

Externe Links

Übernachtung

Saas Fee - P4***
Stellplatz

ebene Fläche, auch im Winter benützbar, viele Vergünstigungen bei den Bahnen

Koordinaten: 46.110545,7.933497
letzter Besuch: 8.2016

Auf dem Alalinhorn 14.8.2016

Anitas erster 4000er und ein Lawinenniedergang

schon wieder im Abstieg

Um halb sechs Uhr ist in unserem Womo Tagwache. Wechselrichter und Kaffeemaschine einschalten, Kaffee trinken, Bergbekleidung anziehen, Klettergurt anschnallen, Rucksack umhängen und die fünf Minuten zur Bergbahn laufen.

Dort ist alles perfekt Schweizerisch geplant: um 6:15 Uhr dürfen die Akkreditierten Trainer der Ski-Teams die Bergbahn betreten, um 6:20 Uhr die Tourengeher wie wir, um 6:30 Uhr die Skifahrer und ab 7 Uhr die „normalen“ Leute.

40 Minuten später kommen wir bei herrlichstem Wetter auf 3500m an, wir montieren unsere Steigeisen, cremen uns mit Sonnencreme voll und marschieren schliesslich um halb acht los.

Der Schnee ist wegen der kalten Nacht hart gefroren, perfekte Bedienungen also. Rund 20 Minuten später seilen wir uns an, da es ab jetzt über den Gletscher geht. Anita läuft vorne, ich wortlos hinterher. Die Natur macht uns einmal mehr sprachlos, bizarre Eisformationen vor dem knallblauen Himmel, weisser Schnee und weit unten im Tal ein sattes Grün.

Der Aufstieg ist nicht gefährlich, trotzdem ist es besser, wir stolpern nicht, es geht denn schon richtig runter. Schon knapp nach 9 Uhr stehen wir auf dem Gipfel! Was für ein Gefühl! Anita steht zum ersten Mal auf einem 4000er, ich bin mega stolz auf sie. Die Fernsicht ist Gewaltig, Matterhorn, Mont Blanc und wie alle anderen Berge auch heissen. Tausende von Bergspitzen sehen wir!

Im Abstieg kommen uns sehr viele Bergsteiger entgegen, waren wir so früh dran oder diese so spät? Der Schnee wird weicher, das Wetter wärmer und dadurch wegen den Spaltenstürzen auch etwas gefährlicher. Schon um halb elf sind wir wieder unten und wir sehen, dass erst jetzt eine Seilschaft startet. Arg spät dran und ich hätte ein schlechtes Gefühl, bei diesem warmen Wetter noch den Aufstieg unter die Füsse zu nehmen.
Wir machen es uns erstmal im Restaurant gemütlich und essen einen Happen. Danach besichtigen wir noch die Eisgrotte. Echt faszinierend! Leider ist ein Stollen ab der Mitte wegen Lawinengefahr geschlossen, sogar einen Alarmknopf hat es da. Was für ein mulmiges Gefühl. Wir drehen um und plötzlich hinter uns ein riesiges Getöse, das Licht löscht und es wird immer lauter. Alles bricht zusammen und wir rennen wie in Panik dem Ausgang zu. Das Herz ist uns beiden in die Hosen gefallen und hinter uns ein riesiges Gelächter. Andere Besucher haben auf den „Alarmknopf“ gedrückt, und dieser simuliert einen Lawinenniedergang. Wie sollten wir das wissen, dass dies nur Show ist? Na ja, dann haben wir einfach mitgelacht….

Übernachtung

Saas Fee - P4***
Stellplatz

ebene Fläche, auch im Winter benützbar, viele Vergünstigungen bei den Bahnen

Koordinaten: 46.110545,7.933497
letzter Besuch: 8.2016

Geniessen in den Bergen 15.8.2016

Wir tingeln von Bergbahn zu Bergbahn, von Restaurant zu Restaurant

am Faulenzen

Heute hängen wir den Faulen Hund heraus. Morgens sitzen wir an der Sonne unter der Markise und diskutieren, wer nun jetzt das Frühstück macht. Nach kurzer Diskussion entscheiden wir Möglichkeit drei: wir fahren mit der Gästekarte Gratis mit den Gondeln auf 2400m hoch und Frühstücken dort im Berggasthaus.

An der Sonne lassen wir es uns gut gehen und als wir so richtig satt sind, die Bäuche voll, entscheiden wir, auch die Bergbahn wieder hinunter zu nehmen. Als wir unten sind, spazieren durchs Dorf und stehen vor der nächsten Bergbahn. Also wieder hinein und berghoch. Oben machen wir immerhin einen 20minütigen Spaziergang, bevor wir uns in diesem Bergrestaurant wieder etwas bestellen. Wenn schon, dann grad recht.

Die Bäuche sind nun noch voller, und wir können noch weniger runter laufen, also ist wieder Bergbahn angesagt. Um 14 Uhr sind wir beim Womo und total geschafft, also in die Liegestühle und Erholung. Wenn das nicht ein anstrengender Tag war?

Ach ja, die Toilettenkassette haben wir danach auch das erste Mal geleert, noch nie Wasser aufgefüllt oder entleert und auch kein Strom angehängt; und es ist immerhin schon der vierte Tag hier. Wenn das nicht Unabhängigkeit ist?

Übernachtung

Saas Fee - P4***
Stellplatz

ebene Fläche, auch im Winter benützbar, viele Vergünstigungen bei den Bahnen

Koordinaten: 46.110545,7.933497
letzter Besuch: 8.2016

Unser letzter Tag 16.8.2016

Schon sind die freien Tagen wieder zu ende, wie schnell das doch geht!

Aufstiegsroute Weissmies

Zuerst frühstücken wir ein letztes Mal auf dem Stellplatz in Saas Fee. Danach wird zusammen geräumt, Haushalt gemacht und schon sind wir startklar. Bei der Parkingverwaltung Parkgebühren bezahlt inklusive Rabatt von der Gästekarte (Bürgerpass der Freien Ferienrupublik) und schon fahren wir die Bergstrasse Richtung Saas Grund hinunter.

In Saas Grund sehen wir noch die Talstation der Hohsass-Bahn. Schnell das Steuer herumgerissen, Parkplatz angefahren, parkiert und schon sitzen wir auch in dieser Bergbahn. Auch diese ist im Bürgerpass noch inklusive. Natürlich fahren wir bis zuoberst hinauf, auf wieder über 3000m. Von hier geniessen wir den super Ausblick aus dem Restaurant und blicken sehnsüchtig auf die Gletscher und auf die Seilschaften, die den Weissmies besteigen. Wie sieht das gewaltig und grandios aus! Durch den Feldstecher beobachten wir die Aufstiegsroute und kommen schnell zum Schluss: auch diesen 4000er trauen wir uns zu und würden am liebsten gleich losstürmen. Aber er muss noch warten, irgendwann in nächster Zeit werden wir ihn schon noch gut vorbereitet erklimmen.

Danach geht die Fahrt weiter, das Wallis hinauf, im Goms verladen wir durch den Furka auf den Zug, danach durch Andermatt und auf den Oberalp hinauf. Auf der Passhöhe sehen wir viele Wohnmobile stehen und halten dort auch schnell an. Wie wir erfahren, ist dort das freie Stehen und Campieren erlaubt, gut zu wissen. Aber Achtung, auf der Ostseite des Passes ist man wieder im Kanton Graubünden und was fällt da als ersten auf? Ein grosses Schild mit „Campieren verboten“, wie fast überall auf den Alpenpässen im Bündnerland….

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