Ich gebe es zu, ich war noch nie in Kärnten und noch nie in Slowenien. Und mit fast 50 Jahren höre ich nun das erste Mal etwas von einem Karawankentunnel. Ca 8 Kilometer lange, 7 Euro Maut und liegt an der Grenze von Villach nach Slowenien.
Ich merke, dass ich eigentlich schlecht auf diese Fahrt vorbereitet bin, 30 € Maut für 30 Tage Autobahnbenützung Slowenien, unbekannte Ortschaftsnamen und das einzige, was mir bekannt vorkommt, ist ein Wegweiser Richtung Kranska Gora. Und je länger wir fahren, desto mehr wird mir bewusst, dass ich rein gar nichts von Slowenien weiss. Heute sehe ich viele Berge, alles grün und eigentlich ganz schön. Na gut, wir sind ja auch nur etwa 20 km gefahren hier. Denn danach haben wir einen schönen Parkplatz gefunden, auf dem Wohnmobile ausdrücklich erlaubt sind. Da bleiben wir und da schlafen wir auch.
Ach ja, heute sind wir durch Liechtenstein, Österreich, ein bisschen Deutschland, ein bisschen Slowenien gefahren. Alles tiptop geklappt, keine Aufreger, 606 km und einen Durchschnittsverbrauch von nur 9,3 km. Kein Wunder mit den Baustellen in Austria, die haben auf der Autobahn noch mehr wie wir Schweizer…
Am Faakersee findet ein grosses Harley Davidson Töff-Treffen statt und wir sind ganz in der Nähe. Genau dort wollten wir dann auch noch vor dem Grenzübertritt tanken, aber die Tanke war besetzt ;-) also fuhren wir zur nächsten. 1.05 € für Diesel, ist wirklich sehr günstig.
Nun sitze ich im Knutschi, Anita hat mich wieder beruhigt, (dieses Windows 10 beginnt Updates, wann und wo es will, so dass man nicht mal in Ruhe arbeiten kann, das nervte mich gewaltig). Jetzt kochen wir dann etwas und morgen geht es weiter durch Slowenien nach Kroatien auf die Insel Krk.
Schon am Mittag haben wir unseren Platz bezogen und geniessen das Leben direkt am Meer
Für uns früh am Morgen um 9 Uhr verlassen wir unseren Parkplatz Richtung Kroatien. Die Fahrt durch Slowenien gefällt uns beiden super. Hierher kehren wir garantiert mal zurück, wir sehen alles in einem saftigen Grün, hohe Berge, einige Schlösser und Burgen und alles sehr gepflegt.
Wir sind ziemlich schnell durch Slowenien, Grenzübergang nach Kroatien passieren wir ohne Probleme und schon ist die Brücke von Krk in Sichtweite. Schnelle darüber und danach sehen wir rechts unten schon viele Wohnmobile. Also nach wenigen Kilometern die erste Strasse rechts und schon sind wir an der Schranke vom Autocamp Pusca. Einchecken geht keine zwei Minuten und dann können wir uns einfach einen Platz auswählen. Wir stehen keine 10 m vom kristallklaren Meer entfernt, hören die kleinen Wellen rauschen, keine Wolke am Himmel, was will man mehr?
In meinem kleinen privaten Stellplatzführer auf der Website würde dieser Platz eine glatte 4 bekommen, viel Platz, naturbelassen, weder Hecken noch Zäune, perfektes Meer, wenn, ja wenn die Aussicht gegenüber der Bucht nicht so trostlos in ein Industrieviertel gehen würde. So eine Aussicht ist mir eben doch noch wichtig und darum gibt es mindestens einen Punkt Abzug.
Nun geniessen wir das Meer, danach werden wir mit unseren Rädern ins nächste Dorf fahren, Geld wechseln und etwas Gemüse kaufen und dann Abends so richtig am Meer grillen…
Sie beginnt in Triest und endet in Ulcinj in Montenegro, die Küstenstrasse entlang des östlichen Mittelmeers, insgesamt etwa 1000 km lang.
Wir sind nun die Migastrale von Rijeka bis Prizna 100km gefahren, und sie ist wirklich wunderschön. Ich denke, das ist eine der Strecken, die jeder Wohnmobilist mal fahren muss (und ganz sicher alle Motorradfahrer, mit dem Töff muss diese Strecke ein Traum sein). Ich kenne echt keine Küstenstrasse, wo man das Meer praktisch immer vor der Nase hat, azurrblau von den höheren Punkten, kristallklar wenn man gerade daneben ist. Und die Strasse, sehr viele Kurven, manchmal berghoch, dann wieder runter, aber immer sehr schön ausgebaut und übersichtlich und man kommt schnell voran. Mindestens den Teil von Heute ist jedem nur zu empfehlen.
In Prizna verlassen wir La Magistrale und nehmen die Fähre auf die Halbinsel Pag. Eine Fähre verpassen wir knapp, nehmen also die nächste eine Stunde später. Viel gibt es an der Anlegestelle nicht, aber auch hier das Wasser fantastisch sauber. Nach der kurzen Fährfahrt empfängt uns eine Mondlandschaft, staubtrocken, nicht viel Vegetation aber für das Auge wieder sehr schön.
Dann fahren wir einige Kilometer nördlich auf der Halbinsel, bis wir zum Autocamp Skovrdara kommen. Die Anfahrt dazu auf einer sehr schlechten Schotterstrasse und zum Teil steil bergab ist etwas abenteuerlich, für ganz grosse Wohnmobile nicht geeignet (für unser 8m Ding aber kein Problem). Aber danach sind wir vielleicht 30m vom Meer entfernt an der steinigen Küste.
Wir richten uns bequem ein, sehen auf das Meer und schwitzen vor uns hin, das Thermometer zeigt am Schatten 28.8 Grad an. Wenn das kein Urlaub ist?
Anita schreibt unser Bordbuch nach, ich führe den Blog und lausche den Grillen und den Wellen.
Eigentlich schon krass, so schöne Gegend mit Naturspektakel und im Hinterland Kriegsruinen.
Wir wollen heute zu den Wasserfällen im Nationalpark Krka. Kurz vor dem Ort Skradin haben wir im Web eine Stellplatzempfehlung gefunden. Beim Programmieren des Navis will es partout unbedingt in die Stadt Zadar, dabei wäre es geradeaus mindestens 30km weniger weit. Also programmiere ich ein Zwischenziel ein und endlich macht es das, was ich will.
Wir durchqueren die gesamte Insel Pag der Länge nach, faszinierende Landschaft, manchmal öde wie auf dem Mond, dann wieder Schilf auf beiden Seiten der Strasse und hinten schimmert jeweils das blaue Meer.
Ende der Insel kommt dann meine Abkürzung, querbeet durch das Hinterland, die Strassen werden etwas rumpliger, der Verkehr nimmt ab, das heisst, es existiert gar keiner mehr. Und dann sehen wir doch noch ziemlich viele zerschossene Häuser, Löcher von Granatwerfern und andere Waffen. Ist ja schon krass, hier wütete vor etwas mehr wie 20 Jahren noch Krieg. Als Schweizer fast nicht vorstellbar, welches Elend, Wut und Trauer da geherrscht hat. Wir wissen gar nicht, wie glücklich wir uns schätzen können, hat der Krieg unser Land doch seit vielen Generationen verschont.
Wir kommen Mittags dann gut in Skradin an, natürlich sieht man hier und weit und breit keine Kriegsruinen mehr. Kurz vor der Ortschaft geht es rechts ganz steil den Berg hoch bis wir nach einem Kilometer in den Hof eines ehemaligen Bauernhofes fahren. Der Besitzer empfängt uns sofort sehr freundlich und weist uns ein. Schon ein paar Minuten später fühlen wir uns wie zu Hause.
Und der Chef hier hat auch noch Geschäftssinn. Er empfiehlt uns, die Wasserfälle erst morgen Früh anzuschauen, es habe dann viel weniger Leute und die grosse Tour sei wirklich ganz schön, man muss also mehr Zeit einberechnen. Na, das heisst dann wohl, dass wir zwei Tage auf seinem Stellplatz verbringen… Aber es ist wirklich sehr schön hier.
Nachher fahren Anita und ich mit dem Rad noch ins Dorf, machen ein paar Einkäufe, trinken einen Drink, essen einen Coup und dann kämpfen wir uns wieder den Berg hoch zu unserem Knutschi.
Wieder ein perfekter Tag.
Ach ja, vor dem Dorf auf der Fläche hat es auch noch einen Stellplatz für Wohnmobile und nahe Zentrum hat es auch noch viele Parkplätze, aber so schön ruhig wie bei uns ist es sonst nirgends ;-)
Einfach ein MUSS wenn man in Kroatien ist
Klar, es ist touristisch, klar, es hat auch ziemlich viele Leute, klar es wird damit Geschäfte gemacht, aber trotz allem, man muss hier gewesen sein. Wir sind beide beeindruckt.
Wir sind mit dem Shuttle des Stellplatzbetreibers schon um 9 Uhr auf dem gratis Boot Richtung Nationalparkeingang. 20 Minuten später haben wir am Eingang das Ticket gelöst, 220 Kn sind ungefähr 30€ und dann nichts wie ab zu den Wasserfällen. Es ist beeindruckend, einfach genial. Danach machen wir den ca. 2km langen Rundgang zweimal, schauen uns alles in Ruhe an und machen über 100 Fotos. Hinter jeder Ecke wieder etwas fantastisches.
Die Bootsfahrt auf den oberen Seen zur Klosterinsel machen wir dann nicht, es ginge nochmals zweieinhalb Stunden und man könnte danach auch nochmals mit einem Schiff weiter. Aber uns gefällt es hier so gut, da verzichten wir auf weitere Bootsfahrten. Stattdessen lassen wir uns eine Portion Touristenpommes mit Ketchup servieren und genissen den Ort einfach. Mit vollem Bauch beschliessen wir dann, die 4 km nach Skradin statt mit dem gratis Boot zu Fuss zurück zu legen und können so unsere Eindrücke auf dem 45 minütigen Fussmarsch verdauen.
Mit dem Stellplatzshuttle dann zurück und um 14 Uhr sind wir wieder beim Knutschi und bestaunen unsere Fotos.
Tipp: Morgens hat es bedeutend weniger Leute, aber die Sonne für Fotos steht Nachmittags bedeutend besser. Wanderschuhe sind nicht nötig, aber Flippflopps würde ich auch nicht anziehen, gute Turnschuhe sind ideal. Für den untere Teil mit den Wasserfällen reicht ein halber Tag problemlos, Parkplätze hat es im Ort genügend auch für Wohnmobile, wenn man auch den oberen Teil besichtigen will, braucht man einen Tag.
unseres Reisestrecke