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Pont du Gard Frankreich 2015
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Reisebericht

Das Orakel von Δελφοι 21.9.2017

Ein langer Tag geht glücklich zu Ende und wir haben wieder viel Neues gesehen.

Beginnen tut er für mich aber sehr früh. Um 6 Uhr stehe ich auf, fasse Fotoausrüstung, Stirnlampe und Fahrrad und mache mich auf den Weg, die 5km berghoch zu den Klöstern. Ich will dort den Sonnenaufgang einfangen.

Die Fahrt durch die dunkle Nacht, vorbei an den schwarzen Felsen und Millionen von glitzernden Sternen lohnt sich nur schon wegen diesem Erlebnis. Verschwitzt komme ich eine halbe Stunde später auf „meinem“ Aussichtspunkt an und schiesse Fotos bis es taghell ist und die Sonne am Himmel steht. Da habe ich bestimmt einige gute Fotos im Kasten. Die rasante Abfahrt danach zum Campingplatz ist viel zu schnell vorbei…

Vor Sonnenaufgang

Wir machen unser Knutschi abfahrbereit, bezahlen den Campingplatz, trinken noch einen griechischen Kaffee und weiter geht’s. Nochmals an den Felsen und den Klöstern vorbei und dann endlich einmal in der Ebene einfach nur geradeaus. Die Strasse ist vierspurig, bezahlt von der EU, ziemlich neu, ohne Verkehr, das hätte man sicher auch günstiger lösen können, denn vierspurig müsste die ganz bestimmt nicht sein.

Wir cruisen ganz entspannt in den Mittag hinein, holen gemäss Navi auf den 230km zwei Stunden auf. Die Strassen bleiben super, der Verkehr ist inexistent und nur die Berge beginnen wieder. Wir überqueren schätzungsweise fünf Hügelzüge und dann sehen wir den ersten Wegweiser nach Delphi. Wieder berghoch, inzwischen hat sich die Landschaft geändert und die Baumwollfelder weichen Zypressen und Olivenbäumen.

Anfahrt bei Delphi

Kurz vor der Ortschaft passieren wir unseren anvisierten Campingplatz, allerdings fahren wir die drei Kilometer bis zum alten Delphi grad auch noch. Dank des Orakels und Phytia, die die Weissagungsprüche von sich gab und den geschäftstüchtigen Priestern, die das ganze interpretierten, war Delphi vor 3000 Jahren die wichtigste Stadt der Antike. Heute ist nicht mehr viel davon übrig, die Strasse ist eng durchs Dorf, Touristenläden halten die heimische Bevölkerung am Leben und bei den wenigen Parkplätzen finden wir mit unserem Womo direkt vor dem Eingang der Altertumsstätte einen Platz.

Die 24 € Eintritt für zwei Personen sind schnell bezahlt und dann marschieren wir am Tempel des Apollo vorbei, bestaunen das Amphitheater und laufen ganz hoch zum Stadion. Es ist imposant, aber halt doch nur alte Steine die irgendwie herumliegen und ein paar alte Säulen. Der Wow-Effekt bleibt aus, auch weil keine Infos auf Deutsch vorhanden sind. Es wäre sicher interessanter mit einem Beschrieb wo man etwas verstehen würde. Irgendwie haben wir danach auch keine Lust mehr, ins Museum zu gehen, auch wenn wir den Eintritt schon bezahlt haben. Wir haben Durst und eine trockene Kehle.

Tempel des Apollo

Mit dem Womo fahren wir etwa 400m weiter, parkieren erneut und besichtigen noch die alte Universität, die heutzutage das Bild des Orakels verkörpert. Das haben wir auch schnell gesehen und um 15 Uhr sind wir im Womo und werweissen, wie es heute weiter gehen soll. Wir entschliessen, im nächsten Dorf etwas einzukaufen, einen Bancomaten zu suchen, denn unser Bargeld ist alle und hier in Griechenland konnten wir bis jetzt noch nicht wirklich viel mit Kreditkarte bezahlen.

Es wird dann auch noch in einem kleinen Restaurant ein Greek-Burger, so dass wir nach den Souvlaki und Tzatziki gestern wieder nicht kochen müssen. Wir fahren also noch ein Stück weiter und suchen uns irgendwo in der Pampa an einer Nebenstrasse ein ruhiges Plätzchen zum Übernachten. Der Sonnuntergang ist magisch rot und wir können uns da einfach nicht sattsehen, so dass der heutige Eintrag etwas später kommt wie normal…

heutiges Abendrot

Alles in allem wieder ein super Tag und Griechenland ist wirklich ein tolles Womo-Land mit extrem freundlicher Bevölkerung!

Übernachtung

Erithron - Strassenrand **
Griechenland, frei
am Rand der Strasse
Koordinaten: 38.26947, 23.121981
N 38° 16' 10.1"  E 23° 7' 19.1"
letzter Besuch: 9.2017

Kanal von Korinth 22.9.2017

Bei Besuch von Freunden und doch noch eine Bootsfahrt durch den Kanal

Wir erwachen gut ausgeschlafen und sind nach dem Duschen relativ schnell reisefertig. Ziel für Heute ist der Kanal von Korinth, wo wir mit unseren Freunden gegen Mittag eine Verabredung haben. Das Navi zeigt schmale Strassen und viele Kurven an und wir sind so auf eine längere Autofahrt eingestellt. Es beginnt wirklich schmal und holperig, aber schon nach wenigen Kilometern sind wir dennoch auf einer neuen Hauptstrasse, die gut ausgebaut ist.

Wir sehen sogar einen kleinen Supermarkt, ich glaube, den ersten, seit wir in Griechenland sind. Da wir so gut vorangekommen sind, haben wir noch Zeit, einen Einkauf zu machen und kämpfen ein bisschen damit, die Früchte und das Gemüse richtig abzuwägen und zu etikettieren. Gar nicht so einfach, wenn alles nur mit dem griechischen Alphabet angeschrieben ist. Die freundliche Kassiererin hilft uns dann dabei und so ist etwas später alles bezahlt und verladen.

Mittags kommen wir pünktlich auf dem abgemachten Campingplatz an und finden die „Ossis“ auch sofort! Wir haben Julia und Peter vor ziemlich genau zwei Jahren auf einem Stellplatz in Kroatien kennengelernt und sind seither immer irgendwie in Kontakt geblieben. Wir haben uns wirklich auf dieses Treffen gefreut und sind schon wenige Minuten nach der Ankunft bei ihnen am Tisch und tauschen unsere Neuigkeiten aus.

Wir wollen alle den Kanal von Korinth sehen und darum spaziere ich etwas später zur Reception, um zu fragen, ob eine Bootsfahrt durch diesen Kanal möglich ist. Die Dame telefoniert sofort mit einem Bruder, Cousin oder Kollege, denn so genau habe ich es nicht verstanden und sie erklärt mir danach, dass morgen um 16 oder 17 Uhr ein Boot fahren würde, wir müssen aber morgen um 14 Uhr nochmals nachfragen, wann es nun genau ablegen werde.

Irgendwie befriedigt mich diese Auskunft nicht, im Internet finde ich aber auch keine präzisieren Angaben. Also schnappe ich mir mein Fahrrad und will die 4 Kilometer zum Kanal fahren, eventuell finde ich dort genauere Infos. Ist ja klar, dass mich Anita nicht alleine gehen lassen will und unsere Freunde fragen auch zaghaft, ob sie eventuell mitkommen dürfen. Ist ja klar, und nur wenige Minuten später fahren wir zu viert Richtung Kanal. Wir haben es ziemlich Lustig und finden auch sofort die Einfahrt zu diesem Kanal, der die Halbinsel Peleponnes zur Insel macht. Gleichzeitig sehen wir aber auch ein Ausflugschiff, dass gerade Passagiere aus einem Bus zu sich einsteigen lässt. Ich frage einen Angestellten dort, ob das Schiff eventuell durch den Kanal fährt und ob wir da zu viert auch mitfahren könnten. Er bejaht und wir sind uns schnell handelseinig. Pro Person 20 € und wir dürfen mit, wenn wir uns beeilen. Sogar unsere Fahrräder dürfen mit aufs Schiff und so legen wir schon gegen 16 Uhr für die Fahrt durch den Kanal ab. Hatten wir wieder ein Dussel, dass wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind! Später erfahren wir, dass dieses Touristenschiff jeden Tag um 16 Uhr ablegt.

Die Fahrt durch dieses Bauwerk ist wirklich eindrücklich. Gleich zu Beginn wird die Brücke für die Schiffspassage nicht etwa angehoben oder weggeschwenkt, nein sie wird kurzerhand unter Wasser gelassen, damit die Schiffe darüber fahren können. Sind alle Schiffe durch, wird sie wieder angehoben und die Autos fahren wieder über die Brücke!

Der gesamte Kanal ist rund 6km lang und etwa 80m tief in den Felsen gehauen, es sieht also ziemlich eindrücklich aus und ist ein Erlebnis. Knapp eine Stunde später sind wir wieder beim Ausgangspunkt und erspähen ein Restaurant auf der anderen Seite an der Sonne. Nun ist aber die versenkbare Brücke unter Wasser und wir müssen warten, bis die Schiffe alle aus dem Kanal sind. Nach langen 25 Minuten hebt sich die Brücke wieder und wir können mit unseren Fahrrädern endlich darüber. Allerdings ist es ratsam zu laufen und die Räder zu stossen, die Fahrstreifen der Brücke sind nämlich aus Holz und so glatt und nass, dass man leicht ausrutschen kann.

An der Sonne bei 26 Grad lassen wir uns eine Moussaka auf der Zunge vergehen und nach einem Ouzo machen wir uns bei eingehender Dunkelheit und noch lustiger auf die Heimfahrt. Ist ja klar, dass wir danach vor dem Campingplatz noch einen Absackerl nehmen müssen und so sind wir dann nach langen Gesprächen und noch lustiger erst gegen Mitternacht beim Wohnmobil.

Ich schreibe nun den Blogg, Anita muss noch einen Teil des Essens (oder der Getränke) auf gleichem Weg wie sie hineingekommen sind, in die Toilette entleeren und ich weiss jetzt schon, dass es für sie morgen früh ein ziemlich hartes Erwachen geben wird! Kopfweh lässt grüssen. Aber der ganze Nachmittag und Abend war sehr schön und wir sind jetzt schon halbe Griechen, lieber das Leben lieben und leben lassen, wie zu arbeiten…. War das jetzt von Sokrates oder von mir?

Übernachtung

Korinthos - Isthmia Beach ***
Griechenland, Camping
direkt am Meer, sauber, freundlich, Kiesstrand
Koordinaten: 37.89087, 23.006714
N 37° 53' 27.1"  E 23° 0' 24.2"
letzter Besuch: 9.2017

Das Theater von Epidauros und perfekter Freistehplatz 23.9.2017

Einmal mehr sind wir von Griechenland beeindruckt und geniessen nun sogar ein Freistehplatz direkt am Meer

Morgens laufen wir etwas gemächlicher an wie sonst, da es gestern doch etwas gar spät geworden ist. Wir frühstücken mit unseren Freunden und versorgen uns gegenseitig noch mit Tipps für die Weiterreise. Für Julia und Peter geht es Richtung Norden, für uns in den Süden.

Unser heutiges Ziel ist das antike Theater von Epidauros. Es ist das besterhaltene Amphitheater Griechenlands, oder besser gesagt, der ganzen Welt. Schon die Anfahrt dem Meer entlang und am Schluss noch etwas über die Berge ist die Fahrt wert, super Strassen, super Landschaft und auch hier kein Verkehr.

Der Parkplatz ist riesig als wir in Epidauros ankommen und so stellen wir unser Womo etwas in den Schatten. Danach schlendern wir zum Eingang und sind echt erstaunt, statt 12 € Eintritt ist heute Nulltarif. Das letzte Weekend im September ist gratis, was für ein Dussel wir wieder haben. Es gibt noch ein paar andere Daten mit freiem Eintritt, aber warum machen das die Griechen wohl? Weiss dass jemand?

Danach, als wir das Amphitheater sehen, bleibt uns wirklich die Spucke weg! Es ist genau so, wie man sich so ein Amphitheater vorstellt, und es ist riesig, 12‘000 Personen haben Sitzplätze und es ist weit über 2000 Jahre alt! Was für ein Bauwerk. Und erst die Akustik! Ein beliebter Test ist das fallenlassen einer Münze im Zentrum und dieses soll man bis in die oberste Reihe hören können (wir haben 54 Reihen gezählt) und tatsächlich, wir hören die fallengelassene Münze eines Touristen in der obersten Reihe sitzend, es ist also kein Witz. Kurz darauf beginnt eine asiatische Touristin ein Lied zu singen und was für ein Ton, was für ein Klang! Als sie fertig ist, applaudieren alle gebannt zuhörenden Anwesenden im ganzen Theater! Der Asiatin ist das etwas peinlich, aber sie darf stolz auf sich sein.

eine Schauspielerin

Aber man muss auch sagen, für das, dass es heute freien Eintritt hat, haben sich echt wenige Besucher nach Epidauros verlaufen, obwohl der Besuch dieses Theaters auf einer Griechenlandreise ein unbedingtes Muss ist, finden wir jedenfalls.

Das Tehater von unten

Wir können fast nicht genug von dieser mythischen Stimmung aufsaugen, schlendern aber irgendwann dann doch wieder zum Ausgang zurück und kaufen uns dort noch ein leckeres Eis. Danach fahren wir die 20 Kilometer bis zum südlichen Strand von Nafplio, dort soll es einen Stellplatz direkt am Meer geben.

Wir finden diesen sehr schönen Ort problemlos, aber Stellplatz ist schon etwas gar geblufft, es ist wohl eher ein ausgewiesener Freistehplatz! Für uns ja noch viel besser, wir stehen unter Palmen, direkt am Strand mit Meeresrauschen. Man könnte es nicht schöner haben!

direkt am Meer

Wir sind einfach nur glücklich und dankbar, dass wir so etwas erleben dürfen!

Heute Abend werden wir am Strand grillen, aufs Meer hinausschauen, philosophieren, etwas schwimmen und wie die Griechen, einfach nichts tun…

Unsere Übernachtungsbucht von oben

Übernachtung

Nafplio - Karathona ****
Griechenland, frei
direkt am Naturstrand, Restaurant in der Nähe
Koordinaten: 37.54691, 22.819484
N 37° 32' 48.9"  E 22° 49' 10.1"
letzter Besuch: 9.2017

Erholung in Nafplio 24.9.2017

Ich habe nun endlich Badehosen und kann das Meer geniessen

Bis jetzt reisten wir jeden Tag ein Stückchen weiter, aber weil Sonntag ist und wir einen schönen Platz am Meer haben, beschliessen wir, uns heute einfach nur zu erholen.

Frühstücken

Das Meer ist spiegelglatt und ganz ruhig, und sogar die Temperatur sagt mir zu und das will etwas heissen, ich bin ein Warmduscher… Allerdings merke ich, dass meine holde Kunigunde mir die Badehosen nicht eingepackt hat. Was für ein Debakel, oder hätte ich das selber machen müssen?

Also fahren wir mit dem Fahrrad die etwa 3 Kilometer alles sehr schön auf einem Gehweg dem Meer entlang nach Nafplio. Die Fahrt ist echt wunderschön und auch zu Fuss locker zu machen. Wir passieren drei kleinere Buchten, zwei Megajachten und dann sind wir auf der Hafenpromenade des Städtchens.

Fahrradtour

Endlich ist mal etwas los! Die Restaurants sind ziemlich voll, Kinder spielen überall, Läden haben geöffnet und die Griechen quatschen alle miteinander, und nicht gerade leise. Bis jetzt war ja immer alles leer, die Läden zu 90%, die Strassen zu 95%, die Sehenswürdigkeiten zu 80%. Wir sind wieder unter Leuten und geniessen den Rummel irgendwie. Ich finde sogar noch tolle, knackige, leuchtgrüne Badehosen, auch Anita kauft ein etwas dezenteres Stück und wir lassen es uns in einem Strassencaffee gut gehen.

Nafplio

Die Heimfahrt geniessen wir wieder und kaum zu Hause sind wir im Wasser. Das Meer ist nun etwas rauer, also das heisst, normal, es windet ein wenig und die Sonne brennt dadurch grad nicht so heiss. Wir haben am Schatten 26 Grad, also perfekt.

Der Stellplatz ist übrigens von vielen griechischen, älteren Wohnmobilen belegt, was heisst viele, vielleicht sind wir insgesamt etwa 10 Womos hier. Sie kommen fast alle aus Athen, verbringen hier das Weekend und werden heute Abend wieder nach Hause fahren. Danach werden nur noch die Ausländer hier sein, ein Holländer und vorhin kamen noch zwei Deutsche. Es läuft also alles ziemlich ruhig ab. Sogar die Polizei machte heute mal noch eine Runde auf dem Platz und schaute nach dem Rechten. Es ist hier übrigens erstaunlich sauber, keine rumliegenden Flaschen oder Plastiksäcke, so wie entlang der Strassen…

Man kann es hier echt gut haben und wir geniessen es einfach nur. Allerdings muss ich dann heute mal noch auf das Dach, die Stromzufuhr meines Trackers funktioniert irgendwie nicht mehr und dann gehe ich vorsorglich mal noch die Batterien tauschen, nicht, dass ich dann nicht mehr nachschauen kann, wo wir jetzt schon überall durchgefahren sind.

 

Übernachtung

Nafplio - Karathona ****
Griechenland, frei
direkt am Naturstrand, Restaurant in der Nähe
Koordinaten: 37.54691, 22.819484
N 37° 32' 48.9"  E 22° 49' 10.1"
letzter Besuch: 9.2017

Nervenkitzel und kalter Schweiss 25.9.2017

Wir kommen ganz knapp durch das Dorf Leonidion, aber ein paar cm enger, und wir wären steckengeblieben.

Während unserem kleinen Frühstück um 8 Uhr (die Griechen hätten aber schon 9) fährt ein Kreuzfahrtschiff vor unserem Strand Richtung Nafplio. Das ist unser Zeichen, um aufzubrechen, denn wir werden die heutige Nacht auf einem Campingplatz verbringen, damit wir unsere Toilette entleeren und frisches Wasser füllen können.

Die Strasse führt herrlich in südlicher Richtung immer dem Meer entlang, ein gewaltiger Ausblick nach dem anderen eröffnet uns und wir stoppen verschiedene Male, um das in Fotos festzuhalten.

In Leonidion müssen wir nach rechts abbiegen in die Berge, denn wir wollen den Pass nach Kosmas fahren und das dortige Kloster am Felsen besichtigen. Die Strasse wird ziemlich eng im kleinen Dörfchen, vor uns fahren zwei französische Womos und wir kämpfen uns zu Dritt durch die engen Gassen von Leonidion. Es entsteht ein kleineres Verkehrschaos, aber die Griechen nehmen es sehr locker, auch wenn man sich schon lange nicht mehr kreuzen kann. An einer Engstelle winkt uns dann ein Grieche nach links, dort unten sei die Strasse breiter. Stimmt, schon nach 150m geht es wieder reibungslos. Die französischen Womos vor uns stoppen auf einem Parkplatz, deren Frauen haben wahrscheinlich den Markt über dem Fluss erspäht. Wir folgen der Strasse noch 200m bis uns eine Baustelle stoppt und die Umleitung rechts steil den Berg hoch angezeigt ist. Kann das stimmen? Es ist verdammt steil und verdammt schmal! Uns bleibt aber nichts anderes übrig und wir kämpfen uns im Schritttempo hoch. Nach zweihundert Metern mit eingeklappten Spiegeln kommen wir auf eine andere Strasse, wo wir uns links halten sollten. Allerdings der Übergang von der 15% Steigung auf die ebene Querstrasse ist viel zu apruppt, da können wir niemals nach Links ohne irgendwo aufzusitzen und unsere Abwasserleitung oder den Abwassertank aufzuschlitzen. Also fahren wir irgendwie schräg nach rechts und dann drehen wir unser Womo 50m weiter in einer noch steileren Querstrasse. Nach einigen Versuchen schaut dann das Womo wieder in die richtige Richtung, ohne hinten aufzusetzten ging es aber nicht. Aber nix passiert. 200m später geht es wieder links steil hinunter und jetzt kommen sogar zwei Autos als Gegenverkehr. Ich weiss nicht wie, aber wir kommen irgendwie aneinander vorbei, obwohl wir fast auf den Sitzplatz eines Hauses fahren müssen.

Wieder hunter Meter weiter kommt die letzte Kurve der Umleitung, wir sollten wieder auf die normale Strasse einbiegen. Nur wie ist das möglich? Die Kreuzung hat 90 Grad, links und Rechts Mauern, die etwa 2m hoch sind und die Strassenbreite beträgt 3m. Ich steige aus und begutachte das Ganze, ich habe echt starke Zweifel, ob ich diese Kurve irgendwie erwischen kann. Allerdings retour zu fahren, ist absolut keine Alternative und unmöglich!

so friedlich sieht Leonidion aus

Es geht jetzt nicht mehr um cm, es sind mm, Anita weist mich draussen an und ich steure und lenke wie ein wilder, bei jedem Versuch geht es ein paar cm weiter um die Ecke und nach ca. 15 mal vor und zurück ist es echt geschafft. Ohne Kratzer und auch die Markise hat am Hausdach nicht gestreift!

Ich bin bachnass vor Schweiss, aber auch etwas stolz. Mit unserem 7.48m langen Womo war das echt am Limit, mit 7.50m wären wir steckengeblieben… Die französichen Womos sehen wir danach den ganzen Tag nicht mehr, die mussten bestimmt umdrehen. Durch die ganze Aufregung und den Fahrstress vergassen wir, Fotos zu machen, was ich nun echt bereue!

Auf der Bergstrecke kommen uns danach noch einige Womos entgegen, eines sogar mit Anhänger. Ich bin mir echt sicher, dass die dort niemals durchkommen und entweder warten, bis die Baustelle abgebaut ist oder sie müssen den ganzen Weg (ca. 40km) zurück.

Egal, wir haben es geschafft und geniessen den bergigen Pass, bis wir beim Kloster sind. Natürlich machen wir einen Besuch im Innern, ziehen uns extra noch lange Hosen an und Anita bedeckt sich die Schultern, so wie es vorgegeben ist. Das Kloster ist ziemlich klein, aber sehenswert.

Das Kloster in den Berg gehauen

Die Fahrt ist wunderschön und in Kosmas, das wahrscheinlich jeder Wohnmobilist kennt, dort wo man in den Bergen um die Kirche fahren muss, parkieren wir und essen zu Mittag. Einen griechischen Salat und Kaninchenkeule, die echt sensationell ist und nur 7.50€ kostet.

Mittagessen in Kosmos

Es geht ab da wieder den Berg runter, einige Ziegenherden versperren uns manchmal den Weg, aber wir kommen nun gut wieder am Meer an. Um 15 Uhr sind wir auf dem Campingplatz am Meer zwischen den Olivenbäumen und wir machen noch einen Fotospaziergang dem Meer entlang.

Abendspaziergang (Foto von Anita)

Übernachtung

Mavrovouni - Camping Meltemi ****
Griechenland, Camping
mitten in Olivenbäumen, direkter Strandzugang
Koordinaten: 36.72980, 22.553526
N 36° 43' 47.3"  E 22° 33' 12.7"
letzter Besuch: 9.2017

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