Es hat mich tatsächlich gepackt

Wir fahren heute nach Frankreich und müssen das Dörfchen Les Rousses durchqueren. Und dort ist schon alles nach der Tour de France geschmückt, Fahnen hängen, gelbe Velos überall, Festwirtschafte vorbereitet und die kleinen gelben Pfeile, die signalisieren, wo die Fahrer morgen durchfahren müssen. Es sind immer noch die gleichen gelbe Pfeile wie vor über 30 Jahren, also ich die Tour de France Etappen noch mit allen anderen Rennfahrern absolvieren musste. Mein Fieber ist sogleich da, alles ist wieder präsent, die Tour wieder in meinem Kopf. Es ist unglaublich, was alles wieder hervorkommt.
Es war eine schöne Zeit, auch wenn es jetzt nicht minder schön ist. Vor allem sind die Beinschmerzen und die Leiderei viel kleiner, aber auch die Emotionen und Jubelschrei sind halt schon auch nicht mehr vergleichbar mit der Intensität des erlebten.
Es freut mich richtig, als wir bei der Skistation unser Womo parken und mit Schweizer Fahnen schmücken. Die Tour ist eben Le Tour.
Andere Womos aus unserer Fangruppe sind auch schon hier, mit manchen ist es ein Wiedersehen, andere lerne ich erst kennen. Es sind alles Radenthusiasten, oder einfach Fans, oder einfach Leute, die die Tour de France mal live erleben wollen.
Wir sitzen zusammen, ich erzähle aus alten Tagen, und während dem Erzählen fällt mir immer noch mehr ein. Immer mehr Erinnerungen kommen zum Vorschein.
Irgendwann bekomme ich ein Whatsapp mit einem Zeitungsbericht. Ich habe anscheinend wirklich fast genau diese Etappe, die die morgen Rennfahrer absolvieren und ich sie am Strassenrand anfeuere, tatsächlich gewonnen. Irgendwie ein schöner Zufall, und irgendwie bin ich darauf auch noch immer stolz. Hier an der Tour de France noch etwas stolzer, wie zu Hause.