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Marokko 2017
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Reisebericht

La Rochelle 31.7.2021

Wir landen in einer Stadt

Wir werweissen, was wir heute alles anstellen sollen. Irgendwie haben wir hier so schlechtes Internet, dass ein Platzwechsel nötig ist. Und da unsere Reiserichtung gegen Bordeaux hinunter verläuft, schauen wir, was es an der Küste alles zu sehen gibt. Dann erinnern wir uns an den Film «Das Boot» und an den U-Boot-Bunker in La Rochelle. Der müsste doch noch stehen, oder?

der U-Boot Bunker von weitem

Und als wir da so diskutieren, fragen uns unsere Nachbarn Frank und Beatrice, ob sie hinter uns herfahren dürften, denn das würde sie grad auch noch interessieren. Also fahren wir in einem kleinen Konvoi die 100km Richtung La Rochelle. Dort finden wir den Stellplatz mitten in der Stadt ohne Probleme, es hat auch noch ziemlich viele freie Plätze.

Der U-Bootbunker ist nur drei Kilometer vom Stellplatz entfernt, also fahren wir mit dem Velo dorthin, kreisen um das Gelände wie die Geier und finden einfach keinen Eingang. Irgendwann fragen wir dann einen Anwohner und der erklärt uns, dass das ganze Gelände den Amerikaner gehört und der Zutritt verboten ist. Also machen wir von weitem ein Foto. Aber es sieht schon echt bedrohlich und irgendwie total faszinierend. Schon schade, dass wir den nicht besichtigen können, aber ist nun nicht zu ändern.

Dafür fahren wir dann in die andere Richtung in die Altstadt und zum alten Hafen. Es hat riesige Menschenmassen, die unterwegs sind. Alles ist auf den Beinen, trotz Maskenpflicht auch im Freien. Wir sind uns gar nicht mehr an so vielen Menschen gewohnt. Aber es ist unheimlich schön. Die Altstadt beeindruckt uns echt und ist ein Besuch alleweil wert. Auch der Hafen mit der momentanen Ebbe sieht toll aus. Es ist alles so toll, dass wir uns noch einen Platz in einem Strassencaffee ergattern und uns eine Pizza bestellen.

Wir geniessen die Stimmung am Hafen, gehen danach noch etwas einkaufen und fahren mit dem Velo wieder auf den Stellplatz.

Als wir dann spät ins Bett gehen, müssen wir uns eingestehen, dass wir schon lieber am Meer stehen wie in einer Stadt. Also werden wir unseren nächsten Übernachtungsplatz wieder in der Nähe des Meeres suchen.

Übernachtung

La Rochelle - Port Neuf ***
Frankreich, Stellplatz

Koordinaten: 46.16073, -1.186095
N 46° 9' 38.6"  E -1° 11' 9.9"
letzter Besuch: 8.2021

Schulung 2.8.2021

Wir fahren Fähre und feiern 1. August.

Bevor wir den Motor starten und weiterfahren, wird bei unserem Knutschi noch ein Service gemacht. Frank, der jahrelang auf einer Motorenprüfstelle gearbeitet hat und mit seinem Womo neben uns steht, untersucht unser Wohnmobil, Fazit: hinten zu wenig Luft drin, Luftfilter muss gereinigt werden, Räder schlecht ausgewuchtet und Windschutzscheibe viel zu dreckig.

Und er erklärt mir dann noch, warum ich auf keinen Fall an der Billigtankstelle Diesel auffüllen soll und noch viele andere Dinge, auf die ich achten soll. Dann sollte der Motor ewig halten.

Kurz erklärt: nur dort tanken, wo die Gesellschaften eigene Tanklastwagen haben, dann bekommt man den Diesel, der am wenigsten verunreinigt ist. Schlechte Dieselqualität schadet dem Moto immer. Ich nehme es mir zu Herzen.

Nachdem Beatrice auch noch unsere Windschutzscheibe professionell gereinigt hat, sind wir startbereit.

Wir fahren von La Rochelle weiter Richtung Süden nach Royan und dort auf die Fähre über einen Meeresarm. Ich wähle diese Strecke bewusst, denn Frank und Beatrice fahren hinter uns her. Sie haben seit neustem ein Wohnmobil und haben in vielen Dingen noch keine Routine. So kann ich vom morgens gelernten etwas zurückgeben. Die beiden wären nämlich garantiert nicht auf eine Fähre gefahren und so werden sie von uns gezwungen... Und sie sehen nun, dass es überhaupt keine Sache ist, auch mit einem Womo übers Meer zu schippern. Allerdings erwischen wir eine ziemlich knifflige Fähre, die Rückspiegel müssen eingeklappt werden und auf die Markise muss besonders acht gegeben werden. Es klappt aber alles reibungslos und nach der kurzen Überfahrt fahren wir auf der anderen Seite auf den nächsten Stellplatz nur ganz wenige Kilometer vom Hafen weg.

Sonntags in der Hochsaison in einem Touristen-Spot einen Womoplatz zu ergattern dürfte nicht einfach sein. Aber wir sind erstaunt: nicht mal die Hälfte der Plätze sind belegt trotz bester Lage und keine 200m vom Sandstrand entfernt.

Wir richten uns ein und machen danach einen Spaziergang ans Meer. Wir haben es wieder Mal sehr gut getroffen, auch wegen den Strandbeizchen, die uns magisch anziehen. Getränk auf dem Tisch, Füsse im Sand und der Blick aufs sonnige Meer.

Dann erfahren wir, dass 600m vom Platz am Sonntag noch ein Supermarkt geöffnet hat, also packen wir unsere Fahrräder und fahren in einem kleinen Umweg über einen Leuchtturm zum Einkaufen. Anita braucht dringend Kaffee, aber trotzdem sind wir danach voll beladen. Warum denn das, wir wollten doch nicht viel kaufen?

Abends wird dann gemeinsam mit Beatrice und Frank gegrillt und bis tief in der warmen Nacht 1. August gefeiert. Weit weg von zu Hause und doch nur 2m bis ins eigenen Bett. Das geht eben nur mit dem Wohnmobil.

Das Leben kann schön sein.

Übernachtung

Verdon sur mer - Aire de camping-car ****
Frankreich, Stellplatz
sehr nahe am Meer, aber keine Meerischt
Koordinaten: 45.54609, -1.05436
N 45° 32' 45.9"  E -1° 3' 15.7"
letzter Besuch: 8.2021

Besucheransturm 3.8.2021

Und kein Parkplatz

Das Wetter sieht heute morgen nicht so prickelnd aus, aber nachts hat es nur ganz kurz mal geregnet. Unsere Velofahrt zu den Bunkeranlagen verschieben wir, so haben wir beim nächsten Besuch hier auch noch ein Ziel, das wir nicht gesehen haben.

Also räumen wir langsam zusammen, ver-entsorgen und fahren dann weiter der Küste entlang. Unser Ziel heute ist die Dune du Pilat, mit über 100m die höchste Wanderdüne Europas. Allerdings werden wir auf dem Stellplatz gewarnt, dass es dort sehr viele Leute hat. Aber sooo schlimm kann das gar nicht sein, also fahren wir frohgemut los. Unterwegs gehen wir noch einkaufen und füllen unseren Dieseltank. Dann umfahren wir auf der Autobahn Bordeaux, natürlich nicht ohne durch einige Kilometer Rebberge zu fahren und nähern uns dieser Düne.

Der Verkehr nimmt zu, die letzten 6km fahren wir im Schritttempo. Es ist 16 Uhr und noch immer wollen so viele Leute auf diesen Sandhügel? Dann endlich der letzte Kreisel vor dem Parkplatz und als wir durch sind, trifft mich fast der Schock. Der Parkplatz ist rappelvoll, ein Chaos mit Autos, Wohnmobilen, Fussgänger und Kinderwagen. Auch die Leuchtanzeige zeigt «Complet» an, da müssen wir es gar nicht versuchen. Also fahren wir im Schritttempo weiter, dem Verkehr ziellos hinter. Die Stimmung ist noch gut, könnte aber irgendwie kippen. Nach einem Kilometer kommt Campingplatz Nummer 1, voll, auch Campingplatz Nr. 2 und Nr.3 Langsam macht sich eine ganz kleine Stimmungskrise bemerkbar, bis Anita sagt, dass es da vorne noch einen Camping-car-Park hat. Also schnell den Blinker raus (also, schnell muss es nicht sein, wir fahren ja nur Schritttempo in der Kolonne) und dann fahren wir Richtung Parkplatz in den Wald. Da sehen wir tatsächlich Wohnmobile im Wald stehen. Ein Extra Waldparkplatz für Womos. Wir kreisen etwas durch die Womos und finden tatsächlich wahrscheinlich der einzig ganz gerade Platz auf dem Waldboden.

Uns gefällt es hier super und vor allem, wir haben immer noch gute Stimmung. Von der Düne sind wir nur ca. 5km entfernt, man könnte also problemlos mit dem Velo hin. Allerdings die vielen Leute schrecken uns wirklich etwas ab.

Also laufen wir 200m zum Strand und dann dem Strand entlang Richtung Düne. Nach einem Fussmarsch von 20 Minuten bis zu den zwei Bunkern, sehen wir die Düne fast vom Meer her. Es sieht super aus, aber noch immer um 18 Uhr hat es ganz oben viele, kleine schwarzen Punkte. Also immer noch sehr viele Leute da oben. Da haben wir und für einmal schon etwas verschätzt mit dem Besucheraufmarsch. Aber der Fussmarsch entlang des Meeres gefällt uns auch so.

Jetzt sind wir wieder im Womo, müssen unsere sandige Füssen abduschen und rätseln was wir zu Abendessen sollen. Favorit heute: Risotto.

Falls ich morgen um 5 Uhr zum Bett raus komme, werde ich dann die Düne besteigen und hoffentlich ohne Leute.

Übernachtung

Arcachon - Petite Nice ***
Frankreich, Stellplatz
Im Wald ohne Strom und ohne Entsorgung
Koordinaten: 44.55758, -1.237941
N 44° 33' 27.3"  E -1° 14' 16.6"
letzter Besuch: 8.2021

Puy du Dome 4.8.2021

und alte Vulkane

Morgens studiere ich die Karte und Google Maps spuckt mir aus, dass es von unserem Standort bis nach Hause 1158km sind. Eine ziemliche Strecke. Da Anita am Samstag wieder arbeiten muss, haben wir noch drei Tage, um nach Hause zu fahren, das würde pro Tag rund 400km machen. Was sollen wir tun? Nach einer kurzen Besprechung entschliessen wir uns wirklich die Strecke nach Hause zu beginnen und dazwischen gibt es sicher noch Sehenswürdigkeiten zum Anschauen.

Wenn ich jetzt die ersten 400km abmesse, landen wir in der Gegend von Clermont-Ferrand. Diese Stadt tauchte in meiner Radsportkarriere immer wieder als Etappenort der Tour de France auf und ich bin sicher, dass ich dort auch schon die Ziellinie überquert habe. Also schaue ich mir die Gegend rundherum besser an, sehe den Puy du Dôme, ebenfalls eine magische Etappenankunft der Tour. Und dann merke ich, dass die Berge in der Umgebung alles alte, erloschene Vulkane sind. Das weckt natürlich mein Interesse. Auf rund 60km sind 80 alte Vulkane wie auf einer Perlenkette aufgelistet. Da ist klar, dass wir da hin fahren und einen Parkplatz suchen, der möglichst nahe an so einem alten Vulkan mit Krater liegt.

Da wir nun die Richtung wissen, verabschieden wir uns von Beatrice und Frank, die uns in den letzten Tagen begleitet haben. Sie werden noch weiter das Meer geniessen, während dem wir zu den Vulkanen fahren.

Allerdings wissen wir, dass wir irgendwann im Winter an den Atlantik zurückkehren werden. Viele Stellplätze, super Meer und dann keine Touristen mehr. Dieses Ziel werden wir uns merken.

Wir kommen gut voran, nur um Bordeaux haben wir etwas Stau, macht aber nichts. Dann holen wir eine Gewitterfront ein und überholen sie, oder besser, unterfahren wir sie, bis wir vorne wieder schönes Wetter haben. Bei einem Zwischenstopp holt sie uns wieder ein und dann berechnen wir, dass diese Front ca. mit 60km/h ostwärts vorankommt, wir mit 100km/h fahren und so jede Stunde 40km Vorsprung bekommen.

Foto und Lizenz: CC-BY-ND, Pierre Soissons

Als wir dann gegen 17 Uhr auf dem anvisierten Parkplatz ganz nahe am Vulkan Puy de Pariou ankommen, ist dieser Parkplatz immer noch total belegt und ein Übernachtungsverbot prangt an dessen Eingang. Also fahren wir drei Kilometer zurück, denn dort sahen wir auch viele Wohnmobile stehen. Wir merken, dass dies der Parkplatz vom Erlebnispark Vulcania ist, der uns und anderen dieser Landstrich etwas näher vorstellen möchte. Dafür haben wir nun keine Zeit, wir schnallen unsere Räder aus und fahren Richtung Vulkan. Allerdings sehen wir noch im Parkplatz, dass auch hier Übernachtungsverbot besteht, aber 200m weiter sehen wir einen Wegweiser zum Stellplatz des Erlebnisparkes. Sehr gut, aber keine Zeit, wir wollen zum Vulkan.

Nach einem Kilometer auf dem Fahrrad und einen Blick zurück, sehen wir, dass wir doch nicht genug Vorsprung von der Gewitterfront herausgefahren haben. Es wird wohl schlauer sein, wenn wir nun doch wieder zurück fahren, bevor wir ganz nass sind.

Wieder beim Womo dislozieren wir gerade noch auf den Stellplatz, bevor der Regen so richtig losschüttet. Zum Glück haben wir uns richtig entschieden.

Währenddem der Regen auf unser Womo prasselt, essen wir nun schön gemütlich ein heisses Fondue. Schliesslich sind wir ja fast wieder in den Bergen und nicht mehr am Meer, da darf man das, auch wenn wir in Frankreich sind…

Jetzt müssen wir schauen, ob wir morgen irgend einen dieser alten Vulkane besteigen können…

Übernachtung

Saint-Ours - Vulcania ****
Frankreich, Stellplatz
grosse Felder, mit Entsorgung
Koordinaten: 45.81312, 2.948480
N 45° 48' 47.2"  E 2° 56' 54.5"
letzter Besuch: 8.2021

Puy de Pariou 5.8.2021

Ein erloschener Vulkan

Früh ist heute Tagwache, um 7 Uhr klingelt mein Wecker. Warmes Wasser einschalten, anziehen, aufräumen, für meine Holde einen heissen Kaffee machen und dann erledige ich den Abwasch. Um 8 Uhr sind wir abfahrbereit und wir fahren die drei Kilometer zum Parkplatz «Des Goules», der gestern voll war. Jetzt am Morgen ist er noch leer. Wir ziehen die Wanderschuhe an, packen Regenjacke, Getränke und Fotoapparat in den Rucksack und marschieren Richtung Spitze des Puy de Pariou. Dieser Vulkan erlosch vor 8500 Jahren und ragt nun 250m von seiner Umgebung empor.

im Aufstieg

Wir marschieren alles durch dichte Wälder immer höher empor, sehen tun wir ausser Bäumen und Pflanzen nicht viel. Das Wetter macht immer mehr zu und natürlich genau, als wir oben ankommen, regnet es und wir sitzen mitten in der Wolke. Trotzdem nehmen wir den schönen Weg 90m in den alten Krater hinab, aber auch hier sehen wir nicht viel mehr. Es schifft immer mehr und mich wundert es nicht, dass dieser Vulkan bei diesem Wetter hier erloschen ist.

Blick in den Krater bei Regen und Nebel

Bei Sonnenschein muss es hier fantastisch aussehen, aber bei Nebel und horizontalem Regen ist es nicht wirklich faszinierend. Also machen wir uns wieder auf den Abstieg. Und ab der Mitte spüren wir, was es heisst, hier während der Hochsaison zu sein. Es ist eine riesige Völkerwanderung auf den Gipfel, dauernd sind wir am Ausweichen und Kreuzen ganze Familien. Wenn ich jetzt denke, dass wir den ganzen Krater allein hatten, war das schlechte Wetter gar nicht so schlecht.

Nach knapp zwei Stunden sind wir wieder auf dem Parkplatz, der nun auch wieder überfüllt ist. Es hat so viele Menschen und Fahrzeuge hier, dass wir froh sind, wieder loszufahren. 

Im Womo drinnen ist es schön ruhig und mit zwei Köpfen voll besetzt…

Wir fahren durch Clermond-Ferrand und danach auf die Autobahn Richtung Heimat. Je länger wir fahren, desto schöner wird das Wetter und als wir Lyon passieren, entschliessen wir, doch noch eine Übernachtung einzulegen. Wir könnten jetzt nämlich durchfahren und wären nach Navi um 20 Uhr zu Hause.

Seyssel

Anita sucht während dem Fahren einen Stellplatz, den sie direkt an der Rhone in Seyssel findet. Also Blinker und von der Autobahn, 13km bergrunter zur Rhone und schon parkieren wir auf dem Platz. Es ist ein Platz der Gruppe Camping-car-Park, von da haben wir den kleinen Plastikbatch, den man übers Internet aufladen kann. Beim Stellplatz angekommen, muss man nur die Karte über die Tastatur halten und schon öffnet sich die Schranke. Und da man nur mit dieser Karte reinkommt (man kann sie jeweils auch am Automat beziehen) weiss das System immer, wie viele Wohnmobile auf dem Platz sind. So wird es auch im Internet auf der Webseite angezeigt, wie der Platz aktuell belegt ist. Ein wirklich gutes System…

Naherholungsgebiet

Wir sitzen jetzt direkt neben der Rhone, aber wegen den Bäumen beim Stellplatz sieht man das Wasser nur zwischen den Blättern hindurch. Der Spaziergang dem Fluss entlang ist aber wunderschön, auf einer Seite hin zu einem Schwimmbereich und Naherholung, auf die andere Seite unter der Brücke hindurch Richtung Dorf.

Wir haben es richtig gemacht, dass wir hier noch gestoppt haben. Die Sonne scheint, wir sitzen vor dem Womo und geniessen unsere letzten Ferienstunden.

Übernachtung

Seyssel - Camping-car park ****
Frankreich, Stellplatz

Koordinaten: 45.95131, 5.83353
N 45° 57' 4.7"  E 5° 50' 0.7"
letzter Besuch: 8.2021

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