Imposante Landschaft in Andalusien
Es ist wohl einer der eindrücklichsten Landstriche, den wir heute bewandern. So etwas konnte ich mir bis anhin überhaupt nicht vorstellen. Jeder Andalusien-Reisende sollte sich diesmal zu Gemüte führen und bewusst werden, was die Natur alles zustande bringt.
Aber von Anfang an. Nachts ist es eisig kalt und der Wind bläst um unser Knutschi rum. So stehe ich vor dem Tagesaufbruch auf, ziehe alles an, was wir mitgenommen habe und schreite ins Dunkle hinaus, bewaffnet mit Fotoapparat für den Sonnenaufgang. Der lässt noch etwas auf sich warten, das Morgenrot ist aber überall sichtbar und plötzlich sehe ich ein Gämsenpäärchen durch die Felslandschaft schreiten. Mit eisigen Fingern kann ich noch das eine oder andere Foto schiessen, bis sie sich wieder zurückziehen und ebenfals irgendwo auf die Sonne warten.
So lange halte ich es dann doch nicht aus, bis sich die Sonne hinter dem Horizont zeigt, also zurück ins warme Knutschi. Dort bereite ich das kleine Frühstück vor, bringe Anita den Kaffee ans Bett (wie übrigens jeden Morgen!!!), stelle die Heizung etwas höher und bereite unsere geplante Wanderung vor.
Es gibt ein Besucherzentrum hier oben und zwei gut ausgeschilderte Wanderwege, die grüne Route dauert 45 Minuten, die gelbe zwei Stunden. Selbstverständlich entscheiden wir uns für die gelbe Tour. Die Wege sind gut ausgeschildert, führen uns durch bizarre Felsformationen, durch enge Schluchten und geniale Ausblicke. Echt fantastisch! Auch sehen wir wieder eine Gämse, Steinböcke soll es auch haben, sehen wir aber keine.
Wir sind echt begeistert und geniessen jede Minute. Eine der besten kurzen Wanderungen, die wir gemacht haben.
Tipp: unbedingt Wanderschuhe benützen. Die grüne Tour kommt an allen spektakulären Ansichten vorbei, trotzdem empfehlen wir die gelbe, dann kann man es länger geniessen.
Als wir nach exakt zwei Stunden wieder beim Besucherzentrum sind, kommen die Wolken und es wird wieder neblig. Wir hatten extrem Glück mit dem Wetter, fast wie immer. Zum Glück sind wir frühmorgens los. Denn jetzt kommen die Busse mit den Touristen, der Parkplatz ist schon voll. Die Autos müssen nun 3 km vor dem Besucherzentrum parkiert werden und die Besucher werden mit einem Touristenshuttle hierher gefahren.
Um einen Parkplatz für Busse freizugeben, packen wir zusammen und fahren Richtung Granada.
Tipp Wohnmobil: heute ist Samstag im November, der Parkplatz war ca. um 10 Uhr voll, als das Besucherzentrum öffnete. Danach kann man mit dem eigenen Auto nicht mehr hochfahren. Wenn man also mit dem Wohnmobil kommt, erst abends hochfahren, wenn die Parkplätze leer sind. Es gibt kein Übernachtungsverbot, aber man sollte den Parkplatz danach auch wieder freigeben. Es ist ratsam, diese Sehenswürdigkeit ausserhalb der Saison und mit dem Wohnmobil nicht am Weekend zu besuchen.
Wir fahren 90km Richtung Granada und sind inklusive gestern wohl an die 180km durch Olivenplantagen gefahren. Auf der Fahrt sinnieren Anita und ich, warum wohl das Palmöl wegen den Monokulturen so einen schlechten Ruf hat. Das Olivenöl hat genau die gleichen Monokulturen und zwischen den einzelnen Bäumen wächst kein Gräschen und alles ist pikfein zurechtgemacht, so dass man die Oliven maschinell einsammeln kann. Für die Natur und Artenvielfalt wahrscheinlich genauso schädlich wie das Palmöl. Wir Europäer haben diese Monokulturen schon viel früher gepflanzt, zeigen jetzt aber mit dem Finger auf Schwellenländer, die das gleiche machen? Na ja, ich bin kein Umweltspezialist, aber irgendwie gibt es schon zu denken.
Auf alle Fälle kommen wir gut in Granada an, fahren durch die Stadt auf unseren anvisierten Stellplatz und bewundern die Aussicht auf die verschneiten Berge der Sierra Nevada.
Der gesamte Nachmittag ist das Wetter nun bedeckt, wir hatten morgens wirklich Glück. Der frühe Vogel fängt den Wurm…
Nicht DIE Sensation für uns
Wir müssen früh raus und sind etwas gestresst. Schliesslich können wir heute die Alhambra besichtigen, eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Europa. Jetzt im November konnten wir vier Tage vorher trotz Sonntag noch aus allen Eintrittszeiten wählen. Wir wählten die frühestmögliche Zeit um 8:30 Uhr für den Nasriden-Palast. Sogar heute Sonntag gab es für diese Zeit an der Tageskasse noch Tickets, alle anderen Zeiten waren aber ausgebucht.
Und da war ich ziemlich unsicher, wann wir dort sein müssen, im Internet fand ich unterschiedliche Angaben. Das Problem: um 8:30 Uhr öffnet die Gesamtanlage, darin sind 15 Minuten zum Nasridenpalast zu laufen, also ist es schon 8:45 Uhr und es soll vor dem Eingang zum Hauptkomplex schon mal 200m Schlange nichts aussergewöhnliches sein. Also, wie machen?
Wir stellen den Wecker auf 7 Uhr und fahren mit dem Womo die 8km auf den Parkplatz 1, wo alle Busse und Womos stationiert sind (einfach und sehr gut beschrieben, man könnte dort auch übernachten, 24h kosten aber ca. 37€). Von dort sind es 500m bis zum Haupteingang. Schlussendlich treffen wir um 8:20 Uhr vor dem Haupteingang ein, die Schlange ist nur ca. 20m lang und das Tor öffnet schon 5 Minuten früher. Als wir an der Reihe sind, Tickets (auf dem Handy) und die registrierte ID zeigen. Danach marschieren wir dem Wegweiser zum Nasridenpalast nach, wo wir 10 Minuten später eintreffen. Nochmals Tickets und ID zeigen (insgesamt 3x) und dann sind wir drin. Es ging also alles viel leichter, wie gedacht.
Insgesamt laufen wir ca. 1.5km bis wir dort sind, aber das tut bei dieser Kälte ( -2 Grad) richtig gut, wir haben auch alles angezogen, was wir finden, von Kaputzenjacke bis zur Mütze.
Im Palast drin werden wir dann mittels Schilder von Raum zu Raum geführt, viele arabische Verzierereien, viele Säulen, viele Bogenfenster. Die Räume sind leer, kühl und alle im gleichen Farbton, fast etwas trostlos. Das Highlight sind wirklich die sehr vielen und kleinen Ausschmückungen und wenn man sich da noch Möbel und das Harem des Sultans vorstellt, ist alles noch viel schöner. (Allerdings bezeichnet das Wort Harem nicht den Bereich der Frauen des Sultans, sondern nur der private Bereich der Sultansfamilie. Ein Sultan hatte immerhin vier Frauen aber eben, kein Harem)
Nach diesem Palast führen wir den Rundgang weiter, besichtigen die Gärten mit einem ausgeklügelten Bewässerungssystem und vielen Wasserspielen, inspizieren auch den Palacio de Generalife bevor wir nach zwei Stunden wieder draussen sind.
Nun ist die Frage: sind wir zwei Kulturbanausen? Uns hat es gefallen, aber totale Begeisterung sieht anders aus. Es ist jetzt nicht der Palast, den man unserer Meinung nach unbedingt gesehen haben muss, Schloss Versaille oder Schloss Neuschwanstein hat uns besser gefallen, wenn auch nicht wirklich vergleichbar. Schade ist einfach, dass man den Palastkomplex nicht wirklich von aussen wahrnehmen kann, dessen Grösse und Wuchtigkeit sieht man beim Rundgang einfach nicht. Zudem stand bei unserem Besuch die Sonne noch sehr tief, es war kalt und schattig. Alles sieht ziemlich leer aus und die Gärten stehen im November auch nicht in einer Blütenpracht.
Macht nichts, wir waren hier und haben es ohne viele anderen Touristen besichtigen können, wenn es auch die eine oder andere asiatische Fotocrasherin dabei hatte.
Danach frühstücken wir im warmen Knutschi und beraten, wie es weiter geht.
Fortsetzung folgt.
Wir überleben einen Banküberfall
Auf dem Parkplatz der Alhambra frühstücken wir ausführlich bevor wir weiter fahren. Unser heutiges Ziel ist die Wüste Tabernas etwas im Landesinneren von Almeria.
Die Fahrt von Granada weg beginnt eindrücklich. Die Lage dieser Stadt auf einer Meereshöhe von 740m fasziniert mich mit den verschneiten Bergen der Sierra Nevada im Hintergrund und den fast 3500m hohen Gipfeln. Nach knapp 50km Fahrt bis hinauf auf 1400m sehen wir bei der Stadt Guadix schöne Felsformationen. Sieht so faszinierend aus, dass wir den Blinker von der Schnellstrasse stellen und diese Landschaft ansehen wollen. Leider gibt es praktisch keine Strassen durch diese Lehmhügel und so sind wir nach ein paar erfolglosen Runden wieder auf der Schnellstrasse Richtung Tabernas Wüste.
Nach insgesamt 120km sind wir am Rand des Nationalparks Tabernas und fahren in Gérgal von der Schnellstrasse ab auf die C-3326. Diese Strasse führt meist parallel zur Schnellstrasse, aber wir haben so mehr Zeit, die Landschaft anzuschauen. Brücken gibt es nun keine mehr, die Strasse führt direkt durch die trockenen Bachverläufe, steil hinunter und dann steil wieder hinauf. Einmal ist es so steil, dass wir das erste Mal mit unserem Knutschi hinten beim Überhang aufsetzen. Die Reisegeschwindigkeit ist nun so langsam, dass wir etwas später wieder für den letzten kleinen Streckenabschnitt auf die Schnellstrasse fahren. Bei der Ausfahrt Tabernas zweigen wir auf die kleine Strasse Richtung Western Leone.
Nach der asphaltierten Strasse bezahlen wir bei einem Cowboy mit Revolver 12€ Eintritt pro Person und fahren die sandige Strasse in die Cowbaystadt. Sergo Leone liess dieses Dorf als Drehorte für seine berühmten Filme bauen (unter anderem eine Handvoll Dollar). Es sieht echt aus wie im Wilden Westen, allerdings etwas heruntergekommen und viel los ist auch nicht. Im Saloon hat es vier Cowboys, wer Gast ist und wer Dorfeinwohner, lässt sich nicht eruieren. Wir schlendern durch die staubige Stadt, machen ein paar Fotos und sind dann vom Indianerdorf hinten schon etwas enttäuscht. Es sind betonierte Tippis in einem jämmerlichen Zustand. Für Fotomotive ist die Stadt aber perfekt, auch wegen den Felsen und der Schlucht im Hintergrund.
Da hier so wenig läuft, steigen wir wieder auf unsere Kutsche und galoppieren nach Fort Bravo, einer weiteren Westernstadt, die für Filmkulissen diente. Beim Eingang müssen wir dieses Mal 19.40€ bezahlen, bevor wir mit dem Knutschi durch dürfen. Um 14:30 Uhr und 17:30 Uhr finden Westernshows in den Strassen des Städtchens statt. Und kaum haben wir unsere Knutsche deponiert, hören wir Schüsse. Findet da gerade ein Banküberfall statt?
ein echter Cowboy stürzt verletzt vom Dach
Wir spazieren durch die Westernstatt Richtung Schüsse, wo uns dann plötzlich ein flüchtender Ganove fast über den Haufen reitet. Und schon stehen wir mittendrin in der Szenerie. Als dann plötzlich hinter uns aus dem Fenster Schüsse abgegeben werden und vom Dach ein angeschossener Cowboy fällt, wissen wir, dass es ernst gilt. Die Cowboys und Räuber sprechen spanisch, so verstehen wir nicht allzuviel, wissen aber, wer gut und wer Böse ist. Dazwischen wird echt schnell durch die Stadt galoppiert, dann tönt wieder Westernklassikermusik aus dem Lautsprecher und dann, als alle tot sind, die Guten wie die Bösen, kehrt Ruhe ein und der Schlussapplaus von den wenigen Überlebenden hallt durch die Stadt.
Der Ganove ist gefangen worden
Ist echt cool gemacht, auch wenn der Verhaftete und der Sheriff mitten in der Szene schnell für ein Selfie posieren, uns hat es wirklich gefallen. Nicht alles ganz todernst und mit einer Prise Humor. Auch die Stadt ist besser im Schuss wie noch Western Leone.
Die Motive für Fotos sind ebenfalls super, Westernstadt, Mexikodorf, Indianerwigwam und ArmyFort vor der grandiosen Kulisse einer Wüste. Echt jetzt, Fort Bravo hat uns sehr gut gefallen.
Trotzdem fahren wir noch ein wenig weiter und parkieren zum Übernachten auf dem Mirador Urrà auf der A-1102. Grandiose Aussicht zum Sonnenuntergang, was will man mehr?
Endlich Ferien und neue Ideen
Die Nacht war windig, eher sogar stürmisch, aber dann hörte der Wind plötzlich auf und es wurde wärmer. Morgens als wir aufstanden, war unsere Frontscheibe nicht beschlagen, ein Zeichen für warmes Wetter. Und tatsächlich, um 8 Uhr sind es schon 13 Grad im Gegensatz zu gestern mit -2 Grad.
Also der richtige Tag und das richtige Wetter um einen Strandtag einzulegen. Also fahren wir 90km zur Schlangenbucht. Die Fahrt dorthin ist wieder wunderschön durch die Berge und irgendwann sehen wir im Hintergrund dann das Meer.
Nun sind wir sehr gespannt auf das, was uns dort erwartet. Wir haben im Vorfeld schon viel davon gehört, meist positiv, aber nicht nur. Und diese Bucht ist vorwiegend in Deutschland bekannt, in Frankreich fast inexistent.
Die letzten paar Meter geht es über einen Feldweg, dann sehen wir die Schranke, das Meer, Palmen und einige Womos. Beim Besitzer liefern wir 6€ ab und fahren dann irgendwo auf dem grossen Gelände an einen Platz der uns passt. Es ist weder parzelliert noch gibt es Strom, dafür eine Ver- und Entsorgung. Freistehen mit Service, einfach toll.
Wir finden einen Platz direkt mit Sicht auf das blaue Meer und die grünen Palmen, einfach genial. Das Wetter ist warm, fast heiss mit 23 Grad und wolkenlos. Ich gebe es zu, ich war sehr skeptisch, aber alle meine Erwartungen wurden hier weit übertroffen. Man darf sich hinstellen wo man will, die Geländegängigen Womos etwas weiter hinten, die andern stellen sich irgendwo auf den Wegen auf. Da es kein Strom gibt, haben sich nur ganz wenige, wenn überhaupt, für das Überwintern eingerichtet und darum hat es für Neuankömmlinge immer auch Platz. Hat es darum keine Franzosen und Spanier?
Wir nehmen endlich mal unsere Stühle und den Tisch an die Sonne und frühstücken ausgiebig mit Sicht aufs Meer und den Strand. Danach gibt es mehrere Spaziergänge in kurzen Hosen und T-Shirt mit süssem Nichtstun. Anita meint dann ganz lässig: «endlich mal Ferien!»
Plötzlich steht Anita auf und werklet etwas in unserem Womo, danach ruft sie mich hinein und fragt: was meinst du? Sie hat die Matratzen in unseren Betten quer hineingelegt. «Wenn wir unsere Betten quer legen würden, hätten wir 40cm auf jeder Seite mehr Platz für Ablagen.» Jetzt spinnt sie total, war mein erster Gedanke, aber je länger wir darüber diskutieren, desto plausibler wird alles. Es wäre keine grosse Sache, alles zu Querbetten umzubauen und wir hätten tatsächlich mehr Platz im «Schlafzimmer» für die Ablage der Computer und Fotoapparate. Wir beschliessen, dieses Projekt dann zu Hause anzugehen.
Es tut uns einfach nicht gut, nur am Strand zu liegen, das kommt mit neuen Ideen viel teurer, als wenn wir Eintritte für Besichtigungen kaufen müssten.
Jetzt hätten wir endlich mal die Gelegenheit den Grill hervorzunehmen, scheitert aber daran, dass wir gar kein Fleisch zum Grillen haben. Das ist aber das kleinste Übel. Das nervigere Ding sind die Fliegen, die es hier hat. Wir sind sie einfach nicht mehr gewohnt, bisher sind sie auf dieser Reise jeweils sofort erfroren, darum sind alle spanischen Fliegen hier ans Meer geflogen zum Überwintern. Hat uns jemand eine Fliegenklatsche?
Ach ja, die Schlangenbucht ist der erste Stellplatz auf dieser Reise, der von uns 5 Sterne bekommt.
Ja, wir haben einen Omnia
Wir haben auf unserer Reise bisher 5827km zurückgelegt, zählt man den ersten Fahrtag ab, ist unser Knutschi jeden Tag durchschnittlich 182km gefahren, ohne zu murren und ohne zu meckern. Darum hat es sich nun den allerersten Ruhetag verdient und wird heute keinen cm bewegt.
Während unser Knutschi ausruhen darf, machen wir kurze Spaziergänge, sitzen an der Wärme und schauen auf das blaue Meer hinaus. Es hat gefühlte 28 Grad, ist windstill und einfach nur schön.
stolzer Erbauer eines Leuchtturmes
Und es duftet so richtig gut in unserem Wohnmobil, Anita bäckt Salzstangen. Und damit kommen wir zum Thema Essen. Selbstverständlich sind wir hin und wieder auswärts essen gegangen und haben so die einheimische Küche probiert. Aber wir lieben es auch, im Wohnmobil zu kochen.
Auf dieser Reise hat uns ein Omnia begleitet. Ja ich weiss, das überrascht euch, mich nämlich auch. Ich habe immer gesagt, dass wir keinen Omnia brauchen und auch keinen ausprobieren, auch nicht, wenn wir ihn kostenlos bekommen. Wir müssen doch nicht auch noch Omnia-Rezepte veröffentlichen, so wie andere gefühlte 1000 Campingblogger. Aber an der Messe in Bern hat mich Anita zusammen mit den anderen Frauen am Stand total ausgetrickst. Da wurde verhandelt, gestrippt, verglichen und zwar so lange, bis Anita einen Omnia ihr eigen nannte. Ich wurde da gar nicht gefragt. Und seither esse ich Mahlzeiten mit einem Loch in der Mitte. Der Omnia ist quasi eine Gugelhopfform, die man auf den Herd stellen und ihn so als Backofen benutzen kann. Dabei haben wir einen Backofen im Wohnmobil!!!
Seither kocht und bäckt Anita das Rezeptbuch durch, probiert eigenes aus und ich bin froh, wenn wir auswärts wieder mal eine normale Pizza bekommen, die kein Loch in der Mitte hat.
Und jetzt mal ehrlich, nach 4 Wochen Omnia-Essen: es gibt tatsächlich Dinge, die recht schmackhaft sind. Überraschenderweise zählt da das Brot dazu. Brot backen im Omnia wird wirklich gut und gibt weniger Aufwand, wie im kleinen Womo-Backofen. Auch viele Gerichte kann man ähnlich wie in einer Tajine zubereiten, die wirklich gut und saftig werden. Also so schlecht ist der Omnia gar nicht, ich gebe es ja zu.
Aber
Jetzt kommt das Aber: Pizzateig mit eingerollten Zutaten im Kreis angerichtet und gebacken, hat doch nichts mit Pizza zu tun. Aufläufe in Gugelhopfform, die oben doch nicht richtig knusprig werden sehen im Backofen leckerer aus und sind erst noch knuspriger. Und viele Rezepte kann man auch in der Pfanne machen und braucht keinen Omnia dazu. Einen Zopf in einem Omnia ist doch auch Schwachsinn, ein Zopf lebt ja gerade von einer gewissen Masse und nicht von einem kleinen runden Durchmesser. Dazu kann man die Schrauben des billigen Alluformdeckels nicht mal richtig anziehen und ohne Silikonform kleben die Rundkuchen doch auch ordentlich.
Ich bin froh, macht Anita heute unsere Salzstangen und den Sonntagszopf wieder im normalen Backofen. Auch die Spaghetti aus der Pfanne sind mir lieber, wie als Käseüberbackenerundformmitloch auf dem Teller.
Der Omnia wird uns eventuell weiter begleiten, aber mehr wie einmal wöchentlich nicht mehr gebraucht.
Unser Sack mit den spanischen Orangen ist mir da schon noch viel lieber, ich glaube, ich habe mir da sowiso einen Überschuss an Vitamin C angefressen.
Allerdings befürchte ich nun doch, dass mein Ziel auf dieser Reise, das eine oder andere Kilo zu verlieren, gründlich misslang. Bisher wenigstens.
Also gehe ich nun nochmals am Strand spaziere und geniesse das warme, fast schon heisse, Wetter.
unseres Reisestrecke