Headbild
Pont du Gard Frankreich 2015
Du befindest dich hier: Unsere Reisen \ Reiseberichte

Reisebericht

Ankunft im Norden 1.9.2020

Wir kommen gut in Norden an

Als wir morgens erwachen hat es chon Nebel über unserem Parkplatz. Und als wir uns etwas vor sieben Uhr bereit machen, braust ein Linienbus heran, der Fahrer kurbelt die Schweibe runter und sagt zu uns: «Ihr steht übrigens auf einem Busparkplatz, den wir eigentlich brauchen.». Ups, und wir haben hier genächtigt, wahrscheinlich haben wir gestern bei der Ankunft nicht mehr alles ganz richtig gecheckt.

Auf alle Fälle machen wir uns sofort fertig und sind kurze Zeit später wieder auf der Autobahn. Es läuft ziemlich flüssig, wir kommen gut vorwärts und haben nur einem für wenige Kilometer einen kleineren Stau. Auch durch den Elbtunnel in Hamburg geht es reibungslos und als unser Diesel vor Flensburg zur Neige geht, gehen wir einkaufen und volltanken. In Deutschland ist es noch viel günstiger wie in Dänemark.

Grenzübergang nach Dänemark

Dann werden wir an der Grenze herausgewunken, der Zöllner will unsere Identität überprüfen, aber sein Gerätchen spielt nicht mit. Also lässt er es bleiben und wünscht uns schönen Urlaub. Einen gratis Covid-19 Test bei der ersten dänischen Raststätte nach der Grenze benützen wir nicht und fahren über Land zur Insel Rømø.

Damm Richtung Römö

Auf dem geraden Damm zur Insel kommt dann so richtiges Ferienfeeling auf und wir fühlen uns irgendwie befreit. Wir sind schon in Dänemark und können es fast nicht glauben. Wir zweigen links ab und wollen zum riesigen Stellplatz Oaso auf der Insel. Das ist der, der in den letzten Jahren neu aus dem Boden gestampft wurde und die Womo-Plätze rund um einen kleinen künstlichen See angelegt ist. Der gesamte Platz ist wirklich riesig und sehr zweckmässig und schön angelegt. Es haben rund 200 Wohnmobile platz und jedes Womo hat einen grosszügigen Grünstreifen um sich herum. Wir sind beeindruckt!

wir geniessen

Von der Fahrerei sind wir nun doch ziemlich müde und geniessen momentan einfach die Sonne vor unserem Womo. Der Platz ist sehr gut belegt (schätzungsweise zu 90% voll) und da war es eben gut, dass wir heute nach 635km Fahrt schon um halb vier Uhr hier waren. Seit gestern Abend 19 Uhr haben wir in 20 Stunden 1100km geschafft, und ohne Stress. Man kommst schon sehr schnell sehr weit.

Abendstimmung

Den Sandstrand auf Rømø werden wir dann morgen erkunden. Heute geniessen wir nur noch und spazieren zwei Runden um den künstlichen See, um ein bisschen Womos anzugucken…

Es sind momentan wahrscheinlich 90 Prozent Deutsche hier, 5% Dänen, 4% Holländer und zwei Schweizer…

Übernachtung

Rømø - Autocamperplads Oasen ****
Dänemark, Camping
riesig mit viel Platz für jedes Womo
Koordinaten: 55.09054, 8.540270
N 55° 5' 26"  E 8° 32' 25"
letzter Besuch: 8.2020

Rømø 2.9.2020

Mit dem Womo auf dem Strand

Was soll man eigentlich zum heutigen Tag sagen? Es war einfach fantastisch. Lange hielten wir es heute Morgen auf dem Stellplatz Oase nicht aus. Wir packten zusammen, bezahlten nochmals für eine Nacht (so waren wir sicher, dass wir wieder Platz hatten) und fuhren die wenigen Kilometer zurück. Wir wollten auf dem grossen Sandstrand, wo man mit dem Wohnmobil darauf fahren kann. 

Schnell sind wir dort und sind schon auf der Anfahrt beindruckt. Riesig und weit vorne das Meer. Sollen wir rechts oder links? Wir entscheiden uns für Links und fahren parallel dem Meer entlang, bis wir nach wenigen hundert Metern für uns einen passenden Platz gefunden haben. Sofort stürmen wir heraus und machen schon die ersten Fotos. Blauer Himmel, blaues Meer, gelber Sand und mittendrin wir mit dem Womo. So etwas haben wir nun echt noch nie erlebt.

Der Sand ist auf den Fahrspuren ziemlich hart und problemlos zu fahren. Dazwischen gibt es aber auch Felder mit losem Sand, aber dort müssen wir zum Glück nicht durch und können diese jeweils umfahren. Das Ganze geht also wirklich problemlos. Obwohl, etwas später sehen wir dann schon ein Womo das zu viel gewagt hatte und heraus gezogen werden muss. Später auch noch einen PKW, also doch schon besser die Augen offen halten.

Wir sitzen am riesigen Strand und können unser Glück irgendwie gar nicht fassen. Fast von jedem Wohnmobil aus werden verschiedenste Drachen fliegen gelassen. 50 bis 80m in die Höhe, die Schnur an einen Pflock binden und den Drachen so zwei Stunden weit über den Köpfen schweben lassen. Drachenfliegen ist hier glaub Nationalsport, auch wenn die meisten Besucher Deutsche Kennzeichen hatten.

Nachmittgas füllt sich dann der Strand immer mehr und es hatten ziemlich viele Autos noch zwischen den Womos platz. Es gibt keine Regeln, jeder parkt dort, wo es Platz hat und wo er zufrieden ist. Platz hat es immer noch genug.

Wir sitzen da, geniessen das Meer, schauen den Drachen zu und machen lange Spaziergänge. Wir laufen den gesamten Strand ab, der für Fahrzeuge geöffnet ist. Das sind schätzungsweise 3km dem Meer entlang. Als wir im nördlichen Ende sind, merken wir, dass die Flut nun ziemlich einen Höchststand hat. Einige Autos müssen etwas mehr ins Strandesinnere fahren, damit sie nicht vom Meerwasser umspühlt werden. Wir schauen uns an: wie weit stehen wir selber eigentlich vom Meer weg? Etwas schneller laufen wir wieder zurück, was wenn unser Womo im Meer steht? Dem ist aber zum Glück nicht so, wir sind auf unserem Platz sicher…

Erst Abends als der Strand schon fast leer ist, räumen wir zusammen, reissen uns endlich von diesem Anblick los und fahren auf unserem Stellplatz Oase zurück.

Stellplatz Oase Rømø

Eigentlich ist dies kein Stellplatz, eher ein Campingplatz für Wohnmobile. Alles läuft via Kreditkarte und Self-Checkin, jeder Platz ist nummeriert, den man beim Zahlungsvorgang eingeben muss. So kann man den Platz auch problemlos verlassen und abends zurückkehren, ohne Angst zu haben, dass dann besetzt ist. Eine gute und praktische Lösung. Auf dem Platz kann man so lange bleiben, wie man bezahlt, auf der einen Seite gut, auf der anderen aber wie überall das selbe Problem: die Plätze nahe am Wasser (ok, ist nur ein kleiner Weiher und eigentlich überhaupt nicht wichtig), diese Plätze sind natürlich von vielen besetzt, die fast wochenweise bleiben. Für die Kurzübernachter bleibt dann nur noch die zweite Reihe übrig. Aber das ist überhaupt nicht tragisch, denn die Plätze sind sehr grosszügig und gegenüber der ersten Reihe versetzt. Jeder Platz wird durch eine Rasenfläche vom Nachbarplatz getrennt. 

Wahrscheinlich einer der besten europäischen Stellplätze, aber eben, eher ein Campingplatz für Wohnmobile.

Aber eines ist sicher: Dänemark hat unser Herz heute im Sturm erobert!


Übernachtung

Rømø - Autocamperplads Oasen ****
Dänemark, Camping
riesig mit viel Platz für jedes Womo
Koordinaten: 55.09054, 8.540270
N 55° 5' 26"  E 8° 32' 25"
letzter Besuch: 8.2020

Gezeiteninsel Mandø 3.9.2020

Wir sind jetzt vom Festland abgeschnitten.

Die heutigen Wetteraussichten sagen Nachmittags Regen an, also ist nichts mit Strand. Genau das richtige Wetter, um die kleine Insel Mandø zu besuchen. Die Insel ist nur ca. 3km im Durchmesser, wird aktuell von 33 Personen bewohnt und ist durch eine Strasse erreichbar. Allerdings ist die Strasse nur bei Ebbe befahrbar, bei Flut wird sie überspült. Wir müssen den Gezeitenkalender studieren und sehen darauf, dass heute um 9:20 Uhr Niedrigwasser ist, also wird unser Tagesprogramm dieser Uhrzeit unterworfen. Von Rømø sind es ca. 30km nördliche Richtung bis zur Einfahrt auf diese Strasse, wir düsen also halb Neun los. 

Punkt 9:22Uhr stehen wir vor allen Warnschildern bei der Einfahrt auf die Schotterpiste «Nur mit Kenntnis der Gezeiten zu befahren». Reicht unser Wissen, dass wir diese Strasse befahren dürfen? Kein Mensch weit und breit, also stürzen wir uns ins Abenteuer.

Der Schotterweg auf die Insel

Der Schotter liegt sehr lose und die Wasserpfützen auf der Strasse machen auch nicht einen besonders vertrauenserweckenden Eindruck. Da es noch nicht regnet, müssen es Salzwasserpfützen sein, die von der letzten Flut herrühren. Das Meerwasser reicht manchmal schon bedenklich nahe an den Weg, aber wir müssen jetzt da durch. Wir haben das Gefühl, dass wir wirklich mitten durchs Meer fahren, die Insel sehen wir nämlich noch nicht, die ist so flach. Aber dann, nach ein paar unendlichen Kilometern wechselt der Strassenbelag wieder auf Asphalt und das gibt schon eine kleine Sicherheit, dass dieser Teil jeweils nicht überspült wird. Haben wir das Schlimmste geschafft?

Etwas später geht es dann über einen Damm und wir sind im Innern der Insel. Buah, wir sind gut angekommen und wurden nicht weggespült. Wenn man da einen Platten hätte, dann würde man sich mit Radwechseln wohl sehr beeilen oder mindestens dem Pannendienst ins Gewissen reden, er solle mal Gas geben…

Danach fahren wir das schmale asphaltierte Strässchen (die Hauptstrasse der Insel) weiter Richtung Mandø By, der Hauptstadt (und einzigem Dorf) auf der Insel. Das Schild zum Campingplatz ist nicht zu übersehen und so lesen wir uns einen Platz auf der leeren Wiese aus. Da ansonsten niemand da ist, wollen wir zum Shop im Dorf laufen, um zu fragen, wo wir uns anmelden müssen. Wir sind dort genau richtig, denn der Shop ist Tourismusbüro, Laden und Campingplatzreception in einem.

rund um die Insel

Wir bekommen noch eine Karte der Insel und die ältere Frau entschuldigt sich, dass heute kein so schönes Wetter ist, aber die Insel sei jetzt noch schöner, da es eben keine anderen Leute hier hat.

Zurück beim Womo machen wir unsere Fahrräder bereit, denn es ist noch immer trocken und das Wetter müssen wir ausnützen. Rund um die Insel führt ein ca. 3m hoher Damm und im Innern die kleine Inselrundstrasse.

Es ist einfach herrlich und wir kommen einfach nicht vorwärts. Alle paar hundert Meter klettern wir auf den Damm, machen Fotos und geniessen den salzigen Wind, die urige Landschaft und das Glück, so einen Ort erleben zu dürfen.

Nach 12km haben wir die Insel vollständig umrundet, einige Abstecher auf kleinen Strässchen ins Wattenmeer gemacht, Schafe fotografiert und Landschaften, die Windmühle (das Wahrzeichen und höchste Gebäude der Insel) geknipst und das Schiff mit Rädern auch.

das Wahrzeichen

Uns gefällt es extrem hier. Nach der Runde machen wir uns zu Fuss auf ins Dörfchen, wo wir jetzt schon alle Häuser kennen. Auch den Schopf der Seerettung besichtigen wir und die Säule, wo die Höhe aller Sturmfluten markiert sind. So eine Sturmflut wird uns wahrscheinlich nun grad erreichen, denn der Wind nimmt stark zu und der Regen beginnt waagrecht die Insel zu umhüllen. Dann studieren wir noch schnell das Ausflugsschiff, dass hydraulisch grosse Räder runter lassen kann und so auch über Sandbänke oder Untiefen durchfahren kann. Echt clever…

Wir sitzen nun in unserem Womo, warte bis das Wetter etwas besser wird, und wissen, dass nun weder neue Touristen kommen noch alte gehen können. Die Zufahrtsstrasse ist unter Wasser und nicht passierbar.

ein Schiff mit Rädern

Ach ja, in unserem Wohnort wurde heute die Bank überfallen, wir haben aber ein Alibi, denn wir sitzen auf der Insel fest. Dafür wissen wir nun, warum unser Konto leer ist…

Übernachtung

Mandø - Brugs ***
Dänemark, Camping
alles, was man braucht
Koordinaten: 55.27427, 8.538312
N 55° 16' 27.4"  E 8° 32' 17.9"
letzter Besuch: 9.2020

Lyngvig Fyr 4.9.2020

Wir müssen uns nach dem Takt der Natur richten

Gestern Abend mussten wir den heutigen Tag etwas planen. Zum einen studierten wir den Wetterbericht, zum andern waren die Gezeiten wichtig, so dass wir wussten, wann wir von der Insel fahren können.

Das Wetter in den nächsten Tagen ist nicht ganz optimal, so dass wir unseren groben Plan etwas ändern müssen. Bisher sind wir in Dänemark nur in kleinen Schritten vorwärts gekommen, es war einfach zu schön. Nun müssen wir aber schweren Herzens die Besichtigung von Ribe (älteste Stadt Dänemarks) und der Besuch der Insel Fanø verschieben. Schönstes Wetter bei der Stadtbesichtigung und danach Regen auf dem Sandstrand bei Fanö macht einfach keinen Sinn. Zudem wird Nordwärts das Wetter eher besser, also beschlossen wir gestern Abend, heute ein grösseres Stück zu fahren.

Morgenspaziergang

Tagwache ist um 8 Uhr, denn um 9:30 Uhr müssen wir bei Ebbe auf der Strasse Richtung Festland sein. Zur Überraschung begrüsst uns morgens die Sonne und das heisst, wir müssen unbedingt einen Morgenspaziergang einplanen. Zur Windmühle, ans Wattenmeer, durchs Dorf, wir jauchzen vor Glück, denn es ist unbeschreiblich schön!

Aber danach wird es höchste Zeit und wir fahren die Gezeitenstrasse zurück Richtung Festland. Einfach eine faszinierende Strasse, links und rechts das Meer, und manchmal auch noch etwas vor einem. Wir kommen aber gut durch, auch wenn manchmal das Wasser bis zur Frontscheibe spritzt. Nicht unbedingt das, was man sich für das eigene Womo wünscht. Überall klebt Salz, schlimmer wie im Winter bei gesalzenen Strassen. Ein heftiger Regenschauer wäre jetzt nicht schlecht und wie auf Kommando giesst es in den nächsten 5 Minuten wie aus Kübeln. Danach glänzt unser Knutschi wieder, das Salz ist weg. Und schon schaut die Sonne wieder hervor.

auf dem Meeresgrund zurück aufs Festland

Und dann sind wir auf der Strasse von Nymindegab nach Hvide Sande. Rechts der Ringkøbing Fjord, links das Meer. Wobei das Meer sehen wir eigentlich nie, es sind immer die Sanddünen dazwischen. Aber wahrscheinlich eine der schönsten Strecken Dänemarks. Dünen und Landschaften, so wie man es sich einfach nur erträumen kann. Die bewachsenen Dünen Leuchten an der Sonne um die Wette und die Häuser mit den Reetdächern umranden das gesamte Landschaftsbild. Wir könnten schreien vor Glück!

unterwegs (durch die Scheibe fotografiert)

Und dann sehen wir von weitem den Lyngvig Fyr, den hohen weissen Leuchtturm. Vor dem Leuchtturm hat es einen Campingplatz, den wir als Tagesziel anvisiert haben. Und es wurde uns nicht zu viel versprochen! Es ist einer dieser Campingplätze, die einfach top sind! Man fährt auf das Gelände und sucht sich irgendwo ein kuscheliges Plätzchen zwischen den Dünen. Jeder stellt sich so hin, wie es einem passt und da der Zeltplatz riesig ist, kommt man sich bestimmt nicht in die Quere. Natürlich finden wir den allerschönsten Platz, direkte Sicht auf den Lyngvig Fyr, keine andere Womos oder Wohnwagen im Blickfeld, sondern nur Sanddünen und sich bewegende Grashalme.

Noch immer ist das Wetter wunderschön und da um 14 Uhr Regen angesagt ist, stürmen wir gleich zum Leuchtturm los. Ein Foto mit Sonne muss einfach noch sein.

Wir sind wieder mal richtige Glückskindern, denn wir können uns etwas später noch vor dem Womo ein Vesperplättchen genehmigen, bevor es dann beginnt, richtig zu schütten.

Abendspaziergang

Eine Stunde später sind wir aber schon wieder bei trockenem, windigen Wetter zu Fuss unterwegs. Wir überqueren die Sanddünen an den Strand und sind wieder überwältigt: ein ca. 100m breiter Sandstrand vor dem wilden Meer, rechts die hohen Sanddünen und keine Menschenseele. Fasziniert von der ganzen Szenerie spazieren wir wieder bis zum Leuchtturm und über die Dünen zurück.

Einfach nur fantastisch hier. Wir haben heute alles richtig gemacht!

Übernachtung

Hvide Sande - Nørre Lyngvig Camping *****
Dänemark, Camping
grosser Platz, jeder kann sich irgendwo in den Dünen verstecken mit sicht zum Leuchtturm
Koordinaten: 56.04160, 8.113095
N 56° 2' 29.8"  E 8° 6' 47.1"
letzter Besuch: 9.2020

Thorsminde 5.9.2020

mit viel Wind gestrandet

Die gesamte Nacht hat unser Wohnmobil ziemlich gerüttelt, vom Wind und nicht etwa von zwischenmenschlicher Beziehung. Dafür hatten wir die Fenster nicht verdunkelt, der Anblick war einfach zu grandios. Direkt von unserem Schlafzimmerfenster hatten wir einen tollen Blick auf den Leuchtturm und das kreisende Signalfeuer. Einfach faszinierend für Binnenländler wie wir. Auch der tolle Sonnenuntergang über dem wilden Meer mit all den Farben genossen wir gestern Abend noch.

Die Nacht war dann schon wie der gesamte Tag ziemlich windig, dazwischen auch ein paar Regenschauer, aber heute Morgen wieder weisse Wolken vor dem blauen Himmel. Ein Grund, die zehn Minuten Fussmarsch in Kauf zu nehmen und zum Lynvig Fyr zu marschieren, um pünktlich bei der Öffnungszeit von 10 Uhr die Eintrittskarten zu lösen und die insgesamt 228 Treppenstufen im Innern des runden weissen Turms hochzukraxeln. Oben geht es dann durch eine kleine Luke (ich habe mir das Schienbein so richtig fest gestossen) nach aussen, wo es dann erst mal so richtig windet. Aber die Aussicht ist grandios, das unruhige Meer, die Dünen, die gerade Strasse, die zum Leuchtturm führt und auch der Campingplatz, alles einsehbar. Das Signallicht des Turms ist übrigens 17km weit ins Meer hinaus sichtbar.

wo sind wir hier?

Unser Tag ist schon grossartig, bevor wir überhaupt gestartet sind. Wir entsorgen unseren Abfall und den Inhalt der Toilette, bezahlen den Campingplatz und fahren wieder Richtung Norden ohne bestimmtes Ziel. Immer dem Meer entlang, das heisst, den Dünen entlang, die zum linken Fenster hinaus grüssen. Geradeaus, ohne viel Verkehr. Manchmal Sonne, manchmal Regen, manchmal bewölkt. Aber immer viel Wind, was den Vorteil hat, dass die Wolken sehr schnell weiter ziehen und das Wetter alle fünf Minuten ändert.

Nach rund 40 km kommen wir am Mittag in Thorsminde an, wo wir ein kleines Womoschildchen sehen, dem wir nun nachfahren. Wir landen direkt am hintersten Eck des Hafens und parken unser Womo direkt vor einem Picknick-Tisch. Es ist ein Stellplatz, allerdings sind wir die einzigen hier, aber es gefällt uns wiedermal super gut. Nicht viel Infrastruktur (nur Strom) aber eben, wir hören das Meer rauschen und stehen direkt am Hafen.

Schnell sind wir bereit für den ersten Spaziergang über die Dünen und sehen nur 100m vom Womo weg das wilde Meer. Total faszinierend. Als dann aber ein heftiges Gewitter loslegt, rennen wir wieder zurück und bringen uns im Knutschi in Sicherheit.

Fünf Minuten später ist der Spuk vorbei und wir beschliessen, ins Dörfchen zu laufen, um einzukaufen. Tatsächlich finden wir schnell ein kleinen Einkaufsladen, wo wir unseren Rucksack füllen und danach studieren, ob wir nun das Strandingmuseum besuchen sollen oder zuerst wieder zu unserem Womo zurückkehren.

Wir entscheiden uns für Zweite und laufen danach wieder los Richtung Dorf. Dieses Mal mit dem Ziel Museum. Allerdings lässt uns das Meer keine Ruhe und wir laufen noch ein Weilchen auf den Dünen oder am Strand unten, der Brandung entlang. Die Strände hier sind dutzende Kilometer lang und menschenleer. Einfach total faszinierend und schön.

Strandingmuseum St.George

Irgendwann sind wir dann ziemlich müde wieder beim Museum und bezahlen den Eintritt. Das gesamte Museum behandelt die gestrandeten Schiffe vor der Küste Dänemarks und ist wirklich super schön gemacht. Die ausgestellten Fundstücke sind fast alle von den beiden englischen Linienschiffen HMS St. George und HMS Defence, die am Weihnachtsmorgen 1811 in einem Orkan vor Thorsminde auf Grund gelaufen waren. Mit eindrücklichen Multimediaschauen (wo man sitzen kann) wird erklärt, wie bei einer Strandung von Schiffen verfahren wurde. Seeleute retten war die erste Aufgabe, aber danach wie die Ladung an Land gebracht, das Schiff in Einzelteile zerlegt und versteigert wurde, damit für den Schiffseigener doch noch der Verlust verkleinert werden konnte. Dazu wie viele Bewohner der Küste von dieser Arbeit lebten und so weiter und so fort. Für uns alles Neuland und sehr interessant.

Inzwischen ist es nun schon wieder Ende Nachmittag und wir bereuen es kein bisschen, dass wir in diesem kleinen Dorf wie viele Schiffe früher, gestrandet sind.

Der Wind hat noch nicht nachgelassen, aber dafür haben wir wieder innerhalb einer Stunde alle möglichen verschiedenen Wetterarten. Ob es heute auch wieder so einen farbigen Sonnenuntergang gibt wie gestern?

Wir lieben Dänemark!


Übernachtung

Thorsminde - Hafen ***
Dänemark, Stellplatz
Einfacher Stellplatz direkt am Hafen mit Strom ohne Sanitäranlagen
Koordinaten: 56.36581, 8.121043
N 56° 21' 56.9"  E 8° 7' 15.8"
letzter Besuch: 9.2020

Reisestrecken

unseres Reisestrecke