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Schwaegalp Schweiz 2014
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Werbekolonne

und Rennfahrer

Nach einer ruhigen, aber schlecht geschlafenen Nacht müssen wir erst etwas in die Gänge kommen. Aber zuerst müssen wir die Marschtabelle dieser Etappe studieren: Ab 12 Uhr kommt die Werbekolonne, die Fahrer um 14:12 Uhr. Also noch Zeit, mit dem Velo ins nächste Dorf zu fahren und dort den Bergpreis zu inspizieren.

Kaum sind wir 3 km auf der für Autos schon gesperrten Strasse gefahren, werden wir von einem Flic angewiesen, bitte die Velos zu schieben und nicht mehr auf der Strasse zu fahren. Hä, es ist noch nicht 11 Uhr und schon dürfen wir mit den Velos nicht mehr auf die Strasse? Die Fahrer kommen erst in mehr als drei Stunden? Und da wir keinen Bock haben, die gesamten drei Kilometer oder mehr zum Womo zurückzulaufen, machen wir sofort kehrt. Wir laufen so lange, bis uns der Polizist nicht mehr sieht, schwingen uns auf die Velos und fahren zum Womo zurück. Wir müssen aber noch an zwei anderen Flics vorbei. Der erste schaut gerade in die andere Richtung, den zweiten tricksen wir mit einem «Sorry, wir verstehen nicht» aus.

Wieder beim Womo ziehen wir uns um, versorgen die Velos, ziehen die Schweizer Leibchen an, packen die Fahne ein, dazu Campingstuhl und Sonnenschirm sowie weisse Farbe und Pinsel. Dann laufen wir etwa 200 m weiter, bis wir einen tollen Ort an der Strasse finden, wo wir die Fahnen befestigen können und die Fahrer schon von Weitem sehen.

Kaum sind wir einigermassen bereit, rauschen schon die ersten Fahrzeuge der Werbekolonne vorbei. Wir winken wie wild, und schon fliegen uns die ersten Werbegeschenke zu. Und zwischendurch, wenn kein Fahrzeug kommt, pinseln wir schnell einen Buchstaben auf die Strasse, bis wir endlich das «Hopp Schwiz» fertig haben. In der Eile wird das Z noch falsch herum geschrieben, aber das merkt niemand.

Wir sind in Stimmung, erhalten einen französischen Güggel als Kostüm, M&M's, Teigwaren, Flaschenöffner, Gummibärchen, Vergünstigungen für einen Zooeintritt, Sonnenhüte, Halstücher und, und, und. Eine richtig erfolgreiche Stunde.

Danach läuft aber eine Stunde fast nichts mehr, bis dann immer mehr Polizeimotorräder, Mannschaftswagen und noch mehr Polizei kommen und wir am Himmel zuerst einen, dann einen zweiten, dritten, vierten und fünften Helikopter sehen. Die Fahrer können nicht mehr weit sein.

Und dann rauschen sie vorbei: zwei an der Spitze, etwas dahinter ein kleines Feld, mit etwas Abstand ein weiteres und dann ein dritter Teil. Anscheinend sind sie sehr, sehr schnell gestartet, wenn nach erst 40 km schon alles so aufgesplittert ist.

Und dann, nach endlosen vier Minuten, fährt noch Tom Van Asbroeck an uns vorbei, kurz vor dem Besenwagen. Er wird wie wild von den vielen Zuschauern angefeuert, aber ich kenne diese Situation nur zu gut: Lange wird er alleine nicht mehr weit fahren und irgendwann aufgeben. Das ist dann auch so. Aber auch der Zweite des Gesamtklassements muss wegen eines Sturzes die Segel streichen. Für uns wichtiger: Die Schweizer zeigen ein beherztes Rennen und wir haben riesige Freude, auch wenn sie es am Schluss knapp nicht in die ersten 10 schaffen.

Der erste Tag an der Tour war toll. Weniger toll war dann das Finalspiel im Fussball, das wir gemeinsam in unserem improvisierten Kino schauen: Mittels eines Beamers projizieren wir die TV-Bilder auf ein weisses Womo.

Was wir morgen genau machen, wohin wir fahren, ans Ziel des Zeitfahrens oder direkt auf die Alp d'Huez, wissen wir momentan noch nicht. Das wird sich morgen zeigen…

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