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Schweden 2018
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Reisebericht

Ab nach irgendwohin 13.2.2019

Der Campingplatz im Tannheimertal ist voll, Alternativen sind gefragt.

Die Hiobsbotschaft kommt heute morgen, sie haben keinen Platz mehr auf «unserem» Campingplatz in Grän. Mist, wäre so toll dort, super viel Schnee, Wellnesbereich und Loipe vor der Türe. Aber morgens kann ich mich grad noch nicht darum kümmern, Notfall im Geschäft. Aber um 10 Uhr ist auch dieser behoben und grad als ich mich um einen neuen Campingplatz kümmern will, ein anderes Telefon: «Wir bringen ihnen vor dem Mittag noch das neue Stehpult.» Wow, jetzt schon? Das ist mein Geburtstagsgeschenk von meiner Holden Kunigunde, ein höhenverstellbares Pult, mal zum Stehen, mal zum Sitzen. Ich freue mich wie blöd darauf, aber momentan heisst das wieder, der Campingplatz muss warten. Pult abräumen, Computer und Bildschirme abmontieren, altes Pult auseinanderschrauben und abtransportieren, sauber machen, und schon klingelt es.

Eine Stunde später ist mein neues Stehpult installiert, Computer laufen wieder, Bildschirme auch und die elektrische Höhenverstellung schon 10x ausprobiert. Jetzt ist es höchste Zeit, irgendwo noch einen schönen Campingplatz zu finden. Eigentlich wollten wir um 13 Uhr losfahren und das ist es jetzt schon mal und wir wissen noch nicht mal wohin und es ist noch gar nichts eingeräumt im Wohnmobil.

Ich schaue schnell im Internet nach, wo es einen Campingplatz mit Wellness hat. Irgendwie ist mir jetzt der Wellnessbereich grad wichtiger wie das Langlaufen. Ich werde in Nenzing beim Alpencamping fündig, perfekt, ist nämlich nur eine halbe Stunde von uns weg, quasi grad um die Ecke. Ich rufe zur Sicherheit schnell an und sie haben tatsächlich noch Platz.

Danach räumen wir in Ruhe unser Knutschi ein, ich erledige noch meine aufgestauten Arbeiten und so können wir tatsächlich nach 16 Uhr doch noch abfahren.

Als wir ankommen, sind wir zuerst etwas enttäuscht, ein Schattenloch, grosse Baustelle, nicht viel Schnee. Aber das kann ja auch täuschen, denn es ist ja schon gegen Abend. Der Empfang der Dame an der Reception ist sehr freundlich und das angegliederte Restaurant sieht mit all dem Holz einfach perfekt aus, typisch Österreich halt. Ein Platz für unser Knutschi ist schnell gefunden und dann machen wir uns auf, den Wellnessbereich zu erkunden.

Das kleine Hallenbad ist echt super schön gemacht, auch alles Holz und uns gefällt das Ganze schon mal sehr gut. Sauna haben wir noch nicht gesehen, berichten aber dann morgen darüber, ebenso liefern wir dann noch Fotos.

Uns gefällt es hier bis jetzt. Und vor allem, wir sind wieder unterwegs und können unser Wohnmobil geniessen.

Ach ja, das elektronische Pickerl hat dann doch noch geklappt mit der Online-Reservierung, dafür habe ich vergessen, eine Schweizer Vignette für unser Knutschi zu kaufen…


Übernachtung

Nenzing - Alpencamping****
Camping Koordinaten: 47.181882,9.682722
letzter Besuch: 2.2019

Mengschlucht 14.2.2019

Wir erkunden die Umgebung des Alpencamping Nenzing zu Fuss

Nach einem ausführlichen Frühstück im Womo mit frischen Brötchen kommt ziemlich genau nach 9 Uhr die Sonne hinter den Bergen hervor. Strahlend blauer Himmel, schönsten Wetter und ziemlich warm. Wir öffnen vorne an der Windschutzscheibe unsere Aussenabdeckung, klappen den Innenvorhang auf das Armaturenbrett und lassen vom Sonnenlicht unser Knutschi heizen.

Auf dem Wanderweg

Während es in unserem Knutschi immer wärmer wird, machen wir uns für einen Spaziergang bereit. Wir wollen die Umgebung des Campingplatzes erkunden und marschieren los. Schon nach wenigen Metern sticht uns ein Wegweiser ins Auge: Mengschlucht 1 Std. Wäre ja perfekt für uns. Also marschieren wir zuerst etwas den Berg hoch und dann geht es auf ganz schmalen Waldwegen tief runter. Manchmal mit Altschnee überdeckt, manchmal schneefrei. Es geht wirklich steil in die Schlucht runter bis wir endlich dann am Wasser sind.

ganz unten in der Schlucht


Eine Brücke führt über den Bach und auch eine Infotafel erklärt die Geschichte rund um den Wasserlauf. Wir machen einige Fotos und spazieren dann dem Wasserlauf und dem Berghang nach oben. Nach 90 Minuten sind wir wieder auf dem Campingplatz und geniessen vor dem Womo die Sonne, bis diese dann Mitte Nachmittag wieder hinter dem Berg verschwindet.

Natürlich verschwinden wir noch im Wellnessbereich und geniessen die Zeit zu Zweit und erholen uns vom Spaziergang. Man muss ja nicht übertreiben.

hier entspannen wir

Und was jetzt? Wie lassen wir den Valentinstag ausklingen? Ideen sind gefragt!

Das war doch ein Scherz, meine Valentinsüberraschung für Anita ist doch von langer Hand vorbereitet! Wir sind zusammen hier im Restaurant «Himmelwärts» essen gegangen und es war echt super lecker! Ambiente absolut top, Bedienung top (auch wenn es ein Kellner und keine Kellnerin war) und das Essen fantastisch. Nur zu empfehlen.

und hier schlagen wir die Bäuche voll


Übernachtung

Nenzing - Alpencamping****
Camping Koordinaten: 47.181882,9.682722
letzter Besuch: 2.2019

Dünserberg mit kleiner Schwebebahn 15.2.2019

Ein Ausflug auf die Sonnenseite des Tales vom Campingplatz aus

Heute Morgen schlendern wir zur Reception des Campingplatzes und fragen dort nach, was wir für mögliche Ausflüge machen können, ohne unser Womo zu bewegen. Wir sollen doch auf den Dünserberg, das sei fantastisch dort und sehr, sehr sonnig. Die freundliche Dame sucht uns sogar die Abfahrtszeit des Busses in Nenzing hervor. Wir müssen aber vom Campingplatz die zwei Kilometer bis ins Dorf runter zu Fuss absolvieren. Halb so schlimm, wir wollten ja sowieso etwas Sport treiben. Aber wir verhängen natürlich unsere Abmarschzeit und müssen uns dann echt beeilen, zwischendurch joggen wir schon einige Meter, aber wir schaffen es noch auf den letzten Drücker und schon fährt ein grosser Bus an die Haltestelle. Zum Glück frage ich den Chauffeur noch, ob er zur Talstation in Schnifis fährt, aber er schüttelt den Kopf. Aber hinter dem Bus fährt gleich der kleine Ortsbus vor und dort sind wir dann am richtigen Ort. Wir lösen zwei Tageskarten für je 3.60 € und sind schon 15 Minuten später an der Talstation der Schnifis-Bahn.

Henslestüble

Es ist ein winzig kleines Schwebebähnchen für 5 Personen pro Kabine, und für nur 10.50 € pro Person fahren wir bis auf über 1300m ü.M direkt zur Bergstation mit dem Henslestüble. Der schön sonnigen Terrasse und dem Bergpanorama können wir nicht widerstehen und setzen uns grad mal hin. Nach einigen Getränken und auch einem Mittagessen machen wir uns danach doch noch auf, den Sagenweg dort oben abzulaufen. Es wäre aber besser gewesen, wenn wir die Schneeschuhe mitgenommen hätten. Haben wir aber nicht, diese liegen immer noch in der Garage unseres Womos auf dem Campingplatz. So stapfen Anita und ich mit unseren Schuhen dem gestampften Weg den Berg hoch, sinken hin und wieder bis in die Knie in den Schnee, schwitzen an der warmen Sonne und können dafür bei jeder Sagen-Tafel eine kurze Pause machen. Anita kämpft sich jeweils bis ganz vor die Tafel und liest mir dann die kurze Sage laut vor. Das ist doch top Service! Allerdings sind die Sagen ja ziemlich brutal: von Kindern, die im Wald sterben, traurigen Prinzessinnen und alten Bärenjägern. Anita liebt Sagen und jede soll ja einen wahren Kern haben…

Anita liest mir eine Sage vor

Nach einer Stunde erreichen wir dann den Sendemast Dünserberg. Ein atemberaubender Ausblick vom Säntis bis zum Piz Buin. Einfach nur herrlich und wir sehen sogar unseren Hausberg zu Hause, den Alvier, an dessen Fuss wir wohnen.

Alpenpanorama

Irgendwann rutschen, stapfen, sinken wir im nässer werdenden Schnee wieder zur Bergstation zurück, wo wir natürlich nochmals im Hänslestüble einkehren. Danach nehmen wir die kleine Gondel und fahren damit ganz ins Tal, denn wir wissen nicht genau, wann der Bus von dort zurück nach Nenzing fährt. An der Talstation müssten wir dann fast 50 Minuten warten, aber in der Sonne ja kein Problem.

Aber schon als die nächste Gondel unten ankommt, ist Anita mit einem aussteigenden Passagier am flirten und die Österreicher sind ja sehr hilfsbereit und offenherzig. So haben wir keine 40 Sekunden später die Einladung, dass uns dieser einheimische Passagier mit seinem Privatauto nach Nenzing fährt. Und als er dann merkt, dass ich ehemaliger Radprofi bin, er selber auch Sportler und Juniorenlandesmeister war, ist schnell beschlossen, dass er uns bis zum Campingplatz bringt. Wenn das kein Service ist? Immerhin einmal, wo mir der Promi-Status etwas bringt…

So kommen wir problemlos wieder bei unseren Womo an und haben den perfekten Ferientag an der Sonne erlebt. Auch dieser Ausflug ist zu empfehlen.

Und jetzt, sollen wir nochmals in Bad, um noch mehr geniessen zu können?

die Reception und Restaurant des Campingplatzes


Übernachtung

Nenzing - Alpencamping****
Camping Koordinaten: 47.181882,9.682722
letzter Besuch: 2.2019

Nix los 16.2.2019

oder habe ich nur eine Schreibblockade?

Ich sitze hier im Womo am Compi und studiere krankhaft einer Geschichte von heute nach. Was haben wir erlebt, worüber lohnt es sich zu schreiben? Wir hingen heute nur faul herum und haben uns kaum 100m vom Womo wegbewegt, da ist unser Horizont heute ziemlich eingeschränkt. Aber muss das nicht zwischendurch wiedermal so sein, wenn man auf Erholungstripp ist? Und irgendwie langweilig wurde es uns dann doch nie.

Nachmittags wurden wir von Daniela und Röbi, unseren Womonachbarn und Womobloglesern, zum Apéro eingeladen. Natürlich verquatschen wir uns wieder, das heisst, ich beginne zu quatschen und lasse mich zu Einzelmonologen hinreisen über Marokko, Kroatien und Nordkappreisen. Ich weiss echt nicht, ob wir da nochmals eingeladen werden und es die beiden schon tief bereuen. Und als wir dann endlich freiwillig gehen, muss es dann doch plötzlich wieder schnell gehen, wir verpassen beinahe die Brötchenbestellung für morgen.

Danach inspizieren wir das erste Mal die drei verschiedenen Saunas (oder Saunen?) und schrubben uns gründlich sauber, bevor wir dann doch noch in den Innenpool gehen. Aber da machen fünf Rotzgoofen den Pool unsicher, obwohl der Bereich für Kinder eigentlich ab halb sieben gesperrt ist. Wir könnten uns jetzt aufregen, machen wir aber nicht, die Kinder können ja nichts dafür und schliesslich haben wir ja selber auch fünf gross gezogen. Aber irgendwie war doch der Anstand in unserer Zeit schon noch etwas grösser, oder? Und so staunt man eigentlich nicht, dass Stellplätze geschlossen sind, weil sich nicht alle an Regeln halten können, wenn schon Erwachsene in einem Wellnessbereich ihre Aufsicht nicht wahrnehmen können. Aber wie gesagt, wir regen uns nicht auf (echt jetzt) und diskutieren zu zweit, ob das eventuell Wohnwagen-Fahrer sind. Und schlussendlich sind wir bei der Frage angelangt, ob so ein Campingplatz lieber die Wohnwagen- oder die Wohnmobilfahrer hat und ob es im Verhalten auf so einem Platz grosse Differenzen zwischen den beiden Gruppen gibt. Würde es sich mal lohnen, dieser Frage nach zu gehen? Aber die Idee verwerfe ich wieder, denn ehrliche Antworten wird man ja nicht bekommen, die Campingplatzbetreiber wollen je weder die einen noch die anderen vergraulen und vom Verdienst her werden die Wohnwägeler mehr einbringen, da sie länger auf einem Platz stehen. Vermute ich mal. Könnte ja sein. Würde ich jetzt mal glauben. 

Man echt, wer bis jetzt durchgehalten hat, diesen Blogbeitrag zu lesen, ist eine harte Nuss. Immerhin weiss ich das morgige Thema schon, da wird es dann wieder etwas spannender.

Ach ja, und das tolle, wunderschöne Restaurant auf dem Campingplatz ist proppenvoll, so dass Anita jetzt doch noch selber kochen muss…


Übernachtung

Nenzing - Alpencamping****
Camping Koordinaten: 47.181882,9.682722
letzter Besuch: 2.2019

Fazit Alpencamping Nenzing 17.2.2019

Wir verbrachten nun vier Tage hier im Alpencamping Nenzing bei tollem Wetter, den wir weiterempfehlen können, aber es gibt doch auch Abstriche.

Ursprünglich wollten wir diese vier Tage langlaufen und wellnessen, es ergab sich dann aber, dass wir den Sport sein liessen und uns aufs Wellnessen konzentrierten. Und da kam uns der Campingplatz Alpencamping in Nenzing, Vorarlberg grad richtig. Er ist quasi hinter der Schweizer Grenze nicht weit von unserem zu Hause. Wenn man ihn erreichen will, braucht man nicht mal ein Pickerl, die 8km auf der Autobahn kann man sich nämlich schenken.

Grundsätzlich

Wir waren Mitte Februar hier während den lokalen Schulferien. Unter der Woche hatte es vor allem Wohnwagen hier auf dem Platz, die Wohnmobile kamen dann auf das Wochenende.

Reception und Restaurant

Wir wurden sehr freundlich empfangen, aber das ist in Österreich ja nichts unbekanntes. Das angegliederte Restaurant im Campingplatz ist einfach nur Top, sehr gutes Essen und extrem schön mit Holz gemacht. Wir haben noch nie ein so stimmungsvolles Lokal auf einem Campingplatz angetroffen wie hier. Absolut zu empfehlen und mindestens ein Besuch ist hier Pflicht. Das wissen aber auch die Einheimischen aus Nenzing und der weiteren Umgebung, so dassman zur Sicherheit Abends schon mal reservieren sollte.

Sanitärgebäude

Es gibt ein Bäderhaus und ein Waschhaus. Das Waschhaus ist im Winter oder der Nebensaison geschlossen, haben wir also nicht benützt. Das Bäderhaus ist aber genial, darin befinden sich etwa 12 (ich habe es nicht gezählt) einzelne richtige Badezimmer, die man benützen kann. Das fanden wir ganz toll, und auch die Kassettenentleerung und der Abwaschraum machten einen tollen, sauberen Eindruck. Da gibt es wirklich nichts auszusetzen.

Eingangsbereich zum Sanitärgebäude

Wellness

Der Wellnessbereich ist ebenso stimmungsvoll wie das Lokal eingerichtet. Es hat einen kleinen Aussen und Innen-Pool, nicht sehr gross aber es reicht eigentlich und man braucht gar nicht mehr. Der Aussenpool ist leider im Winter geschlossen und nur zu den Weihnachts-, Fasching- und Osterferien geöffnet. Das fanden wir etwas schade, aber irgendwie auch verständlich.

Innenpool

Der Saunabereich muss extra bezahlt werden (Finnen-, Kräuter- und ein Dampfsauna, wieder sehr schön hergerichtet und toll gepflegt. Aber auch hier gilt, eher klein, aber dafür umso feiner.

Lage

Die Lage des Campingplatzes ist am Nordhang der Rätischen Alpen zu finden, dadurch hat er jetzt Mitte Februar von ca. 9 – 14:30 Uhr Sonne, im Sommer aber von morgens früh bis abends durchgehend. Da er schätzungsweise auf 650müM. liegt, ist er im Winter nicht unbedingt schneesicher. Es sind ca. 2km bis ins Dorf Nenzing, im Sommer fährt der Ortsbus bis vor den Campingplatz, im Winter muss man die 25Min ins Dorf laufen oder mit dem Bike zurücklegen. Der ganze Campingplatz ist für Wohnwagenfahrer vielleicht etwas perfekter, da diese das eigene Auto dabei haben. Zum Skifahren muss man meist auf die Skigebiete des Montafons ausweichen und so ist man mit einem Auto gut bedient. Für Wanderungen oder Ausflüge in die umliegenden Berge ist es aber super toll, auch kann man direkt weg vom Campingplatz durch die Mengschlucht oder Richtung Bergen wandern.

Sonstiges

Die Parzellen fanden wir sehr ok, es gibt sehr viele Plätze mit Gas-, TV und Wasseranschluss. Auch das WLan war ziemlich zügig, gar nicht selbstverständlich. Brötchenservice klappt tipptopp, was will man da noch mehr?

Momentan werden auf dem Gelände des Campingplatzes Himmelchalets gebaut, dadurch gibt es natürlich etwas Baulärm und nicht alles sieht bilderbuchmässig aus. Aber im Mai 2019 werden diese Bauarbeiten abgeschlossen sein und die Chalets stehen für Touristen bereit.

die geplanten Himmelchalets

Fazit.

Wer ein stimmungsvolles und sehr gutes Restaurant sucht und sich zwischendurch im Wellness verwöhnen lassen will ist das hier der perfekte, ruhige Campingplatz. Für Skifahrer und Langläufer, die mit dem Wohnmobil unterwegs sind, gibt es geeignetere Campingplätze als diesen hier. Wir waren aber bestimmt nicht das letzte mal hier.


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Übernachtung

Nenzing - Alpencamping****
Camping Koordinaten: 47.181882,9.682722
letzter Besuch: 2.2019

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