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Stonehenge England 2016
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Reisebericht

Ankunft am Ärmelkanal 28.8.2023

Bei schönstem Wetter

Nach einer kurzen Nacht geht es frühmorgens weiter. Wir sind schnell auf der Autobahn, haben überall wenig Verkehr, da wir die mautpflichtigen Autobahnen in Frankreich benützen (82.18 CHF Maut von Basel bis nach Calais für 625 km Autobahn). Allerdings zieht es sich dann schon noch und nach 7:17 Std und 673km kommen wir auf dem Stellplatz an. Kurz vorher füllen wir unseren leeren Dieseltank mit 110 Litern (10 Liter hatte es noch drin). In jedem Land von Europa ist der Diesel günstiger wie in England, also lieber hier noch volltanken.

Das CheckIn auf dem Stellplatz läuft problemlos und zügig, auch kostet dieser grosszügige Platz nur 11 € pro 24 Stunden inkl. guter Ver-/Entsorgungsmöglichkeit.

Je weiter wir in den Norden fahren, desto besser wird das Wetter, von stark bewölkt bis jetzt Abends strahlend blauer Himmel und 25 Grad. Was will man mehr? Genau, Meer wollen wir mehr.

Also spazieren wir die 400m bis zum grossen Strand von Calais und spazieren auf dem Sand zum Wasser, das aktuell jetzt bei Ebbe ziemlich weit draussen ist. Es ist herrlich, wer hätte gedacht, dass wir schon am Montag, eigentlich unserem ersten Ferientag, Ferien haben? Wir spazieren weiter zum Digue Gaston Berthe, einer 400m langen Mole ins Meer hinaus. Wir sehen da im 10 Minutentakt die grossen Fähren an- und ablegen zwischen England und Frankreich. Stimmt, wir müssen ja noch ein Fährticket haben, werden wir aber im Wohnmobil online buchen. Vor dem Rückweg holen wir uns noch ein Tütchen Pommes bei Friterie des Nations. Da wir aber nicht wissen, wie gross die Tütchen sind, entscheiden wir uns für ein grosses. Na ja, eine Familienpackung wollten wir eigentlich nicht…

Danach geht es entlang der Strandpromenade wieder zurück. Es hat irre viele Leute flanierend, spazierend, spielend und Sonne geniessend an diesem HotSpot am Meer. Totales Ferienfeeling. Muss denn hier niemand arbeiten an einem Montag?

In England haben sie heute den Summer Bank Holiday Tag, ein Tag, an dem ursprünglich jede Bank in England geschlossen hatte und inzwischen das ganze Land ein verlängertes Weekend geniesst. Darum hatte es heute so viele englische Fahrzeuge Richtung Fähre, die müssen morgen alle wieder im Büro sein. Das merkt man sehr gut an den Fährpreisen, die sind heute viel höher wie morgen. Heute Abend sind die Preise für unser Knutschi bei 250€, morgen früh haben wir nun für 120€ gebucht. Die Fahrt durch den Eurotunnel hätte heute über 400 € gekostet…

Wir geniessen nun die Sonne vor unserem Wohnmobil und die Ruhe. Morgen fährt unsere Fähre um 8:20 Uhr, 90 Minuten vor Abfahrt muss man am Terminal sein, also müssen wir hier schon um 6:50 Uhr weg (wir haben keine 5 Minuten bis zur Fähre).

673km / 7:17 Std
10,8 Liter Durchschnittsverbrauch, 92km/h Durchschnittsgeschwindigkeit
max 25 Grad, min 16 Grad, von Stark Bewölkt bis Strahlend blau

Übernachtung

Calais - Le grand Gravelot ****
Frankreich, Stellplatz
sehr gut gelegen
Koordinaten: 50.95920, 1.8323391
N 50° 57' 33.1"  E 1° 49' 56.4"
letzter Besuch: 8.2023

Linksverkehr, Meilen und Pfund 29.8.2023

Wir sind schon angewöhnt

Früh um 6 klingelt heute der Wecker. Etwas verschlafen stehen wir sofort auf, duschen, richten unser Knutschi zur Abfahrt her und sind 30 Minuten später an der Entsorgungsstelle. Frisches Wasser tanken, Wasser ablassen und Urintank leeren. Danach fahren wir die 15km zum Fährterminal, wir machen bewusst den Umweg über die Autobahn, denn dort ist es bestimmt sehr gut signalisiert, wo wir hin müssen. Die Buchungsnummer und unsere Pässe liegen bereit.

So sind wir um 7 Uhr beim Fährterminal beim CheckIn, strecken unsere Pässe und die Buchungsnummer hin und schon haben wir etwas später unser Ticket für Auto und Personen. Wir müssen uns auf der Lane 1028 stellen, aber zuerst geht es durch den Warenzoll. Wir werden aber gleich durchgewunken, so ungefährlich sehen wir aus, etwas weiter vorne kommt dann der Personenzoll. Unsere Pässe werden gescannt und die Fotos mit unseren Gesichtern abgeglichen. So gute sieht er aber nicht hin, denn Anita sieht in Wirklichkeit viel hübscher aus wie auf dem Passfoto. Bei mir ist es eher umgekehrt. Dann müssen wir 40 Minuten auf der Linie 1028 warten, bevor wir direkt und gerade auf die Fähre auffahren und vorher noch unser Tickets abgeben. Dann sind wir auf dem 212m langen und 30m breiten Schiff, wo 1059 Pw’s darauf Platz haben. Diesen Morgen ist sie allerhöchsten halbvoll, darum muss man überhaupt nicht stressen und auch nicht eng zueinander parken. Handbremse anziehen, abschliessen und schon schnaufen wir die 5 Etagen hinauf.

Wir besichtigen den Aussenbereich im Heck und machen es uns dann im Innenbereich im Bug bequem bei einem Cappuccino und einer heissen Schokolade. Die 40km Luftlinie hat die Fähre bei ruhigem Seegang 90 Minuten später geschafft und wir können schnell von Bord fahren. Kein drehen oder rückwärtsfahren, alles geradeaus.

Und dann sind wir das erste Mal seit längerem wieder im Linksverkehr. Einfach zu Beginn schön hinter den Einheimischen herfahren, schauen, dass die Lenkerseite immer dem Strassenrand folgt und so können wir nichts falsch machen und es geht tipptopp. Irgendwie ist man schnell an den Linksverkehr angewöhnt, nur bei den Kreuzungen ertappe ich mich einige Male, wie ich in die falsche Richtung schaue. Mehr Mühe bereitet die Geschwindigkeitsangaben in Meilen. Aber eigentlich besteht nie die Gefahr, dass wir zu schnell fahren. Die Strassen sind eng und rumpelig und ziemlich anstrengend zu fahren. Gibt es hier eigentlich keine breiten Strassen, wo man problemlos kreuzen kann in vollem Tempo? Klar, die Engländer können das, wir sind da schon noch etwas ängstlicher.

Aber alles geht gut und wir kommen nach 55 Meilen bei unserem ersten Stopp an. Bodiam Castle ist eine alte Wasserburg und wird vom National Trust betreut, d.H. wenn man dort Mitglied ist, kann man gratis Parken und die Burg innen kostenlos besichtigen. Ein solcher Pass für 14 Tage und zwei Personen kostet 84 Pfund, wir entschliessen uns, eine Jahresmitgliedschaft für zwei Personen für 139 £, schliesslich bleiben wir ja 4 Wochen hier auf der Insel.

Beim Bodiam Castle sparen wir schon alleine 25£ (bis Abends haben wir schon 31£ gespart) für Eintritte und Parkplatz. Der grosse Vorteil für uns Wohnmobilisten ist nämlich wirklich der gratis Parkplatz bei den über 500 Sehenswürdigkeiten in ganz Britannien.

Die Wasserbug ist übrigens sehr schön und der kleine Spaziergang um die Burg herum tut richtig gut. Erste Sehenswürdigkeit hat sich schon gelohnt.

Danach fahren wir weiter zu den Birling Gap und den Seven Sisters, einer Kalksteinküste. Problemlos finden wir einen Parkplatz und machen uns sofort auf den Weg zu den Felsen. Es sieht wirklich eindrücklich aus, viel besser wie auf den Fotos. Natürlich nehmen wir dann auch die Treppe zum Meer hinunter und bestaunen diese Klippen von unten.

Es sind übrigens 8 Hügel und nicht 7, wie der Namen vermuten lässt. Aber durch die Erosion der Zeit wurde seit der Namensgebung im 16. Jahrhundert entstand seit da ein neuer Hügel, oder es sieht mindestens so aus. Denn jedes Jahr verschwinden von den Kreidefelsen 30cm durch Erosion, Grossbritannien wird also immer kleiner…

Als wir dann auch das ausgiebig besichtigt und viele Foto geschossen haben, nehmen wir die letzte halbe Stunde Fahrt an unseren Zielstellplatz im alten Hafen von Newhaven unter die Räder. Um 16 Uhr sind wir dann platziert und ziemlich müde und kaputt. Das sollen Ferien sein?

Anita kocht uns ein Nachtessen und wir lassen mit dem Essen auch den heutigen Tag sacken. Und wir gehen heute früh ins Bett, wir sind müde.

165km
3:48 Std
10,0 Liter Durchschnittsverbrauch
43 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit
15 - 23 Grad, leicht bis stark Bewölkt

Übernachtung

Newhaven - Harbour Arm ****
England, Stellplatz

Koordinaten: 50.78158, 0.0532608
N 50° 46' 53.7"  E 0° 3' 11.7"
letzter Besuch: 8.2023

Brighton 30.8.2023

und kein Salisbury

Nach einer verregneten Nacht werden wir morgens mit einem Sonnenaufgang bei schönstem Wetter verwöhnt. Wir schauen uns dieses Schauspiel aus dem warmen Bett in unserem Knutschi an und freuen uns auf den heutigen Tag.

Zuerst geht es nur etwas mehr wie 10km nach Brighton. Diese Stadt ist das größte und bekannteste Seebad im Vereinigten Königreich, was vor allem auf den Palace Pier zurückzuführen ist. Dieser rund 550m lange Steg von 1899 ins offene Meer hinaus beherbergt heute einen Freizeitpark, und das wollen wir uns mal anschauen.

Wir sind schnell und ohne Mühe mit unserem Knutschi in Brighton und auch die Angst, keinen Parkplatz zu finden, ist völlig umsonst. Aber wie wir später erfahren, auch nur geschuldet, weil wir schon vor 10 Uhr dort ankommen und noch nichts los ist. Wir parken unser Knutschi direkt an der Hauptstrasse auf der obersten Promenade. Wir müssen noch ein App downloaden, unsere Kreditkarte registrieren und erst dann können wir elektronisch bezahlen.

Wir schliessen unser Knutschi ab und steigen die grosse Treppe Richtung Strand hinunter. Es sieht schon da fantastisch aus und die Promenade lässt erahnen, welch vornehmer Ort das früher war. Wir laufen auf dem groben Kiesstrand Richtung Pier und dann auf diesem ganz hinaus. Es ist faszinierend: Spielhallen, Donutstände, Achter- und Geisterbahnen und noch mehr Schiess- und andere Buden und noch viel mehr solche Geldstückmaschinen, wo man ein 5 Penny Stück reinschmeissen kann und dann hoffen, dass einige Geldstücke mehr über den Rand hinunterfallen. Solche Kästen gab es auf Mallorca, wo ich als Kind zum ersten Mal am Meer war… Wir schauen eine Weile den Profis zu, wie sie mit Becher voller Münzen zuerst alle Kästen abklappern und den aussuchen, wo sie am meisten Chancen auf einen Gewinn haben um dann Geldstück um Geldstück einzuwerfen, bis es wieder klappert von herunterfallenden Münzen. Dieser Pier gefällt uns super, vor allem bei diesem Wetter.

Als wir dann noch ein Eis verdrückt haben, machen wir uns zu Fuss zum Royal Pavillon auf, einem in England einzigartigen Schloss. Es ist einzigartig, haut uns aber nun nicht wirklich aus den Socken. Wir müssen aber zugeben, dass wir es nur von aussen besichtigen und danach durch die Fussgängerzone wieder zum Meer hinunter spazieren und etwas später dann beim Knutschi zurück sind.

Brighton hat uns sehr gut gefallen.

Nach Brighton wollen wir 140km Autobahn nach Salisbury fahren und die Kathedrale besichtigen. Schon kurz nach der Stadt sind wir auf der A27. Viel Verkehr, zwar zweispurig aber alle paar wenige Kilometer einen grossen Kreisel und vor jedem Kreisel 3-800m Stau. Echt mühsam und wo kommen denn all diese Autos her? Nach 75km stehen wir dann plötzlich wegen eines Unfalls in einem 2km langen Stau und erst, als wir Portsmouth hinter uns lassen und auf der M27 (der richtigen Autobahn) ankommen läuft es besser. Keine Kreisel mehr, dreispurig und man kommt endlich gut voran.

Erst vor Salisbury beginnt es wieder zu stocken. Aber uns haut vorerst nichts mehr um, die Spitze der Kathedrale sehen wir schon von weitem, aber kein Parkplatz in Sicht. Beim kleinen Parkplatz der Kathedrale ist alles voll, also kämpfen wir uns mit unserem grossen Womo durch Städtchen bis zum Hauptparkplatz. Zuerst landen wir in einer grossen Baustelle, wenden mit Mühe und kämpfen uns dann endlich zum Parkplatz. Aber kein einziges Parkfeld ist leer, geschweige eines, wo unser Womo rein passt. Mit Mühe und etwas säuerlich verlassen wir den Parkplatz wieder, umrunden das Städtchen 3x, ohne irgendwo nur die kleinste Möglichkeit zum Parkieren zu finden, sehen die Spitze der Kathedrale aber von jeder erdenklichen Seite mindestens 2x.

von jeder Seite 2x gesehen, mehr aber nicht

Auch ein 5.50m langes Womo hätte uns nichts genützt und auf dem offiziellen Park and Ride gibt es einen Höhenbeschränkung. Ziemlich angesäuert grummle ich vor mich hin und wir fahren weiter, lassen für heute auch Stonehenge aus, schliesslich haben wir das schon einmal gesehen. Auf dem Weg stoppen wir kurz und suchen endlich mal ein Einkaufszentrum, um unsere Vorräte aufzufüllen. Mit all den Leckereien im Einkaufswagen bessert sich meine Laune übrigens schlagartig.

Danach geht es einige Kilometer weiter zur Longleat Caravan Site, einem Campingplatz wo es in der Nähe einen Safari-Park geben soll und für uns interessant: das Longleat Hedge Maze, das grössten Heckenlabyrinth mit über 3km Hecken.

Wir kommen auf dem Campingplatz gut an und staunen dann schon etwas über die Preise: 55£ für eine Nacht (über 61 CHF). Aber egal, wir sind hier und wollen da übernachten. Nach der Ankunft marschieren wir zum Heckenlabyrinth und sind um 17 Uhr beim Eingangstor in den ganzen Park. Man müsste nun 40£ Eintritt pro Person für die verbleibende Stunde bezahlen, insgesamt also fast 90 CHF für zwei Personen. Das ist uns eindeutig zu teuer, denn der Safaripark mit Wildtieren interessiert uns hier in England eigentlich nicht. Wenn wir jetzt in Afrika wären, sofort… Und wenn wir dieses Heckenlabyrinth nicht gesehen haben, geht unsere Welt auch nicht unter. Wir streichen dieses Labyrinth von unserer Todo-Liste.

Also spazieren wir zu unserem Knutschi zurück, geniessen die Sonne und beginnen, den morgigen Tag etwas besser zu planen, wie den heutigen.

Übernachtung

Longleat - Caravan and Motorhome Club Campsite ***
England, Camping
teuer und sehr schlechter Handy- und Internetempfang
Koordinaten: 51.19056, -2.278160
N 51° 11' 26"  E -2° 16' 41.4"
letzter Besuch: 8.2023

Stourhead 31.8.2023

Landschaftsgarten und Übungsgelände für den D-Day

Der Regen prasselt auf das Dach, als wir morgens erwachen. Und wir sind eine Erkenntnis reicher, denn wir wissen nun, warum es Funknetz heisst und nicht Funkteppich. Ein Netz hat immer Löcher und hier im Vereinten Königreich, besonders viele und grosse. Wir sitzen hier genau in so einem Loch, Internet grottenschlecht, wenn überhaupt und das passiert uns heute noch ganz viele Male, eigentlich überall, wo wir stoppen. Auch abends haben wir wieder Mühe, bis der Blog endlich veröffentlicht ist.

Frühstück mit Tobermann-Eiern

Aber eben, es regnet ziemlich stark, und so lassen wir uns Zeit mit dem Frühstück und den sogenannten Tobermann-Eiern. Danach brechen wir auf und stoppen nach einer halben Stunde Fahrt beim National Trust Sehenswürdigkeit Stourhead. Angepriesen wird dies mit «der weltberühmte Landschaftsgarten». Und echt, es ist so. Trotz des Regens sieht es fantastisch aus, wie muss das an einem schönen Herbstag hier grandios sein? Dann müssen wir hier unbedingt mal hin! Aber auch so sieht es absolut toll aus, ein künstlich angelegter See, tolle Landschaft, Brücke, Grotte, Tempel, Pantheon und absolut tolle Bäume in allen Variationen.

Stourhead

Wir können uns fast nicht satt sehen, auch wenn wir mit Regenhosen, Pelerine und Gummistiefel ausgerüstet sind. Gute Kleider gleich gutes Wetter, egal wie es grad schüttet. Also wenn man mal hier in der Gegend ist, unbedingt einen Stopp einlegen.

Danach fahren wir weiter zur Geisterstadt Tyneham. Das gesamte Tyneham wurde im Dezember 1943 kurzfristig evakuiert, um der Armee Platz zu machen. Diese hatte das Gebiet als Übungsplatz zur Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg ausgewählt. Die Bevölkerung durfte auch nach Kriegsende nicht wieder an diesen Ort zurückkehren. Es stehen nur noch ein paar Ruinen und die intakte Kirche.

Tyneham

Die Anfahrt ist übrigens abenteuerlich, die letzten 4km sehr eng und irgendwann kommt ein Schild, dass Wohnmobile nicht durchfahren dürfen und Fahrzeuge nur bis zu einer Breite von 2m gestattet sind. Blos, das Schild kommt an einer Stelle, wo man unmöglich wenden kann. Also einfach weiter und hoffen. Und irgendwann muss man dann mit einem entgegenkommenden Auto kreuzen, Millimeterarbeit zwischen Mauern, Brombeerstauden und eingeklappten Rückspiegeln. Aber die Leute nehmen es alle mit Humor, winken freundlich und lachen, während sich bei mir einige Schweissperlen auf der Stirn bilden.

So spektakulär ist Tyneham nicht, wie es sich vermuten lässt, die Parkplatzgebühr kostet 4£ und muss via App bezahlt werden. Allerdings ein Ding der Unmöglichkeit, auch hier sind wir in einem Netz und nicht bei einem Teppich, kein Handyempfang.

Auf dem Rückweg müssen wir dann nochmals kreuzen, auch dieses Mal geht schlussendlich alles gut.

Am Strand angekommen

Durdle Door und Lulworth Castle lassen wir aus, das haben wir auf der letzten Englandreise bei schönem Wetter besichtigt. So kommen wir später gut auf unserem anvisierten Parkplatz am Strand in der Nähe von Abbotsbury an, genau der richtige Zeitpunkt, um den Regen zu stoppen und etwas blauen Himmel herzuzaubern. Der riesige Kieselstrand (ca. 10km lang, 100m breit und 10m hoch) ist eindrücklich und wir sind hier genau am richtigen Ort. Uns gefällt es super, auch wenn wir wieder in einem Funkloch sitzen und unser Handy auf dem Womodach platziert haben, um wenigstens ganz langsamen Internetempfang zu haben. Warum ist das hier eigentlich so? Wenn wir in einem Bergtal sitzen würden, würden wir es verstehen, oder hinter einer Felswand. Aber hier, Hügellandschaft und Meer?

164km / 3:19 Std. Fahrzeit, 49km/h, 9,5 Liter Verbrauch
Regen bis regnerisch, 11 bis 22 Grad

Übernachtung

Abbotsbury - Beach Car Park ****
England, Parkplatz

Koordinaten: 50.65935, -2.623659
N 50° 39' 33.7"  E -2° 37' 25.2"
letzter Besuch: 8.2023

Dartmoor Nationalpark und Lanhydrock 1.9.2023

verliebt

Wir fahren früh weiter, weil wir gestern auch sehr früh ins Bett gingen. Was sollen wir denn machen ohne Internetverbindung? (rein rhetorische Frage, wir wüssten schon was…). Auf alle Fälle sind wir früh unterwegs und fahren gemütlich Richtung Dartmoor Nationalpark. Es sind einige Kilometer auf Hauptstrassen und Autobahnen bis es dann auf schmaleren Strassen den Berg hoch geht. Und endlich, endlich haben wir mal etwas Aussicht. Bisher fuhren wir immer zwischen grossen Hecken, in Baumtunnels und Wäldern, irgendwie hatten wir während den Fahrten nie Aussicht und sahen die grandiose Landschaft nie. Und nun sehen wir in die Weite, in Landschaften, die uns an Schottland erinnern und wir sind grad verliebt.

Es ist eben schon das, was uns sehr gefällt. Auch die Strasse Berg hoch geniessen wir in vollen Zügen und als wir dann als erstes Auto am Haytor Car Park halt machen, fühlen wir uns gleich wohl. Wir bezahlen via App (das 3. App beim 4. Parkplatz, dass wir nun bei grottenschlechten Netzt runterladen müssen und wohlgemerkt, nur im Süden von England.) 3£ für drei Stunden und frühstücken zuerst mal mit top Aussicht. Anita macht Scrambled Eggs auf Toast, schliesslich sind wir so richtig in englischer Stimmung. Danach ziehen wir die Wanderschuhe an und wandern nur gerade ca. 500m zu den Haytor Rocks, einer kleinen Felsformation auf der Hügelkuppe. Es ist himmlisch, die Sonne drückt durch die Wolken, freilaufende Pferde grasen, die Kühe ruhen sich aus und zwischendurch blöken die Schafe. Und wir zwei klettern durch die Felsen bis auf die Spitze hinauf.

Weit unter uns unser Knutschi, saftig grüne Moorlandschaft rund um uns herum, dazwischen grüne Wiesen mit farbigen Blumen. Einfach der Traum!

Wir bleiben eine ganze Weil da oben, denn genau so haben wir uns Ferien vorgestellt.

Irgendwann steigen wir wieder zu unserem Wohnmobil hinab, aber nicht ohne, dass uns noch einige Pferde mit Fohlen folgen. Und wir wissen, dass wir hierher zurück kehren und die etwas weiter entfernten Steinkreise besuchen müssen. (Das war jetzt geblufft, dass es Steinkreise hat, erfahren wir erst Abends, als wir schon weiter sind).

Schweren Herzens verlassen wir unseren bisherigen Lieblingsort dieser Reise und fahren dem Navi entlang auf immer schmalere Strassen. Irgendwann wird es so schmal, wieder zwischen Hecken, dass die 5 entgegenkommenden Autos nicht an uns vorbei kommen, weil das erste völlig quer drin steht und nicht näher wie 10cm an den Rand fährt. Nach 2 Minuten Patsituation, fahre ich mit unserem Womo ca. 200m zurück, parke es 0.01cm nah an der Hecke, klappe den Beifahrerrückspiegel ein und Anita steigt aus, und lotst und winkt die entgegenkommenden Autos millimeterknapp an unserem Knutschi vorbei. Nach 10 Minuten sind alle durch und wir merken, dass wir nicht die schlechtesten Autofahrer in England sind. Alle bedanken sich übrigens sehr freundlich und wir können die Fahrt fortsetzen. 80m hinter unserem Stau hätte es übrigens tipptopp Platz zum Kreuzen gehabt, aber anscheinend waren die 5 Engländer nicht imstande, diese 80m rückwärts zu fahren. Aber egal, ich bekomme nun nicht mal mehr Schweissperlen bei so einer Situation und die Strasse wird kurz darauf auch wieder etwas breiter.

Aber irgendwie fahren wir in die falsche Richtung! Unser Navi hat die Route geändert, weil anscheinend irgendwo ein Unfall passiert und die Strasse gesperrt ist. Na ja, wir kommen dann eine Stunde später beim Herrenhaus Lanhydrock an. Auf dem grossen Parkplatz gibt es sogar extra 5 Parkfelder nur für Womos. Und da es gerade zu regnen beginnt und nach Regenradar ca. 1 Stunde hinhaltet, machen wir Pause und nützen für einmal das gute Internet aus. Endlich kann ich ein paar wichtige Arbeiten erledigen, bevor dann der Regen genau nach Vorhersage aufhört und wir das Anwesen besichtigen können.

Lanhydrock

Es sieht so aus, als Erwin hier war und eine Heckenschere geschenkt bekommen hätte. Die Zypressen haben alle keinen Spitz und sind waagrecht gestutzt. (Sorry Erwin, der musste sein.)

man beachte die Zypressen

Dieser Landsitz ist schön und interessant, auch die Gebäude kann man innen besichtigen, aber vom Stuhl haut es uns nicht. Da auch diese Sehenswürdigkeit zum National Trust gehört, sparen wir so die Parkgebühren und die 20£ Eintritt pro Person. Wir haben die Jahresmitgliedschaft von 140£ übrigens jetzt schon nach nicht mal einer Woche fast eingespart. Eine Mitgliedschaft ist also ein Muss, wenn man einige Sehenswürdigkeiten besichtigen will.

Danach überlegen wir, ob wir auf dem Parkplatz übernachten sollen, sehen aber bei der Einfahrt ein kleines «no camping overnight»-Schildchen, was für uns heisst, dass wir weiterfahren müssen.

Nach 27km landen wir nun bei den Lost Gardens of Heligans, die wir morgen besichtigen wollen. Es geht nicht mehr lange, und wir werden noch Botaniker.

Hier darf man übrigens auf dem extra Parkplatz für Wohnmobile kostenlos übernachten.

271km, 4:17 Std, 10,0 l Verbrauch, 63km/h

regnerisch bis leicht bewölkt, 16 - 24 Grad

Übernachtung

Saint Austell - Lost Gardens of Heligan ****
England, Stellplatz

Koordinaten: 50.28718, -4.814653
N 50° 17' 13.9"  E -4° 48' 52.8"
letzter Besuch: 9.2023

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