Und kein Parkplatz

Das Wetter sieht heute morgen nicht so prickelnd aus, aber nachts hat es nur ganz kurz mal geregnet. Unsere Velofahrt zu den Bunkeranlagen verschieben wir, so haben wir beim nächsten Besuch hier auch noch ein Ziel, das wir nicht gesehen haben.
Also räumen wir langsam zusammen, ver-entsorgen und fahren dann weiter der Küste entlang. Unser Ziel heute ist die Dune du Pilat, mit über 100m die höchste Wanderdüne Europas. Allerdings werden wir auf dem Stellplatz gewarnt, dass es dort sehr viele Leute hat. Aber sooo schlimm kann das gar nicht sein, also fahren wir frohgemut los. Unterwegs gehen wir noch einkaufen und füllen unseren Dieseltank. Dann umfahren wir auf der Autobahn Bordeaux, natürlich nicht ohne durch einige Kilometer Rebberge zu fahren und nähern uns dieser Düne.

Der Verkehr nimmt zu, die letzten 6km fahren wir im Schritttempo. Es ist 16 Uhr und noch immer wollen so viele Leute auf diesen Sandhügel? Dann endlich der letzte Kreisel vor dem Parkplatz und als wir durch sind, trifft mich fast der Schock. Der Parkplatz ist rappelvoll, ein Chaos mit Autos, Wohnmobilen, Fussgänger und Kinderwagen. Auch die Leuchtanzeige zeigt «Complet» an, da müssen wir es gar nicht versuchen. Also fahren wir im Schritttempo weiter, dem Verkehr ziellos hinter. Die Stimmung ist noch gut, könnte aber irgendwie kippen. Nach einem Kilometer kommt Campingplatz Nummer 1, voll, auch Campingplatz Nr. 2 und Nr.3 Langsam macht sich eine ganz kleine Stimmungskrise bemerkbar, bis Anita sagt, dass es da vorne noch einen Camping-car-Park hat. Also schnell den Blinker raus (also, schnell muss es nicht sein, wir fahren ja nur Schritttempo in der Kolonne) und dann fahren wir Richtung Parkplatz in den Wald. Da sehen wir tatsächlich Wohnmobile im Wald stehen. Ein Extra Waldparkplatz für Womos. Wir kreisen etwas durch die Womos und finden tatsächlich wahrscheinlich der einzig ganz gerade Platz auf dem Waldboden.

Uns gefällt es hier super und vor allem, wir haben immer noch gute Stimmung. Von der Düne sind wir nur ca. 5km entfernt, man könnte also problemlos mit dem Velo hin. Allerdings die vielen Leute schrecken uns wirklich etwas ab.
Also laufen wir 200m zum Strand und dann dem Strand entlang Richtung Düne. Nach einem Fussmarsch von 20 Minuten bis zu den zwei Bunkern, sehen wir die Düne fast vom Meer her. Es sieht super aus, aber noch immer um 18 Uhr hat es ganz oben viele, kleine schwarzen Punkte. Also immer noch sehr viele Leute da oben. Da haben wir und für einmal schon etwas verschätzt mit dem Besucheraufmarsch. Aber der Fussmarsch entlang des Meeres gefällt uns auch so.

Jetzt sind wir wieder im Womo, müssen unsere sandige Füssen abduschen und rätseln was wir zu Abendessen sollen. Favorit heute: Risotto.
Falls ich morgen um 5 Uhr zum Bett raus komme, werde ich dann die Düne besteigen und hoffentlich ohne Leute.