Headbild
La Torqual Spanien 2021
Du befindest dich hier: Unsere Reisen \ Reiseberichte

Reisebericht

Einfach der Nase nach 21.7.2017

Wir merken, dass wir ziemlich weg vom Schuss stehen und überlegen uns, wohin nun.

Heute Morgen beschlossen wir, dass wir weiter fahren wollen. Wir studieren die Karte und merken, dass wir ja wirklich etwas im Abseits stehen. Wollen wir der Westküste entlang gegen Norden, müssen wir eine grosse Wegstrecke zurück, die wir beim Hinweg gefahren sind. Das passt uns natürlich gar nicht. Die Strasse gegen Süden sieht aber ziemlich interessant aus und so beschliessen wir, dass wir Richtung Süden fahren, an Cagliari vorbei zurück an die Ostküste. Der Entscheid fällt alles andere als leicht, da die Westküste viel weniger touristisch ist wie der Osten, wir aber einfach keine Zeit haben, um die kleine, kurvendurchsetzte Weststrasse bis nach oben zu fahren. Vor allem auch, weil wir noch mit unserem Stellplatznachbar aus Milano unsere Erfahrungen ausgetauscht haben und er uns noch ein paar Top-Naturstrände ohne Touristen zeigt. Aber wie immer bei jeder Reise, wir müssen hierher zurückkommen und den Resten auch mal noch ausgiebig auskundschaften.

Nach unserem Entscheid konsultiere ich die Karte, notiere mir die Wegstrecke auf Papier, denn mein Vertrauen in Sonja aus dem Navi habe ich hier in Sardinien total verloren. Heute hat sie Pause und soll einfach ruhig bleiben.

Schon kurz nach Buggerru müssen wir schon wieder stoppen, die Aussicht ist einfach zu schön. Die Strasse ein Traum, keine anderen Fahrzeuge, hoch über dem Meer, unberührte Landschaft. Dann geht es steil bergab und bei der Abzweigung fahre ich einfach weiter Richtung Süden, ich bringe es nicht übers Herz, diese Strasse zu verlassen.

Plötzlich stehen wir in Masua vor dem Pan Di Zucchero, einer weissen Felseninsel. Auch den dortigen Stellplatz inspizieren wir inklusive Strand. Wir kommen aber zum Schluss, dass diese Insel als Fotosujet top ist, aber einen ganzen Tag hier zu verbringen wäre zu lang, der Strand zu klein für die vielen Leute hier.

Also weiter.

Wir kommen gut voran Richtung Cagliari und ich bin mit meinem Zettel wieder auf Kurs. Anita stellt nun wieder unsere Sonja ein, da sie wissen will, wo wir sind. Komisch, sonst mag sie nie Nebenbuhlerinnen, aber Sonja will sie unbedingt. Und dann kommt, was kommen musste: nach meinem Zettel geht es links, Sonja will gerade aus und ich werde schwach, wie immer bei Frauen. Also Geradeaus. 10 Minuten später stehen wir in einem kleinen Stau in der Stadt und ich fluche wie ein Rohrspatz. „Ich wusste, wir müssen mehr nach Links, damit wir diese Stadt umfahren können!“ Aber da ich inzwischen jede Orientierung verloren habe, nützt mir auch mein Zettel nichts mehr und ich muss wieder einmal Sonja blind folgen.

Weitere 10 Minuten später ist wieder alles in Butter, Sonja führte uns auf eine „Fast-Autobahn“, die auf unserer Karte nicht eingezeichnet ist und wir kommen viel schneller vorwärts, wie ich je gedacht hatte…

Schon um 15 Uhr sind wir in Santa Maria Navarrese, dabei hätte ich gedacht, dass wir diese Strecke heute nicht schaffen werden. Walter aus Norwegen hat uns da einen Tipp für einen Campingplatz gegeben, der nach unserem Geschmack ist. Und die Tipps von Walter haben bis jetzt immer ins Schwarze getroffen! So auch dieser und wir stehen unter hohen Bäumen, hören das Meer rauschen und haben keine 50m bis zum Strand.

Anita will sofort unsere Sat-Schüssel ausfahre, damit wir testen können, ob wir Internet haben. Ich schnauze sie noch an, dass sie das doch sein lassen soll, ich will mich ja nicht vor den Nachbarn blamieren, hier inmitten eines Waldes nach Sat-Empfang zu suchen. Aber da ist Anita jeweils unkomplizierter und probiert einfach, ohne Rücksicht auf andere… Und tatsächlich, wir haben mit unserer Schüssel wirklich Empfang! Wow, das hätte ich nie gedacht und meine Holde strahlt über das ganze Gesicht und hält mir nun seit zwei Stunden vor, dass ich ohne sie sicher kein Internetempfang habe. Recht hat sie, aber jetzt ist dann genug…

Also, ab ans Meer…

Übernachtung

Santa Maria Novarrese - Sosta Camper Solemar ***
Italien, Stellplatz
ganz zuhinterst der Strasse entlang, direkter Strandzugang, schön schattig
Koordinaten: 39.97790, 9.686179
N 39° 58' 40.5"  E 9° 41' 10.2"
letzter Besuch: 7.2017

30 Euro in den Sand gesetzt 22.7.2017

Wir geniessen die Fahrt und der letzte Tag auf Sardinien in den Bergen und am schönen Strand

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit aufgebackenem Brot, sardischem Käse, Salzbutter und Kaffee machen wir uns bereit, näher an Olbia ran zu fahren, denn wir haben die Fähre auf das Festland um 10 Uhr am Sonntag.

Wir nehmen die SS125 zwischen Santa Maria Navarrese und Orosai. Zuerst steil berghoch und dann kilometerlang wie eine Panoramastrasse den Bergen entlang. Wir sehen zwar das Meer nie, aber die Fahrt ist trotzdem sehr eindrücklich. Die Strasse ist sensationell, Kurve an Kurve, aber ziemlich breit, perfekt asphaltiert und keine Schlaglöcher. Ob das extra wegen dem Giro d’Italia gemacht wurde, da die Radprofis dieses Jahr diesen Streckenabschnitt bewältigen mussten?

Mitten oben in den Bergen gibt es einen Stellplatz für Wohnmobile, klar, dass wir da anhalten und ein paar Fotos schiessen. Der wäre auch was für uns, weit ab der Zivilisation, aber mit Strom, Ver- und Entsorgung. Aber leider liegt er doch noch ein grosses Stück von Olbia weg und auf dieser Strasse kann man wegen den Kurven und der Aussicht mit dem Wohnmobil nicht blochen, obwohl es fast kein Verkehr hat und wir nur selten Autos oder andere Womos sehen.

60km später sind wir wieder halbwegs in der Zivilisation und passieren den staubigen Steinbruch, wo der sardische Marmor herkommt. Kurze Zeit später sind wir auf dem Stellplatz in Orosai. Das Aussenthermometer zeigt am Schatten 36 Grad an und es ist wirklich warm. Zuerst mal die Markise herausdrehen, damit die Kühlöffnungen des Kühlschranks am Schatten sind, dann hängen wir noch unser neues Badetuch an die Markise, damit auch wir halbwegs Schatten haben.

Dann Badesachen packen, 30 Euro in die Badehosen, Fotoapparat mitnehmen und ab an den 200m entfernten Sandstrand. Es hat riesige Wellen (für Schweizer Verhältnisse) und da wird der Manne ja zum Kinde und sofort ab in die Brandung. Irgendwann etwas später, denke ich an meine 30 Euro im Badehosensack, die für die Strandbar gerechnet waren. Aber ausser einer richtig grossen Portion Sand ist nichts mehr drinnen! Wandelt sich hier das Geld in Sand um? Umgekehrt wäre besser… Na ja, abbuchen unter Lehrgeld und auf die Strandbar verzichten. Aber zum Glück gibt es ja noch Nachschub im Womo und so werden wir nicht zu kurz kommen, denn in der sehr schön angelegten Anlage mit Stellplatz, Park und Bar/ Restaurant fühlen wir uns echt wohl. Obwohl heute die Hochsaison auf Sardinien beginnt, ist der Stellplatz bei weitem nicht mal halb voll, und ich hatte schon Angst, dass wir da keinen Platz mehr kriegen.

Morgen müssen wir hier um 7 Uhr wegfahren für die 80 km bis zur Fähre. Dann um 10 bis 18 Uhr sind wir auf der Überfahrt nach Livorno und dann sind noch sechs Stunden Heimfahrt angesagt. Der Bericht morgen kann also etwas dauern…

Übernachtung

Orosai - Osalla Beach Garden ****
Italien, Stellplatz
schön gelegen, 200m bis zum Strand, keine Meersicht aber sehr idyllisch und gepflegt
Koordinaten: 40.34473, 9.686842
N 40° 20' 41"  E 9° 41' 12.6"
letzter Besuch: 7.2017

Fazit Sardinien mit dem Wohnmobil 23.7.2017

Ein Ferienziel, dass man problemlos auch im Juli anfahren kann, ohne in Massen von Touristen zu versinken

Wir hatten insgesamt nur gerade sieben freie Tage, trotzdem wagten wir es, nach Sardinien zu fahren. Und echt, es hat sich wirklich gelohnt, es war eine der schöneren Reisen, die wir gemacht haben. Stressfrei, schöne Landschaften, warmes Wasser und trotz Juli absolut nicht überlaufen von Menschen.

An- und Rückfahrt

Geht wirklich problemlos, Wir sind abends um 16 Uhr losgefahren bis in die Gegend Pisa-Livorno, haben dort übernachtet und dann die Tagesfähre um 10 Uhr nach Sardinien genommen. Wir waren also schon 24 Stunden nach Abfahrt auf Sardinien.

Die Rückfahrt ging fast ebenso problemlos: Fähre morgens um 10 Uhr, Ankunft in Livorno um 20 (statt 18) Uhr, danach Heimfahrt mit sehr viel Verkehr und leider erst um 3 Uhr zu Hause. Ein Tag hin, ein Tag zurück.

Fährüberfahrt

Dort einfach wirklich gut schauen, ab welchem Terminal die Fähre in Livorno loslegt. Grimaldi Line ab Dorsana Toscana Est, die anderen ab Calata Carrara. Beschriftet ist es nicht gut, also etwas Reserve einbauen.

Es gibt auch Nachtfähren, da muss man einfach schauen, was einem am besten passt. Die Überfahrt dauert nch Fahrplan rund 8 Stunden.  Efektiv hat die Hinfahrt 8 1/2 Std und die Rückfahrt fast 10 Std gedauert... Wir haben trotz Saison kurzfristig (eine Woche vorher) gebucht und problemlos Platz bekommen. Kosten für hin und zurück, 370 €

Tipp: Sonnenhut und Badetücher auf die Fähre nehmen, Sitz- und Schattenplätze hat es im Aussenbereich nicht viele.

Sardinien

Die Ostküste und der Norden haben bessere Infrastruktur wie die Westküste und der Süden, aber dadurch auch mehr Touristen. Das Meer ist an der ganzen Insel strahlend blau, glasklar und sehr sauber. Die Strassen ganz ordentlich, allerdings der Küste nach mit vielen Kurven. Quer durch die Insel verläuft eine Schnellstrasse, auf der man gut vorankommt. Die gesamte Insel ist ziemlich bergig.

Stell- und Campingplätze

Frei Campen und frei Übernachten ist offiziell verboten, wird während der Saison Juli und August auch kontrolliert und durchgesetzt. Haltet euch also dran, denn Stell- und Campingplätze gibt es zu Hauf. Ausserhalb der Saison darf man sich das schon mal erlauben, da dann die meisten Campingplätze geschlossen haben. Wir hatten trotz Juli nie Probleme, freie Plätze zu finden.

Besonders gut haben uns die Plätze im Süden bei Buggerru hoch über dem Meer gefallen, aber ohne irgendwas. Aber auch der Stellplatz in Orosei und der Campingplatz in Posada waren top, auch von der Lage. (Koordinaten im Reisebericht).

Die Sanitäranlagen sind eher einfach und nicht mit dem Standart auf dem Festland zu vergleichen, aber wofür führen wir selber WC und Dusche mit? Allerdings werden diese jetzt auch immer weiter ausgebaut...

Preise

Die sind sehr unterschiedlich, Süden eher günstiger, aber es gibt von teuer bis günstig alles, ob das jetzt Restaurants, Tankstellen und Campingplätze sind.

Strände

Die sind sehr vielfältig, von feinstem Sandstrand, über groben Sand, Kies und Felsen haben wir alles gesehen. Die ganz bekannten Strände Cala Luna an der Ostküste (nur mit Boot erreichbar) hat es relativ viele Leute, demgegenüber andere Strände viel grösser sind und dadurch sich die Leute viel besser verteilen. Einige Minuten laufen und schon ist man fast alleine. Die Strände sind naturbelassen, manchmal etwas steiler, manchmal kann man fast 100m hinauslaufen. Unsere schönsten Strände waren in Posada und Portixeddu. Allerdings, das Wasser ist überall fantastisch und glasklar, von daher ist fast jeder Strand schön.

Sehenswürdigkeiten

Es gibt fantastisch viel zu sehen, schöne Grotten, Küstenlandschaften, Dörfer etc, es gibt für jeden etwas. Auch zum Wandern oder Radfahren ist die Insel ein Traum.

Touristen

Die Hauptzeit ist der August, wenn alle Italiener Ferien haben. Es sind sowiso die meisten Touristen aus dem eigenen Land, daneben gibt es viele Franzosen und der Rest verteilt sich dann auf ein paar Wenige. Es wird daher fast überall französisch und englisch als Fremdsprachen angeboten, deutsch ist nicht so verbreitet.

Sonstiges

Mein Navi hat auf Sardinien total versagt. Kauft eine gute Karte und fahrt nach dieser, darauf kann man die Breite der Strassen und die Anzahl der Kurven viel besser einschätzen, wie unsere Sonja. Sie hat uns einige Male in die Pampa geschickt und gesagt, dass wir dort durchfahren können, obwohl wir keinen Rangrover hatten...

Infos

Unbedingt die Website von http://campersardo.de/ anschauen, dort gibt es viele und aktuelle Infos, was Wohnmobile auf Sardinien angeht.

Des Weiteren möchten wir uns gerne bei allen andern Usern ganz herzlich bedanken, die uns mit Tipps und Idee weitergeholfen haben, insbesondere die Facebookgruppe Camping auf Sardinien und bei allen Lesern unserer Website, die uns regelmässig mit Infos versorgen. Vielen Dank!

Reisestrecken

unseres Reisestrecke