Um acht Uhr ist unser Knutschi bereit, das Büro abgeschlossen und wir fahren los Richtung Süden.
Wir kommen gut über den San Bernardino und runter ins Tessin. Noch kurz vor Bellinzona halten wir auf der Raststätte und beschliessen dort zu schlafen. Erstens ist es schon spät, zweitens sind wir in der Schweiz und drittens hat uns Willi die neue Methode gezeigt, mit den Sicherheitsgurten die vorderen Türen einbruchsicher zu verschliessen. Es wird also nicht passieren.
Einbruchschutz: Die Sicherheitsgurten des Fiat Ducato reichen gerade, um in der Seitentüre durch die Armlehne zu schlaufen und dann einzustecken. Man kann so die Türen von aussen nicht mehr öffnen, auch wenn man das Schloss geknackt hat. Eine gute und vor allem günstige Lösung. Wir sind begeistert.
Bei sonnigen Wetter fahren wir ins Piemont zu einem alten alten Freund.
Es ist echt herrlich, wiedermal in Italien zu sein und diese italienische Luft einzuatmen. Es läuft auf der Autostrada problemlos Richtung Piemont. Auch in Cortemiglia kommen wir schon am Mittag an und telefonieren Josi, der seit 18 Jahren hier wohnt, ob er uns holen kann und uns zu sich nach Hause führt. Alles geht ohne Probleme und wir sind gespannt auf sein zu Hause. Von Mietwohnung bis eigenes Haus ist alles möglich. Was wir dann aber zu sehen bekommen, haut uns aus den Socken! Eine perfekte, italienisch eingerichtete piemontesische Bergvilla, ich kann es nicht anders benennen, an perfekter Lage. Ein wirklicher Traum und alles selber gemacht oder selber geplant!
Wenn ich bei Euromillionen alle Zahlen richtig habe, werde ich ihm dieses Schmuckstück sofort abkaufen. Ok, der Abstellplatz für Wohnmobile würde ich etwas grösser machen ;-)
Wir geniessen sein Zuhause und werden Abends noch richtig schick italienisch Essen ausgeführt zu piemontesischen Spezialitäten. Den ganzen Aufenthalt genissen wir paradisisch, natürlich auch den strahlend blauen Himmel. Josi, wir kommen wieder einmal!
Mittgas verabschieden wir uns bei Josi im Piemont und fahren Richtung Süden weiter. Wir haben noch kein Ziel definiert und schauen, wie weit wir kommen.
Das Wetter ist herrlich warm und die Autobahn durch Genua ist nun dreispurig. Vor 20 Jahren war sie dies noch nicht...
Irgendwann später beschliessen wir, nach Portovenere zu pilgern und dort auf dem Stellplatz zu übernachten. Ganz urspünglich wollten wir auf dieser Reise die Cinque Terre besuchen, aber vor zwei Wochen habe ich mir mein Knie kaputt gemacht, irgendwas ist gebrochen, und ich darf es nun fünf Wochen nicht belasten. Also ist aus den Cinque Terre nichts geworden, da wir die fünf Dörfer ja bewandern wollten. Portovenere wäre ein Startpunkt, um diese Dörfer auch mit dem Schiff zu besuchen.
Die Strasse von La Spezia bis Portovenere ist ziemlich schmal mit viel Verkehr, ich komme recht ins Schwitzen, klappt aber alles problemlos und wir kommen gut an. Nur mit dem Parkautomat haben wir etwas Mühe und haben ihn nicht sofort im Griff.
Wir Grillen schön an der Sonne und etwas später nach Einbruch der Dunkelheit laufen wir dennoch die 2 km ins Städtchen. Es ist wunderschön und nach einem Glace pilgern wir wieder zu unserem Wohnmobil. Eventuell fahren wir morgen mit dem Schiff zu den Cinque Terre, es ist aber ebensogut möglich, dass wir in die Toscana weiter pilgern, an irgend einen breiten Sandstrand.
Wir baden im Meer und geniessen den Sandstrand, fast wie im Sommer, den wir so nicht hatten.
Morgens sind wir nochmals kurz mit dem Velo nach Portovenere, einen feinen Capuccino trinken, danach fahren wir weiter Richtung Süden. In Ceccina ist das Wetter nicht ganz top, also noch weiter in den Süden. Um 15 Uhr treffen wir in Albinia, nördlich von Civitavecchia, ein und finden einen super Stellplatz unter Pinienbäumen direkt am Sandstrand. Wir stehen mit unserem Womo keine 100m vom Wasser weg und geniessen die Sonne.
Selbstverständlich machen wir einen Schwumm im Meer, der erste 2014 von uns.
Der Stellplatz kostet pro Stunde 1 Euro inkl, Strom und allem. Was will man da mehr?
Heute Abend werde ich dann unsere Pouletschenkel auf dem Gasgrill zubereiten und gleichzeitig noch eine Portion Rösti. Italienisch essen werden wir dann morgen wieder...
Man kann es kaum glauben: wir holen uns diesen "Sommer" doch noch einen Sonnenbrand!
Morgens fahren wir mit dem Velo in das Dorf Albinia und kaufen ein. Ich muss neue kurze Hosen kaufen, die alten haben Risse bekommen, nicht modische, sondern einfach weil der Stoff zu dünn wurde. Auch Lebensmittel kaufen wir ein und fahren zurück.
Das Frühstück nehmen wir unter Pinien mit Sicht aufs Meer direkt neben unserem Knutschi ein. Danach liegen wir an den Strand, schwimmen, geniessen das Leben und werden zuerst ganz unbemerkt rot (inzwischen brennt es ein wenig).
Wir bleiben heute hier, einfach weil es so schön ist.
unseres Reisestrecke