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Reisebericht

Warten am Hafen 30.10.2017

Wir kommen gut in Barcelona an und hoffen noch immer auf Fährtickets

Die Fahrt durch die Nacht verlief sehr gut, einzig vor Genf verlieren wir 45 Minuten im Sonntagsstau auf der Autobahn. Danach geht es aber zügig durch Frankreich. Wir wechseln uns mit Fahren ab und so sind die 960km eigentlich kein Problem. Um 4:30Uhr treffen wir in Barcelona ein. Hier fahren wir im Hafen etwas ziellos umher, da wir keine Ahnung haben, wohin wir müssen. Plötzlich sehen wir einige PW’s und Lieferwagen mit riesigem verschnürtem Dachgepäck. Das sieht doch ganz nach Marokko aus. Also parken wir irgendwie in der Nähe und merken dann, dass hier die Büros mit gleichem Signet sind, wie ich die Fähre buchen wollte. Leider ist es über Internet aber nicht möglich, entweder zu spät, ausgebucht oder Systemfehler. Wir hoffen auf das Letztere und warten hier nun im Morgengrauen, bis diese Schalter öffnen und wir endlich wissen, ob wir hier Fährtickets bekommen oder ob wir eiterfahren müssen.

Anita versucht hinten zu schlafen und ich halte die Stellung.

Check-In und Ticket-Kauf in Barcelona 30.10.2017

Wenn man das erfolgreich bestanden hat, kann in Marokko einfach nix mehr schief gehen

Man glaubt es kaum, ich halte doch tatsächlich Tickets in den Händen! Es war aber schon unser erstes Abenteuer.

Zuerst standen wir vor dem Gebäude mit ein paar Spaniern, Franzosen oder Marokkanern und wussten nicht so recht, was wir nun um halb sechs am Morgen da tun sollten. Irgendwann gegen sieben gab es im Gebäude drin dann Licht und die Türen öffneten sich. Also stürmten alle hinein an den Ticketschalter, ich hatte mir die zweite (ja richtig, die 2.) Position ergattert und denke mal, dass ich so noch ein Ticket erhalte. Eine geschlagene Viertelstunde warten wir in schöner spanischer Einerkolonne. Danach hebt der Schalterbeamte den Kopf und sagt, dass wir alle zuerst auf das Parking fahren müssen, dort kriegen wir einen Zettel mit einem Stempel drauf. Danach sollen wir zurück kommen. Alle Raus in die Autos und zur Schranke des Parking rasen. Dort warten wir dann wieder eine Ewigkeit. Endlich geht sie auf und einer nach dem andern darf durch. Als ich dran komme, will der junge Beamte einen Zettel von mir (der gleiche Beamte, der vorhin sagte, wir müssen zuerst ins Parking, wenn wir ein Ticket kaufen wollen). Ohne Ticket komme ich nicht ins Parking. Ich müsse zuerst an den Schalter.

Bei mir beginnt es im Innern leicht zu köcheln. Also zurück vor das Schaltergebäude. Schlange stehen und ruhig warten, bis ich nach einer Viertelstunde endlich an der Reihe bin. Vorn angekommen die Frage, ob ich eine Reservation habe? Nein, ich will ein Ticket kaufen, zum jetzt dritten Mal! Ok, kein Problem, sie brauchen aber den Fahrzeugausweis! Zurück zum Auto, schon nicht mehr nur leicht kochend, und mit dem Fahrzeugausweis hinten an der Schlange wieder anstehen. Als ich endlich wieder vorne am Schalter bin, sage ich, ich will ein Ticket kaufen! Ob ich eine Reservierung habe? Nein, ich will ein Ticket kaufen! (es gibt insgesamt nur drei Personen, zwei am Parkplatz, einer am Schalter, und an allen drei bin ich schon mindestens zweimal vorbeigekommen jetzt). Ah, kaufen! Endlich werden die Daten vom Fahrzeugausweis aufgenommen und auch endlich meine Pässe kann ich da zeigen. Ich habe mich echt nicht getraut, unser Schweizer ID hinzuzeigen, denn dann hätte ich sicher die Pässe holen können.

Ich bekomme aber nur einen Zettel, noch nicht die Tickets. Mit dem Zettel zurück zum Auto und beim Parkwächter Nr. 1 zwei Stempel abholen und die Frage beantworten, wie lang und schwer unser Womo ist. Hä, steht doch im Fahrzeugausweis, oder? Egal, ich bleibe freundlich, gebe die Masse an und kriege zwei Stempel. Zwei Meter weiter (2m) kontrolliert der zweite Parkplatzwächter den Zettel und nickt wohlwollend mit dem Kopf, ich kann auf den Warteparkplatz fahren. Jetzt muss ich aber zu Fuss wieder zurück zum Schalter und den abgestempelten Zettel vom Parkwächter abgeben. Und man glaubt es kaum, ich halte danach unser Tickets in den Händen und kann seelenruhig zu unserem Knutschi laufen.

Ein Spanier vor mir hatte die Reservation und das Ticket auf dem Handy per App gekauft, nützt alles nichts, er musste den gleichen Weg wie ich machen, wir trafen uns immer und immer wieder in der Schlange vor dem Schalter…

Richtiges Check-In für Barcelona - Tanger

Richtige Vorgehensweise beim Kauf von Tickets und Check-In in Barcelona Richtung Tanger: Ins Schaltergebäude, Tickets kaufen, egal was die da sonst sagen. Mitnehmen Fahrzeugausweis und Pässe, bezahlen, und danach mit dem Zettel zur Parkschranke, dort den Zettel abstempeln lassen, auf den Parkplatz fahren, zurück zum Schalter mit dem abgestempelten Zettel und dort die Tickets aushändigen lassen. Zurück zum Auto und dort in der Schlange warten, bis man die Tickets abgeben muss und in die Fähre fahren kann.

Fähre Barcelona - Tanger mit dem Wohnmobil 31.10.2017

Tipps und unsere Erfahrung auf der Fährstrecke Barcelona - Tanger inklusive der Einreise in Marokko. Wie man alle Hürden ohne Probleme meistern kann.

All diese Angaben benutzten wir mit der Fährlinie GNV, einer Tochtergesellschaft der Grimaldi Lines.

Anfahrt zum Hafen Barcelona

Ab Barcelona immer dem Wegweiser Port folgen, dieser ist schon sehr früh angezeigt oder das Navi programmieren.  Unseres hat uns sehr direkt an den grossen Kreisel geführt, ab dem sich die verschiedenen Gesellschaften und Kreuzfahrtspier mit Wegweiser gekennzeichnet sind. Fährt man mit der GNV muss man dem Wegweiser Grimaldi Lines folgen. Das für uns wichtige Gebäude hat die Koordinaten 41.363459, 2.172956

Check-In mit Ticketkauf

Muss man zuerst noch die Tickets kaufen, vor dem Gebäude parken und die Tickets am Schalter kaufen. Sich am Schalter nicht abwimmeln lassen, denn sie vermuten, dass alle schon eine Reservierung haben. Es wird spanisch, italienisch und französisch gesprochen, kein Problem also mit der Sprache. Allerdings braucht man zum Kauf der Tickets den Fahrzeugausweis und die Reisepässe. Nach dem Bezahlen erhält man dann den Reservierungszettel für das Parking und ab jetzt geht alles wie, wenn man reserviert hätte.

Wir empfanden den Preis bei der Direktbuchung  genau gleich teuer wie bei der Internetbuchung. Allerdings hat man bei der Direktbuchung vor Ort grössere Chancen, noch ein Ticket zu bekommen, wenn es knapp mit dem Platz wird. Bei uns mit der Fahrt am Montagmorgen war die Fähre nicht mal halbvoll.

Checkin mit Reservierung

Besitzt man schon eine Reservierung, diese unbedingt ausdrucken und um das Gebäude fahren, wo man mit diesem Zettel auf das Parking/Verlademole fahren darf. Eingangs bei der Parkschranke gibt es einen Stempel auf das Papier. Das Parking öffnet ca. zwei Stunden vor Abfahrt auf.

Hat man diese Stempel auf dem Zettel, muss man wieder zurück an den Schalter im Gebäude und erhält dort die Tickets. Es nützt also nichts, wenn man die Reservierung elektronisch hat, Papier ist gefragt.

Das Beladen der Fähre geht dann schnell und einfach.

Fahrt nach Tanger

Die Fahrt dauert ca. 30 Stunden (unsere Fähre war zwei Stunden zu früh in Tanger). Viel los ist auf dem Schiff nicht, die Restaurants machen nur zu den Essenszeiten auf und draussen gibt es nicht viele Sitzgelegenheiten. Unbedingt Getränke mitnehmen, denn kaufen kann man sie nur an der Bar und zum Essen in den Restaurants.

Während der Fahrt ist im Innern des Hauptdecks ein Polizist anwesend, wo man ein Einreiseformular ausfüllen und mit dem Reisepass die Registration bei der Polizei schon auf dem Schiff machen kann. Wieder sind dort zwei Stempel auf Papier und im Pass notwendig, damit erspart man sich diese Prozedur am Einreisehafen. Wir liessen unsere Pässe im Auto und darum mussten wir das dann am Hafen nachholen, war aber kein Problem, aber viel Zeitverlust.

Besonderheiten

Wie ihr wisst, nehmen wir häufig auf den Fähren die Junior-Suite, damit wir einfach etwas mehr Platz haben. Auf diesem Schiff waren die ganz vorne und wir hatten herrliche Aussicht auf den Bug.

Im Allgemeinen ist das Schiff halt schon eher marokkanisch wie italienisch, überall etwas geflickt, nicht ganz alles funktioniert und auch nicht so glänzend wie auf anderen Fähren. Aber alles ok.

Auf dem ganzen Schiff wird italienisch und französisch gesprochen. Ein paar Durchsagen erfolgen sogar auf Deutsch.

Es gibt W-Lan auf Teilen des Schiffes, wie auf allen anderen der Grimaldi-Lines, ist aber ziemlich teuer und langsam. Unseres war nur gerade Defekt. Zwischendurch hat man auch Mobile-Empfang von den spanischen Anbietern vom Festland, aber nicht überall und nicht regelmässig.

Auschecken und Einreise in Marokko

Fährt man von der Fähre muss man beim ersten Polizisten die auf dem Schiff abgestempelten Zettel und den Reisepassstempel zeigen. Ist alles ok, fährt man ca. einen Kilometer weiter bis so zu Zahlhäuschen vor dem Zoll. Dort hat es dann meistens Stau. Bei so einem Zahlhäuschen muss man sich einen Zettel in Dreifachausführung holen, Name, Passnummer, Fahrgestellnummer, Nummernschild und Automarke markieren und den ausgefüllten Zettel im Häuschen registrieren lassen. Eventuell füllt ein offizieller mit Warnweste oder sonst wie beschriftet diesen Zettel anhand des Fahrzeugausweises aus. Will ein nicht gekennzeichneter Herr behilflich sein und den Zettel für die Ausländer ausfüllen, will er danach Bonbons (Bezahlung mit Geld, am liebsten Noten), also abwimmeln und selber ausfüllen, geht nämlich einfach oder am Häuschen ausfüllen lassen. Wichtig ist, dass der Zöllner im Häuschen diese Zettel registriert.

die Zahlhäuschen

Danach geht es im Schrittempo oder noch viel langsamer mit einem gedrängten, chaotischen, nicht funktionierenden Reisverschluss-System in den Zoll. Dort muss man die Reisepässe, den Fahrzeugschein und die drei Zettel, die man 50m vorher bekommen hat zeigen. Die Zettel nimmt der Zöllner mit und kommt dann irgendwann wieder und gibt einem zwei abgestempelte Zettel wieder zurück. Je nach Lust und Laune durchsucht er dann das Womo (Touristen werden meistens verschont, wir mussten nicht mal eine Türe öffnen) und wenn er es für gut befindet, darf man weiterfahren, wenn man dann Platz hat. Nun ist man in Marokko!

Es gibt sehr viel Polizisten überall bei diesen Punkten und auch viele Jünglinge, die Betteln und von den Polizisten regelmässig vertrieben werden. Wir beobachteten, dass viele einheimische Reisenden diesen Sandwich, Gebäck etc gaben, aber auf keinen Fall Geld.

Wir brauchten für das ganze Prozedere der Einreise rund zwei Stunden.

Ankunft in Marokko 31.10.2017

Die Fährüberfahrt geht im grossen und ganzen gut, bei den Anreiseformalitäten war etwas Geduld gefordert aber nun sind wir in Afrika.

Um ca. 14 Uhr fährt die Fähre in den neuen Hafen von Tanger Med ein, aus der Fähre sind wir ziemlich schnell aber danach ist Geduld gefragt, bis der Papierkram durch ist, unser Auto registriert beim Zoll etc etc. Wenn man aber weiss wie, wäre es ziemlich schnell gemacht, darüber kommt aber dann ein separater Eintrag mit allen Infos. Es waren aber durchwegs freundliche und hilfsbereite Zöllner, keine Frage.

die ersten Eindrücke der Landschaft

Nach ein paar wenigen Kilometern Autobahn fuhren wir die zweite Ausfahrt runter und gingen in einen Supermarkt Marjane Tanger Ikhlass (35.726547,-5.756671) einkaufen. Das Gute daran ist, in diesem Supermarkt gibt es auch eine kleine Zweigstelle von Maroc Telekom, wo wir eine Prepaid-Sim-Karte kaufen, 1 GB Datenvolumen und Gespräche inkl. SMS für gerade mal etwa 3€. Via Web oder Rubelkarte kann jederzeit mehr Guthaben geladen werden.

Dann im Laden drin war schon das erste grosse Marokko-Feeling: Früchte und Gemüse muss man in eine Papiertüte packen, zum „Wägemeister“ bringen und der druckt das Preisschild aus und klebt es auf den Sack. Das ist ja fast normal, aber es hat dort auch riesige Gewürzkörbe, wo man sich sein Gewürz offen in eine Tüte füllen kann und dann auch zum Wägemeister bringt. 1kg Curry kostet ca. 7€ und wie die Gewürze alle riechen!!! Und es ist ein Supermarkt! Und nicht nur das, auch Teigwaren, Reis, Mehl, alles offen, selber abfüllen, Tüte zum Wägemeister bringen und beschriften lassen. Wir haben viel zu viel gekauft, nur um offen jeweils selber abfüllen zu können. Und schlussendlich sind unsere Vorräte voll und wir haben nicht mal 30€ bezahlt. (1 Liter Coca Cola z.B. 8 Dirham oder ca 80 Rp.)

Teigwaren im Offensausschank im Supermarkt

Auch den Dieseltank füllen wir mit dem günstigen Diesel (ca. 83 Cent / Liter) und düsen dann noch etwas nach Süden. Allerdings sind wir etwas überrascht, dass trotz Zeitverschiebung von einer Stunde (wir haben jetzt eine Stunde früher wie ihr in Europa mit Winterzeit) schon um 18 Uhr alles dunkel ist. Das ist vielleicht nicht so geschickt, dass wir grad die erste kleine Etappe bei Dunkelheit machen müssen, denn die Geschwindigkeitsunterschiede auf der Autobahn mit Lastwagen, die mit 40km/h den Berg hinaufschnaufen, sind schon gewaltig.

Aber wir kamen gut in Bousselham auf dem Camping International an, wo wir uns dann morgen etwas umsehen.

Wegen der Zeitverschiebung wird in den nächsten vier Wochen der Blogeintrag immer etwas spät erscheinen, also nicht nervös werden.

Internetzugang mit Maroc Telekom

Der sehr freundliche Angestellte dort brachte zwar unser Internet nicht zum Laufen. Das habe ich aber heute Abend dann irgendwie nachgeholt. Der Herr hatte den APN wap.iamgprs.ma programmiert, hat aber einfach nicht funktioniert. Ich habe dann www.iamgprs2.ma eingetippt (unter Einstellungen/Mehr/Mobilfunknetze/Zugangspunkte/) und dann bekam ich zwei SMS auf das Telefon mit den automatischen Einstellungen. Beide SMS musste ich durch einen Klick bestätigen und 30 Sekunden später hatte ich Internet. Schon komisch, denn der APN ist jetzt wieder wap.iamgprs.ma

Übernachtung

Bousselham - Campingplatz ***
Marokko, Camping
ziemlich gepflegt
Koordinaten: 34.87515, -6.287716
N 34° 52' 30.5"  E -6° 17' 15.8"
letzter Besuch: 11.2017

Als einzige Touristen auf dem Souk 1.11.2017

Eigentlich wollten wir heute nur einen Angewöhnungstag an Marokko machen, dass wir grad von Null auf Hundert durchstarten, war nicht absehbar.

Im Morgengrauen als es aber noch fast stockdunkel ist, werden wir von monotonem Gebetsgesang von einem Minarett geweckt. Es tönt genauso, wie man es sich vorstellt und in Filmen schon gehört hat. Irgendwie faszinierend und uns wird schon im Bett bewusst, wo wir sind.

Nach einem kargen Frühstück entscheiden wir uns, zu Fuss ins Städtchen zu gehen und uns so langsam an diese Mentalität zu gewöhnen. Zu Beginn war es schon etwas mulmig, wenn uns so eine Gruppe marokkanischer Jugendliche entgegenkam. Bei uns haben wir ja immer das Gefühl, das ist der Pöbel und die haben nur Schlechtes im Kopf. Von den Männern in den traditionellen Gewändern und den Frauen mit den Kopftüchern und den langen Kleidern fühlen wir uns überhaupt nicht bedroht. Nach einiger Zeit aber merken wir, dass wir hier ja in Marokko sind, alle so aussehen und uns niemand etwas schlechtes wünscht. Viele lächeln freundlich, nicken und sind überhaupt nicht gefährlich.

jeder hat eine Sat-Schüssel

Nach einer Einkehr und einem sehr feinen, süsslichen Tee kehren wir gestärkt auf den Campingplatz zurück und machen uns abfahrbereit. Auf dem ganzen Spaziergang durch das gesamte Dorf haben uns nur zwei Fischer vor dem Campingplatz angesprochen, ob wir nicht eine Bootstour zu den Flamingos machen wollen. War also ganz easy und niemand aufdringlich.

Na gut, die Übung war ja jetzt auch nicht so schwer, aber wenn wir morgen noch nach Casablanca wollen, müssen wir ja irgendwie schon etwas Erfahrung haben.

Nach dem Bezahlen des Campingplatzes (ca 8 €) fahren wir 200km über Rabbat nach Bouazza, ca. 20km hinter Casablanca. Es gibt dort einen Campingplatz, wo man mit dem Taxi nach Casablanca fahren kann. Wir fahren die gesamte Strecke auf der Autobahn, die Sicht ist irgendwie milchig und wir wissen jetzt nicht genau ob wegen Smog, Luftfeuchtigkeit, Sand in der Luft oder Rauch. Irgendwie alles ein wenig gemischt. Einmal hatten wir das Gefühl, wir seien in einem kleinen Sandsturm. Perfekt um sich noch mehr an zu klimatisieren.

Sandsturm?

Kurz nach Casablanca wechseln wir unsere Positionen, Anita fährt jetzt und ich lese die Karte bis zum Campingplatz. Auch den finden wir problemlos und werden wieder sehr freundlich empfangen. Es seien insgesamt gerade mal vier Gäste hier und wir können uns hinstellen wo wir wollen. Wir sollen uns aber beeilen, denn der wöchentliche Souk (Markt) findet grad 200m entfernt vom Campingplatz statt und der soll fantastisch sein. Wir sollen unbedingt hin und das noch erleben, meint der Platzchef.

nur Einheimische am Kaufen

Der Ratschlag ist uns Befehl und sofort ziehen wir los. Alles voll uralt-Taxis, noch älteren dreirädrigen Tuck-Tucks, ein riesen Gewirr aus Lautsprecherstimmen, Anpreisungen und Getratsche, gemischt mit unzähligen verschiedenen Düften empfängt uns. Wir sind erschlagen von dem, was wir sehen. Alles Offenverkauf, was man sich nur Vorstellen kann, über die obligaten Gewürze, Mehl, Teigwaren und andere Grundnahrungsmittel, Süssigkeiten, Gemüse, Früchte, Kleider, lebendige Hühner, Truthähne, Kaninchen und toten Fischen, einfach alles. Und alles bei dauerndem Beschall von Stimmen von jeder Seite. Wir sind die einzigen Touristen rund um einheimische Frauen, Männer, Kinder, Aussteller, Verkäufer, Polizisten, Taxifahrer, Helfer, alte und junge. Wir fallen ziemlich auf und jeder Verkäufer lächelt meine Holde Kunigunde an. Ich weiss, dass sie eine Schönheit ist, aber hier hätte sie hunderte von Verehrern. Allerdings muss man auch sagen, niemand ist aufdringlich, keiner nervend und ein unsicheres Gefühl kommt keine Sekunde auf. Aber von den Eindrücken erschlagen, getrauen wir vorerst nichts zu kaufen. Werden wir übers Ohr gehauen? Sind die Lebensmittel ohne Durchfall zu geniessen? Die hygienischen Bedingungen sind nicht gerade so, wie wir es uns gewohnt sind und als wir dann noch durch das Abteil der Metzger und Fischer laufen, an lebendigen Hühnern vorbei kommen, die grad da geschlachtet und gerupft werden, überlegen wir uns, ob wir nun doch Veganer werden sollen.

Aber nach dem ersten Schock kaufen wir dann noch drei Fladenbrote (zusammen -.30 Rp) und einen Sack verschiedenster Gebäck (-.50 Rp). Ging ohne Probleme und wir hatten auch nicht das Gefühl, dass wir wegen den Preisen übers Ohr gehauen wurden.

überall Hühnerfedern

Beim Wohnmobil zurück müssen wir uns zuerst einmal etwas erholen und unsere Gedanken ordnen. Hier in Bouazza ist also jeden Mittwoch Markt und der Campingplatz International ist dafür absolut perfekt gelegen, auch wenn wir von hier aus die Stimmen und Lautsprecherdurchsagen in Arabisch so hören, wie wenn wir selber auf dem Markt wären…

Die Fotos und Filmaufnahmen machte ich übrigens sehr unauffällig direkt aus dem Handgelenk und so, dass es niemand bemerkte. Einfach so durchlaufen und fotografieren hätte ich mich doch noch irgendwie nicht getraut.

Der Training- und Angwöhnungstag war nun echt genial, und sicher haben wir uns zu jedem Zeitpunkt auch gefühlt.

Der Veganer ist nun doch wieder vom Tisch und wir werden uns heute noch Poulet grillen und ein Curryreis dazu machen. Die gekauften Gewürze müssen schliesslich probiert werden. Auch sind wir momentan noch irgendwo froh, auf einem Campingplatz nächtigen zu können, gibt momentan noch ein etwas besseres Gefühl wie irgendwo sonst…

Übernachtung

Bouazza - Camping International ***
Marokko, Camping
jeden Mittwoch Markt nur 200m entfernt
Koordinaten: 33.50482, -7.848183
N 33° 30' 17.4"  E -7° 50' 53.5"
letzter Besuch: 11.2017

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