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Avignon Frankreich 2015
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Entfalten, entdecken, entspannen

Wir sind unterwegs

Der Titel oben war das Motto der sehr schönen Camper-Segnung vom Sonntag in St.Gallen. Dieses Motto wollen wir in diesen 10-tägigen Ferien zu Herzen nehmen. Auch die Tipps der Seelsorger wollen wir folge leisten: keine Nachrichten konsumieren, nur den Moment geniessen, für uns da sein und uns erholen.

Das Entfalten heute morgen fiel mir nicht schwer, habe ich es anscheinend bitter nötig. An der Segnung bekam ich einige lieb gemeinte Komplimente: «du siehst müde aus» oder «du hast glaub viel Arbeit, oder?». Anscheinend sah man mir es an, dass ich ferienreif bin. Darum habe ich nicht nur die Bettdecke entfaltet um 6 Uhr morgens, sondern auch mich. Allerdings musste ich zuerst noch ein paar wichtige Dinge erledigen, Mails beantworten und natürlich unser Knutschi packen. Da Anita noch bis Mittag zur Arbeit musste, blieb vieles an mir hängen. Aber ich wollte nach dem Mittag starten und nicht noch Zeit verplämpern. Schliesslich komme ich zu Hause weder zum Entdecken noch zum Entspannen.

Also fuhren wir schon um halb zwei los. Richtung Deutschland, Richtung norden. Einfach drauflos. Na ja, wer mich kennt, einfach drauflos ist schon nicht ganz richtig, Plan A und Plan B müssen bereit sein. Allerdings sind sie dieses Mal nicht fertig ausgearbeitet. Also doch irgendwie drauflos.

Über Zürich nach Basel und dann Frankreich. Nicht unser häufigster Weg, aber heute die sinnvollste Strecke. Ich möchte irgendwo in der Vulkan-Eiffel übernachten. Es sind allerdings 575 km bis zum herausgeschriebenen Stellplatz.

So merke ich schon kaum über der Grenze in Frankreich, dass dieser Weg elendlich lang ist und wir wahrscheinlich nicht die Lust haben, so weit und so lange zu fahren. Also bekommt Anita den Auftrag, einen Stellplatz etwas früher an der Strecke zu suchen.

Schnell hat sie einen herausgeschrieben und navigiert mich von der Autobahn. Beim dritten Kreisel sehe ich dann plötzlich ein Schild zu einem Stellplatz, aber in eine andere Richtung, wie Anita meint. Es steht gleichzeitig noch etwas von Jachthafen, also sofort Blinker raus und dem Wegweiser folgen. Keinen Kilometer später stehen wir am Eingang eines CampingCarPark-Stellplatzes. Einfach perfekt: unsere «Kundenkarte» zücken und schon öffnet sich die Barriere.

Einfach toll, wir stehen an einem Kanal mit Bootshafen und Schleuse. Aber wo sind wir überhaupt? Also zuerst mal informieren. Wir sind in Sarreguemines, nahe der deutschen Grenze. Also wahrscheinlich Elsass, und der deutsche Namen der Ortschaft ist Saargemünd. Sprechen sie hier deutsch oder französisch? Wir finden es nicht mehr heraus, denn wir treffen niemand anders.

Aber wir gehen noch entdecken. Schreiten über das kleine Schleusentor der Schleuse 27 des Canal des Houillères de la Sarre (auf deutsch: Saarkanal) und spazieren etwas dem Kanal entlang. Dabei passieren wir das Kreuzfahrtschiff Majesty of The Seas. Dieses Schiff sieht aus wie ein richtiges Kreuzfahrschiff, ist aber nur 33m lang und quasi eine grosse Miniatur. Es sieht etwas heruntergekommen aus, aber immer noch sehr eindrücklich.

Die Mini Majesty of the Seas ist im Massstab 1:8 vom ehemaligen Bergarbeiter François Zanella während elf Jahren in seinem Garten gebaut worden. Das beeindruckende Projekt wurde 2005 zu Wasser gelassen und konnte sogar auf europäischen Kanälen fahren. Heute liegt das Schiff noch immer im Hafen von Sarreguemines und gilt als faszinierendes Symbol für Leidenschaft, Ausdauer und Technikbegeisterung.

Etwas später sind wir wieder in unserem geliebten Knutschi, die Heizung an (draussen ist es nur 8 Grad) und wir frönen nun der Entspannung.

Übernachtung

Sarreguemines - Aire Camping-Car Park ****
Frankreich, Stellplatz

Koordinaten: 49.10186, 7.0770895
N 49° 6' 6.7"  E 7° 4' 37.5"
letzter Besuch: 5.2026

 

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