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Angekommen

In den Ferien und in Albanien

Was macht man auf einer Fährüberfahrt? So viel schlafen wie möglich und den Schlaf vergangener Wochen nachholen. Trotzdem wird noch etwas gearbeitet, auch wenn die Internetverbindung mehr schlecht wie recht ist. Wir erwachen morgens um 7 Uhr italienischer Zeit. Griechenland ist eine Stunde voraus, und die Fähre kommt um 9 Uhr an. 9 Uhr griechischer Zeit oder italienischer Zeit? Wir finden es nicht heraus, rechnen aber mit der noch zurückzulegenden Strecke, dass die Ankunft griechisch sein wird. So habe ich nochmals eine Stunde Zeit, um ein paar wichtige Arbeiten zu machen.

Danach müssen wir relativ lange im Knutschi warten, bis wir einen Teil rückwärts hinausfahren können, bevor wir unser Gefährt drehen können. Das Tetris im Fährbauch ist nicht einfach zu lösen, vor allem, weil jeweils drei Einweiser drei verschiedene Richtungen anzeigen.

Aber wir sind dann doch schnell draussen, am Zoll wird nix kontrolliert und wir fahren so gemütlich durch Igoumenitsa. Wir halten Ausschau nach einem Bancomaten und finden ihn gleich neben einem Kreisel. Und dann das Tolle in Griechenland, man muss keinen Parkplatz finden. Man hält einfach auf der Strasse und schaltet den Warnblinker an. Machen wir genau gleich wie die Einheimischen und kurze Zeit später haben wir endlich wieder Euros.

Etwas später noch zur Tankstelle und für 2.08 € 95 Liter Diesel tanken. Voll und günstig und die Tanke ist erst noch bedient. Nicht mal den Dieselzapfhahn muss ich selber einstecken.

Dann geht es los. Endlich sind wir so richtig unterwegs.

20 km später stoppen wir wieder auf der Strasse, Warnblinker rein, und ins kleine Lebensmittelgeschäft auf dem Land einkaufen. Danach sind wir erstaunlich schnell an der albanischen Grenze. Es wird genau kontrolliert, auf der griechischen wie auf der albanischen Seite. Das wichtigste Dokument: der Fahrzeugausweis. Diesen müssen wir mit unseren IDs zeigen und es wird sehr genau abgeglichen. Für den Rest besteht kein Interesse. Machen sie so etwas gegen die Verschiebung von gestohlenen Fahrzeugen?

Nun sind wir das erste Mal in Albanien. Die Strassen sind schmal, die Landschaft gefällt uns. Allerdings haben wir keine Ahnung, wo wir sind. Wir fahren nur dem Navi nach und als ich mich mal schnell auf Google Maps absichern will: wir haben kein Internet. Mist, weder in Anitas Abo noch in meinem ist Albanien eingeschlossen. Ich habe zu Hause eine Prepaid-Daten-SIM-Karte von Global bestellt, schien mir die vernünftigste Lösung. 20 GB (28 Tage) - alle 11 Balkanländer inkl. Nordmazedonien und Kosovo - Touristentarif nicht aufladbar, für 47 Euro. Also diese SIM-Karte ins Telefon, dann muss ich etwa 5 Minuten warten und habe wieder Internet. Sehr gut. Allerdings weiss ich nicht, ob die 20 GB dann die gesamte Reise halten… Das Problem kommt, wenn es dann kommt.

das Holzfloss, wo wir drauf müssen

Wir stehen plötzlich an einer Fähre. Na ja, Fähre ist vielleicht etwas viel gesagt, ein Holzfloss, das mit Stahlseilen über einen Fluss/Kanal gezogen wird. Es rumpelt ziemlich beim Hinauffahren und es sieht so aus, als ob das Floss die ersten 10 Mio. Kanalüberquerungen schon hinter sich hat. Aber es schwimmt auch noch, als unser Knutschi draufsteht.

auf dem Floss

Die Überfahrt ist schnell vorbei, aber auf so etwas standen wir nun echt noch nie. Gleich am «Fähranleger» auf der anderen Seite gibt es noch einen touristischen Hotspot, meint man wenigstens. Also parken wir unser Knutschi und bezahlen je 1000 LEK (ca. 1 CHF) Eintritt (mit Karte, da wir keine LEK haben). Es ist eine alte römische Festung. Wir machen ein paar Fotos, aber dann beginnt es zu blitzen und donnern, kurze Zeit später schifft es albanisch und wir sind bis auf die Knochen nass, bevor wir wieder bei unserem Wohnmobil sind. Zum Glück aber haben wir ja noch andere Kleider.

So fahren wir unter Regen trocken weiter, schon nach 6 km sehen wir einen kleinen Parkplatz mit toller Meersicht und hinüber zur nahen griechischen Insel Korfu.

Spaziergang zum Strand

Wir warten den Regen ab, geniessen die Aussicht und arbeiten… Nach etwa einer Stunde ist dann fertig Regen und ich mache mich mit Anita auf einen Spaziergang ans Meer hinunter. Dort sehen wir einen tollen Platz, 20 m vom Meer entfernt. Es gibt ein Campingverbot, aber der Hinweis, dass wenn man den Strand benützt, darf man hier parkieren. Das Einfachste wäre, wir würden den Strand benützen, dann dürften wir hier stehen. Also schnell den Fuss ins Meer, Temperatur checken. Wasser wärmer wie Luft. Was machen wir denn noch hier?

Also zurück zum Knutschi, zusammenpacken und die steile Strasse runter zum Parkplatz. Wir stehen mit toller Sicht ins Meer. Aber um alles zu legalisieren, müssen wir nun die Badehosen anziehen, zum Strand und ins Wasser. Das geht schneller und einfacher, wie wir gedacht haben. Das Wasser ist 19.7 Grad warm, die Luft 17 Grad. Darum kommt einem das Meer fast warm vor. Und wir baden am 31. Oktober in Albanien! Wer hätte das gedacht!

Wir sind vor Korfu im Meer

Nach 10 Minuten haben wir genug, haben den Strand so richtig benützt und dürfen nun sicher hier bleiben. Da weit und breit niemand da ist, stören wir auch niemanden.

Später kommen ein paar Arbeiter und die fragen wir, ob wir hier bleiben können. Selbstverständlich, warum wir denn fragen?

Wir stehen in Albanien am Meer, haben schon gebadet, sehen nach Korfu hinüber, geniessen eine rote Abendstimmung.

Wir sind definitiv angekommen.

Albanien gefällt uns.

Fahrstrecke: 56km
Wetter: durchzogen mit Gewitter, ca. 15 - 19 Grad

Übernachtung

Ksamil - Plage de Harta ***
Albanien, frei
nur im Winter möglich
Koordinaten: 39.78948, 20.004674
N 39° 47' 22.1"  E 20° 0' 16.8"
letzter Besuch: 10.2026

 

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