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Cliff of Moher Irland 2019
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Reisebericht

Stadtbummel 21.5.2026

An (un)bekanntem Ort

Wir haben heute den Stellplatz in Kitzingen im Visier. Für uns perfekt gelegen: auf halber Strecke nach Hause, nicht weit von der Autobahn, direkt im Ort und auch am Ufer des Mains. Aber bis dahin sind es 440 km Fahrt, die sich hinziehen. Und es zieht sich hin – mit solchen Autofahrern. Es braucht einfach eine gewisse Intelligenz, um ein Fahrzeug zu steuern, und daran zweifle ich heute mehrmals. Es geht nicht um die komplizierten Dinge wie Kreisel fahren und Reissverschluss, sondern um die ganz simplen: überholen. Und dabei muss man ja nur wissen: Das überholende Fahrzeug muss schneller sein als das zu überholende. Simpel, oder? Oder immer noch zu kompliziert?

Wenn ein Camion 1,8 km Strecke braucht, bis er einen anderen Camion überholt hat, hat er bei diesem Überholvorgang mit Vollgas gerade mal 54 m gewonnen. Für dieses Manöver braucht er bei einer Geschwindigkeit von 83 km/h genau 1 Minute und 18 Sekunden. In dieser Zeit hat er gegenüber dem langsameren Camion exakt 2,3 Sekunden aufgeholt. Auf eine Stunde gerechnet macht das also einen Zeitgewinn von 1 Minute und 46 Sekunden. Rechnet man das auf 8 Stunden hoch, berücksichtigt aber noch die Überholverbote und Baustellen, gewinnt er am Ende etwa 7 Minuten. Er gewinnt also 7 Minuten und muss dafür 4 Stunden Vollgas fahren, was ungefähr 60 Liter mehr Dieselverbrauch bedeutet. Bei den jetzigen Preisen also rund 120 € pro Tag für 7 Minuten. Macht pro Stunde Zeitgewinn einen Betrag von über 1000 €. So ein Chauffeur würde bei mir als Unternehmer sofort fliegen…

Aber da wir wieder mal die einzig Intelligenten unterwegs sind, kommen wir dennoch gut auf dem Stellplatz an. Und wir haben richtig Glück: Um 14 Uhr schnappen wir uns noch den zweitletzten Platz auf dem Stellplatz (von 70) und 2 Minuten später ist auch der letzte weg. Was ist denn hier los?

Auch egal, wir machen zu Fuss im schönen Kitzingen einen Stadtbummel, kaufen bei der Bäckerei ein, schlemmen im Café. Abends essen wir in der Schlemmerei einen richtig feinen Znacht (sehr zu empfehlen) und kommen satt und wohlgenährt wieder bei unserem Knutschi an.

Ich beginne meinen Blog zu schreiben, wo ich bei jeder Etappe auch den Stellplatz erfasse. Und komisch: Kitzingen ist schon erfasst. Vor 10 Jahren waren wir schon mal hier! Echt jetzt? Für mich und Anita war das heute alles neu. Wir können es fast nicht glauben. Null Erinnerung. Nada. Nichts. Darum entdecken wir immer wieder etwas Neues, weil wir alles andere einfach wieder vergessen?

Kitzingen vom Balkon aus

Wir lesen nochmals die alten Blogbeiträge von 2016 und ganz langsam kommt ein ganz klein wenig zurück. Aber an den Platz und die Stadt: immer noch nichts. Nur an die kaputte Stromsäule kommt das Gedächtnis langsam wieder…

Ist das jetzt gut oder schlecht? Und die Intelligentesten, wie ich dachte, sind wir anscheinend doch nicht.

Übernachtung

Kitzingen - Am Mainufer *****
Deutschland, Stellplatz
sehr schön direkt am Main gelegen, fussläufig von der Fussgängerzone entfernt
Koordinaten: 49.74431, 10.162277
N 49° 44' 39.5"  E 10° 9' 44.2"
letzter Besuch: 5.2026

Fazit Ostfriesland 22.5.2026

wir sind begeistert

Wir sind gut nach Hause gekommen und sind wirklich begeistert von dieser Reise. Auch wenn es eigentlich jeden Tag ein- oder mehrmals geregnet hatte und es nie so warm war, dass wir es uns draussen in den Stühlen richtig gemütlich machen konnten, hat es uns sehr gefallen.

Es hat uns überrascht, dass auf dem Weg nach Ostfriesland mit dem Pulvermaar, dem Kohletagebau und dem Landschaftspark Duisburg-Nord so tolle Sehenswürdigkeiten lagen, die man bei uns nicht wirklich kennt. Allein deswegen hat uns die Reise schon begeistert.

In Ostfriesland selber war es natürlich ebenfalls toll. Deiche, Wattenmeer und ganz viel Landschaft entsprechen genau unserem Geschmack. Besonders beeindruckt hat uns die Weite. Manchmal fährt man kilometerweit durch kleine Dörfer, Wiesen und Felder und hat das Gefühl, dass die Zeit etwas langsamer läuft. Genau das mögen wir.

Wir waren überrascht, dass weniger Reisemobile unterwegs waren, als wir gedacht hatten. Problemlos fanden wir jeweils einen Platz. Es hat sich aber auch etwas bewahrheitet, dass die deutschen Reisemobilisten eher auf die Kosten schauen. Bei Plätzen über 20 € fanden wir oft viele leere Plätze vor, dort, wo es knapp um die 10 € kostete, war subito alles voll. Vielleicht aber auch einfach Zufall oder saisonbedingt.

Noch ein Wort zu den Deutschen: Wir finden sie sehr sympathisch, egal ob andere Wohnmobilisten, Servicepersonal in den Restaurants oder Angestellte auf den Stellplätzen oder Fähren. Immer ein nettes Wort und ein Lächeln auf den Lippen. Aber sobald sich diese Spezies in ein Fahrzeug setzt und auf die Autobahn kommt, gewinnt der Egoismus. Jeder scheint sich selbst der Nächste zu sein, Rücksicht wird plötzlich zum Fremdwort. Warum ist das wohl so?

Autobahn: Ich glaube, in den letzten Jahren hat sich beim Ausbau viel getan. Wir fuhren vielfach auf ziemlich neuen oder renovierten Teilstücken über neue Brücken. Klar, es gibt auch noch viele Baustellen, aber so schlimm wie vor wenigen Jahren empfanden wir es nicht mehr. Gut, das ist jetzt nur unsere subjektive Wahrnehmung und es liegen keine Fakten vor, aber es ist heute angenehmer, auf deutschen Autobahnen zu fahren als auch schon.

Auch habe ich das Gefühl, dass etwas langsamer gefahren wird. Liegt das wohl an den Spritpreisen? Wobei diese für Schweizer Verhältnisse ja immer noch günstig sind. Im Durchschnitt bezahlten wir nur 1.94 € für einen Liter Diesel. Das ist in der Schweiz deutlich teurer. 

Noch ein Wort zu den Hundebesitzern: Wir glauben, Ostfriesland ist nicht ideal für jemanden, der mit Hunden reist. Auf den Deichen sind Hunde meist verboten – wegen der Schafe – und hinter den Deichen beginnt oft bereits das Wattenmeer als Naturschutzgebiet, wo Hunde ebenfalls vielerorts nicht erlaubt sind. Wir haben noch nirgends so viele Hunde-Verbotsschilder gesehen wie hier. Allerdings auch noch nirgends so viele Hundebesitzer, die sich nicht daran gehalten haben.

Aber eines ist klar: Es war für uns eine tolle Reise in einer extrem schönen Region. Kompliment an unsere Nachbarn. Das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer ist wirklich einzigartig und man versteht schnell, warum so viele Menschen immer wieder hierher zurückkehren.

Aber jetzt zählt hier wieder Eishockey – und dort werden keine Geschenke verteilt. Hopp Schwiiz!

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