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Mont Ventoux Frankreich 2015
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Reisebericht

Waschtag 17.11.2021

Wir landen in Gafanha da Nazaré

Wir fahren heute nur gerade 35km, denn wir haben am späten Nachmittag mit Josiane und Rémy abgemacht. Sie fahren praktisch unsere Tour in der entgegengesetzten Richtung und da tut es doch gut, noch einige Tipps für die kommenden Etappen zu bekommen.

Wir haben in Gafanha da Nazaré abgemacht, weil das jetzt gerade in der Mitte unsere Standorte liegt. Und es dort einen Stellplatz hat und auch noch einen Waschsalon, den wir auf Google-Maps gefunden haben.

Wir fahren auf dem Hinweg noch durch das Zentrum von Aveiro, dem Venedig Portugals. Und tatsächlich sehen wir da Kanäle und Gondeln, stoppen aber nicht. So kommen wir an unserem Treffpunkt an und fahren zuerst einmal vorbei, 600m weiter. In der Nähe des Waschsalons hat es einen grossen und leere Parkplatz, genau richtig für uns.

Wir packen unser benutze Wäsche und tragen sie in den Salon, wo wir merken, dass wir gar kein Waschmittel haben. Also nochmals raus und in den Tante-Emma-Laden daneben, wo wir ein Waschmittel kaufen. Wieder zurück im Waschsalon Sweet Wash, füllen die Waschmaschine 2 mit Programm 3, dann an die Bezahlstation, werfen eine 5€-Note in den Schlitz und überlegen uns, wie nun unsere Waschmaschine gestartet werden muss. Wir schaffen es nicht alleine und müssen eine anwesende portugiesische Hausfrau fragen, die uns dann kompetent hilft. Nun haben wir 27 Minuten Zeit um einzukaufen, frisches Geld am Bankomaten zu holen und den Leuchtturm im Stadtzentrum zu sehen. Dann zurück zum Salon, die Wäsche aus der Waschmaschine in den Tumbler Nr. 4, bezahlen und starten, die helle Wäsche nun in die Waschmaschine Nr. 2 legen und auch diese nun alleine zu starten.

17 Minuten Zeit, um die Einkäufe zu verstauen und in der Bar ein Bier und ein Cola zu bestellen. Nach den 17 Minuten den Tumbler leeren und innerhalb 8 Minuten (bis die Waschmaschine fertig ist) die heisse, trockene Wäsche ins Knutschi legen und zurück in die Bar, das Cola und das Bier trinken. Dann wieder zurück in den Waschsalon, die zweite Ladung Wäsche in den Tumbler umfüllen und zum zweiten Mal laufen zu lassen. In diesen 17 Minuten dann nochmals ein Cola und ein Bier und Tappas zu bestellen, bis auch diese Wäsche heiss und trocken ins Womo verfrachtet werden kann. Dann endlich die Tappas essen und das Bier und das Cola zu geniessen.

Danach fahren wir zum Stellplatz, schwitzen ziemlich fest, da es inzwischen wirklich warm ist (22 Grad) und dann müssen wir noch zwei Ladungen Wäsche zusammenfalten.

Dann endlich beginnt die Freizeit und wir machen einen langen Spaziergang dem Kanal und dem Sandstrand am Meer entlang. Übrigens nur die Hafenmole alleine ragt 900m ins Meer hinaus, wir machen heute also ziemlich Kilometer zu Fuss.

Wir sind gerade bei Sonnenuntergang wieder bei unserem Knutschi, als unsere Freunde vorfahren. Herzliche Begrüssung, Austausch von Reisetipps und dann der Gang in ein portugiesisches Restaurant. Wir treffen mit dem Schwimmbad-Restaurant (Piscina agua salgada do Hotel da Barra) direkt ins Schwarze.

Beim Bestellen gibt es aber irgendwie ein Sprachhindernis, denn wir sprechen kein Wort portugiesisch und der junge Kellner konnte auch nicht so recht Fremdsprachen. Das hat aber nichts gemacht, irgendwie verstanden wir uns trotzdem und schlussendlich haben wir echt sehr gut gegessen, inklusive Tappas, Menu und Dessert. Also wirklich sehr zu empfehlen.

Und schon wieder ist ein Tag um, irgendwie geht es immer schneller…

Übernachtung

Gafanha da Nazaré - Parkplatz ***
Portugal, Parkplatz
ohne nichts, aber gute Lage
Koordinaten: 40.64383, -8.73840
N 40° 38' 37.8"  E -8° 44' 18.2"
letzter Besuch: 11.2021

Surfer-Paradis Nazare 18.11.2021

Und in der Stadt der Königinnen

Wir fahren heute etwas Autobahn und passieren verschiedene Zahlstellen. Einige wieder automatisch ohne anzuhalten, eine andere ganz manuell mit Ticket nehmen und bei der Ausfahrt bezahlen. Welche Autobahn welches Zahlsystem hat, haben wir noch nicht wirklich durchschaut, auch beim manuellen System werden unsere Kreditkarten nicht gefressen und wir müssen mit einem 20 €-Schein bezahlen. Komisch, aber nicht tragisch.

So kommen wir gegen Mittag in Nazaré an, an dem Ort, wo regelmässig die Weltrekorde beim höchsten Wellenritt der Surfer aufgestellt wird. Es ist also der Ort, wo die Natur regelmässig die weltweit höchsten surfbaren Wellen hinschickt. Gemäss örtlichem Wetterbericht sind heute die Wellen zwar nur 5 bis 6m hoch, aber die höchsten der Woche.

So rechnen wir, dass die Surfer in der weiteren Umgebung heute alle nach Nazare pilgern um ihr Glück zu versuchen. Wir fahren darum nicht direkt zum Praia do Norte, weil wir denken, dass dort alle Parkplätze sowiso schon belegt sind. Wir parkieren auf dem grossen Parkplatz beim Skaterpark, wie sich später herausstellt, genau die richtige Wahl.

Von dort wandern wir mit Fotoapparaten ausgerüstet ca. 1.5km berghoch zum Forte de São Miguel Arcanjo, wo man den besten Überblick hat und die eindrücklichsten Surfvideos und Fotos von den Profis geschossen werden.

Schaulustige und Blick zu den Surfern

Es hat ziemlich viele Schaulustige, die dem Treiben unten im Meer zuschauen. Die Wellen sind wirklich riesig (wie sieht dass denn aus, wenn sie 4x höher sind wie jetzt??) und brechen im lauten Getöse in sich zusammen. Die Surfer werden mithilfe von Jetskis aufs Meer gebracht und warten dort auf die für sie richtige Welle.

Es ist echt eindrücklich und sehenswert. Wieviel Liter Wasser schluckt wohl so ein Surfer pro Tag, wenn es ihn in der Gischt wieder mal so richtig verspickt? Wir schauen sicher eine Stunde faszinierend zu und schiessen einige Fotos. Am meisten bestaunen wir aber die riesigen Wellen…

Danach marschieren wir wieder zu unserem Knutschi zurück, kaufen aber vorher an einem Souvenirstand noch Bolinhos de Amendoim, eine weitere Spezialität von Nazaré. Und heute Abend schauen wir noch einen Surferfilm… In diesen Filmen spielt Nazaré meistens noch keine Rolle, denn dieser Surfspot wurde erst ab 2011 bekannt und zieht erst seit da Surfer auf der ganzen Welt an. Das merken wir auch heute, beim Fort wo die Fotografen stehen, wird englisch gesprochen, portugiesisch ist da keine Option.

Óbidos

Nach diesem Erlebnis fahren wir 37km weiter nach Óbidos, der Stadt der Königinnen. Diese Stadt wurde mehrmals von Königen an ihre Ehefreuen verschenkt. Würde ich ja auch machen, wenn ich mehrere Städte mein Eigen nennen würde, Anita hätte nämlich auch eine verdient.

auf der Stadtmauer

Aber wir sind nicht wegen den Geschenken hier, es gibt eine begehbare Stadtmauer, eines der schönsten Städtchen Portugals und einen Stellplatz direkt vor dem mittelalterlichen Aquädukt.

Der Stellplatz hat wirklich eine Top-Lage, mit dem Womo steht man vor der alten Wasserleitung mit 200 Bögen und ins Städtchen ist es auch nur wenige 100m.

Der Spaziergang rund um die Stadt auf der Stadtmauer ist dann aber schon etwas abenteuerlich. Auf einer Seite die stabilen Schiessscharten, dann kommt zum Teil ein nur 80cm breiter Weg und auf der anderen Seite geht es 10m senkrecht runter, ohne Absperrung, ohne Geländer. Nichts für Kinder.

die alte Wasserleitung übers ganze Tal

Die Altstadt sieht sehr schmuck aus, auch wenn es bisher der touristische Ort auf unserer Reise war. Aber das darf auch sein und es lohnt sich echt, Óbidos anzuschauen.

Wir sind so zufrieden, dass wir entschliessen, hier zu bleiben. Also endlich mal die Stühle hervorholen und die 22 Grad vor dem Womo geniessen. Das tut richtig gut. Es reicht ja, wenn wir morgen weiter fahren…

wunderschönes Altstädtchen

Übernachtung

Óbidos - Área Autocaravanas ****
Portugal, Stellplatz
super gelegen, sauber,
Koordinaten: 39.35620, -9.156746
N 39° 21' 22.3"  E -9° 9' 24.3"
letzter Besuch: 11.2021

Klippentreppen 19.11.2021

Von Kuschelcampern und andern Idioten

Heute haben wir Ruhetag und fahren darum nur 30km, der Rest ist Erholung angesagt, schliesslich übernachteten wir seit 18 Tagen jede Nacht irgendwo anders. Und neue Eindrücke können auch anstrengend sein.

Wir fahren also nach Peniche, das uns empfohlen wurde und auf der Karte interessant aussieht. Wir fahren dort aber nicht direkt zum Stellplatz, sondern wollen noch den Leuchtturm anschauen. Als wir unser Knutschi dort parkieren, sehen wir schon die bizarre Felsenküste, die uns sofort interessiert. Es ist schon gewaltig, ein Felsturm ragt aus dem Meer direkt vor unsere Nase. Der Leuchtturm wird zur Nebensache, das Meer und die Felsformationen interessieren uns viel mehr.

Nach einer Stunde geht es dann einen Kilometer weiter, irgendwo soll es da eine Felsenhöhle geben. Wir parken unser Knutschi wieder auf einem Kiesssträsschen und bewundern auch hier die Klippen. «Da unten hat es eine Treppe» ruft Anita plötzlich und schon schreitet sie die kleine, schmale, in den Fels gehauene Treppe Richtung Meer hinab. Es geht steil runter, dann wieder horizontal, leicht bergauf und um den Bogen wieder hinab. Ein abenteuerlicher Weg. Aber faszinierend. Immer geht es doch noch weiter, so weit, bis wir vor der gesuchten Höhle stehen. Schnell ist Anita drin und klettert immer weiter, so weit, bis sie nichts mehr sieht.

Einfach cool hier in Portugal.

Als wir dann wieder draussen sind, sehen wir, dass die Treppe noch weiter Richtung Meer hinab geht. Natürlich probieren wir die auch aus. Allerdings ist es schon recht steil, ohne Geländer und links das tosende Meer. Unten sind wir dann tatsächlich beinahe am Wasser, um uns herum nur noch Felsen. Am liebsten würde ich einmal mehr schreien: Wie geil ist das denn!

Als wir wieder oben sind, sehe wir, dass es bei jedem gelben Wegweiser in Fischform eine kleine, steile Treppe im Fels gibt. Wir probieren drei dieser Treppen aus und sind jedes Mal begeistert.

Wollten wir heute nicht mal einen Ruhetag machen?

Also gehen wir wieder zu unserem Knutschi und fahren zu unserem anvisierten Stellplatz mitten in Peniche. Schnell haben wir eingecheckt und sehen, dass es hier sogar eine Wohnmobilwaschanlage hat. Wie geil ist das denn…

Mit unserem dreckigen Knutschi natürlich direkt dorthin und dann wird mal richtig gewaschen. So dass unser Matterhorn und der Eiffelturm endlich wieder glänzen. Auf der Rückwand haben wir noch immer Sand von der Wüste in Bardenas Reales.

Danach stellen wir uns erst auf den Platz, nehmen die Stühle nach vorne und geniessen endlich die ca. 24 Grad. Richtig schön warm. Der Stellplatz hat zwar den Charm eines Eisblockes: Betonboden, keine Pflanzen, Mauer rundherum. Allerdings ist die Mauer weiss und sieht schön aus und das Gute: dadurch ist es windstill und sehr warm.

Wir lassen unsere Seele endlich mal baumeln, bis es uns nach einer Stunde dann schon wieder zu langweilig ist. Sind wir etwa schon erholt? Also laufen wir noch schnell ins nächste Einkaufszentrum (300m weg), erledigen unser Einkäufe und sind wieder zurück. Wo uns fast der Schlag trifft.

Kuschelcamper

Jetzt mal ehrlich, der Stellplatz hat Platz für 60 Womos, etwa 6 Womos waren da, als wir zum einkaufen gingen. Jetzt sind es 8 Womos, als wir zurück kommen. Also zwei mehr. Und diese zwei Womos parkieren eines rechts neben uns und das andere Links! Haben wir irgendwo ein Magnet, das Kuschelcamper anzieht? Wir können es irgendwie nicht fassen. Es hätte 54 andere freie Plätze gehabt!

Aber sagen können wir ja nichts, die Plätze sind so eingezeichnet und wir haben kein Exklusivrecht. Ist auch nicht so schlimm, die Sonne geht sowiso bald unter, gehen wir also noch etwas spazieren.

Nach 300m auf die andere Seite sind wir direkt am Meer und schauen auf eine schöne Halbinsel hinaus.

Idioten

Dort auf der Halbinsel stehen vier Womos und kurz davor nochmals eines. Warum stehen sie denn dort, darf man das? Aus Neugierde marschiere ich los (Anitas Kommentar: immer musst du alles wissen, lass die doch links liegen).

Auf der Halbinsel gibt es sieben (SIEBEN, 7) Wohnmobilverbotstafeln und es stehen 5 Womos dort. Das kann ja nicht sein, oder? Wie kann man nur so frech sein? Irgend einen Grund gab es ja wohl, dass die Gemeinde, oder wer auch immer, hier diese Verbotstafeln aufgestellt hat (es kommen nochmals zwei zum Vorschein). Auch wenn ich die Gründe nicht kenne, warum diese Schilder hier stehen, aber dann hält man sich doch dran, oder? Und der Stellplatz ist nur 300m entfernt! Klar, hier am Meer ist es natürlich schöner, aber muss das sein? Ich begreife es nicht und würde am liebsten bei jedem einzelnen an die Scheibe klopfen. (Anita: «mach das nicht, wir sind Gäste in diesem Land und nicht die Polizisten.») Ich rege mich wirklich auf und kann die absolute tolle Landschaft und den herrlichen Sonnenuntergang gar nicht erst geniessen.

Mir geht es erst wieder besser, als ein portugiesisches Polizeiauto vorfährt. Ich weiss nicht, ob die Womofahrer gebüsst wurden, 10 Minuten später sind aber alle restlos weg.

Und immerhin, es waren keine aus dem deutschen Sprachraum, ein Holländer, zwei Franzosen und zwei Portugiesen.

Wieder beruhigt und zurück auf dem Stellplatz sehe ich an einem Womo das Logo von Canisontheroad.de. Äh? Ihren Instagram- und Facebook Feed verfolge ich schon länger, erst heute Morgen habe ich noch ihr neustes Video angeschaut, und nicht gemerkt, dass sie an unserem Reiseziel stehen…

Und ihr könnt es euch ja denken: wir sitzen bis weit ins Dunkle zusammen, plaudern, reden, tauschen Erfahrungen und Tipps aus. So lange, bis wir Mitte November in Portugal abends spät fast erfrieren…

Es war ein wirklich schöner Abend!

Aber ob wir uns heute erholt haben? Das entscheiden wir morgen früh, ob es weiter Richtung Lissabon geht oder wir doch noch bleiben.


Übernachtung

Peniche - ASA Motorhome Park ****
Portugal, Stellplatz
gute Lage, sauber, mit Womowaschanlage
Koordinaten: 39.36619, -9.37873
N 39° 21' 58.3"  E -9° 22' 43.4"
letzter Besuch: 11.2021

Lissabon und Cabo da Roca 20.11.2021

Wir sind müde

Wir haben heute ca. 90 km zu unserem Tagesziel zu fahren. Die Fahrt führt alles ungefähr dem Meer entlang auf der N247, wenigstes war es so geplant. Unser Navi jagt uns aber jeweils durch enge Dörfer auf noch engere Strassen. Die Fahrt ist irgendwie nicht so recht entspannend. Das könnte aber auch an meiner Gemütslage liegen, irgendwie bin ich müde, nicht so richtig aufmerksam und leicht zu reizen. Im Nachhinein wäre es besser gewesen, nochmals einen Tag in Peniche zu bleiben und die tolle Landschaft und das tolle Städtchen zu geniessen.

Aber wir sind unterwegs zum Gabo da Roca, dem westlichsten Punkt Europas auf dem Festland. Hier geht heute die Sonne in Europa am spätestens unter, gemäss Schweizer Zeit um 18:21 Uhr, zu Hause ginge die Sonne schon 40 Minuten früher unter (wenn sie dann scheint).

Als wir dort ankommen, sind die wenigen Parkplätze belegt, aber für unser Knutschi finden wir noch Platz auf dem Busparkplatz. Es hat ziemlich viele Leute, ein richtiger Touristenhotspot. Wir schauen uns den Leuchtturm von aussen an, marschieren an das Monument des westlichen Punktes und schauen aufs Meer Richtung Amerika. Die kürzeste Distanz ist übrigens 3610.460 km, bis man auf der anderen Seite auf Land trifft (Path End, Neufundland, Kanada).

Irgendwie kommt bei uns lange nicht die gleiche Stimmung auf, wie wir am westlichsten Punkt von Spanien hatten. Es hat hier zu viele Leute, irgendwie hektisch, kein befriedigender Parkplatz (oder liegt das immer noch an meiner Stimmung?). Auf alle Fälle entschliessen wir uns, weiter zu fahren.

Also sitzen wir wieder in unser Knutschi und fahren nach Lissabon. Sintra lassen wir heute aus, irgendwie haben wir einfach keine richtige Lust. Wahrscheinlich ein Fehler, aber so haben wir einen Grund, irgendwann nochmals hierher zu kommen. Unser Ziel dieses Mal: ein Parkplatz, von wo man die Brücke Vasco da Gama gut fotografieren kann.

Wir fahren also quer durch Lissabon, haben nur gerade mal 5 Minuten etwas Stau und kommen gut an unserem Ziel an, ohne dass wir uns einmal verfahren haben. Nicht selbstverständlich in einer Millionenstadt.

Unser Parkplatz ist direkt neben dem Tajo, dem längsten Fluss der iberischen Halbinsel (gelernt bei Kreuzworträtsel). Wir haben eine perfekte Sicht auf die 17km lange Brücke Vasco da Gama (ein portugiesischer Entdecker) und marschieren natürlich sofort Richtung Brücke. Es ist ein Spaziergang dem Wasser entlang und danach durch einen schönen, weitläufigen Park, immer die Brücke vor Augen. Selbstverständlich machen wir hin und wieder Fotos, laufen auch unter der Brücke hindurch auf die andere Seite. Wir sind begeistert und zufrieden, auch wenn nun die Bewölkung zunimmt. Gemäss Wetterbericht soll es heute sogar noch regnen.

Nach den Fotos sitzen wir im Knutschi, Anita kocht eine ganz leckere Lasagne und ich schaue enttäuscht auf die Brücke. Es ist dunkel und sie ist überhaupt nicht wirklich beleuchtet. Da habe ich mir etwas viel schöneres vorgestellt für so eine imposante Brücke.

Nun plane ich für morgen. Wohin soll es gehen? Wer hat einen Tipp für östlich oder südlich Lissabon?

Übernachtung

Lissabon - Praça Mar da Palha ***
Portugal, frei
etwas schmudelig, aber direkt am Wasser und vor der Brücke
Koordinaten: 38.79486, -9.09141
N 38° 47' 41.5"  E -9° 5' 29.1"
letzter Besuch: 11.2021

Lagos 21.11.2021

Eindrückliche Ponta da Piedade

Wir fahren morgens kurz nach 8 Uhr von Lissabon weg über die grosse Brücke Vasco da Gama. Die Wetteraussichten für Heute sind nicht gerade rosig und nachts gab es auch schon ein paar Regentropfen. Ein Grund für uns, Richtung Süden an die Algarve zu fahren.

Die Fahrt über die Brücke ist eindrücklich und lange, zudem Stadtauswärts kostenlos. Kurz danach sind wir für 100km im Nebel, und da ist es auf der leeren Autobahn viel einfacher. Bei der Zahlstelle wissen wir auch, warum die so leer ist. Wir bezahlen für 200km auf der A2/E1 satte 37 €, dafür bekommen wir in der Schweiz ein ganzes Jahr die Flat-Rate auf der Autobahn.

Dann nach insgesamt knapp 300km sind wir in Lagos. Auf unserem anvisierten Stellplatz ist Markt, also nichts zu machen und so fahren wir auf den Campingplatz Trindade. Dieser hat bei Google keine guten Bewertungen, macht für uns aber nichts, schliesslich brauchen wir keine Sanitärgebäude, die Lage im Städtchen ist uns wichtiger. Wir wollen zwei Tage hierbleiben.

Allerdings sieht es dann doch etwas schmuddelig aus und so buche ich vorerst dann nur mal eine Nacht. Na ja, es ist nicht wirklich unser Geschmack, nicht nur den Platz empfinden wir als schmuddelig, auch einige Dauercamper. Sind das normale Überwinterer oder gestrandete?

Aber wir sind ja nicht wegen dem Campingplatz hier, also ab Richtung Hafen und Küste. Wir sind noch nicht ganz am Meer, sehe ich eine Steinbrücke über einem Sandstrand zu einem Felsen. Dieses Bild haben ich doch auch schon gesehen und es sei eines der Highlights von Portugal. Also schreiten wir sofort Richtung Sandträndchen. Es gibt hier drei Buchten, die mit Tunnels untereinander verbunden sind. Wirklich schön und anscheinend sehr bekannt, denn es hat doch einige Touristen hier. Aber egal, die Fotos werden gut bis wir dann unsere Richtung umdrehen und 30Minuten zur Ponta da Piedade marschieren. Dies ist einer der bekanntesten und schönsten Felsküstenabschnitte Portugals, heisst es.

Und es ist wirklich eindrücklich, sehr sogar! Wir verbringen insgesamt eine Stunde hier, machen Fotos und geniessen die Aussicht. Eine Bootstour unter den vielen Felsbögen durch, wäre schon fantastisch. Diese sei aber besser bei Ebbe und die trifft heute erst um 16 Uhr ein.

Also kämpfen wir uns die 30 Minuten Fussmarsch wieder zurück. Wir schwitzen, denn die Temperaturen von 25 Grad sind wir uns gar nicht mehr gewohnt. Abgekämpft kommen wir bei unserem Knutschi an und müssen uns erst einmal vor dem Womo erholen.

Wir geniessen die Wärme so lange, bis wir um 16 Uhr wieder frisch und voller Tatendrang sind. Also marschieren wir nochmals eine halbe Stunde zum Hafen und wollen uns so eine Bootstour organisieren. Allerdings stellen wir fest, dass die letzte heute um 16 Uhr gestartet ist, also buchen wir für morgen 10 Uhr diese Tour und geniessen die warme Sonne und das rege Leben am Hafen. Es läuft tatsächlich etwas und die Strassencafés sind ziemlich voll. Wir ergattern uns aber einen Platz und geniessen den Sonnenuntergang am Hafen.

Danach geht es im Eindunkeln nochmals 30 Minuten zu Fuss zurück. Wir legen heute also ziemlich Kilometer zurück...

Wir bereuen es nicht, Lissabon und die dunklen Wolken verlassen zu haben und hier die Wärme zu geniessen.

Übernachtung

Lagos - Trindade **
Portugal, Camping
gut gelegen, aber irgendwie schmddelig. Der 2. Stern ist wegen der Lage.
Koordinaten: 37.09456, -8.671673
N 37° 5' 40.4"  E -8° 40' 18"
letzter Besuch: 11.2021

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