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Mont Ventoux Frankreich 2015
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Reisebericht

Gestrandet auf dem Zipfel der Vesteralen 14.6.2014

Wir sind im Westen der Vesterålen gestrandet. Da es regnet haben wir leider nicht allzuviel von der Umgebung mitbekommen, darum hat Anita unser Knutschi nur etwa 100km kutschiert, bevor wir uns am Meer gemütlich niedergelassen haben.

Zur Strafe musste Anita heute fahren. In der letzten Nacht hatte sie gerade zwei Aufgaben, die sie nicht erfüllt hat! Zum einen war sie für die Temperatur im Knutschi zuständig (ich rede von der Nacht, nicht vor dem einschlafen) zum anderen, dass wir um 8 Uhr aufstehen und um 9 losfahren. Bei beidem hat sie total versagt, es war affenkalt - doch erwacht sind wir erst um 9:33 Uhr…

Aber da es regnet, machten wir uns keinen Stress, umrundeten gemütlich die Insel Hadseløya und in Stokmarknes besuchten wir noch das Hurtigruten-Museum. Da es erst um 12 Uhr öffnete, hatten wir noch Zeit einzukaufen und uns an frischen Lachsbrötchen zu erlaben.

Hurtigrutenmuseum

Am Museum angeschlossen ist noch das alte Schiff Finnmark, das man besichtigen kann. Und man kann es fast nicht glauben, wir zwei Nerds sind überall hinein, rumgestaunt so lange, bis wir im Bug des Schiffs total im Abseits waren und nur noch durch eine Rettungsaktion a la Hänsel und Gretel wieder herausfanden! Aber eins ist klar: vor 30 Jahren hätte ich keine Schiffsfahrt in so engen, dunklen Kojen gemacht. Da ist unser Knutschi ein wahrer Vergnügungstempel!

Danach fuhren wir die westliche Strasse bis nach Frøskeland und dann die 820 westlich. Die Vestrålen müssen himmlisch sein, wenn man etwas sehen würde. Zwischendurch sahen wir imposante Berge die aus dem Meer herausragen. Ich werde irgendwann die Vestrålen besuchen, wenn es dann Sonne hat, das ist schon mal sicher.

Im Hafen von Steine warten wir jetzt auf besseres Wetter. Das kann nach Wetterbericht noch dauern, aber sobald wir irgendwo wieder die Sonne erblicken, fahren wir los, und wenn es Mitternacht sein sollte, dunkel wird es ja eh nicht.

Daten

115km
2:15 Std
Regen, 7 - 9 Grad

 

Update: Nach einem intensiven Studium des Wetterberichts Norwegen haben wir morgen zwischen 5 - 14 Uhr ein Zeitfenster mit wolkigem und sonnigen Himmel, den wir ausnützen wollen. Danach soll es wieder regnen.

Plan: Start um 6 Uhr in Steine, Durchquerung von Westen nach Osten der Vesteralen, weiter nach Guillesfjordbotn und der Beginn der Lofoten bis Svolvaer. Wäre ja wieder genial, wenn der Wetterbericht recht hätte und wir da tatsächlich noch ein paar Sonnenstunden auf den Lofoten hinbekommen.

Bin gespannt, wie genau der Wetterbericht morgen mit der Wirklichkeit übereinstimmt.

Übernachtung

Steine - Hafen **
Norwegen, frei
direk am Meer und dennoch nicht wirklich indyllisch
Koordinaten: 68.61564, 14.434381
N 68° 36' 56.3"  E 14° 26' 3.8"
letzter Besuch: 6.2014

Durch die Lofoten 15.6.2014

Wir sind tatsächlich um 5:15 Uhr erwacht. In der Nacht hat es stark geregnet und als wir morgens zum Fenster hinausschauen, sehen wir tatsächlich schon blaue Streifen am Himmel. Also, nix wie los, Knutschi startklar machen.

Natürlich pipst etwa zum 47igsten Mal der Alarmton der noch herausgefahrenen Treppe, aber nachher düsen wir los. Etwas zu schnell, denn wir holen den Regen wieder ein, dafür kurz vor dem Tunnel steht ein Elch mitten auf der Strasse. Leider ohne Geweih und leider ist er auch sofort weg. Er wird nicht mit einem Wohnmobil so früh morgens an einem Sonntag gerechnet haben.
Wir verlassen die Vestrålen mit deutlich mehr Sicht wie gestern und steuern auf die Lofoten zu. Alles läuft bestens und das Wetter wird immer besser. Wir sagen uns, dass wir so lange fahren, bis es beginnt zu regnen, was am Nachmittag ja passieren soll.

Lofoten

Um vier Uhr treffen wir in Å ein, haben die ganzen Lofoten durchquert und die Sonne scheint noch immer. Gemütlich gehen wir das kleine Fischerdorf mit seinen  Stockfischköpfen (riechen herrlich) besichtigen und beraten danach, was wir noch machen sollen. Wir beschliessen, die nächste Übernachtungsgelegenheit zu nutzen und so landen wir auf dem Camping von Moskenes. Der Platz ist herrlich weit über dem Meer. Während dem Nachtessen beginnt es dann zu regnen.

Ach ja, die Lofoten. Sie sind wirklich einmalig, am besten haben uns aber die letzten drei Strecken gefallen – Hamnoya – Reine – Moskenes – Sorvagen. Vorher war es auch fantastisch, aber ehrlich gesagt, hat es ausgesehen wie in der Schweiz auf 3000m ü. Meer mit vielen Bergseen. Ich habe mir vorgestellt, dass da einzelne Berge aus dem Meer hervorragen, und dem war irgendwie nicht so. Und es hat viel weniger freie Stellplätze und Parkmöglichkeiten wie weiter oben im Norden. Ist ja auch normal, hier leben wieder mehr Menschen und der Platz ist auch beschränkt. Land und Leute haben wir sicher nicht kennengelernt heute, das ist ein Grund, später wiedermal zurück zu kehren.

Was wir morgen machen, wissen wir noch nicht. Entweder Fähre von Moskenes nach Bodø, oder von Svolvær nach Skutvik mit dem vorherigen Besuch des Wikingermuseeums. Schauen wir mal.

Reisedaten

370km - 7:10 Std
Nieselregen, bewölkt, sonnig 8 - 14 Grad
Sonnunter- und -aufgang: immer noch keine

Übernachtung

Moskenes - Camping ***
Norwegen, Camping
Hoch über dem Meer
Koordinaten: 67.90005, 13.054992
N 67° 54' 0.2"  E 13° 3' 18"
letzter Besuch: 6.2014

Wieder auf dem Festland 16.6.2014

Gestern haben wir alles richtig gemacht. Als wir heute morgen aufwachen, regnet es ziemlich heftig.

Wir frühstücken, duschen, ent- und versorgen, und machen uns gemächliche gegen Mittag auf den Weg. Wir fahren die Lofoten dieses Mal von West nach Ost, machen in Borge halt und besichtigen das Wikingermuseum. Es ist wirklich eine coole Sache, allerdings weiss ich jetzt immer noch nicht, wo die Wikinger überall verbreitet waren und ob sie nun ein friedliches Volk oder auf Beutezüge aus waren.

Egal, uns hat es trotzdem gefallen und wir steuern nun Svolvær an, da die Fährüberfahrt dort kürzer ist wie in Moskenes. Meine Holde Kunigunde ist nicht richtig Seefest (eher überhaupt nicht, das heisst, sie kann überhaupt keinen Wellengang vertragen, aber das darf ich nicht sagen). Wir stehen in der Schlange und sind diesmal gerade das zweite Auto, das keinen Platz mehr hat. Ich habe mit dem eigentlich gerechnet, da um 16 Uhr wahrscheinlich eh am meisten diese Überfahrt nutzen wollen und wir nur knapp vorher da waren. Dann warten wir halt 5 ½ Stunden und machen es uns gemütlich.

Fährabkürzung Richtung Lodingen

Keine 5 Minuten später kommt ein deutsche Womofahrer und fragt uns, wann die nächste Fähre loslegt. Nach einem kürzeren Gespräch weiss ich von ihm, dass er sicher keine 5 Stunden wartet und dass auch eine Fähre 100km weiter von Lødingen losfährt. Der spinnt doch, so zu hetzen im Urlaub. Aus Neugierde nehme ich trotzdem die Karte hervor und schaue mir seine Reiseroute genauer an. Und ich muss sagen, er ist gar nicht der Dümmste: 99km hier fahren, auf der anderen Seite 15km einsparen, die Fährüberfahrt noch viel Kürzer (und damit auch günstiger) wie alle anderen und wenn wir gleich losfahren würden, reicht es gerade noch für die 18:30 Uhr Fähre. Das heisst wir würden etwa 5 Stunden sparen… Und hier auf dem Fährparkplatz ist es ja nicht wirklich schön.

4 Minuten 30 Sekunden später sind wir auch auf dem Weg nach Lødingen. Wir geniessen die Gegend und ich muss sagen, entweder ist die Fahrt auf den Lofoten von Å nach Guillesfjordbotn schöner wie umgekehrt, oder ich habe bessere Laune wie gestern oder trotz des heute schlechteren Wetters gefallen mir die Lofoten je länger je besser.

Egal, wir kommen genau richtig und haben auf der Fähre auch noch Platz und schon wenig später sind wir wieder auf dem Festland und der E6.

Und wieder reisst mich der Norden von Norwegen vom Hocker, Wälder, Fjorde, Seen, Berge. Das ist „mein“ Norwegen, verlassene Gegenden, keine Touristen ausser ein paar Wohnmobile, Natur. Die Einsamkeit gefällt mir irgendwie noch etwas mehr, wie nur super Natur und dafür mehr Leute.

Wir fahren, können uns wieder kaum erholen und im fast einzigen grösseren Dorf Innhavet gleich hinter dem Kreisel eine super Waschanlage für Wohnmobile! Natürlich spritze ich da unser Knutschi ab, schäume es ein und poliere es auf Glanz. Das tut uns richtig gut! Es strahlt über beide Kotflügel und wir machen uns mit noch besserer Laune auf den Weg. 40km später biegen wir von der E6 in eine Nebenstrasse Richtung Horndal. Da finden wir sicher ein geeignetes Plätzchen zum übernachten.

Und was für eins! Direkt am Bergsee, keine 2 m entfernt, links und rechts Berge mit Schneefeldern, am Ufer Wald. Was will man da mehr? Es gibt auf der ganzen Welt einfach nichts genialeres, wie reisen mit dem Wohnmobil! Für nichts würde ich tauschen!

Reisedaten

328km
5:25 Std
regnerisch, wolkig, 4 - 9 Grad

Übernachtung

Horndal - Bergsee ****
Norwegen, frei
Stellplatz an einem klaren See
Koordinaten: 67.65250, 15.763596
N 67° 39' 9"  E 15° 45' 48.9"
letzter Besuch: 6.2014

Elchsafari am Polarkreis 17.6.2014

Bei strömenden Regen fahren wir Richtung Saltstraumen. Dies ist der stärkste Gezeitenstrom der Welt, 400 Millionen Kubikmeter Wasser treiben alle 6 Stunden durch diese Enge, dadurch gibt es riesige Wasserwirbel, und das wollen wir uns nicht entg...

Saltstraumen

Morgens informiere ich mich übers Internet, wann denn heute die interessanteste Zeit ist. Um 15:15 Uhr soll die Strömung am stärksten sein, ideal für uns. Denn so reicht es, wenn wir um 11 Uhr starten und zwischendurch noch eine Stunde für´s Einkaufen einplanen.

Im Regen verläuft die Fahrt unspektakulär, nur einmal gibt es etwas Action, als sich vor uns zwei grosse Lastenzüge in einem Tunnel kreuzen müssen. Ich gehe schon ein wenig in Deckung, als einer der beiden oben an der abgerundeten Tunneldecke so richtig entlangstreift und ein paar Betonbrocken auf die Strasse fallen. Wegen der Dunkelheit im Tunnel kommen wir aber nicht alles im Detail mit. Wir sind richtige Gaffer geworden ;-)

Beim Saltstraumen angekommen, regnet und windet es immer noch, und so viele Menschen wie hier habe ich nicht mal am Nordkap gesehen. Aber es sieht schon gut aus und die Kräfte des Meeres lassen sich nur erahnen. Wir bleiben insgesamt drei Stunden auf dem Parkplatz, zum einen, um unsere regennassen Hosen wieder zu trocknen, zum anderen um Zeit zu schinden. Denn heute wollen wir uns auf die Suche nach den Elchen machen, und da ist es besser, wenn wir so spät wie möglich fahren.

Die etwa 150km zwischen Rognan – Mo i Rana auf der E6 sehen auf der Karte aus, als ob es dort Elche haben könnte. Wir fahren also so, dass wir an unserem Tagesziel, dem Svartisen-Gletscher, erst um 24 Uhr ankommen. Wir fotografieren alles, Kühe, Schafe, Pferde, Rentiere, Wurzelstöcke, schwarze Hütten, aber keines ist ein Elch mit Geweih, obwohl wir die ganze Strecke schauen wie die Sperber.
Na ja, ganz die Wahrheit ist es nicht, denn das Wetter hat aufgetan und die Gegend ist für uns ein Traum. Ich staune wiedermal meine Augen aus dem Kopf und geniesse wirklich jeden Kilometer. Es ist wieder eine von diesen Strecken, die man unbedingt gefahren sein muss, für uns ist es Nordfeeling pur.

Polarkreisüberschreitung auf der E6

Fast auf dem höchsten Punkt, ca. 700m über Meer überschreiten wir den Polarkreis gegen Süden und da muss natürlich wieder ein Foto gemacht werden. Da es schon spät ist und sehr wenige Leute (keine) dort draussen sind, platziere ich unser Knutschi direkt neben der kleinen Weltkugel und es kommt ganz alleine auf das Foto, damit wir ein Andenken haben, wie zuverlässig es uns auf der Reise geführt hat. Wir sind beide Stolz auf unser Wohnmobil.

Als wir gegen Mitternacht an unserm Tagesziel ankommen, haben wir einen weiteren unvergesslichen Tag in unser Gedächtnis eingebrannt.

Daten

362km
6:00 Std
regnerisch, 4 - 8 Grad

Übernachtung

Mo i Rana - Svartisen ****
Norwegen, Stellplatz
Stellplatz ohne nichts, auf Wiese direkt am Gletschersee
Koordinaten: 66.49057, 14.197422
N 66° 29' 26.1"  E 14° 11' 50.7"
letzter Besuch: 6.2014

Wiedermal dunkel und nasse Füsse 18.6.2014

Um 11 Uhr starten wir am Gletschersee weiter Richtung Süden.

Wegen zu starkem Wind fährt das kleine Ausflugschiff nicht und drei Stunden im Regen wandern, um dann den Gletscher für 20m zu besteigen, wollen wir dann doch nicht. Schliesslich haben wir schon viele Hoch- und Gletschertouren in den Alpen unternommen, aber die gesamte Ausrüstung haben wir nicht hier.

Auf Nebenstrassen fahren wir (mist, ich muss Licht machen, ich sehe nichts mehr beim Schreiben. Ich brauche jetzt das erste mal künstliches Licht seit ca. zwei Wochen) von Korgen die 806 nach Hattfjelldal und nachher dem Fiplingvatnet-See entlang. Alles wunderschön.

Zwischendurch fahren wir einem Schild für einen Picknickplatz nach. Die Strasse, d.h. der Weg, wird immer schmaler und steiler. Ich beginne zu schwitzen und bei einem Haus mit drei Mörderhunden frage ich dann doch nach. Wir sind schon zu weit und müssen wieder umkehren. Bin ich froh, als wir wieder Asphalt unter den Rädern haben!!!

Hoch über dem See machen wir Pause und kochen uns ein indisches Menu a la Norwegerart vom Supermarkt. Wir haben etwas Mühe mit dem Rezept, Killing wissen wir, das dies Geflügel heisst, Fløte ist Rahm aber Rømme? Egal, das Menu wird super und wir schlagen uns die Bäche voll.

kleine Wanderung

Nachher wollen wir noch zu einem kleinen Berggipfel hochwandern, um uns einen Überblick über die Gegend zu machen. Schon nach 400m haben wir platschnasse Füsse, alles nur Moor und Sumpf. Sieht schön aus, ist aber sehr feucht. Wir haben uns bis jetzt über all jene lustig gemacht, die hier mit Gummistiefeln wandern gehen, jetzt wissen wir warum und wir wären froh, auch welche zu haben.

Nach einer Stunde sind wir zurück und wechseln zuerst Socken und Schuhe und machen uns dann wieder auf den Weg zur E6. Und dann bei 80 km/h sehen wir ganz unverhofft zwei riesige Elche gleich neben der Strasse. Wir sind zu verdaddert, um auch nur ein Foto zu schiessen. An der nächsten Wendemöglichkeit geht’s wieder zurück, vielleicht sind sie ja noch da? Klar, beide Elche sind da und laben sich an dem Grün. Die Fotos sind im Kasten und wir glücklich. Leider haben sie keine Geweihe, aber man ist ja auch so zufrieden…

Den Snäsavatnet-See fahren wir auf der südlichen Strasse entlang, in der Hoffnung, dort ein ruhiges Plätzchen für die Nacht zu finden, was eigentlich ganz einfach ist.

Und jetzt während dem Schreiben haben wir doch tatsächlich wieder einen Sonnuntergang, theoretisch (sehen tun wir ihn wegen den Wolken nicht), der erste seit 14 Tagen. 14 Tage – 0 Nächte.

Diese Zeit war genial und echt, die Nächte waren immer taghell, nicht mal eine Dämmerung oder so. Wir brauchen nun das erste mal wieder Strom für die Beleuchtung in unserem Knutschi.

Reisedaten

376km
6:40 Std Fahrzeit
8 - 15 Grad, regnerisch, stark bewölkt
Sonnenuntergang: 23:43 Uhr

Übernachtung

Breide - ***
Norwegen, Camping
Rastplatz am Waldrand
Koordinaten: 64.19116, 12.193723
N 64° 11' 28.2"  E 12° 11' 37.4"
letzter Besuch: 6.2014

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