Und ein geschlossener Stellplatz
Endlich können wir heute Morgen um 9 Uhr losfahren. Dass wir das überhaupt können, hat auch mit viel Glück zu tun. Der Sturm wehte gestern Abend noch einen Dachziegel von unsereem neuen Hausdach. Der Ziegel landete natürlich genau auf dem grossen Womofenster über den Fahrersitzen und spickte von dort auf die Strasse in 100 Teile. Als wir spätabends nach Hause kamen, waren wir schon etwas geschockt, aber wie durch ein Wunder hat es weder unsere Womodachhaube noch sonst am Womo irgend etwas gemacht. Nichts kaputt. Also konnten wir dann planmässig auf unsere Reise.
Die Fahrt verlief ruhig, sehr ruhig. Praktisch kein Verkehr rund um Mailand, von Parma bis La Spezia praktisch keine anderen Autos. Der Corona-Virus hinterlässt wohl spuren. Auch in Lucca kamen wir problemlos auf unserem anvisierten Stellplatz an. Im strömenden Regen machte ich mich auf die Suche nach einer zuständigen Person. Aber weder die angegebene Telefonnummer war besetzt, noch fand ich sonst niemanden. Auch das angeschlossene Hotel macht einen ziemlich geschlossenen Eindruck. Also parken wir auf dem Parkplatz vor dem Stellplatz und warten, bis jemand kommt. Wir richten uns ein und hören noch immer die Tropfen auf das Womodach prasseln.
Inzwischen finde ich heraus, dass der Stellplatz im Februar geschlossen ist und erst ab März wieder offen hat. Na ja, heute ist der 1. März, aber wir sind in Italien… Aber egal, uns gefällt es trotzdem hier, der Besuch der Altstadt von Lucca wird auf morgen verschoben, ebenso der Spaziergang am nahen Fluss. Stattdessen schauen wir etwas TV und freuen uns einfach, dass wir nun endlich Ferien haben.
Der Stellplatz wäre eigentlich ganz schön mit Schatten und abgeteilten Standplätzen und auch ziemlich gross. Wenn er offen hätte und schönes Wetter herrschen würde, wäre er der perfekte Stellplatz.
Morgen wollen wir Lucca mit der grossen Stadtmauer besichtigen und dann abends die 40km zum Hafen von Livorno fahren. Unsere Fähre soll planmässig um 23:30 Uhr ablegen, also genügend Zeit morgen und kein Stress.
Umgeben von der grössten Stadtmauer der Welt
Na ja, ob das obige stimmt, weiss ich ehrlich gesagt nicht, aber die Mauer ist wirklich riesig. Im Durchschnitt ist sie 12m hoch und oben mindestens 15m breit, so breit, dass Baumalleen auf der Stadtmauer um die ganze Stadt gepflanzt wurden. Das Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert ist vollständig erhalten, führt mehr als 4km rund um die gesamte Innenstadt und wird heute als grosser Stadtpark benützt, autofrei, aber für Fahrradfahrer, Jogger, Spaziergänger und zum Flanieren bestens geeignet. Der breite, befestigte Weg führt auf der Stadtmauer ohne Unterbruch um die ganze Stadt herum. Dazu hat man nach Aussen eine schöne Sicht auf den umgebenden Grünstreifen und nach innen auf die Altstadt mit vielen Türmen.
Vom Stellplatz Serchio (so heisst der Fluss um Lucca, und nicht der Stellplatzbesitzer) sind es zu Fuss etwa einen Kilometer bis zum nächstgelegenen Stadttor. Allerdings muss man an einer etwas viel befahrenen Strasse mit schmalen Trottoir entlang laufen, aber wenn man dies geschafft hat, hat man einen prächtigen Ausblick auf die Mauer und natürlich muss man dann grad da hoch und ist erstaunt, wie breit diese Mauer auch wirklich ist. Wir laufen etwas mehr auf die Hälfte auf der Mauer entlang, bis wir dann das Gefühl haben, dass wir nun genug gesehen haben und zweigen nach dem Botanischen Garten in die Altstadt ab. Natürlich laufen wir schnurstracks den Wegweisern zum Torre Guinigi nach uns sind schon kurze Zeit später vor dessen Tor. Wir bezahlen pro Person 5€ Eintritt und kämpfen uns die 44m nach ganz zuoberst. Oben auf dem Turm wachsen ein paar Bäume und man hat eine fantastische Aussicht auf die Stadt. Man ist überrascht, wie viele andere Türme es in Lucca hat, aber die Aussicht auf die Stadtmauer ist nicht ganz so faszinierend, denn dafür ist der Turm dann doch zu niedrig. Der Verteidigungsring sieht man nämlich nicht.
Nachdem wir uns satt gesehen haben und wieder unten sind, schlendern wir durch die engen Gässchen und landen auf der Piazza Amphitheatro, dem einzigen runden Platz in der streng eckig angelegten Römerstadt. Dort genehmigen wir uns ein Frühstück Italiano, das uns Ernesto empfiehlt. Es ist sein erster Arbeitstag als Kellner und wir sind seine ersten Gäste in seiner Berufslaufbahn. Er gibt sich sehr Mühe, und damit er noch etwas schneller lernt, bestellt Anita noch Rührei und ich eine heisse Schokolade zusätzlich. Ernesto kommt dann etwas ins Schwitzen aber schlussendlich klappt alles reibungslos.
Als wir draussen auf der Piazza alles verdrückt haben, beginnt es zu regnen und es wird dann auch nicht mehr aufhören. Um uns vor dem Nass noch etwas zu schützen, besichtigen wir die Chiesa San Michele in Foro aus dem 12. Jahrhundert. Wie fast überall in Italien sind die Kirchen jeweils über Mittag geschlossen, also entweder vormittags oder nachmittags kurz reinschauen.
Danach machen wir uns zu Fuss im Regen wieder auf den Heimweg zu unserem Knutschi. Plitschnass kommen wir an, drehen die Heizung nach oben, ziehen uns trocken an und ruhen uns etwas aus. Wir haben noch viel Zeit, denn ca. um 19 Uhr müssen wir von hier Richtung Livorno wegfahren, damit wir heute Nacht die Fähre Richtung Sizilien erreichen. Auf diesen 40km wird hoffentlich nicht mehr viel passieren, so dass wir gut dort ankommen werden.
Ach ja, Coronavirus: man merkt in Lucca absolut nichts, alle Leute verhalten sich normal, die Geschäfte sind offen, keiner trägt eine Schutzmaske. Also alles ganz easy und relaxt. Allerdings wäre Lucca wohl die einfachste Stadt um sie in Quarantäne zu setzen, einfach die sechs Stadttore schliessen und man kommt weder rein noch raus. Denn auch diese Tore sind in Holz und Eisen noch gut erhalten.
Schon wieder drei Runden um den Hafen Livorno
Wir fahren von Lucca um etwa 17 Uhr Richtung Pisa weg. Es regnet und da wir nicht vor dem geschlossenen Stellplatz einfach nur warten wollen, könnten wir den Schiefen Turm von Pisa noch besichtigen.
Die 30Minuten Fahrt bis zum Turm verläuft problemlos, auch den Parkplatz «Torre pendente» ist praktisch leer um diese Zeit und ist nur gerade 300m vom schiefen Turm weg. Wir verriegeln unser Womo, ziehen die Pelerinen an und laufen auf direktem Weg zum Schiefen Turm. Das Gelände ist praktisch menschenleer, es windet und regnet stark, also nicht wirklich perfektes Besichtigungswetter. Aber der Turm ist schräg, sehr schräg, viel schiefer, wie auf den Fotos, die man so kennt. Wenn wir rauf auf den Turm wollen, müssen wir noch für jede Person 18 € bezahlen. Irgendwie ist das bei diesem Wetter für uns einfach etwas zuviel. Das sparen wir uns heute. Im regen machen wir ein paar Fotos und sind schon 45 Minuten später wieder bei unserem Knutschi. Auf dem Weg für die späte Fähre ab Livorno ein perfekter Zwischenhalt.
Das letzte Mal als wir in Livorno auf die Fähre mussten, kreisten wir dreimal von Hafen zu Hafen. Aber dieses Mal wusste ich, dass die Grimaldi-Lines vom Hafen Dorsana Toscana abfährt, also easy. Den Hafen finden wir schnell, also dem Womo-Zeichen nach in die Pampa raus. Bei einem Kreisel ist Endstation und wir müssen wieder zurück. Alles geschlossen. Also zurück, den Wegweisern Fähre nach und nächster Versuch (die Runde war etwa 15km gross). Nächster Anflug und wieder landen wir an der gleichen Endstation. Zum Henker nochmals! Also nochmals eine Runde und 10 Minuten später stehen wir schon wieder hier, allerdings sah Anita kurz vorher noch ein gelbes Schild «Embarqui Grimaldi» in die andere Richtung, aber erst, als es schon zu spät war. Also nächste Runde etwas langsamer und sich auf gelbe Schilder konzentrierend. Und siehe da, dieses Mal klappt es. Einfach die Womozeichen ignorieren und nur den gelben Schildern nachfahren, wäre ziemlich einfach. Irgendwie ist Livorno nicht wirklich unser Hafen…
Das Beladen geht dann etwas mühsam und langsam. Es sind zwei Fähren zur Beladung bereit, nach Sardinien und nach Palermo. Zwischen dem Beladen muss eine Fähre noch umparkieren. Wahrscheinlich funkte ein Kapitän den andern an: «Ciao Giorgo, ich komme niente raus, parcheggiare doch schnell dein Nave um!» «Niente Probleme, vado subito» Und wir andern mussten weitere 45 Minuten warten…
Als wir dann endlich in der Fähre waren, sahen wir, wie alle Lastwagen mit Eisenketten auf dem Boden befestigt wurden. Kein gutes Zeichen für ein ruhiges Meer.
Da es nun schon Mitternacht ist, stürmen wir direkt in die Kabine und legen uns ins Bett. Zum Glück, denn kurz nach der Hafenausfahrt beginnt es so richtig zu schwanken. Aber im Liegen macht es ja viel weniger aus. Wir sind auf Deck 5 und alle paar Minuten wird unser Kabinenbullauge klitschnass. Das müssen richtig hohe Wellen sein.
Aber Anita übersteht die Nacht ohne grössere Probleme, sie bekommt langsam Routine, wie mit so einem Wellengang umzugehen ist. Vor der Fährauffahrt nahm sie ein Cinnageron 75mg (Generika von Stugeron) und überlebte die Nacht ohne Schlecht werden. Morgens wurde der Wellengang etwas weniger, aber immer noch so, dass das grosse Schiff recht schwankte und wir nicht wirklich Lust hatten, in den engen Gängen von einer Wand zur anderen schwanken müssen. So liegen wir fast den ganzen Tag auf unseren Betten, schauten in das nichtfunktionierenden TV-Gerät und freuen uns auf die bevorstehende Reise. Um am Laptop zu arbeiten, schaukelt es zu fest, in das Selbstbedienungsrestaurant waren wir auch nicht so wirklich aufgelegt, um uns unter all die Menschen zu mischen. Obwohl, die Fähre war nicht wirklich voll und eigentlich überall, wo mich meine kurzen Erkundungstouren hinbrachten, war es fast menschenleer. Ist glaub nicht wirklich Reisezeit, Corona lässt grüssen. Aber die, die hier sind, kennen nichts, sie küssen und umarmen sich und halten auch keinen Sicherheitsabstand, also alles ganz normal italienisch.
Mit etwas Verspätung kommen wir dann in Palermo an, es ist schon stockdunkel und die Stadt leuchtet schön orange. Wir kommen dann gut von der Fähre und finden dann auch die Strasse zum Monte Pellegrino. Dort habe ich auf Google Map ganz oben einen grossen Parkplatz gefunden und wenn es geht, wollen wir da übernachten.
Die Strasse auf diesen Berg ist erstaunlich breit, aber sehr viele Kurven, und sie ist zwischen 23 und 6 Uhr für Fahrzeuge gesperrt. Also genau richtig für uns.
Wir kommen oben gut auf dem Parkplatz an und entschliessen uns sofort, dass wir hier die Nacht verbringen. Fotos folgen dann morgen, jetzt ist es schon zu dunkel und es beginnt heute das erste Mal zu regnen.
Ein erster herrlicher Tag auf Sizilien
Die Nacht war ruhig hoch oben über dem Meer. Aber kein Grund, um keinen Wecker zu stellen. Schon um 7 Uhr klingelte er nicht überhörbar und wir erkundeten unseren Übernachtungsplatz. Schliesslich haben wir gestern nicht gerade viel gesehen, als wir ankamen. Die Aussicht ist herrlich, blaues Meer, die Stadt Palermo mit dem Hafen unter unseren Füssen, das Urlaubsfeeling kam sofort. Nach ein paar Fotos fuhren wir wieder in die Stadt hinunter und kämpften uns durch den Verkehr von Palermo. Ich liebe die Süditaliener und ihr Autofahren. Blinker ist nicht so wichtig, aber die Hupe sollte man im Griff haben und wissen, wo der Warnblinker sitzt. Alles andere ist nebensächlich. Einfach nach vorne schauen und seinen Weg suchen, alle die hinter einem sind, müssen selber schauen und dürfen vom Vordermann keine Rücksicht erwarten. Mit diesen wenigen Regeln schaffen wir es echt gut durch die Sizilianische Hauptstadt und kommen wenige Kilometer später in Monreale an.
Auf dem angeschriebenen Wohnmobilparkplatz kommen wir gut an, aber er ist wohl gratis, aber eng und überfüllt. Also fahren wir 300m weiter bis zum offiziellen Parking, das aber etwas kostet. Eine gute Wahl, wir können problemlos parkieren, haben genügend Platz und müssen erst noch keine Angst um unser Wohnmobil haben.
Kurze Zeit später steigen wir den Fussgängerweg hoch, der direkt in die Altstadt und zur Kathedrale führt. Wir bezahlen Eintritt, nehmen auch eine Audioguide mit und betreten die Kirche. Sofort sind wir von den vielen und wunderschön glänzenden Mosaiken überwältigt. Es ist unglaublich, wie schön die gemacht sind.
Die Kirche kann man auch ohne Eintritt besuchen, aber dann darf man nicht ganz überall herumlaufen. Ein Weg führt eine enge Treppe hoch, durch Geheimgänge, Aussenwege übers Dach bis zum höchsten Punkt mit Sicht in die Gärten und den Kreuzgang des angrenzenden Klosters. Es sieht fantastisch aus und wir finden, der Eintritt lohnt sich auch nur für diesen Weg.
Als wir wieder unten sind, spazieren wir auch durch den Kreuzgang des Klosters, warten ab, bis der beginnende Regen wieder abflaut und sind echt froh, dass wir dieses Bauwerk besichtigt haben. Es stand zuerst auf der Kippe, ob wir schon wieder eine Kirche besichtigen wollen, aber es hat sich echt gelohnt.
Danach sind wir schnell wieder bei unserem Knutschi und fahren über die Berge nach Segesta.
Hier lernen wir dann endgültig die Sizilianische Lebensweise kennen. Wir fahren direkt zum grossen Parkplatz am Berg oben, wo uns Person 1 erklärt, dass wir da nicht parkieren dürfen, wir sollen zum offiziellen Parkplatz weiter unten fahren. Also fahren wir die 3km hinunter, parken unser Knutschi und bezahlen bei Person 2 den Parkplatz, die uns dann erklärt, dass der Bustransfer inklusive ist. Person 3 fährt uns dann mit dem Bus wieder zum oberen Parkplatz und sagt uns, dass ca. jede viertel Stunde der Bus auch wieder runter fährt, Betonung ausdrücklich auf ca. Dann laufen wir zur Person 4, die uns Tickets für den Eintritt verkauft, und uns zu Person 5 schickt, die die Tickets kontrolliert. Allerdings ist das der Kontrolleur für das Amphitheater, denn die Person 6, die die Tickets für den Tempel kontrolliert, sei dort drüben. Sechs Personen finden hier Arbeit, warum sollen sie also nur eine einstellen?
Egal, der Tempel ist echt super, Er ist einer der am besten erhaltenen dorischen Tempel. Das liegt zum einen an seiner isolierten Lage, es gab keinen Versuch, ihn als Steinbruch zu verwenden, zum anderen an dem Umstand, dass er nicht entweiht werden konnte, weil er nicht fertiggestellt und nicht geweiht worden war. Zwar ist er fast fertig gestellt und alle Säulen stehen noch immer seit rund 2500 Jahren an diesem entlegenen Ort.
Ich kann echt die Augen von diesem Tempel nicht lassen, aber wir machen uns dann doch noch zu Fuss auf den Weg zum Amphitheater. Wir könnten diese 1200m auch mit dem Bus der Person 7 fahren, aber Person 7 hat wohl gerade Pause. Aber der Fussmarsch lohnt sich, vor allem, weil man da noch einen besseren Blick auf den Tempel hat, wie wenn man ganz nahe dran ist.
Das Amphitheater ist auch sehr gut erhalten, aber nicht ganz so gewaltig wie die ganz grossen, aber sicher sehenswert. Zurück geht es auch wieder zu Fuss den Berg runter und dort warten wir dann einige Minuten, bis uns der Buss wieder zu unserem Knutschi bringt.
Also auch ein Ausflug, den wir empfehlen möchten.
Danach geht es mit unserem Knutschi Richtung Capo San Vito. Der Freistehplatz, den ich mir herausgeschrieben habe, sieht traumhaft aus und wäre sicher unsere erste Wahl, aber es windet ziemlich stark und wir könnten nicht vor dem Womo sitzen. Also fahren wir an den Hafen von San Vito, wo wir nicht ganz zufällig Marc von Whatabus treffen.
Freistehplatz, 38.123963, 12.729253
Wir gehen noch unsere Vorräte auffüllen, Kaffee trinken, etwas später Pizza essen und stehen mit unserem Womo direkt auf der Hafenmauer. Es ist noch nichts los, und jetzt darf man das noch...
Und versprochen, morgen kommt der Tagesbericht etwas früher...
Wir sind nun definitiv in den Ferien angekommen.
Die Nacht war herrlich, das Rauschen der Wellen drang alle 15 Sekunden an unser Ohr, kein Wunder, stehen wir doch nur genau 87 cm vom Meer entfernt. Durch die Dachluke sehen wir über uns die leuchtenden Sterne und als es morgens dann hell wird, den blauen Himmel. Was will man in einem Wohnmobil mehr?
Zuerst einen heissen Kaffee und etwas Brot, aber wirklich Hunger haben wir noch nicht. Während wir so dasitzen, diskutieren wir, wohin wir heute fahren sollen und einigen uns auf das Städtchen Erice, das wunderschön sein soll. Marc von Whatabus, der gerade vor uns steht, gibt uns noch einen Tipp mit einem Brunnen in der Nähe, wo sich die Einheimischen jeweils mit Wasser versorgen. Danach verabschieden wir uns und fahren mithilfe des Navis zu diesem Brunnen. Dort schliessen wir unseren Wasserschlauch an und füllen nun den Wassertank. Im Hintergrund das tiefblaue Meer und Sicht auf die Bucht, wo wir gestern kurz gestoppt haben. Währenddem der Brunnen unseren Wassertank mit Wasser füllt, beschliessen wir, nochmals zum gestrigen Stopp zu fahren um nachzusehen, ob es noch ähnlich viel Wind hat.
Mit wieder vollem Wassertank fahren wir nun zum Parkplatz und auch noch etwas weiter dem Meer entlang. Sofort sticht uns ein grosser, ebener Platz mit freier Sicht auf die nahe Brandung auf. Selbstverständlich stoppen wir hier und sind im ersten Augenblick überwältigt: tiefblaues Meer, Berge im Hintergrund, windstill und schön warm. Schnell sind die Campingstühle draussen und wir sitzen an der Sonne.
Es steht noch ein italienischer Camper etwa 50m vor uns und geniesst ebenfalls die Sonne.
Wir haben hier einen Platz direkt am Meer, schön ruhig, tolle Aussicht, Sonne, genug Wasser, genug Strom, die Essensvorräte aufgefüllt, Getränke fehlen auch nicht. Also eigentlich haben wir alles zu hundert Prozent, was ein schönes Freistehplätzchen ausmacht. Sollen wir hier bleiben? Aber wir sind heute erst 7km gefahren! Aber warum weiter, wenn es so schön ist? Besser kann es ja gar nicht werden! Irgendwie wissen wir beide, dass es schade wäre, wenn wir einfach wieder weiterfahren, da verzichten wir lieber auf eine Besichtigung einer Kirche oder eines Städtchens. Also bleiben wir hier und geniessen die Sonne.
Das ist doch Urlaub, machen, worauf man Lust hat und nicht stur einem Plan nachfahren.
Nachmittags ist es dann endlich mal Zeit, unseren neuen Drachen hervor zunehmen und ihn auszuprobieren. Wir führen seit längerem einen Lenkdrachen mit, haben ihn aber noch nie ausprobiert, aber hier ist genau der richtige Ort. Keine Gaffer, genug Platz, eine laue Brise. Schnell ist er ausgepackt, die Schnüre verknotet und der Drache steht richtig im Wind. Anita hat etwas Mühe, ihn in die Luft zu kriegen, also muss ich mal ran. Der Drachen ohne Stäbe entfaltet seine Luftkammern, die Schnüre spannen sich und schon ist er in der Luft. Es ist faszinierend, solch einen Gleitschirmdrachen zu lenken und Spass daran zu haben. Wir wechseln uns nun solange ab, bis der Wind ganz zum Erliegen kommt und der Drachen nicht mehr fliegen will. Er ist wirklich cool und irgendwie ein perfektes Spielzeug am Meer. Da er keine Stäbe hat, kann man ihn sehr kein zusammenfalten und er wiegt quasi nix, perfekt für uns Wohnmobilisten.
nicht nur wir geniessen die Sonne
Nachmittags versuchen wir ihn nochmals drei- oder viermal steigen zu lassen, aber es hat einfach keinen Wind… Dazwischen liegen wir an der Sonne, holen uns eine rote Stirn und machen einfach gar nix. Nur geniessen, dem Meer zuschauen und braun werden.
Wie kann das Leben schön sein.
Jetzt kochen wir noch so richtig gute Spaghetti mit einer italienischen Tomatensauce und werfen dann ganz viel Käse darüber…
unseres Reisestrecke