10 neue Länder in 4 Wochen

Wir sind voll in der Planung. Am 29. Oktober geht es für vier Wochen Richtung Balkan los. So ist jedenfalls der Plan. Zehn neue Länder wollen wir dabei bereisen, die wir bisher noch nicht kennen.
Wir starten mit einer Fährfahrt von Ancona nach Griechenland, genauer gesagt nach Igoumenitsa. Dort kommen wir am 31. Oktober an und fahren direkt weiter nach Albanien. Danach führt uns die Route durch Nordmazedonien, mit einem Abstecher nach Bulgarien, weiter nach Serbien, Montenegro, Kosovo, nochmals Albanien, wieder Montenegro, Bosnien und Herzegowina, nochmals Serbien, Rumänien, Ungarn und die Slowakei. Durch Österreich geht es schliesslich wieder nach Hause. Geschätzt etwa 4000 Kilometer.
Klingt nach ziemlich vielen Kilometern und noch mehr Grenzübergängen. Aber wir haben ja vier Wochen Zeit. Und wenn es irgendwo besonders schön ist, bleiben wir vielleicht etwas länger. Der Plan ist schliesslich nicht in Stein gemeisselt.
Da gab es im Vorfeld einiges zu organisieren. Zuerst musste die grüne Versicherungskarte (okay, sie ist inzwischen gar nicht mehr grün) bei meiner Versicherung für die Balkanländer ergänzt werden. Das ging problem- und kostenlos.
Für Kosovo benötigen wir allerdings zusätzlich eine kosovarische Grenzversicherung. Die kostet für unser Wohnmobil 15 Euro für 15 Tage und kann bereits im Voraus online abgeschlossen werden. Das erspart uns hoffentlich etwas Bürokratie an der Grenze.
Im Kosovo gibt es zudem eine Meldepflicht für ausländische Besucher, wenn man länger als drei Tage im Land bleibt. Also nochmals etwas Bürokrieg vor Ort. Solche Meldepflichten bestehen auch in anderen Balkanländern, beispielsweise in Serbien, Montenegro und Bosnien und Herzegowina.
Wenn man auf einem Camping- oder Stellplatz übernachtet, ist das normalerweise kein Problem. Die Betreiber erledigen die Anmeldung. Aber wie funktioniert das, wenn man irgendwo frei steht oder nur eine Nacht auf einem Parkplatz verbringt? Das muss ich noch genauer recherchieren. Die Vorschriften sind je nach Land unterschiedlich und teilweise sogar von Gemeinde zu Gemeinde verschieden.
Besonders interessant wird es mit unserer Drohne. In Serbien wird es nämlich etwas komplizierter. Dort muss man für Drohnenflüge im Voraus Bewilligungen einholen, auch wenn man nur ganz kurz für ein paar schöne Aufnahmen aufsteigen möchte. Das ist übrigens auch in andern Balkanländern so.
Immerhin habe ich herausgefunden, dass die Einfuhr einer gewöhnlichen zivilen Drohne nach Serbien nicht unbedingt eine Bewilligung des Handelsministeriums benötigt. Die serbischen Behörden führen sogar eine Liste mit bereits geprüften Drohnenmodellen. Darauf stehen unter anderem verschiedene DJI-Modelle, die weniger wie 30 Minuten in der Luft bleiben können. Für diese braucht es keine Einfuhrbewilligung.
Eine Drohne im Wohnmobil mitzuführen ist also das eine, sie tatsächlich fliegen zu lassen etwas ganz anderes.
Auch sonst wird es spannend. In einigen Ländern gibt es Autobahnvignetten, in anderen streckenabhängige Maut. In Rumänien und Bulgarien benötigt man beispielsweise eine elektronische Vignette. In Serbien bezahlt man die Autobahngebühren an Mautstationen.
Dazu kommen unterschiedliche Verkehrsregeln, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Vorschriften für die Winterausrüstung. Wir sind immerhin im November unterwegs. Gerade in den Bergen von Montenegro, Nordmazedonien oder Rumänien kann es dann bereits richtig winterlich werden. Schneeketten sind deshalb mit dabei und natürlich gute Winterreifen.
Ein weiteres Thema sind die Grenzen. Einige der Länder gehören zur EU, andere nicht. Und nicht alle EU-Länder gehören auch zum Schengenraum. Das bedeutet, dass wir auf unserer Reise immer wieder richtige Grenzkontrollen erleben werden. Mit Passkontrolle, Fahrzeugpapieren und vielleicht auch einmal einem Blick in die Schränke unseres Wohnmobils.
Gerade die vielen Grenzübergänge machen die Reise organisatorisch etwas aufwendiger. Dafür werden wir vermutlich auch Gegenden kennenlernen, die touristisch noch nicht so überlaufen sind.
Wenn man sich also in jedem Land vorschriftsmässig verhalten will, gibt es einen ziemlichen Verwaltungsaufwand. Aber auch das ist ja der Reiz einer Reisevorbereitung. Man lernt bereits vor der Abfahrt unglaublich viel über die Länder, ihre Eigenheiten und manchmal auch ihre etwas speziellen Vorschriften.
Jetzt suchen wir noch schöne Sehenswürdigkeiten, eindrückliche Landschaften, kleine Dörfer und natürlich coole Stellplätze. Besonders freuen wir uns auf die Berglandschaften Albaniens und Montenegros, die Seen in Nordmazedonien und die unbekannteren Gegenden. Ob wir im November überall hinkommen, wird sich zeigen.
Noch sind wir am Planen, Recherchieren und Vorbereiten. Aber die Vorfreude steigt täglich.
Und wahrscheinlich werden wir nach vier Wochen feststellen, dass wir zwar zehn neue Länder gesehen haben, aber eigentlich noch einmal vier Monate benötigen würden, um sie richtig kennenzulernen.