Strenger wie die Radprofis

Wir schlafen aus, geniessen das schöne Wetter auf dem Platz, z’mörgelen vor dem Womo. Wir haben es nicht eilig, denn die Werbekolonne kommt hier im Ziel erst um 12 Uhr an und der erste Rennfahrer ca. um 14 Uhr. Ab dann wird jede (oder am Schluss alle zwei) Minuten ein Fahrer im Ziel sein. Der letzte also erst kurz vor 18 Uhr. So lassen wir bewusst die Werbekolonne aus und wollen danach die 700 m bis zum Ziel laufen.
Kurz vor Mittag erreicht uns dann die Meldung, dass die Zufahrt zur Alp d’Huez immer ab 22 Uhr bis 6 Uhr morgens gesperrt ist. Mist, wir wollten nach dem Zeitfahren dorthin fahren und wären erst um Mitternacht da oben angekommen. Was machen wir nun? Es gäbe die Möglichkeit, um 16 Uhr hier wegzufahren, damit wir früh genug vor der Schliessung oben sind. Aber dann sehen wir nur die Hälfte der Rennfahrer.
der Beweis, dass wir hier sind
Anita und ich entscheiden, dass wir heute das ganze Rennen geniessen und also hier schlafen, dafür um 4 Uhr wegfahren, so dass wir etwa um 7 Uhr unten an der Alp d’Huez sind und dann schon hochfahren können, um so noch einen Platz ergattern zu können. Die Meinung in unserer Gruppe ist geteilt, und so fährt etwa die Hälfte heute Nachmittag los und die andere Hälfte morgen früh noch fast mitten in der Nacht.
Also marschieren wir zuerst mal ins Ziel, bestaunen die Bauten, die extra aufgestellt wurden, und beklatschen die ersten kaputten Fahrer, die ins Ziel kommen. Danach laufen wir zwischen vielen Leuten der Strecke entlang zum Genfersee. Immer wieder quietschen Reifen von Mannschaftswagen, die hinter ihren Fahrern nachhetzen, um bereit zu sein, wenn ein Defekt eintritt. Wir geniessen den Rummel, die immer zahlreicheren Leute, die Verkaufsstände, die Lautsprecherdurchsagen.
überall sehr viele Zuschauer
Nach zwei Kilometern sind wir am Fusse der Funiculaire, einer kleinen Standseilbahn, die uns weg vom Genfersee hoch in die Altstadt von Thonon-les-Bains bringt. Die Schlange davor ist lang, in dieser Hitze will niemand hochlaufen, aber es geht sehr gesittet zu und wir sitzen nach kurzer Wartezeit in der Bahn und steigen oben aus. Dort ist der Rummel sogar noch etwas grösser, wieder fahren die Fahrer vor der Nase durch, Zuschauer applaudieren, Leute (und Järmanns) kaufen in den Souvenirshops unnötige Dinge der Tour de France.
Weiter schlendern wir der Strecke entlang und bei der Kilometermarke 4 bis zum Ziel hören dann die Absperrgitter auf und wir können die Strasse überqueren. So entscheiden wir, nun der gesamten Strecke bis zum Ziel zurückzulaufen und so 4 km lang die Fahrer anzufeuern.
2 km vor dem Ziel gibt es in einer Abfahrt eine spektakuläre Spitzkurve, es hat besonders viele Zuschauer, das Durchkommen ist gar nicht so einfach. Dann wird es immer enger und wir kämpfen uns durch die Massen der Zuschauer. Dann, 1,5 km vor dem Ziel, gibt es plötzlich kein Durchkommen mehr. Die Fahrer brauchen unsere gesamte Strassenseite, der Weg ist versperrt. Wenn wir auf der anderen Seite der Strasse wären, ginge es weiter, aber es gibt kein Überqueren der Rennstrecke, unmöglich (es hat viele Polizisten, die das kontrollieren). Absolut nichts zu machen. Mist, also wieder zurück durch alle Leute, bis es dann irgendwann, nach unendlich langer Zeit, eine Passage unter der Strasse durch ein Parkhaus gibt, wo wir endlich wieder auf der anderen Seite sind.
der grosse Radstar
Nun also schnellstens zum Ziel zurück und so sind wir gerade rechtzeitig dort, um die letzten zehn Fahrer zu sehen. Evenepoel, der zweitletzte Fahrer, gewinnt das Zeitfahren, Pogacar, der letzte, wird Zweiter. Genau mein Tipp der Rangliste heute. Gut, so schwer war das jetzt nicht. Wir machen ein Foto von Pogi und Remco, schauen von Weitem die Siegerehrung und danach sind wir nach kurzer Zeit zurück beim Womo.
Der Weltmeister als Etappengewinner
Fix und fertig, nach 11 km Laufen durch Menschenmassen in der Sommerhitze der Tour de France.
Ich glaube, viele Fahrer hatten heute einen leichteren Tag und weniger Schmerzen in den Beinen wie wir. Es war aber absolut ein toller Tag und unbedingt auch eine Empfehlung wert.
Nun heisst es aber, früh ins Bett zu gehen, denn der Abreisezeitpunkt wurde auf 3:30 Uhr vorverlegt. Auf der Alp d’Huez soll alles schon ziemlich voll sein… Wenn alles klappt, stossen wir dort wieder zum anderen Teil unserer Reisegruppe.
4.8.2026 - Ein großes Radrennen live zu erleben, kann besonders spannend sein, wenn Strecke, Wetter und die Atmosphäre der Zuschauer perfekt zusammenkommen. Eine gute Planung der Straßensperrungen und Zugangszeiten sorgt für ein deutlich entspannteres Erlebnis. Mehr Unterhaltung finden Sie auf <a href="https://win-beatz.ch/">win beatz casino</a>.
idadana
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