Es tut sich was, negativ wie positiv

Nun sind sie wieder offen, die Camping- und Stellplätze. Einige Stellplätze hatten die letzten Wochen offen, andere wurden von der Polizei geschlossen, aber jetzt ist es wieder einheitlich. Ebenfalls fand ein Ansturm von Freicampern statt, die bei einigen Gemeinden zum Nachdenken angeregt hat.
Einige Beispiele gefällig? Ein Beispiel, das Freude macht, ist die Gemeinde Silvaplana im Oberengadin. Im Ganzen Engadin gibt es keinen einzigen offizielle Stellplatz, ausser jene vor den Campingplätzen mit zum Teil horrenden Preisen. Die Gemeinde Silvaplana hat nun erkannt, dass es diesen Sommer zu wenige Plätze für zu viele Wohnmobile hat. Freicampen ist auf dem Gemeindegebiet, wie im ganzen Oberengadin, aber verboten. Nun stellt die Gemeinde für autarke Wohnmobile den Parkplatz Cristins nahe den Corvatsch-Bergahnen zur Verfügung. Die Nacht ist mit 35.- zwar auch nicht gerade günstig, aber sicher besser wie gar nichts.
Mit diesen Preisen artet es aber auch nicht so aus, wie im Glarnerland bei den Braunwaldbahnen. Der dortige Stellplatz war für 10 Mobile gedacht, übernachtet haben über die letzten Freitage über 30 Womos, inklusive Campingverhalten einiger. Das schlimmste dabei, es wurden die Parkplätze belegt, die für die Besucher der Bergbahn gerechnet waren und so solche Besucher wieder fortgeschickt. Dies sahen die Bergbahnen überhaupt nicht gerne, haben den Platz kurzerhand geschlossen und versuchen nun, aus allen Apps und Webseiten diesen Platz zu löschen.
So ganz unschuldig war ich ja auch nicht, schliesslich habe ich vor ein paar Tagen aufgerufen, mit dem Wohnmobil ins Glarnerland zu fahren. Bin ich jetzt schuldig? Soll ich solche Aufrufe in Zukunft vermeiden? Keine Stellplatzdaten mehr zu veröffentlichen?
Das ist eine Zwickmühle, wo ich auf bei uns in der Gegend momentan anstehe. Es gibt einen ziemlich grossen Parkplatz am Voralpsee, einem sehr schönen Bergsee. Klar, dass sich hin und wieder ein Wohnmobil da hinauf verirrt. Um genau diese Probleme wie in Braunwald zu vermeiden, wurden wir bei der Gemeinde vorstellig und gaben ihnen Tipps, wie man solche Anstürme und Probleme verhindern könnte. «Wir haben im Gemeinderat darüber beraten und sind der Meinung, dass kein Handlungsbedarf besteht. Wenn die Probleme kommen, können wir immer noch reagieren» so die Antwort der Gemeinde. Ein ganz normale Aussage einer ganz normalen Gemeinde. Was dann aber erstaunt, waren die Zusatzaussagen: «Auf dem ganzen Gemeindegebiet ist übernachten in Wohnmobilen nicht verboten und wenn wir einen zu grossen Ansturm haben, haben wir schnell einen Bereich des Parkplatzes extra für Wohnmobile markiert.» Sehr löblich und erfreulich. Aber jetzt die Zwickmühle: Soll ich jetzt aufrufen, dass alle Wohnmobilisten diesen Sommer auf den Parkplatz des Voralpsees übernachten sollen? Je mehr Womos dort stehen, desto schneller gibt es einen neuen offiziell markierten Wohnmobilstellplatz! Oder artet es dann so aus wie bei den Braunwaldbahnen, dass es so viele mit ungebührlichem Verhalten werden, dass sofort ein Verbot kommt?
Es ist nicht einfach in diesen Zeiten, Tipps zu geben.
Ich weiss, ich wiederhole mich, aber wenn ihr irgendwo übernachtet, verhaltet euch einfach Rücksichtsvoll. Das haben einige noch immer nicht begriffen, so z.B. in Sörenberg/Flühli. Da waren so viele Freicamper unterwegs, dass die Gemeindearbeiter den Inhalt von geleerten WC-Kassetten an den Waldrändern fanden und so in der Gemeinde kurzerhand seit neustem gegen jeden Freisteher im Womo vorgehen. Solche fehlbaren Womobesitzer sollten hart bestraft werden.