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Schweden 2018
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Reisebericht

Endlich wieder unterwegs 17.9.2017

Wenn das Weekend zum Arbeitstag wird und wir uns trotzdem freuen

Endlich, endlich sind wir wieder unterwegs. Es geht nach Griechenland und wir freuen uns brutal fest. Die letzten Tage waren hart, Anita arbeitete im Altersheim, ich zu Hause und das bis heute Sonntag um 20 Uhr. Aber man nimmt das natürlich alles gerne in Kauf, wenn man dann um 21 Uhr mit dem Wohnmobil losdüsen kann. Ich kann im Arbeitsstress sein und in Arbeit versinken, aber sobald ich hinter dem Steuer von unserem Knutschi sitze, ist alles wie weg und die Ferienstimmung ist da. Na gut, so weit es eben geht bei strömendem Regen und nicht mal 10 Grad!

Wir sind zwar noch nicht weit gekommen, sind momentan nun auf dem Stellplatz auf dem Ceneri im Tessin. Wir übernachten da und morgen um 7 Uhr geht es weiter nach Ancona, wo wir nach Plan um 17:30 Uhr mit der Fähre loslegen Richtung Griechenland und am Dienstag Vormittag schon dort ankommen. Es soll so richtig schönes Wetter und ganz warm sein, wir lassen uns überraschen.

So, es ist schon spät und darum mache ich hier schon Schluss, mehr morgen vor der Fährabfahrt und dann wieder täglich ab Dienstag von Griechenland.

Tessin bis Ancona 18.9.2017

Bei 25 Grad und Sonnenschein warten wir nun auf die Fähre

Um 7 Uhr fahren wir vom sehr zweckmässigen Stellplatz am Monte Ceneri los Richtung Süden. Es ist Montagmorgen und rund um Mailand stehen wir etwas im Pendlerverkehr fest und verlieren etwa 20 Minuten, ging ja noch sehr gnädig. Ich hatte da mehr Zeitverlust budgetiert. Danach geht es reibungslos weiter und die Fahrt auf den italienischen Autobahnen ist ein weiteres Mal sehr erholsam. Kein weiterer Stau oder andere Behinderungen, weder um Parma noch um Bologna und so kommen wir trotz Pause schon um 13:30 Uhr am Fährterminal an.

Und ich muss sagen, erholter wie auf einer 500km Fahrt durch Deutschland. In Deutschland lasse ich mich stressen von den rücksichtslosen Ignoranten, die meinen, die Autobahn gehört ihnen. Hier geht irgendwie alles gesitteter, na klar, manchmal etwas wild und auf den ersten Blick unorganisiert, aber jeder verhält sich einfach rücksichtsvoller. Ausser einer, aber der hatte eben das D an der Nummer. Ok, ich gib es zu, es sind wahrscheinlich auch meine Vorurteile und ich mag die Deutschen sehr, aber im Strassenverkehr….

Na gut, jetzt zurück nach Ancona. Ab Autobahn (Mautgebühren in Italien auf der gesamten Strecke ca. 35 €) ist der Fährhafen sehr gut beschildert. Zuerst also zum Check-In, um mit der Reservationsnummer die Billets zu holen. Klappt reibungslos und als ich frage, ob wir eventuell das Rückfahrdatum nach hinten verschieben können (wir haben noch 4 Tage mehr Zeit wie ursprünglich gedacht) meint die nette Dame hinter dem Schalter, sie mache uns gleich „open“-Tickets, dann können wir in Griechenland selber wählen, wann wir nach Hause wollen. Ohne Aufpreis oder andere administrative Hindernisse. Das ging ja viel einfacher wie erwartet.

Wir reisen mit den Minoan Lines, und da habe ich bis jetzt eher negatives gehört in Sachen Verspätungen und Sauberkeit. Aber hier am Schalter sehr freundlich und hilfsbereit und die Verspätung von einer Stunde der heutigen Fähre wurde mir per Email schon am Mittag mitgeteilt. Ein Service, auf den ich nicht vorbereitet war….

Jetzt machen wir es uns hier gemütlich, warten auf 17 Uhr, bis wir zum Verladeterminal fahren in die Fähre können und melden uns dann, wenn wir in Griechenland morgen das erste Mal wieder Internetzugriff haben.

Fährüberfahrt Ancona - Igoumenitsa Patras 19.9.2017

Mit der Minoan-Lines (Grimaldi) nach Griechenland

Buchung

Über die Website der Mineon-Lines flog ich immer wieder raus, darum habe ich dann über den Fährenbuchungsdienst direktferries.com gebucht. Die Preise sind auf beiden Websiten mehr oder weniger identisch.

Bei den Minoan-Lines gibt es kein klassisches Camping an Board, sondern Camping all Inklusive, d.H. man darf zwar nicht im Wohnmobil bleiben und übernachten, bekommt aber für den Preis einer Decküberfahrt eine Kabine zum übernachten, Strom für das Wohnmobil auf der Fähre und auf alle Konsumentationen auf der Überfahrt 30%. In Theorie und gemäss Prospekt. In der Praxis sieht es aber so aus, dass man sich um den Stromanschluss selber kümmern muss, die Womos werden einfach so geladen, wie es gerade kommt und steht man dann in der Nähe einer Steckdose und hat ein genügend langes Kabel dabei, darf man einstecken. Das Personal ist sehr freundlich und man könnte also auch einstecken und fragen, wenn man kein Camping all inklusive gebucht hat. Der schnellere ist der Glücklichere. Auch mit den 30% auf die Konsumentationen haben wir nicht wirklich durchschaut, wo die zählen und wo nicht. An den Bars zählen sie meistens nicht, wahrscheinlich im à la Carte Restaurant schon.

Einchecken

Bevor man aber auf dem Schiff ist, muss man sich im Fährhafen Ancona zuerst einchecken. Es ist ab Autobahn sehr gut beschrieben und man kann eigentlich nichts falsch machen. Erst ganz kurz vor dem Ziel an einem Kreisel unter einer Brücke muss man etwas aufpassen. Check-In und Embargo haben verschiedene Abzweigungen, zuerst muss man zum Check-In. Grosser Parkplatz, kleines Restaurant, freundlicher Service. Mit der Buchungsnummer der Internetreservation bekommt man das Hin- und Retourbillet ausgestellt. Wir fragten, ob wir die Zurückfahrt eventuell auf ein anderes Datum legen können und so stellte uns die Dame kurzerhand ohne Mehrkosten in Open-Ticket aus, so dass wir uns in Griechenland telefonisch beim Hafen melden können, wann wir denn zurück wollen. Dieser Service hätte auf dem Web rund 100 € gekostet und hier einfach so für lau.

Wir haben etwa fünf Stunden vor der planmässigen Abfahrt ein SMS erhalten, dass die Fähre eine Stunde Verspätung hat, schlussendlich wurden aber zwei. Mit dem Womo ja kein Problem, aber anscheinend typisch für die Minoan-Lines, die immer etwas zu spät sind und Verspätungen nicht mehr aufholen können (das lasen wir auf dem Web, unsere Fähre hat die Verspätung fast ganz aufgeholt...).

Beladung

Am Fährhafen selber wird man je nach Zielhafen, Patras oder Igoumenitsa, in die richtige Parkschlange eingewiesen. Die mit Zielhafen Igoumenitsa stehen direkt am Wasser, können die Campingstühle herausnehmen und es sich gemütlich machen, zuschauen, wie die Fähre hereinfährt, wie sie entladen und wieder beladen wird. Da wir die Fähre am ersten Zwischenhalt verlassen müssen, dürfen wir erst ganz am Schluss hinein, das heisst, mehr als zwei Stunden nach Ankunft der Fähre fahren wir in deren grossen Bauch, der schon gefüllt ist. Drinnen muss man dann etwas rangieren und die Womos noch drehen, damit wir in Griechenland sofort wieder rausfahren können. Die Anweisungen der italienischen Parkchefs sollte man unbedingt befolgen, auch wenn nicht alle der gleichen Meinung sind und es auch einfacher gehen würde…

Überfahrt

Das Schiff ist riesig und ziemlich modern. Der Deckbereich mit der Bar und Pool ist echt schön gemacht, die schönste Fähre bisher auf all unseren Reisen. Es hat auch genügend Stühle und Sitzgelegenheiten, drinnen wie auch draussen. Das Angebot an Restaurants, Läden und Unterhaltung ist ähnlich wie auf andern Fähren, aber ob man es braucht, ist jedem selber überlassen.

Wir haben an der Poolbar ein Gyros gegessen, das echt lecker war, auch wenn es auf Plastiktellern daherkam. Quasi ein Kebab auf Teller mit frischen Tomaten, leckerer Sauce, Zwiebeln und anderen Zutaten. Wirklich echt gut.

Die Kabine beim Camping all inklusive sind natürlich Kabinen der günstigsten Kategorie, Innen und damit ohne Fenster, Klappbetten und klein. So wie die Standartkabinen auf jeder Fähre aussehen. Wir buchten die Juniorsuite, das leisten wir uns jeweils auf den meisten Fähren, normale Doppelbetten, grosses Fenster, hell und einfach viel mehr Raumgefühl. Damit hat Anita ihre Seekrankheit viel besser im Griff und übersteht die Überfahrten jeweils problemlos.

Wir hatten eine ruhiger Seegang und das Schaukeln war kaum wahrnehmbar, während der Nacht war es in der Kabine erstaunlich ruhig nur die Dieselmotoren waren glaub nicht ganz synchron, das ganze Schiff zitterte jeweils im Rhythmus von 40 Sekunden wenig, fest, wenig, gar nicht. Da wären vielleicht mal ein paar Tausend Liter Schmieröl notwendig…

Morgens fährt man der albanischen Küste entlang und hat da schon Handyempfang vom Festland. Dadurch wird es viel günstiger, als wenn man ins Internet oder telefonieren muss mit dem Hochsee-Mobile-Netz der Fähre.

Fazit

Auch wenn die Minoan-Lines nicht den allerbesten Ruf haben, wir waren vom Service und vom Angebot überrascht. Für Hin- und Rückfahrt mit Wohnmobil und Juniorsuite habe wir insgesamt ca. 1100€ bezahlt, für 32 Stunden auf See ein annehmbarer Preis. Die Juniorsuites kosteten insgesamt 418€ für zwei Personen auf beiden Fahrten. Alles zusammen gefiel es uns besser wie die Fähre nach Sardinien, aber an den Service, Verpflegung und Preis nach Newcastle (Holland – England/Schottland) kam es dennoch nicht ganz heran.

Wir sind in Griechenland und schon verliebt 19.9.2017

Einfach nur begeistert, und nicht nur über das Wetter mit 29 Grad und Sonnenschein.

Vikos-Schlucht

Wir sind schnell runter von der Fähre, da nicht so viele Fahrzeuge hier in Igoumenitsa aussteigen und fahren nach dem Zoll direkt zum Check-in, denn ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich klappt mit der Umbuchung der Rückfahrt. Keine fünf Minuten später ist alles erledigt, unsere Rückfahrt ist nun erst am 7. Oktober. Dass alles so reibungslos klappt begeistert uns natürlich sehr, auch das Wetter begeistert uns, 29 Grad, einfach nur perfekt, kein Vergleich zur nasskalten Witterung zu Hause.

Schnell sind wir danach auf der Autobahn, super ausgebaut, alle paar Kilometer mal ein Auto und quer durch das Gebirge. Ich wusste echt nicht, dass Griechenland so bergig ist. Und die Gegend einfach sensationell und bei der ersten Mautstation eine bildhübsche griechische Kassiererin, ich habe mich sofort verliebt (nicht in die Kassiererin, sondern ins Land). Auch Anita ist begeistert und wir wissen jetzt schon, dass die Verlängerung der Reise richtig war.

Als wir nach einiger Zeit in das erste kleine Städtchen kommen, finden wir zwischen all den Tankstellen der grossen Ölfirmen eine kleine, alte griechische Zapfsäule. Wir halten dort und ein alter Grieche kommt sofort herausgeeilt und füllt unseren Tank mit einem grossen Lächeln. Es passen genau 99 Liter rein und er kassiert 125 €, er redet auf uns ein, lacht und verabschiedet uns überschwenglich. Wahrscheinlich hat er nun das Geschäft des Tages gemacht, aber wir mögen es ihm von Herzen gönnen, denn dort bleibt sicher etwas vom Geld im eigenen Lande.

Wir fahren weiter quer durch die Berge, immer dem Navi nach, wo wir einen Aussichtspunkt der Vikos-Schlucht programmiert haben. Irgendwo in der Pampa sehe wir plötzlich eine etwa 10m grosse Frauenstatue, natürlich stoppen wir dort und machen eine Pause. Auf dem ganzen weg finden wir nicht einen einzigen kleinen Supermarkt, wo wir unseren leeren Kühlschrank füllen könnten. Im letzten kleinen Ort vor dem Aussichtspunkt kaufen wir dann in einem Souveniershop etwas Joghurt (eigentlich wollten wir Butter) und ein paar Getränke, dazu ein Baklavas (wie sich später herausstellt, eine wirklich leckere Süssspeise) aber ich muss dann mal noch googeln, was das genau ist.

Um 15 Uhr kommen wir auf dem sehr kleinen Parkplatz an dem Aussichtspunkt an und die Sicht über die Schlucht ist überwältigend. Es soll die tiefste Schlucht Weltweit sein, wenn man das Verhältnis zur Breite oben (1100m) und Tiefe (900m) im Verhältnis setzt. Tiefer wie der Grand Canyon. Wow, wir sind am richtigen Ort gelandet!

Wir werden heute Nacht hier schlafen, denn ein Nachtfoto über die Schlucht und Sternenhimmel müsste grandios werden.

So, die erste Ernüchterung habe ich nun hinter mir, die heutigen Fotos sind alle für die Katz, d.H. ich hatte keine Speicherkarte im Fotoapparat und alle Fotos von heute Vormittag und der Reise bis bis zur Ankunft in der Schlucht wurden ins Nirwana gespeichert…. grrrrrrr

Übernachtung

Monodendri - Vicos Gorge***
frei

kleiner Parkplatz, in der Hochsaison tagsüber nicht zu empfehlen

Koordinaten: 39.906572,20.751722
letzter Besuch: 9.2017

Die Klöster von Meteora 20.9.2017

Die Sandsteinformationen in Meteora sind eindrücklicher, wie sie auf den Fotos aussehen.

Nach einer sehr ruhigen Nacht auf dem kleinen Parkplatz der Viko-Schlucht müssen wir nun den ganzen Berg die Sackgass-Strasse wieder zurück.

Steinformationen in der Nähe der Vikos-Schlucht

Auch bei der Statue der Frau (Denkmal der Pardos Frauen von Zagoria) kommen wir wieder vorbei und können noch die Fotos von gestern nachholen, die nicht gespeichert werden konnten.

Denkmal der Pardos Frauen von Zagoria

In der nächst grösseren Ortschaft finden wir dann auch ein Tante-Emma-Lädeli, wo wir unsere Vorräte endlich auffüllen können. Endlich ist unser Kühlschrank nicht mehr gähnend leer und es lohnt sich, ihn sogar einzuschalten. Das Wetter ist zum Teil bewölkt, aber dennoch um die 26 Grad warm.

Die Fahrt geht im Landesinneren Richtung Süden, ein Berg am andern, wunderschön und ganz einsam. Selten kreuzen wir mal ein Auto oder haben eines hinter uns. Die Strassen sind zum Teil super, zum Teil auch sehr holprig, aber immer kommt eine Kurve an der anderen. Zwischendurch machen wir auch mal Pause auf einer der vielen Freistehmöglichkeiten, wenn es dann erlaubt wäre. Aber ganz ehrlich, ich hätte hier keine Mühe, trotzdem mit guten Gewissen frei zu stehen. Was aber bedenklich ist, an jeder Parkbucht liegt einfach viel Abfall. Richtig Schweinisch! Das ist so schade für das schöne Land und ich bin mir ganz sicher, der Abfall wird nicht von den ausländischen Touristen weggeworfen, denn hier kommen ja sehr wenige überhaupt durch.

Nach 130km Fahrt über kurvige Strassen fahren kommen wir in Meteora an und echt, es haut uns fast vom Sitz! Unglaubliche Felsformationen, viel Grösser wie erwartet, sehen wir schon von Weitem! Auf so einen Anblick waren wir nun echt nicht gefasst! Als wir das Städtchen durchqeuert haben folgen wir der Strasse berghoch durch diese Sandsteintürme. Atemberaubend!

Wir beschliessen, ganz nach oben zu den Klöstern weiter zu fahren.

Da gibt es nun schon noch viele Busse mit Touristen und alleine ist man da nicht. Die Klöster thronen auf den Spitzen dieser Sandsteintürme und sehen eindrücklich aus. Aber ganz ehrlich, wir sind von den Felstürmen und der Landschaft viel beeindruckter, wie von den Klöstern selber. Und das Ganze sieht von der unteren Seite des Städtchens imposanter aus wie von oben bei den Klöstern. Nur unten kann man nicht so gute Fotos machen, denn ein Stromkabel am andern, ein Hausdach am andern verhinderte leider eine freie Sicht. Aber es ist echt kein Wunder, dass dieses Gebiet ein UNESCO-Weltkulturerbe ist und daher freies Camping streng verboten, übrigens auch das Übernachten auf den Parkplätzen.

eindrücklich

Nachdem wir unsere Kinnladen wieder schliessen konnten, fahren wir Richtung Städtchen hinunter und halten direkt bei den ersten Häusern beim Camping „The Cave“. Ein kleiner Campingplatz mit Pool, Sicht auf einige Steintürme, unter Bäumen am Schatten und beim Preis inbegriffen ist ein Kaffee und ein Frappée. Vis-à-vis über der Strasse ein griechisches Restaurant mit grossem Grill und Gartenterasse. Was will man mehr?
Ok, das kleine Santärgebäude inklusive Installation ist nach griechischer antiker Art, die Schuko- oder CEE-Stecker passen nicht in die Stromstecker, aber wen stört das schon?

Ach ja, die Nachtfotos gestern von der Schlucht wurden nicht wirklich gut, es zogen plötzlich Wolken auf. Und meine Fotos heute wurden noch mit den Nachteinstellungen gemacht, darum auch heute nur die Fotos brauchbar, die Anita gemacht hatte… Schon den zweiten Tag in Folge, wo mir meine Fotos nichts bringen und einmal mehr rettet mich meine holde Kunigunde…

Übernachtung

Kastraki - Camping The Cave****
Camping

mit schönem und sauberen Pool, ältere Sanitärgebäude

Koordinaten: 39.719942,21.619668
letzter Besuch: 9.2017

Das Orakel von Δελφοι 21.9.2017

Ein langer Tag geht glücklich zu Ende und wir haben wieder viel Neues gesehen.

das Orakel

Beginnen tut er für mich aber sehr früh. Um 6 Uhr stehe ich auf, fasse Fotoausrüstung, Stirnlampe und Fahrrad und mache mich auf den Weg, die 5km berghoch zu den Klöstern. Ich will dort den Sonnenaufgang einfangen.

Die Fahrt durch die dunkle Nacht, vorbei an den schwarzen Felsen und Millionen von glitzernden Sternen lohnt sich nur schon wegen diesem Erlebnis. Verschwitzt komme ich eine halbe Stunde später auf „meinem“ Aussichtspunkt an und schiesse Fotos bis es taghell ist und die Sonne am Himmel steht. Da habe ich bestimmt einige gute Fotos im Kasten. Die rasante Abfahrt danach zum Campingplatz ist viel zu schnell vorbei…

Vor Sonnenaufgang

Wir machen unser Knutschi abfahrbereit, bezahlen den Campingplatz, trinken noch einen griechischen Kaffee und weiter geht’s. Nochmals an den Felsen und den Klöstern vorbei und dann endlich einmal in der Ebene einfach nur geradeaus. Die Strasse ist vierspurig, bezahlt von der EU, ziemlich neu, ohne Verkehr, das hätte man sicher auch günstiger lösen können, denn vierspurig müsste die ganz bestimmt nicht sein.

Wir cruisen ganz entspannt in den Mittag hinein, holen gemäss Navi auf den 230km zwei Stunden auf. Die Strassen bleiben super, der Verkehr ist inexistent und nur die Berge beginnen wieder. Wir überqueren schätzungsweise fünf Hügelzüge und dann sehen wir den ersten Wegweiser nach Delphi. Wieder berghoch, inzwischen hat sich die Landschaft geändert und die Baumwollfelder weichen Zypressen und Olivenbäumen.

Anfahrt bei Delphi

Kurz vor der Ortschaft passieren wir unseren anvisierten Campingplatz, allerdings fahren wir die drei Kilometer bis zum alten Delphi grad auch noch. Dank des Orakels und Phytia, die die Weissagungsprüche von sich gab und den geschäftstüchtigen Priestern, die das ganze interpretierten, war Delphi vor 3000 Jahren die wichtigste Stadt der Antike. Heute ist nicht mehr viel davon übrig, die Strasse ist eng durchs Dorf, Touristenläden halten die heimische Bevölkerung am Leben und bei den wenigen Parkplätzen finden wir mit unserem Womo direkt vor dem Eingang der Altertumsstätte einen Platz.

Die 24 € Eintritt für zwei Personen sind schnell bezahlt und dann marschieren wir am Tempel des Apollo vorbei, bestaunen das Amphitheater und laufen ganz hoch zum Stadion. Es ist imposant, aber halt doch nur alte Steine die irgendwie herumliegen und ein paar alte Säulen. Der Wow-Effekt bleibt aus, auch weil keine Infos auf Deutsch vorhanden sind. Es wäre sicher interessanter mit einem Beschrieb wo man etwas verstehen würde. Irgendwie haben wir danach auch keine Lust mehr, ins Museum zu gehen, auch wenn wir den Eintritt schon bezahlt haben. Wir haben Durst und eine trockene Kehle.

Tempel des Apollo

Mit dem Womo fahren wir etwa 400m weiter, parkieren erneut und besichtigen noch die alte Universität, die heutzutage das Bild des Orakels verkörpert. Das haben wir auch schnell gesehen und um 15 Uhr sind wir im Womo und werweissen, wie es heute weiter gehen soll. Wir entschliessen, im nächsten Dorf etwas einzukaufen, einen Bancomaten zu suchen, denn unser Bargeld ist alle und hier in Griechenland konnten wir bis jetzt noch nicht wirklich viel mit Kreditkarte bezahlen.

Es wird dann auch noch in einem kleinen Restaurant ein Greek-Burger, so dass wir nach den Souvlaki und Tzatziki gestern wieder nicht kochen müssen. Wir fahren also noch ein Stück weiter und suchen uns irgendwo in der Pampa an einer Nebenstrasse ein ruhiges Plätzchen zum Übernachten. Der Sonnuntergang ist magisch rot und wir können uns da einfach nicht sattsehen, so dass der heutige Eintrag etwas später kommt wie normal…

heutiges Abendrot

Alles in allem wieder ein super Tag und Griechenland ist wirklich ein tolles Womo-Land mit extrem freundlicher Bevölkerung!

Übernachtung

Erithron - Strassenrand**
frei

am Rand der Strasse

Koordinaten: 38.269471,23.121981
letzter Besuch: 9.2017

Kanal von Korinth 22.9.2017

Bei Besuch von Freunden und doch noch eine Bootsfahrt durch den Kanal

Kanal von Korinth

Wir erwachen gut ausgeschlafen und sind nach dem Duschen relativ schnell reisefertig. Ziel für Heute ist der Kanal von Korinth, wo wir mit unseren Freunden gegen Mittag eine Verabredung haben. Das Navi zeigt schmale Strassen und viele Kurven an und wir sind so auf eine längere Autofahrt eingestellt. Es beginnt wirklich schmal und holperig, aber schon nach wenigen Kilometern sind wir dennoch auf einer neuen Hauptstrasse, die gut ausgebaut ist.

Wir sehen sogar einen kleinen Supermarkt, ich glaube, den ersten, seit wir in Griechenland sind. Da wir so gut vorangekommen sind, haben wir noch Zeit, einen Einkauf zu machen und kämpfen ein bisschen damit, die Früchte und das Gemüse richtig abzuwägen und zu etikettieren. Gar nicht so einfach, wenn alles nur mit dem griechischen Alphabet angeschrieben ist. Die freundliche Kassiererin hilft uns dann dabei und so ist etwas später alles bezahlt und verladen.

Mittags kommen wir pünktlich auf dem abgemachten Campingplatz an und finden die „Ossis“ auch sofort! Wir haben Julia und Peter vor ziemlich genau zwei Jahren auf einem Stellplatz in Kroatien kennengelernt und sind seither immer irgendwie in Kontakt geblieben. Wir haben uns wirklich auf dieses Treffen gefreut und sind schon wenige Minuten nach der Ankunft bei ihnen am Tisch und tauschen unsere Neuigkeiten aus.

Wir wollen alle den Kanal von Korinth sehen und darum spaziere ich etwas später zur Reception, um zu fragen, ob eine Bootsfahrt durch diesen Kanal möglich ist. Die Dame telefoniert sofort mit einem Bruder, Cousin oder Kollege, denn so genau habe ich es nicht verstanden und sie erklärt mir danach, dass morgen um 16 oder 17 Uhr ein Boot fahren würde, wir müssen aber morgen um 14 Uhr nochmals nachfragen, wann es nun genau ablegen werde.

Irgendwie befriedigt mich diese Auskunft nicht, im Internet finde ich aber auch keine präzisieren Angaben. Also schnappe ich mir mein Fahrrad und will die 4 Kilometer zum Kanal fahren, eventuell finde ich dort genauere Infos. Ist ja klar, dass mich Anita nicht alleine gehen lassen will und unsere Freunde fragen auch zaghaft, ob sie eventuell mitkommen dürfen. Ist ja klar, und nur wenige Minuten später fahren wir zu viert Richtung Kanal. Wir haben es ziemlich Lustig und finden auch sofort die Einfahrt zu diesem Kanal, der die Halbinsel Peleponnes zur Insel macht. Gleichzeitig sehen wir aber auch ein Ausflugschiff, dass gerade Passagiere aus einem Bus zu sich einsteigen lässt. Ich frage einen Angestellten dort, ob das Schiff eventuell durch den Kanal fährt und ob wir da zu viert auch mitfahren könnten. Er bejaht und wir sind uns schnell handelseinig. Pro Person 20 € und wir dürfen mit, wenn wir uns beeilen. Sogar unsere Fahrräder dürfen mit aufs Schiff und so legen wir schon gegen 16 Uhr für die Fahrt durch den Kanal ab. Hatten wir wieder ein Dussel, dass wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind! Später erfahren wir, dass dieses Touristenschiff jeden Tag um 16 Uhr ablegt.

Die Fahrt durch dieses Bauwerk ist wirklich eindrücklich. Gleich zu Beginn wird die Brücke für die Schiffspassage nicht etwa angehoben oder weggeschwenkt, nein sie wird kurzerhand unter Wasser gelassen, damit die Schiffe darüber fahren können. Sind alle Schiffe durch, wird sie wieder angehoben und die Autos fahren wieder über die Brücke!

Der gesamte Kanal ist rund 6km lang und etwa 80m tief in den Felsen gehauen, es sieht also ziemlich eindrücklich aus und ist ein Erlebnis. Knapp eine Stunde später sind wir wieder beim Ausgangspunkt und erspähen ein Restaurant auf der anderen Seite an der Sonne. Nun ist aber die versenkbare Brücke unter Wasser und wir müssen warten, bis die Schiffe alle aus dem Kanal sind. Nach langen 25 Minuten hebt sich die Brücke wieder und wir können mit unseren Fahrrädern endlich darüber. Allerdings ist es ratsam zu laufen und die Räder zu stossen, die Fahrstreifen der Brücke sind nämlich aus Holz und so glatt und nass, dass man leicht ausrutschen kann.

An der Sonne bei 26 Grad lassen wir uns eine Moussaka auf der Zunge vergehen und nach einem Ouzo machen wir uns bei eingehender Dunkelheit und noch lustiger auf die Heimfahrt. Ist ja klar, dass wir danach vor dem Campingplatz noch einen Absackerl nehmen müssen und so sind wir dann nach langen Gesprächen und noch lustiger erst gegen Mitternacht beim Wohnmobil.

Ich schreibe nun den Blogg, Anita muss noch einen Teil des Essens (oder der Getränke) auf gleichem Weg wie sie hineingekommen sind, in die Toilette entleeren und ich weiss jetzt schon, dass es für sie morgen früh ein ziemlich hartes Erwachen geben wird! Kopfweh lässt grüssen. Aber der ganze Nachmittag und Abend war sehr schön und wir sind jetzt schon halbe Griechen, lieber das Leben lieben und leben lassen, wie zu arbeiten…. War das jetzt von Sokrates oder von mir?

Übernachtung

Korinthos - Isthmia Beach***
Camping

direkt am Meer, sauber, freundlich, Kiesstrand

Koordinaten: 37.890870,23.006714
letzter Besuch: 9.2017

Das Theater von Epidauros und perfekter Freistehplatz 23.9.2017

Einmal mehr sind wir von Griechenland beeindruckt und geniessen nun sogar ein Freistehplatz direkt am Meer

Das Amphitheater von Epidauros

Morgens laufen wir etwas gemächlicher an wie sonst, da es gestern doch etwas gar spät geworden ist. Wir frühstücken mit unseren Freunden und versorgen uns gegenseitig noch mit Tipps für die Weiterreise. Für Julia und Peter geht es Richtung Norden, für uns in den Süden.

Unser heutiges Ziel ist das antike Theater von Epidauros. Es ist das besterhaltene Amphitheater Griechenlands, oder besser gesagt, der ganzen Welt. Schon die Anfahrt dem Meer entlang und am Schluss noch etwas über die Berge ist die Fahrt wert, super Strassen, super Landschaft und auch hier kein Verkehr.

Der Parkplatz ist riesig als wir in Epidauros ankommen und so stellen wir unser Womo etwas in den Schatten. Danach schlendern wir zum Eingang und sind echt erstaunt, statt 12 € Eintritt ist heute Nulltarif. Das letzte Weekend im September ist gratis, was für ein Dussel wir wieder haben. Es gibt noch ein paar andere Daten mit freiem Eintritt, aber warum machen das die Griechen wohl? Weiss dass jemand?

Danach, als wir das Amphitheater sehen, bleibt uns wirklich die Spucke weg! Es ist genau so, wie man sich so ein Amphitheater vorstellt, und es ist riesig, 12‘000 Personen haben Sitzplätze und es ist weit über 2000 Jahre alt! Was für ein Bauwerk. Und erst die Akustik! Ein beliebter Test ist das fallenlassen einer Münze im Zentrum und dieses soll man bis in die oberste Reihe hören können (wir haben 54 Reihen gezählt) und tatsächlich, wir hören die fallengelassene Münze eines Touristen in der obersten Reihe sitzend, es ist also kein Witz. Kurz darauf beginnt eine asiatische Touristin ein Lied zu singen und was für ein Ton, was für ein Klang! Als sie fertig ist, applaudieren alle gebannt zuhörenden Anwesenden im ganzen Theater! Der Asiatin ist das etwas peinlich, aber sie darf stolz auf sich sein.

eine Schauspielerin

Aber man muss auch sagen, für das, dass es heute freien Eintritt hat, haben sich echt wenige Besucher nach Epidauros verlaufen, obwohl der Besuch dieses Theaters auf einer Griechenlandreise ein unbedingtes Muss ist, finden wir jedenfalls.

Das Tehater von unten

Wir können fast nicht genug von dieser mythischen Stimmung aufsaugen, schlendern aber irgendwann dann doch wieder zum Ausgang zurück und kaufen uns dort noch ein leckeres Eis. Danach fahren wir die 20 Kilometer bis zum südlichen Strand von Nafplio, dort soll es einen Stellplatz direkt am Meer geben.

Wir finden diesen sehr schönen Ort problemlos, aber Stellplatz ist schon etwas gar geblufft, es ist wohl eher ein ausgewiesener Freistehplatz! Für uns ja noch viel besser, wir stehen unter Palmen, direkt am Strand mit Meeresrauschen. Man könnte es nicht schöner haben!

direkt am Meer

Wir sind einfach nur glücklich und dankbar, dass wir so etwas erleben dürfen!

Heute Abend werden wir am Strand grillen, aufs Meer hinausschauen, philosophieren, etwas schwimmen und wie die Griechen, einfach nichts tun…

Unsere Übernachtungsbucht von oben

Externe Links

Übernachtung

Nafplio - Karathona****
frei

direkt am Naturstrand, Restaurant in der Nähe

Koordinaten: 37.546911,22.819484
letzter Besuch: 9.2017

Erholung in Nafplio 24.9.2017

Ich habe nun endlich Badehosen und kann das Meer geniessen

Der Kaffee ist bald bereit

Bis jetzt reisten wir jeden Tag ein Stückchen weiter, aber weil Sonntag ist und wir einen schönen Platz am Meer haben, beschliessen wir, uns heute einfach nur zu erholen.

Frühstücken

Das Meer ist spiegelglatt und ganz ruhig, und sogar die Temperatur sagt mir zu und das will etwas heissen, ich bin ein Warmduscher… Allerdings merke ich, dass meine holde Kunigunde mir die Badehosen nicht eingepackt hat. Was für ein Debakel, oder hätte ich das selber machen müssen?

Also fahren wir mit dem Fahrrad die etwa 3 Kilometer alles sehr schön auf einem Gehweg dem Meer entlang nach Nafplio. Die Fahrt ist echt wunderschön und auch zu Fuss locker zu machen. Wir passieren drei kleinere Buchten, zwei Megajachten und dann sind wir auf der Hafenpromenade des Städtchens.

Fahrradtour

Endlich ist mal etwas los! Die Restaurants sind ziemlich voll, Kinder spielen überall, Läden haben geöffnet und die Griechen quatschen alle miteinander, und nicht gerade leise. Bis jetzt war ja immer alles leer, die Läden zu 90%, die Strassen zu 95%, die Sehenswürdigkeiten zu 80%. Wir sind wieder unter Leuten und geniessen den Rummel irgendwie. Ich finde sogar noch tolle, knackige, leuchtgrüne Badehosen, auch Anita kauft ein etwas dezenteres Stück und wir lassen es uns in einem Strassencaffee gut gehen.

Nafplio

Die Heimfahrt geniessen wir wieder und kaum zu Hause sind wir im Wasser. Das Meer ist nun etwas rauer, also das heisst, normal, es windet ein wenig und die Sonne brennt dadurch grad nicht so heiss. Wir haben am Schatten 26 Grad, also perfekt.

Der Stellplatz ist übrigens von vielen griechischen, älteren Wohnmobilen belegt, was heisst viele, vielleicht sind wir insgesamt etwa 10 Womos hier. Sie kommen fast alle aus Athen, verbringen hier das Weekend und werden heute Abend wieder nach Hause fahren. Danach werden nur noch die Ausländer hier sein, ein Holländer und vorhin kamen noch zwei Deutsche. Es läuft also alles ziemlich ruhig ab. Sogar die Polizei machte heute mal noch eine Runde auf dem Platz und schaute nach dem Rechten. Es ist hier übrigens erstaunlich sauber, keine rumliegenden Flaschen oder Plastiksäcke, so wie entlang der Strassen…

Man kann es hier echt gut haben und wir geniessen es einfach nur. Allerdings muss ich dann heute mal noch auf das Dach, die Stromzufuhr meines Trackers funktioniert irgendwie nicht mehr und dann gehe ich vorsorglich mal noch die Batterien tauschen, nicht, dass ich dann nicht mehr nachschauen kann, wo wir jetzt schon überall durchgefahren sind.

 

Übernachtung

Nafplio - Karathona****
frei

direkt am Naturstrand, Restaurant in der Nähe

Koordinaten: 37.546911,22.819484
letzter Besuch: 9.2017

Nervenkitzel und kalter Schweiss 25.9.2017

Wir kommen ganz knapp durch das Dorf Leonidion, aber ein paar cm enger, und wir wären steckengeblieben.

dem Meer entlang

Während unserem kleinen Frühstück um 8 Uhr (die Griechen hätten aber schon 9) fährt ein Kreuzfahrtschiff vor unserem Strand Richtung Nafplio. Das ist unser Zeichen, um aufzubrechen, denn wir werden die heutige Nacht auf einem Campingplatz verbringen, damit wir unsere Toilette entleeren und frisches Wasser füllen können.

Die Strasse führt herrlich in südlicher Richtung immer dem Meer entlang, ein gewaltiger Ausblick nach dem anderen eröffnet uns und wir stoppen verschiedene Male, um das in Fotos festzuhalten.

In Leonidion müssen wir nach rechts abbiegen in die Berge, denn wir wollen den Pass nach Kosmas fahren und das dortige Kloster am Felsen besichtigen. Die Strasse wird ziemlich eng im kleinen Dörfchen, vor uns fahren zwei französische Womos und wir kämpfen uns zu Dritt durch die engen Gassen von Leonidion. Es entsteht ein kleineres Verkehrschaos, aber die Griechen nehmen es sehr locker, auch wenn man sich schon lange nicht mehr kreuzen kann. An einer Engstelle winkt uns dann ein Grieche nach links, dort unten sei die Strasse breiter. Stimmt, schon nach 150m geht es wieder reibungslos. Die französischen Womos vor uns stoppen auf einem Parkplatz, deren Frauen haben wahrscheinlich den Markt über dem Fluss erspäht. Wir folgen der Strasse noch 200m bis uns eine Baustelle stoppt und die Umleitung rechts steil den Berg hoch angezeigt ist. Kann das stimmen? Es ist verdammt steil und verdammt schmal! Uns bleibt aber nichts anderes übrig und wir kämpfen uns im Schritttempo hoch. Nach zweihundert Metern mit eingeklappten Spiegeln kommen wir auf eine andere Strasse, wo wir uns links halten sollten. Allerdings der Übergang von der 15% Steigung auf die ebene Querstrasse ist viel zu apruppt, da können wir niemals nach Links ohne irgendwo aufzusitzen und unsere Abwasserleitung oder den Abwassertank aufzuschlitzen. Also fahren wir irgendwie schräg nach rechts und dann drehen wir unser Womo 50m weiter in einer noch steileren Querstrasse. Nach einigen Versuchen schaut dann das Womo wieder in die richtige Richtung, ohne hinten aufzusetzten ging es aber nicht. Aber nix passiert. 200m später geht es wieder links steil hinunter und jetzt kommen sogar zwei Autos als Gegenverkehr. Ich weiss nicht wie, aber wir kommen irgendwie aneinander vorbei, obwohl wir fast auf den Sitzplatz eines Hauses fahren müssen.

Wieder hunter Meter weiter kommt die letzte Kurve der Umleitung, wir sollten wieder auf die normale Strasse einbiegen. Nur wie ist das möglich? Die Kreuzung hat 90 Grad, links und Rechts Mauern, die etwa 2m hoch sind und die Strassenbreite beträgt 3m. Ich steige aus und begutachte das Ganze, ich habe echt starke Zweifel, ob ich diese Kurve irgendwie erwischen kann. Allerdings retour zu fahren, ist absolut keine Alternative und unmöglich!

so friedlich sieht Leonidion aus

Es geht jetzt nicht mehr um cm, es sind mm, Anita weist mich draussen an und ich steure und lenke wie ein wilder, bei jedem Versuch geht es ein paar cm weiter um die Ecke und nach ca. 15 mal vor und zurück ist es echt geschafft. Ohne Kratzer und auch die Markise hat am Hausdach nicht gestreift!

Ich bin bachnass vor Schweiss, aber auch etwas stolz. Mit unserem 7.48m langen Womo war das echt am Limit, mit 7.50m wären wir steckengeblieben… Die französichen Womos sehen wir danach den ganzen Tag nicht mehr, die mussten bestimmt umdrehen. Durch die ganze Aufregung und den Fahrstress vergassen wir, Fotos zu machen, was ich nun echt bereue!

Auf der Bergstrecke kommen uns danach noch einige Womos entgegen, eines sogar mit Anhänger. Ich bin mir echt sicher, dass die dort niemals durchkommen und entweder warten, bis die Baustelle abgebaut ist oder sie müssen den ganzen Weg (ca. 40km) zurück.

Egal, wir haben es geschafft und geniessen den bergigen Pass, bis wir beim Kloster sind. Natürlich machen wir einen Besuch im Innern, ziehen uns extra noch lange Hosen an und Anita bedeckt sich die Schultern, so wie es vorgegeben ist. Das Kloster ist ziemlich klein, aber sehenswert.

Das Kloster in den Berg gehauen

Die Fahrt ist wunderschön und in Kosmas, das wahrscheinlich jeder Wohnmobilist kennt, dort wo man in den Bergen um die Kirche fahren muss, parkieren wir und essen zu Mittag. Einen griechischen Salat und Kaninchenkeule, die echt sensationell ist und nur 7.50€ kostet.

Mittagessen in Kosmos

Es geht ab da wieder den Berg runter, einige Ziegenherden versperren uns manchmal den Weg, aber wir kommen nun gut wieder am Meer an. Um 15 Uhr sind wir auf dem Campingplatz am Meer zwischen den Olivenbäumen und wir machen noch einen Fotospaziergang dem Meer entlang.

Abendspaziergang (Foto von Anita)

Übernachtung

Mavrovouni - Camping Meltemi****
Camping

mitten in Olivenbäumen, direkter Strandzugang

Koordinaten: 36.729805,22.553526
letzter Besuch: 9.2017

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