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Marokko 2017
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Reisebericht

TV live-Übertragung und himmlisches Essen 20.3.2021

Wir landen im Schwarzen Bären, St.Gallen

Und es ist so wie immer: wir kommen ins Gehetze, müssen die restlichen Dinge noch schnell ins Womo werfen und fahren wieder einige Minuten zu spät ab. Die ersten Gedanken, noch bevor wir auf der Autobahn sind: was haben wir wohl vergessen? Na egal, wir müssen aufs Gas drücken. Wobei Gas, wir haben ja keines mehr. Und da kommt der grosse Nachteil unserer LPG-Gasanlage: hier in der Schweiz haben wir zu Hause weit und breit keine Tankstelle. Aber ohne Gas können wir nicht heizen und ohne Heizung bleibt unser Wasser nicht im Tank bei dieser Kälte.

Ich fluche etwas vor mich her, denn jetzt müssen wir einen ziemlichen Umweg fahren. Die Tankstellen hinter der Grenze nach Österreich können wir nicht legal anfahren, also bleibt uns nichts anderes übrig, als in St.Gallen einfach weiter zu fahren, in Wil zu drehen und auf der anderen Seite bis zur Autobahnraststätte Thurau, um dort endlich LPG tanken zu können und danach zurück nach St.Gallen. Ein Umweg von 58km. Das nervt.

Auf der Autobahn rast uns dann noch ein Übertragungswagen von SRF an uns vorbei, mit dem wir beim Schwarzen Bären abgemacht haben. Die Sendung Schweiz Aktuell will heute live berichten von einem WomoDinner und hätten gerne ein Interview mit mir. Das machen wir natürlich gerne, den Live ist immer spannend. Da sind keine Versprecher erlaubt und keine 2. Chance, falls man sich verhaspelt.

Wir treffen pünktlich ein, einige andere Womos sind schon da und das Team ist auch schon bereit. Während die TV-Leute das Restaurant und den Wirt in Beschlag nehmen, haben wir Zeit, uns mit den andern Womofahrern zu unterhalten. Der Schwarze Bären hat sich unter den Wohnmobilfahreren einen tollen Ruf erarbeitet und es ist wirklich ein toller Ort. Super Aussicht auf den Bodensee, und das bei schönstem Wetter, aber etwas kalt.

Danach haben wir eine kurze Besprechung mit dem TV-Team. Wir erklären WomoDinner, sagen, was uns wichtig wäre, hören, was für das Team wichtig ist, wie der Ablauf ist und dass die Live-Übertragung genau 6 Minuten dauern wird. Es gibt also nicht viel Zeit für die verschiedenen Interviews. Noch bei schönstem Wetter erklärt uns Michael, dass die Wetterprognosen für den Termin der Übertragung 19:15 Uhr ein Schneesturm voraussagt. Schlecht für uns beteiligten, spannend für die TV-Zuschauer…  Und um 18:30 Uhr beginnt dann tatsächlich der Schneesturm, der nicht mehr aufhört.

Um 18:45 Uhr haben Anita und ich immer noch keine Ahnung, was für Fragen uns gestellt werden, die haben Nerven! Und wir sind arg nervös. Dann um 18:55 Uhr macht das TV-Team einen Probelauf (die haben Nerven, denn für einen zweiten Probelauf gäbe es so keine Zeit mehr) und wir hören die Fragen und müssen antworten. Wow, das klappt ja wie am Schnürchen. Hat alles geklappt und wir begeben uns ins Womo auf die Warteposition. Unsere Aufgaben: alle Beleuchtung einschalten, auch aussen und warten bis es an der Tür klopft und dann schnell, sehr schnell, die Türe öffnen. Höchstens eine Sekunde nach dem Klopfen muss die Womotür offen sein, denn sonst kommt es für den TV-Zuschauer unendlich lange vor. Anita konzentriert sich auf das schnelle öffnen und ich gehe im Kopf meine Fragen durch.

Dann ist es endlich soweit und einige Sekunden später ist der Spuk schon vorbei und 100'000 Zuschauer waren dabei. Kurz und schmerzlos. So eine Live-Übertragung ist schon genial, da muss man nicht drei mal drehen, bis alle zufrieden sind, 1x und fertig.

Und nun können wir uns endlich auf unser Essen konzentrieren. Zu Vorspeise bestellten wir:

Tranche von gebratenem Perlhuhn Supreme
mit Morchelrahmsauce, Nüsslisalat
und Apfel- Mandel Bruschetta

Anita
Rindsfilet auf Blattspinat mit Rüebli-Pastinaken-Gemüse
Kartoffelgratin und Thymian- Jus



Rolf
Poulet-Cordon Bleu mit Rosmarinschinken, Appenzeller-Chäs
und Pommes Frites


Coupe Dänemark Vanille-Glace mit Schoggisauce und Schlagrahm


Wir müssen keine Werbung machen für den Schwarzen Bären und auch keinen Gefallen. Auch haben wir die Menus bis auf den letzten Franken bezahlt und vom TV kein Honorar bekommen: Aber das Essen war echt himmlisch und nicht zu toppen! Wir haben in unserem Leben selten ähnlich gut gegessen wie hier. Das Servierpersonal bei diesem Schneesturm extrem freundlich und sympatisch, wir sind begeistert! Typisch Ostschweiz

Etwas später rede ich noch mit dem Gastgeber und erfahre haarsträubendes. Sein Restaurant bekommt keine Unterstützungsgelder des Bundes oder des Kantons. Nicht mal von den Härtefallgeldern, sondern einfach nichts. Da er erst 2019 hier begonnen hat, habe er im Verhältnis zum Umsatz zu viel investiert (irgendwie so, ich bin kein Spezialist). Und der Öffentlichkeit wird vorgegaukelt, dass die Restaurants entschädigt werden…

Er überlebe momentan nur mit den WomoDinners und werde den Womofahrern ewig dankbar sein. Schade aber, dass alle nur immer am Wochenende kommen (versteht ihr den Wink mit dem Zaumpfahl?).

Jetzt ist es Mitternacht, draussen schneit es noch immer und wir haben heute mit diesem Tag unsere Ferien begonnen.


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Ab ins Tessin 20.3.2021

Unsere Ferien beginnen heute

100m vom Stellplatz

Es hudelt morgens immer noch, als wir erwachen. Und Schnee gab es auch, eiskalt und windig. Und das am Tag, wo der Frühling beginnt. Wir enteisen unser Womo, kämpfen uns auf die Strasse und fahren Richtung nach Hause. Dort aber schnurstracks vorbei und Richtung San Bernardino. Wir haben eine Woche Ferien und wollen diese im Tessin verbringen. Zum einen, weil dort die Sonne scheint, zum anderen, weil es momentan noch nicht so viele Leute hat. Ab Ostern wird dann alles voll sein, also wollen wir jetzt noch ein paar Stellplätze besichtigen. Auf welchen wir schlafen, wissen wir noch nicht, als wir ins Tunnel fahren. Entwas enttäuscht sind wir dann aber schon, als wir wieder Licht sehen. Auf der Südseite ist es genau gleich Kalt wie auf der Nordseite, nämlich -1 Grad. Wir haben uns das irgendwie wärmer vorgestellt.

Auf der Webseite von Womoland.ch schauen wir, wo der erste Stellplatz ist, den wir von Norden her erreichen. Der in Lostallo hat noch zu (stellt sich aber drei Stunden später als falsch heraus, denn der Betreiber meldete sich und eröffnet ihn genau heute), der nächste liegt in Roveredo. Also peilen wir den an. Wir finden ihn problemlos, auch hat es noch viel Platz. Das schönste an allem aber: das Thermometer zeigt 10 Grad an und strahlend blauer Himmel. 

Der Stellplatz

Der Platz ist erstaunlich ruhig, obwohl er praktisch neben der Autobahn liegt. Von Süden her ist direkt 100m nach der Ausfahrt, kommt man aber von Norden, muss man in Roveredo die Autobahn verlassen. Eigentlich liegt der Stellplatz hinter der Autobahnraststätte Campagnola, zwischen Autobahn und dem Fluss Moesa, darum heisst wohl der Stellplatz auch so.

Es wurde rundherum die Bäche und Landschaft renaturisiert, muss aber ganz frisch gemacht sein, die Pflänzchen sind noch etwas klein und alles sieht noch recht karg aus. In wenigen Jahren wird es hier aber wirklich ein kleines Naturparadies sein.

Nachmittags gehen wir etwas spazieren, machen Fotos mit unseren Handys (die Speicherkarten der Fotoapparate sind zu Hause liegen gelassen worden…) und geniessen die Ruhe.

die Moesa

Danach zurück im Womo innen (draussen ist es doch ziemlich kalt)muss ich Mails erledigen. Es kommen fast im Minutentakt irgendwelche Anfragen an Wohnmobilland Schweiz. Vieles wohl von dem gestrigen Bericht im Fernsehen. Es läuft da also ziemlich, aber wenn ich das nicht gleich erledige, komme ich dann nicht mehr nach.

Anita kocht uns ein feines Fondue, so dass wir unsere -Ferien im Tessin richtig schön beginnen können. Wir freuen uns jetzt schon auf morgen….


Ziellos 21.3.2021

Im Tessin unterwegs

Brione

Wir stehen in unserem Knutschi heute erst um 9 Uhr auf. Ist schon komisch, dass man im Womo immer etwas länger und besser schläft wie zu Hause. Nach einem gemütlichen Frühstück drinnen, draussen ist es doch noch recht frisch mit 10 Grad, beginnen wir mit der Planung des heutigen Tages. Eigentlich haben wir kein Ziel, und das sind immer die schwierigsten Planungen…

Bellinzona wollen wir besichtigen, wenn die Geschäfte geöffnet sind, also nicht heute am Sonntag. Aber wir fahren dort auf dem Stellplatz vorbei und leeren unseren Urintank und das Grauwasser. Die Entsorgungsstation macht einen guten Eindruck. Der Grauwasserablass ist topmodern und wird nach dem Benützen automatisch gespült.

automatische Spühlung

Er ist ziemlich breit und nicht befahrbar, also muss man ihn ziemlich gut treffen, um ihn zwischen den Rädern überfahren zu können. Und unser Grauwasserablauf sitzt aber auf der Seite, also keine Chance, unser Grauwasser direkt in den Ablauf zu kriegen. Moderner Ablauf, aber nicht wirklich praktisch. Also schliesse ich unseren Schlauch an, den ich jetzt in sieben Jahren erst zum zweiten Mal brauche… Nach einem netten Gespräch mit Fritz, einem Mitglied von Wohnmobilland Schweiz, fahren wir danach weiter mit dem Ziel Verzascatal.

doch nciht so ideal

Etwas vor Locarno folgen wir den Wegweisern steil Berg hoch. Ich dachte, das sei ein Tal und kein Berg? Sonst müsste es doch Verzascaberg heissen. Aber als wir auf der Höhe der Staumauer sind, wird es flacher und geht tatsächlich im Tal entlang. Da Sonntag ist, sind alle Parkplätze ziemlich belegt und so fahren wir direkt zum Stellplatz in Brione.

Er ist zweckmässig eingerichtet, ein ToiToi-WC ist installiert, aber kein Strom. Frischwasser kann man bei einem Brunnen holen. Was uns überrascht, dass hier zwei PW’s (einmal 3 Personen, einmal 4) hier auf dem Stellplatz übernachten. Das wäre wirklich nichts für mich…

Als wir stehen und eingerichtet sind, muss ich 25 Mail erledigen betreffend Wohnmobilland Schweiz. Lieber jeden Tag sofort erledigen, wie alles aufsparen, bis wir wieder zu Hause sind.

Stellplatz Brione

Da es noch nicht wirklich wärmer ist, gehe ich alleine auf einen Spaziergang. Anita will ihren Sonntag an der Wärme im kuscheligen Womo verbringen, schliesslich habe sie Ferien und könne machen, was sie wolle. Recht hat sie.

Also laufe ich alleine los, ohne Handy und ohne Internet. Es tut richtig gut, einfach mal abzuschalten. Allerdings ertappe ich mich, dass ich schon wieder auf der Suche bin, ob es hier in Brione nicht auch ein Restaurant hätte, was bei WomoDinner mitmachen würde. Aber ich verwerfe diese Gedanken und geniesse einfach die Häuser, die mit dem Verzasca-Granit aufgebaut sind. Es ist schon eindrücklich, wie das früher alles gebaut wurde und wie die ca. 190 Menschen hier noch leben. Danach schlendere ich zur Verzasca und bin immer wieder erstaunt, wie farbig all diese Steine im Wasser sind. Es ist einfach faszinierend.

Eine Stunde später bin ich dann wieder bei Anita und uns geht es richtig gut. Rundeherum verschneite Berge, wir im kuscheligen Womo und auf einem Stellplatz, wo wir zum ersten Mal sind.

Bald geht es ans Kochen und ich beginne mit dem Schreiben des heutigen Blogbeitrages (na ja, jetzt bin ich ja schon fertig).

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Verzasca am Montag 22.3.2021

Schon ein faszinierender Bergfluss

Sonnenstrahlen wecken uns in Brione auf dem Stellplatz. Es ist Montag, das Leben geht hier im Tal den täglichen Lauf ohne die Touristen des Weekends. Es ist ruhig und beschaulich. Nur ein paar Womos stehen auf dem Stellplatz. Im Sommer ist hier ja die Hölle los, Kolonnen von Autos schlängeln sich das Tal hinauf und hinab. Aber jetzt ist es ruhig, und ziemlich frisch.

Diese Zeit müssen wir natürlich ausnützen mit einer kleinen Wanderung der Verzasca entlang. Es ist schon ein ganz spezieller Fluss mit seinen runden, grossen farbigen Granitsteinen und seinem extrem grün-bläulichen Wassser. Wir spazieren zuerst dem Sportplatz entlang zur nächsten Brücke, überqueren auf dieser den Fluss und laufen auf der anderen Seite Richtung talabwärts. Gleich nach der Brücke startet der Boccia als Bosca Weg, (Bocca im Wald). Das hätte mir als Kind passieren müssen, da wäre ich gelaufen wie ein Uhrwerk! Unbedingt aber eine Boccia-Kugel mitnehmen, oder besser zwei oder drei pro Kind. Immer wieder gibt es so Kugelbahnen, wo man die Boccia-Kugeln runterrollen kann, mit Seilbähnchen auf den gegenüberliegenden kleinen Felsen hieven muss und zwischendurch wieder Weichen stellen. Und die Bahnen sind alle aus Ästen und anderen Holzstecken gemacht, einfach super. Wenn man Kinder, hat, diesen Weg unbedingt mal versuchen. Starten in Brione und geht 5,5km talabwärts, immer der Verzasca nach. Zurück kann man dann ja wieder mit dem Postauto, die ziemlich häufig fahren.

Wir haben unsere Kinder nicht hier, und auch keine Bocca-Kugel, also geniessen wir die Verzasca, steigen zu den Steinen herab und machen viele Fotos. Irgendwann drehen wir wieder um und wandern berghoch zu unserem Knutschi zurück. Dort beraten wir, wo es nun hingeht.

Sonogno

Wir beschliessen, die restlichen 7km ins Tal nach Sognogo zu fahren und den dortigen Stellplatz zu nutzen. Vor allem aber die Entsorgung anzuschauen. Es hat überhaupt keinen Verkehr und so treffen wir wenig Später problemlos auf dem dortigen Parkplatz ein. Die Entsorgungsstation hat enttäuschenderweise noch geschlossen, noch liegt Schnee darauf. Na gut, in 10 Minuten wäre der weg und man hätte sie öffnen können. Aber anscheinend rechnen sie erst an Ostern mit den Touristen, obwohl sicher schon 10 Womos hier stehen.

Sonogno

Nach einem kleinen Spaziergang bei 12 Grad durch das herausgeputzte Dorf beraten wir schon wieder, was wir machen sollen. Der Wind weht kräftig und kalt, nicht der Geschmack von Anita. Also fahren wir zurück nach Locarno und checken dort auf dem Stellplatz ein.

Die Entsorgungsstation ist zwar offen, aber Grauwasser kann man nur mit Womos unter 2.80m anfahren. Also füllen wir nur, entleeren den Urintank und platzieren uns auf einem freien Platz. Dann nehmen wir unsere Stühle hervor, postieren uns direkt hinter der Mauer neben dem Womo und geniessen dort die Windstille, den Sonnenschein und die heissen Temperaturen. Im T-Shirt arbeite ich meine Mails ab und werde im Gesicht hoffentlich so richtig braun, so dass alle neidisch werden.

Als dann der Schatten kommt, schlendern wir in den nächsten Migros, wo ich die Speicherkarten für die Fotoapparate kaufe und Anita die restlichen Dinge, die wir vergessen haben (ich darf nicht verraten, was es alles ist).

Zum Abendessen gibt es dann unsere schon längt fälligen (weil über das Datum) Hamburger und eine Tessiner Polenta. Wir sind in Locarno und haben den See noch nicht von nahem gesehen. Das müssen wir dann morgen nachholen.

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Knutschi schrumpft 23.3.2021

und wir passen durch

Strahlend blauer Himmel in Locarno nach einer ruhigen Nacht. Also schauen wir, dass wir etwas aktiver werden und entsorgen auf dem Stellplatz. Das Schild mit max. 2.80m Höhe bei der Station verwirrt schon, denn es sieht irgendwie viel höher aus. Also schaut Anita draussen und ich fahre ganz langsam in die Station rein. Und siehe da! Unser Knutschi passt problemlos da unten durch. Anscheinend ist es von 3.05m auf 2.70m Höhe geschrumpft! Wie kann das sein? Oder hat der Tessiner Gemeindearbeiter, der die Höhe angeschrieben hat, Handgelenk mal Pi die Höhe geschätzt? Bei ganz genauem Hinschauen merke ich dann aber, dass der seitliche Vorsprung genau dieser Maximalhöhe entspricht, wahrscheinlich ist so ein Depp rechtwinklig zur Entsorgungsstation hingefahren und oben sein Womo zerflettert und dann der Gemeinde die Schuld gegeben. Also, wenn man intelligent genug ist, kann man diese Station bis ca. 3.10m anfahren.

hier dürfen wir leider nicht Übernachten

Gut, da wir nun doch kein geschrumpftes Womo haben, fahren wir ins Maggiatal. In Bignasco gab es letztes Jahr einen temporären Stellplatz und wir haben nie ein Foto davon bekommen. Zeit also, eines zu machen und dort kann man sicher auch jetzt noch die Nacht verbringen. Wir finden den Platz problemlos und parken. Ein Gemeindearbeite ist am Brennholz verarbeiten und so frage ich ihn, ob wir hier übernachten können. «Nein, geht leider nicht, der Stellplatz wird erst nächsten Freitag eröffnet.»  Mist, wir können nicht hier übernachten, aber dafür habe ich gleich die Information, dass dieser Platz dieses Jahr wieder existiert und auch ab wann er wieder öffnet. Das ist schon mal positiv. Aber wo übernachten wir nun? Also fahren wir Richtung Cevio und finden schon nach wenigen 100Metern einen Parkplatz, wo unser Knutschi auch Platz hat. 

La Stalla

Hier satteln wir unsere Fahrräder und fahren ins Zentrum von Cevio, dort treffen wir Ernst, meinen Bergsteigerkollegen und seine Frau Phennapa, die hier vor drei Jahren ganz legal einen Stall in ein herziges Rustica umgebaut haben und nun im Tessin leben. Einfach extrem schön mit einem tonnenschweren Granitdach nach altem lokalem Vorbild. Es sieht einfach fantastisch aus!

Der Apero wartet schon und nach dem Grillen sitzen wir bis um 16 Uhr an der Sonne draussen und quatschen. Einfach eine schöne Zeit.

Endlich machen wir uns mit dem Velo wieder zu unserem Knutschi, Abendessen müssen wir nicht mehr. Also schmieden wir Pläne was wir morgen alles vorhaben…

Schweizerreise 24.3.2021

en miniatur

Swiss Miniatur

Die Nacht war sehr ruhig, erst frühmorgens machte sich die Strasse bemerkbar, dass heisst, die Autos die auf der Strasse fuhren, die Strasse selber blieb ganz ruhig. Wir packen dann zügig zusammen und fahren durch das Maggiatal nach Locarno. Bis jetzt hatten wir ja den Eindruck, dass im Tessin nicht viel los ist, aber hier hat es doch ordentlich Verkehr und wir kommen bis zum Fuss des Ceneris nur mühsam vorwärts.

Dann die alte Strasse hoch haben wir freie Fahrt. Wir kommen fast so schnell hoch, wie ich an meinem Etappensieg an der Tour de Suisse (vor ca. 25 Jahren), wo ich hier die letzten Begleiter abgeschüttelt habe und alleine in Isone im Ziel eintraf. Die Erinnerungen kommen alle wieder hoch und sogar an die einzelnen Gefühle mag ich mich erinnern. Nur die Schmerzen in den Beinen sind jetzt weniger und schwitzen muss ich auch nicht mehr.

Wir fahren auf der Hauptstrasse nach Lugano und lassen uns vom Navi auf den Stellplatz «Parco dal Tassino» leiten. Alle acht markierten Felder sind belegt, wir finden auf der Seite noch ein Plätzchen. Der Stellplatz ist fast mitten in der Stadt und dennoch sehr ruhig und idyllisch gelegen. Komisch nur, dass von der ganzen möglichen Fläche nur die Hälfte für den Stellplatz benutzt wird, die andere Hälfte liegt abgesperrt einfach brach. Warum ist das wohl so? Da muss ich mal Wohnmobilland Schweiz engagieren, damit die da mal nachfragen und für eine Vergrösserung des Stellplatzes einsetzen. Wenn er jetzt im März mitten unter der Woche weit vor Ostern schon voll ist.

Stellplatz Parco dal Tassino

Aber egal, wir holen unsere Velos, ziehen die Helme an radeln 7km dem See entlang nach Melide. Die Swiss Miniatur hat nämlich wie viele andere Freiluftfreizeitanlagen offen (Im Verkehrshaus Luzern beginnen am Freitag übrigens sogar die Camping-Days).

Swiss Miniatur

Da ich in meinen 55 Lebensjahren als Schweizer noch nie die Swiss Miniatur besucht habe, ist dies nun genau die Gelegenheit. Und unsere Befürchtungen bewahrheiten sich: fast keine Besucher, wir können ungehindert Fotos machen und geniessen die Zeit an der warmen Sonne. Wir besuchen den Munot, Schloss Chillon, Schloss Sargans, Schilthorn, Tessin, Zürcher Münster, etc. etc. Sogar der Fressbalken ist ausgestellt. Wir finden es einfach toll.

Seepromenade

Danach rasen wir mit Rückenwind zurück nach Lugano, flanieren dem See entlang und Anita hat sich in den Kopf gesetzt, ein Tessiner Spezialitätenladen zu finden. Ich sage ihr gleich, dass dies in der Fussgängerzone aussichtslos ist. Da werden Prada, Gucchi und Rolex verkauft, und sicher keine Salami und Formaggini. Aber oha, Anita behält recht und wir finden tatsächlich so einen Laden. Im Nachhinein hätten wir besser einen Prada-Laden besucht, wäre günstiger gekommen… Anita will etwas von dem, noch etwas von jenem, das sieht auch lecker aus, und das erst, Komm, lass uns noch das probieren und  so weiter und so fort. Eine teure Handtasche wäre billiger gekommen…

Einkauf in Lugano

Aber egal, wir radeln danach Lugano hoch zum Stellplatz und sind mit dem Tag sehr zufrieden. Auch, weil er strahlend blau war und richtig warm.

Zum Abendessen grillen wir noch unsere Pouletschenkel und lassen es uns einfach gut gehen. Und danach beginne ich noch ein wenig am Compi zu arbeiten.

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Tassino und San Salvatore 25.3.2021

Und ein Camping-ToiToi

Parco Tassino

Nach einem Frühstück an der schön warmen Tessinersonne machen wir einen kurzen Spaziergang zum Parco del Tassi, der wenige Schritte vom Stellplatz weg ist. Das Gebiet war einst das Jagdrevier der wohlhabenden Familie Enderlin, die im neunzehnten Jahrhundert eine wunderschöne Villa am Hügel Tassino besass. Dieser Park hat eine Fläche von 21'000 Quadratmetern und zeichnet sich aus durch breite Wege, die sich einen Hang hinauf winden bis zu einer Anhöhe, von wo aus man den rosafarbenen „Enderlin-Turm“ aufragen sieht. Der Rundumblick über Lugano mit dem See ist herrlich und die grosse Wiese lädt wirklich zum Verweilen ein, vor allem bei diesem schönen Wetter.

Danach gehen wir die 5 Minuten zurück zu unserem Womo und beraten, was wir machen sollen. Da wir den ganzen Tag schon an den San Salvatore hinüberschauen und die glitzernde Standseilbahn hinauf- und hinterfahren sehen, entschliessen wir uns, zur Talstation zu laufen und uns dort hinauf fahren zu lassen.


In der Mitte der Bahnstrecke kreuzen sich die beiden Züge nicht, sondern sie stoppen und man muss umsteigen. Der obere fährt also nur immer oben, der andere nur immer die untere Strecke. Diese Besonderheit ist der verschiedene Steilheit der beiden Streckenabschnitte geschuldet. Die untere ist 37 und die obere 61% steil, so dass die beiden Bahnwagen verschieden konstruiert wurden.

Nach ca. einer Viertelstunde Fussmarsch sind wir an der Talstation, in 12 Minuten Fahrt ganz oben auf dem Hügel. Ein fantastischer Rundblick, schade, dass ein paar Schleierwolken am Himmel aufzogen und die Sicht etwas dunstig ist. Aber die Tessinerseen rund um Lugano sehen fantastisch aus. Lugano ist eine richtige Stadt in den Bergen mit all seinen Hügeln, dass ist man sich am See unten gar nicht so bewusst.

Sicht Richtung süden

Wir bleiben ziemlich lange auf dem Gipfel machen Fotos in alle Richtungen und gehen dann endlich wieder zur Bergstation, fahren hinunter und zu Fuss zurück zum Stellplatz. Mit Halbtax-Abo kostet die Fahrt rauf und runter übrgiens nur 30.- für zwei Personen, finden wir sehr vertretbar.

San Salvatore

Wieder beim Knutschi fährt vor uns ein roter Offroader-Jeep hin und parkiert auf dem Stellplatz. Im ersten Moment denke ich noch, was will den der hier? Und da es hier kein WC hat, hat der doch nichts verloren auf einem Wohnmobilstellplatz. Die Besatzung zieht das Dachzelt auf und stellt neben dem Jeep ein portables ToiToi hin! Ich bin baff und bestaune die Einrichtung. Da können sich alle VW-California-Reisende eine Scheibe abschneiden, die ohne WC unterwegs sind. Wenn sich alle so verhalten würden und ihr eigenes WC mitnähmen, hätten wir schon lange viel mehr Stellplätze…

Camping-ToiToi

Nun bin ich wieder in unserem Womo, erledige die ankommenden Mails während dem Anita wieder einmal kocht. Ein feine Pizza essen liegt leider wegen den geschlossenen Restaurants nicht drin, aber das wäre jetzt grad das richtige…

Wir treffen die Bergseefee 26.3.2021

und essen Pizza in Altdorf

Heute Morgen überlegen wir lange, wohin die Reise nun gehen soll. Schlussendlich entscheiden wir, dass wir in die Deutschschweiz zurückkehren, aber für einmal durch den Gotthardtunnel. Den kennen wir nämlich gar nicht gut, denn von zu Hause aus geht es immer durch den San Bernardino ins Tessin.

Also fahren wir los und schleichen auf der Autobahn hinter einem litauischen Laster, der mit 40km/h hochkriecht. Überholen nur für Fahrzeuge bis 2m breite. Schöner Mist. 15km später dürfen wir endlich überholen und kommen nach dem dunklen Loch im Kanton Uri wieder ans Tageslicht.

Wir visieren das Hotel Höfli an, das erste WomoDinner, wenn man von Süden kommt. Da wir im Tessin keine Pizza essen konnten, holen wir das hier nach. Wir parken quer zu den Parkplätzen, werden sehr freundlich begrüsst, obwohl wir nicht angemeldet sind. Selbstverständlich bestellen wir die ganze Palette, schliesslich hatten wir kein Frühstück.

Und einmal mehr sind wir überrascht über die Qualität des Essens und die Freundlichkeit des Personals. WohnmobilDinner ist schon etwas ganz Spezielles, auch mittags. Sehr zufrieden verlassen wir Altdorf und fahren nach Beckenried. Dort gibt es den Stellplatz «Business App», und ich kann mir einfach nichts darunter vorstellen. Also müssen wir da mal hin.

Die Anfahrt ist problemlos, und der Platz ist tatsächlich so, wie er beschrieben ist. Bei einem Bürogebäude auf dem Parkplatz, grosszügig eingezeichnet und eine tolle Sicht auf den Vierwaldstättersee. Es sieht wirklich mega aus bei diesem blauen Himmel. Es gibt eine schöne Gartenlounge, die Anita natürlich gleich ausprobiert, dazu hat es Holzbänke und Tische, und sogar einen Feuerkorb mit bereitgestelltem Holz. Der Hit aber ist die Aussendusche mit direkter Sicht auf den See und die umliegenden Berge. Ideen muss man haben und morgen werden wir die ausprobieren.

Als wir alles ein bisschen angeschaut haben, packen wir unsere Velos und fahren auf schönen Velowegen 10km nach Stans. Wir müssen noch etwas bestimmtes einkaufen (ein neues Handy für meine Holde…) und fahren danach wieder zurück. Immerhin 20km fahren wir heute.

Am Stellplatz erwartet uns schon Ueli, der Besitzer des Platzes. Er heisst uns herzlich willkommen und so sind wir ganz schnell im Gespräch. Er zeigt uns alles, auch das top Sitzungszimmer mit grosser Glasfront und fast Rundumsicht auf den Vierwaldstättersee. Da muss sich der Vorstand von Wohnmobilland Schweiz unbedingt mal treffen, ein schöneres Sitzungszimmer inklusive Stellplatz gibt es gar nicht.

Und da die Gespräche immer weiter laufen, auch mit der inzwischen eingetroffenen Partnerin von Ueli, verliebe ich mich in ihren Übernahmen: Bergseefee! Was für ein Gedicht eines Übernamens! Sie bewanderte die meisten Seen in ihrem Wohnkanton Wallis (darum Begseefee), und schoss tausende Fotos. Und dank Corona hat sie nun auch ein Buch herausgegeben: Bergseensucht. Ich blättere das ganze Buch durch und bin total fasziniert. Viele Seen haben Anita und ich auf unseren Hochtouren und Wanderungen auch schon gesehen. Wir lächeln so brav und benehmen uns so artig, dass Bettina uns am Ende ein Buch schenkt und sogar eine Widmung hineinschreibt. So schnell findet man Freunde, wenn man die gleichen Interessen hat.

Der Abend geht so lange, bis es eben schon anderntags ist. Darum kommt dieser Blog auch etwas verspätet. Sorry


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Beckenried am Samstag 27.3.2021

Wir laufen einige Kilometer

Während der Nacht wissen wir schon, dass wir ausschlafen werden. Der Regen prasselt aufs Womodach, genau wie es der Wetterbericht vorausgesagt hat. Darum machen wir am morgen fast ncihts, chillen im Womo, bereiten das Frühstück zu, und warten ganze einfach, bis der Regen aufhört. 

Es tut richtig gut, in Ruhe Mails erledigen und nicht die ganze Zeit das Gefühl haben, etwas zu verpassen. Aber dann gegen 13 Uhr wird es uns dann doch zu ruhig. Wir schnellen unsere Schuhe um die Füsse und marschieren Richtung See los. Dann durchqueren wir Beckenried und laufen immer weiter einfach dem See entlang. So lange, bis wir fast ganz hinten bei der Freizeitanlage Rütenen ankommen. Da hat sich die Gemeinde überlegt, einen Womo-Platz zu erstellen. Es wäre wunderschön gewesen, direkt am See, idyllisch und einfach perfekt. Aber ob es zustande kommt, hängt leider noch immer in den Sternen.

wäre ein schöner Platz

Auf dem Heimweg tun uns dann schon ein wenig die Füsse weh, auch haben wir Halluzinationen von Cremeschnitten, Birchermüesli und anderen feinen Sache. Nicht mal die Mietvelos ganz hinten können wir ordern, wir haben beide keine Handys dabei. Also laufen wir wieder zurück. Hätten wir nicht besser die Velos genommen? Immerhin sind es 8 Kilometer, bis wir wieder beim Womo sind. 

Dazwischen kaufen wir uns aber tatsächlich noch zwei Cremeschnitten in der Dorfbäckerei, damit wir wieder etwas zu Kräften kommen. Im Womo sind wir kaputt wie nach einem Marathon. Wir sollten unbedingt mehr trainieren.

fast wieder zu Hause

Inzwischen stehen wir auch nicht mehr alleine auf dem Stellplatz, es sind noch drei andere Womos hier angekommen. Nur das Wetter ist immer noch sehr bewölkt und nix mit Sonnenuntergang. Aber morgen soll es einen sehr schönen Sonnenaufgang geben, nur nicht gerade um die Zeit, wo ich schon topfit bin. Wobei, wir können ja eine Stunde länger schlafen diese Nacht, also könnte es damit dann schon noch klappen.

Anita kocht nun im Knutschi Zürigeschnetzeltes mit Rösti, fast wie in einem WomoDinner.

Morgen geht es dann wieder weiter und wir werden Beckenried verlassen.


Sonntagmorgen 28.3.2021

In Beckenried

Die Sonne scheint direkt in unser Schlafzimmerfenster und wir haben einen fantastischen Blick auf den Vierwaldstättersee. Wir geniessen den Ausblick im Liegen und können uns nicht satt sehen. Danach meint Anita trocken: «das wäre doch jetzt der Augenblick, um eine Aussendusche zu geniessen.» 

Super Idee, also schnell aus dem Pyjama, Badetuch umwickeln und die 20m barfuss über den Teerplatz spazieren. Sofort Wasser laufen lassen, natürlich sehr warmes, und dann geht der Genuss los. Viel Wasser, warm, grosszügig Platz und erst noch einen fantastischen Ausblick. So eine Dusche ist wirklich einzigartig. Bei diesem Wetter lohnt sich dieser Platz nur schon wegen diesen 5 Minuten. Und natürlich lasse cih das Wasser etwas länger laufen, wie unbedingt nötig.

Sogar Anita lässt sich hinreissen und geniesst diesen Augenblick nach mir auch noch ausgiebig. Der Tag hat nun sehr gut begonnen, auch wenn uns eine Stunde fehlt. 

Gestern habe ich dies im Blog natürlich falsch geschrieben, ich wollte nur testen, wer es merkt…

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