Headbild
Fanad Head Irland 2019
Du befindest dich hier: Blog \ Reisebericht

9:35 Std warten

bis die Fahrer kommen

Noch 10:07 Std. bevor der 1. Fahrer durchfährt: wir ziehen als kleines Grüppchen los Richtung Ziel und Kurve Nr. 1. Es hat 8 Grad, Laune ist sehr gut.

Tagesstart

Noch 9:45 Std.: wir sind nach einem schnellen Marsch bei Kurve 1 angekommen. Zwei andere Fangruppen mussten wir überholen, falls diese auch zur Kurve 1 wollen. Wir kommen aber gut an, die Kurve ist noch frei. Die Sonne erfrischt die Kurve, langer Pullover ausziehen, ins T-Shirt wechseln.

Noch 9:35 Std.: die wichtigen Schweizerfahnen hängen, die Kurve ist als Schweizer Kurve markiert. Blöd nur, mitten auf der Strasse ist eine Norwegenflagge hingemalt. Wenn wir nun dort das dunkelblau mit weiss übermalen, hätten wir fast eine Schweizer Flagge.

Bereit, die Fahnen hängen

Noch 9:20 Std.: wir hängen auch noch Flaggen an die Bäume im Hang oben, die Norwegenflagge haben wir doch nicht mehr übermalt, das wäre nicht fair. Aber erste slowenische Pogi-Fans kommen und müssen sich nun am Hang oben positionieren mit ihren gelben Leibchen

Noch 9:10 Std: die Norweger kommen und es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als die Innenseite der Kurve zu nehmen.

Noch 9:00 Std.: der Veloverkehr nimmt schlagartig zu, von oben und unten fahren tausende Velofahrer in beide Richtungen.

Noch 8:50 Std.: weitere Schweizer aus unsere Gruppe kommen und bringen weitere Schweizer Fahnen mit. Auch die werden aufgehängt. Inzwischen hängt auch eine Flumser-Flagge, was auch immer die hier zu suchen hat.

Noch 8:40 Std.: mit dem Velo hochfahrende Schweizer sehen die Flumserflagge und fragen, ob sie sich etwas später zu uns stellen dürfen. Ja, dürfen sie, wenn sie eine Kiste Bier mitbringen und ein Cola.

Noch 8:20 Std: Otmar hat endlich seinen Sonnenschirm mit Ästen fixiert, damit wir den Schatten am richtigen Ort haben.

Noch 8:00 Std.: Der Veloverkehr ist unfassbar, geschätzte 100'000 Tausende fahren den Berg hoch und runter. Stimmung sehr gut.

Noch 7:00 Std.: die Nachhut kommt mit einer Kanne heissem Kaffee und frischen Gipfeli, was für eine Wohltat.

Noch 6:30 Std.: wegen den vielen Leuten müssen wir uns absichern. Zwei Absperrgitter trennen wir, damit können Zuschauer in die hintere Wiese ausweichen und sich nicht zu uns drängen. Dazu rücken wir unsere Absperrgitter etwas zum Strassenrand, damit zwischen Mauer und Gitter nur noch 50cm sind, so kommt keiner auf die Idee, bei uns durchlaufen zu wollen.

Noch 6 Stunden.: Die anderen Schweizer kommen tatsächlich mit Bier und einem Cola den Berg runter. Also gesellt euch zu uns.

Noch 4 Stunden.: erste Polizisten tauchen auf

Noch 3:10 Std.: ein Merchendaising-Fahrzeug hält vor unserer Schnauze und verkauft überteuerte gelbe Regenschirme und TdF-Mützen. Dazu macht es dauernd Werbung durch ein penetrantes Megafon. Die Leute stehen vor unserer Schnauze Schlange und kaufen wie wild.

Noch 2:45 Std.: das penetrante Fahrzeug steht immer noch vor unserer Schnauze und die Leute stehen noch immer Schlange und das Megaphone ist noch immer in Betrieb.

Noch 2:30 Std.: die Strasse wird durch die Polizisten subito gesperrt. Kein Velofahrer darf sich mehr auf der Strasse bewegen. Alles ist nun frei, nur ein paar unverbesserliche werden deutlich und harsch von den Polizisten weggeputzt. Das penetrante Auto ist endlich weg.

Noch 2:21 Std.: die ersten Fahrzeuge der Werbekolonne passieren. Es ist die Kurve mit den meisten Zuschauer, und so werden fleissig Werbegeschenke rausgeworfen. Aber meistens auf die Innenseite der Kurve. Aber als die Leclerc-Wagen kommen, die, wo wir unbedingt ein weisses T-Shirt mit roten Punkten ergattern wollen, sieht alle unsere Schweizer Fahnen, fährt zu uns und verteilen unserer Gruppe doch wirklich fast jedem ein T-Shirt!

Noch 2:18 Std. Fast jeder von uns trägt nun eines der gepunkteten T-Shirts.

Noch 1:15 Std.: das letzte Fahrzeug der Werbekolonne passiert uns. Nun wird es ruhiger. Hin und wieder passiert ein Teamwagen oder ein Pressefahrzeug die Strasse. Kein Mensch, der nicht zum Tourtross oder zur Polizei gehört, darf die Strasse betreten oder befahren. Die Norwegischen Fans gegenüber, die mit der Flagge auf dem Boden, beginnen zu rudern…

Noch 30 Minuten: die vier Übertragungshelikopter kreisen über uns, der TV-Helikopter ist aber noch nicht in Sicht.

Noch 15 Minuten: Polizeitöffs passieren die Strecke, unsere Polizisten vor Ort setzen den grimmigen Blick auf. Strasse überqueren ist nicht mehr möglich. TV-Helikopter sehen wir am Himmel.

Noch 5 Minuten: das gelbe Motorrad passiert und gibt den Rennstand an. Pogacar nur noch 1:05 Min Rückstand auf die Spitze.

Noch 2 Minuten: Fotografen- und Polizeitöffs en Mass, auch der blaue neutrale Materialwagen fährt vorbei.

Noch 1 Minute: die Spannung steigt ins unermessliche, wir hören die Zuschauer weiter unten höllisch applaudieren und schreien.

0: P. Carapaz fliegt in einem unheimlichen Tempo an uns vorbei den Berg hoch, der Lärm von den Zuschauern ist ohrenbetäubend. Wir sind ca. 0.8 Sekunden in der Live-Übertragung des TV’s.

Nach 15 Sekunden: T. Pogacar fliegt noch schneller in Gelb an uns vorbei, der Lärm wird noch lauter, vor allem von den Pogi-Fans oben am Hang. Kurze Zeit später holt er Carapaz ein.

Danach alle 20 Sekunden leidet ein Fahrer den Berg hoch, die Meute applaudiert, egal was für ein Fahrer kommt. Einige sehen ziemlich kaputt aus, aber die hinteren geniessen den Jubel sichtlich oder feuern sogar die Zuschauer an. Ein Mannschaftswagen von Tudor (Schweizer Mannschaft) hält bei unserer Gruppe und den vielen Schweizer Fahnen und schenkt uns noch 30 kleine Schweizerfahnen für unsere Autos. Unsere Stimmung ist auf dem Siedepunkt!

Die Fahrer motivieren die Zuschauer

Ein anderer Fahrer hält in unsere Kurve an, umarmt und küsst eine Frau und ein Kind, in der Zwischenzeit wird er von drei anderen Profis überholt. Ihm ist es egal, er küsst weiter und danach fährt er dann endlich weiter.

Einzelne fahren freihändig den Berg hoch und feuern die Zuschauer mit einer Welle an. Sie fahren übrigens freihändig schneller, wie alle, die wir vor dem Rennen gesehen haben.

Exakt 30 Minuten nach dem ersten Fahrer fährt der letzte vorbei. Dahinter der Besenwagen, der keinen Besen mehr sichtbar angebunden hat. Die Tour ist vorbei. Das Gewühle und Gedränge geht los.

11:02 Std nach dem Start sind wir endlich wieder beim Wohnmobil, braungebrannt, müde und mit einem Erlebnis zurück, das wir wahrscheinlich nie mehr erleben werden.

Diesen Artikel kommentieren oder Fragen dazu stellen