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Griechenland 2017
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Reisebericht

In der weltweit nördlichsten Stadt 9.6.2014

Schweren Herzens haben wir uns bei schönstem Wetter vom Nordkapp durch ein letztes Winken in die Webcam verabschiedet und sind zum ersten mal wieder Richtung Süden gefahren.

Über 100km in entgegengesetzter Richtung, unterm Meer hindurch bis nach Oderfjord. Uns kommen viele Wohnmobile entgegen, alle Grüssen uns durch Winken und mit Vorfreude auf ihr Nordkapp. Ob die alle nochmals solches Traumwetter haben wie wir? Es tut nämlich langsam zu und der Himmel wird bewölkt.

In Skaidi können wir unser Schmutzwasser und Toilette entsorgen plus frisches Wasser tanken. Danach fahren wir über die Kvalsund- Hängebrücke (die nördlichste der Welt) weiter bis nach Hammerfest und noch etwas weiter, bis wir einen Stellplatz anfahren, der im Womoführer Nord-Norwegen empfohlen wird. Direkt am Meer. Es ist schon genial, schauen wir gegen das Meer, haben wir Meerambiente, schauen wir in die andere Richtung, könnte man meinen, wir sind auf 2500m über Meer in den Alpen.

Meridiansäule in Hammerfest

Kurz nach unserer Ankunft fassen wir unsere Fahrräder und fahren zurück nach Hammerfest. Wir wollen die Stadt besichtigen und ich als gelernter Vermesser will noch ein Bild bei der Meridiansäule machen, das an die Vermessung des Erdballs erinnert. 1844 wurde von Schwarzen Meer bis nach Hammerfest genau 2821.853m gemessen, daraus wurde dann der Weltumfang berechnet.

Im grossen und Ganzen muss ich aber ehrlich zugegeben, wenn man knapp an Zeit ist, kann man sich den Abzweiger nach Hammerfest sparen. Die Stadt ist nicht sonderlich schön, auch die Anfahrt reisst uns nicht aus den Sitzen wie alles andere vorher. Das Hammerfest die erste Stadt war, die elektrifiziert wurden, hilft uns da irgendwie auch nicht weiter.

Nur rätseln wir, was mit den hunderten von Fischköpfen gemacht wird, die zum Trocknen an riesigen Holzkonstruktion aufgehängt wurden - Fischchips?

Daten

230 km - 3:50 Std.
Wetter: sonnig bis starkt bewölkt, 13 – 20 Grad
Sonnenauf- und Untergang: keiner

Übernachtung

Hammerfest - Forsol ****
Norwegen, frei
direkt am Meer auf einem ruhigen Rastplatz
Koordinaten: 70.71906, 23.821391
N 70° 43' 8.6"  E 23° 49' 17"
letzter Besuch: 6.2014

Für einmal trübes Wetter 10.6.2014

Wir starten von Hammerfest bei leichtem Nieselregen und tiefen Wolken. Die Stimmung an Bord ist trotzdem gut.

Treffen

Aus dem Radio erklingen Schweizer Rockmundart-Lieder vom iPod von Anita, wir bestaunen die Gegend weiterhin, Anita macht Fotos aus dem fahrenden Auto und manchmal stoppen wir kurz an den unzähligen Parkplätzen entlang der E6 (bei jedem gibt’s was schönes zu sehen). In Skaidi ent- und versorgen wir uns zum zweiten Mal und hinter uns fährt ein deutsches Womo an und womi6063 steigt aus und gibt sich aus dem Womoforum zu erkennen. Jetzt werden wir schon in Norwegen erkannt und ich fühle mich wie ein Star! Nach einem kurzen Gespräch geht’s für beide wieder weiter, ich denke, wir treffen uns nochmals, da wir in etwa die gleiche Route und den gleichen Zeitplan haben.

Museumsbesuch

Heute fahren wir einfach drauflos und haben keine Ahnung, wie weit es wir schaffen. In Alta sehen wir auf einem Parkplatz eine Ansammlung von Touristen und Wohnmobilen. Also nichts wie hin und es hat dort ein Museum. Also hinein und mal schauen, was es gibt. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, dass man für den Aussenrundgang 90 Minuten einrechnen muss. Na ja, die Felszeichnungen interessieren uns ehrlich gesagt, nicht wahnsinnig. Wir sind halt Kulturbanaussen, möchten aber niemanden zu nahe treten, der das super findet. Wir kürzen ab und sind 20 Minuten später wieder draussen…

Irgendwann denken wir, dass wir uns jetzt auf die Suche nach einem Stellplatz am Meer machen. Aussicht muss keine sein, da das Wetter immer noch neblig und feucht ist. Schon 1 km später kommt ein Wegweiser mit einem Wohnmobil drauf und wir zweigen ab. Nun sind wir in Sandbukt auf einem offiziellen Stellplatz beim Häfelchen. So müssen wir nicht mehr suchen, können Wasser verschwenden und auch die Toilette morgen wieder leeren. Ich habe unsere Reise mit dem ADAC-Stellplatz-App mitgeplant und für Norwegen sind da nach Gefühl nur 10% der Stellplätze und Campingplätze verzeichnet. Es hat also viel mehr, wie in diesem Verzeichnis.
So, meine Holde kocht heute Spätzle und ich freue mich drauf….

Reisedaten

300km
4:40 Std Fahrzeit
9 – 10 Grad
noch kein Sonnenauf und Sonnenuntergang
Mücken: keine
Internet via W-Lan Antenne, da ich zwei freie finde.

Übernachtung

Oksfijordhamn - Hafen ***
Norwegen, Stellplatz

Koordinaten: 69.90704, 21.325144
N 69° 54' 25.3"  E 21° 19' 30.5"
letzter Besuch: 7.2014

Tromsø und Mitternachtssonne 11.6.2014

Gestern Abend haben wir eine Planänderung vorgenommen. Da wir noch sehr viel Zeit haben und das Wetter wieder besser werden sollte, beschlossen wir, über Tromsø und Fähre zu den Vesteralen und dann erst die Lofoten zu besuchen.

Kurz nach unsere Abfahrt haben wir strahlend blauen Himmel und den gesamten Storfjorden (100km Autostrecke) haben wir einmal mehr das Gefühl, bei jedem Rastplatz halten zu müssen, da wir sonst etwas verpassen. Die Bilder mit dem blauen Meer und den weissen Bergen im Hintergrund sind für uns einfach eimalig.

In Nordjosbotn biegen wir Richtung Tromsø ab und immer noch diese Landschaft. Und dann sehen wir die Brücke die Tromsøbrua sowie fast die gesamte Stadt in der Sonne glänzen. Natürlich müssen wir diese Brücke fahren und danach sofort rechts und schon haben wir einen Parkplatz fast direkt am Hafen.

Stadtbummel und Seilbahnfahrt

Jetzt geht’s schnell, Fahrräder runter, Fototasche montieren und los in die Stadt. Wir merken, ins Fussgängerzentrum sind es nur gerade einige Meter, können wir also später noch machen, also kurz zurück und natürlich über die Brücke. Es ist ein bisschen kriminell, viele Fussgänger und Fahrradfahrer in beide Richtungen, nur ca. 1.10m breiter Streifen zwischen Leitplanke und Geländer für diese zwei Verkehrsteilnehmerkategorien. Aber wir kommen heil hinüber und merken, dass die andere Seite Brückenseite wegen Baustelle gesperrt ist. Normalerweise kommen sich die Fussgänger und Fahrradfahrer also nicht in die Quere. Nach der Brücke sehen wir einen Wegweiser mit einer Seilbahn drauf, dem wir natürlich interessiert folgen. Einen Kilometer später Ticket gelöst und schon fahren wir gemütlich auf den Hausberg von Tromsø.

Die Aussicht ist gigantisch! Wir sitzen da auf einem Berg, mit Turnschuhen wie Touristen, und geniessen den Ausblick über die Stadt und die Fjorde. Später fahren wir wieder hinab, besuchen noch die Eiskathedrale und machen uns danach zu Fuss in die Innenstadt. Wir beschliessen bei Beppe Pizzas unser Nachtessen einzunehmen. Mit dickem Bauch sind wir um Acht wieder bei unserem Knutschi und beschliessen, die 50km bis Sommarøy noch diesen Abend unter die Räder zu nehmen.

Tromsø und Sommarøy waren totale Glücksgriffe. Wenn wir euch nur unsere Gefühle zeigen könnten, es ist himmlisch! Wir stehen am Meer, etwa 20 kleine und grössere Insel vor uns, blauer Himmel, blaues Meer und die Mitternachtssonne scheint dunkelgelb.

Reisedaten

320km
5:10 Std Fahrzeit
12 - 19 Grad, sonnig
kein Sonnenauf- und -untergang
keine Mücken

Übernachtung

Sommarøy - ****
Norwegen, frei
ruhiger Platz direkt am schönen Meer
Koordinaten: 69.63230, 18.025902
N 69° 37' 56.3"  E 18° 1' 33.2"
letzter Besuch: 6.2014

Inselhüpfen mit Fähren 12.6.2014

In der zweiten Nachthälte wurde es kalt und düster, darum beschlossen wir, unseren schönen Platz relativ früh zu verlassen, in Brensholmen einzukaufen und die 12 Uhr Fähre nach Botnhamn zu nehmen.

Allerdings besteht Botnhamn nur aus ganz wenigen Häusern und der Anlegemole der Fähre, weit und breit keine Einkaufsmöglichkeit, dafür sehen wir die verspätete 10:15 Uhr Fähre ankommen. Schnell noch die Räder ins Womi verfrachtet und gleich auf die Fähre auffahren. Wie wir Schweizer natürlich sind, beim Kassier ehrlich unsere Länge des Wohnmobils mit „seven e half meters“ angegeben. Der Kontrolleur schaut nur schräg und verrechnet uns bis 7 Meter. Sieht unser Knutschi so klein aus?? Fast bin ich etwas beleidigt, aber ziemlich viel Kronen gespart und darum bin ich dann auch nicht verärgert…

Insel Senja

45 Minuten später können wir die Fähre schon wieder verlassen und wir sind auf der Insel Senja. Einer der wilderen und von Touristen unberührteren Inseln von Norwegen. Sofort finden wir im kleinen Dorfzentrum eine Einkaufsmöglichkeit und in einem kleinen Laden shoppen wir unsere Küche wieder voll. Manche Dinge sind extrem teuer, andere wieder ganz normal. Und welches in dem ganzen Gestell ist wohl Rahm? Schlussendlich finden wir alles und wir machen uns weiter auf den Weg.

Wir fahren einfach Richtung Gryllefjord am anderen Ende der Insel. Die Wolken hängen tief, aber es passt zu dieser wilden Natur und wir finden es wiedermal grossartig. Stoppen überall, machen Fotos. Auf einem Rastplatz treffen wir Landsleute, sprechen ein wenig mit ihnen und beim Weiterfahren schütteln Anita und ich gleichzeitig den Kopf. Wie kann man so kleinkariert und geizig sein? Ist das typisch für die Schweizer?

Die Strassen auf Senja sind enger wie bisher, es hat aber fast keine anderen Autos und überall gibt es Ausweichbuchten. Die Geschwindigkeit ist also nicht sehr hoch aber dadurch werden die Fotos aus dem fahrenden Auto gut. Uns gefällt die Insel wirklich gut, aber dennoch kommen wir schon um 14 Uhr in Gryllefjord an. Und wieder haben wir Glück. Die Fähre nach Andenens legt gerade an und wir können schon wieder als letzte kommend noch aufspringen.

Andenes

„Seven e half meters“ gebe ich am Einkassierer wieder an und wieder bezahlen wir nur für 7 m. Unser Knutschi ist wieder beleidigt aber mich als Zahler freuts natürlich. Die Überfahrt dauert fast zwei Stunden, der Seegang ist für Schweizer schon windig, aber sogar Anita übersteht die Überfahrt ohne dass es ihr schlecht wird.

In Andenes fahren wir mit dem Ziel los, den ersten besten Platz zum Übernachten zu benützen. Morgen soll es vielleicht etwas besseres Wetter geben und so könnten wir die Vesteralen dann mehr geniessen. Kurz ausserhalb des Ortes erspähen wir Wohnmobile am Meer und wir merken, dass dort ein offizieller Stellplatz liegt. Er ist schön gelegen, mit Strom und wiedermal mit etwas schnellerem W-Lan. Uns kann heute nichts mehr passieren und wir lassen den Abend in unserem Knutschi ausklingen. Um Mitternacht erleben wir noch einen fantastischen Mitternachtsregenbogen in der Mitternachtssonne über dem Meer. Einfach nur herrlich!

Reisedaten

96km
2:20 Std Fahrzeit plus ca. 2 ¾ Std Fähre
6 - 9 Grad, stark bewölkt
und noch immer keine Mücken
auch keinen Sonnenuntergang, geschweige einen Aufgang

Übernachtung

Andenes - Camping ****
Norwegen, Stellplatz
Platz direkt am Meer, zu empfehlen
Koordinaten: 69.30516, 16.068101
N 69° 18' 18.6"  E 16° 4' 5.2"
letzter Besuch: 6.2014

Vesteralen 13.6.2014

Wir sind nicht soweit gekommen, haben es aber genossen.

Andoy

Nach dem gestrigen Abend lassen wir uns heute morgen viel Zeit. Schlafen aus, duschen ausgiebig, reinigen innen unser Knutschi und frühstücken die bekannten norwegischen Erdbeeren mit Joghurt. Danach wird Wasser gefüllt und Entsorgt. Erst am Mittag verlassen wir den wirklich guten Stellplatz in Andenes und fahren gemütlich die Weststrasse der Insel Andoy gegen Süden. Die bekannte Walsafari lassen wir aus, da Anita wegen des Schlechtwerdens nicht scharf auf eine Bootstour weit draussen am Meer ist. Ist aber kein Problem, ich habe lieber eine glückliche Frau als drei Tage eine Käselaiche neben mir.

Der Weg ist viel flacher wie gedacht, durch Moorebenen dem Meer entlang und links die Berge. Natürlich werden Fotos geschossen.

Das Navi habe ich mal auf Sortland programmiert und dort per Zufall bei den Tankstellen eine mit LPG gefunden, die wir ansteuern wollen und unser Gas auftanken, obwohl wir erst knapp unter der Hälfte sind.

Vesteralen

Der Himmel ist mit Wolken durchzogen, aber immer grosse blaue Flecken und Sonne. Wir tuckern auf der Landstrasse, suchen einen Fischstand am Wegesrand (Walfleisch soll nun Saison haben) und suchen unseren grossen Elch mit riesen Geweih, der an einem See trinkt. Beides finden wir heute noch nicht. Auch in Sortland führt uns das Navi ziemlich in die Pampa, weit und breit keine LPG-Tankstelle. Ich suche meinen Womoführer für Nordnorwegen, dort drin steht glaub auch etwas von dieser Tankstelle. Richtig, neue Koordinaten einprogrammiert und wieder auf die Suche. Nach ein paar Ehrenrunden finden wir dann die LPG-Säule ziemlich klein und verschupft hinter einem Fabrikgebäude. Der Herr dort ist aber sehr nett und füllt uns 29.5 Liter LPG-Gas für insgesamt 215 Kronen auf. Eigentlich ein geringer Verbrauch für die letzten zwei Wochen Skandinavien.

Danach fahren wir ohne Navi einfach der Nase nach, kommen nach Stokmarknes, dann nach Melbu. Hier gibt es ein Hurtigrutenmuseeum, aber da es so schönes Wetter ist, fahren wir einfach weiter. Kurz vor Taen finden wir einen kleinen Parkplatz grad neben der Strasse, wo wir anhalten und die Aussicht geniessen. Wir machen einen kleinen Spaziergang zu einem schneeweissen Sandstrand, blau schimmerndes Meer und die ganze Lofoten-Inselgruppe am Horizont. Es ist so unglaublich schön, dass wir beschliessen, hier zu nächtigen. Auf der Strasse kommt jede halbe Stunde vielleicht mal ein Auto, also kein Problem vom Lärm her.

Heut gibt es wieder gegrilltes mit norwegischen Kartoffeln, da man ja keine nach Norwegen importieren darf.

Wieder ein perfekter Tag, obwohl Freitag der 13. ist….

Reisedaten

170 km
3 1/4 Std.
sonnig bis wolkig 10 - 14 Grad

Übernachtung

Taen - Parkplatz ***
Norwegen, frei
direkt am meer und einer wenig befahrenen Strasse. Sicht auf den gesamten Lofoten-Bergzug
Koordinaten: 68.55210, 14.62982
N 68° 33' 7.6"  E 14° 37' 47.4"
letzter Besuch: 6.2014

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