Wir fahren eine Abkürzung und wissen nicht, wie lange das gut geht
Erst gegen Mittag kommen wir vom Campingplatz weg. Wir müssen noch etwas in der Stadt erledigen (mehr dann am Sonntag) und sind so erst nach dem Mittag abfahrbereit. Wasser füllen und WC entsorgen geht reibungslos. Nur unser Knutschi und wir sind staubig, aber das macht ja nichts.
Vor der Abfahrt fragen wir den Campingplatzchef und einen Womomechaniker, ob wir die Abkürzung von Azgour nach Tichgach mit dem Wohnmobil fahren können. Denn wir würden fast 50km sparen, als wenn wir den Schlenker über Igherm machen müssen. Allerdings ist diese Abkürzung auf der Karte als weisse Strasse eingezeichnet und solche sind wir bis anhin noch nicht gefahren. Wenn ich an gestern denke, als wir quasi auf der Hauptstrasse (gelb eingezeichnet) 14km durch ein Flussbett fahren mussten…
Aber beide versicherten mir, dass das nicht geht, dort habe es keine durchgehende Strasse. Mist, müssen wir also den Umweg fahren, damit wir in Tata ankommen.
Wir fahren los, die Gegend ist einmalig und die dunkelgelb eingezeichnete Hauptstrasse ist wohl asphaltiert, aber höchsten 3m breit, dafür hat es links und rechts noch mindestens 1.5m Kiessbankett, wo man jeweils ausweichen kann, wenn Gegenverkehr kommen würde (kommt aber sehr selten). Plötzlich mitten im Nichts ein riesiger Kreisel bei einer Kreuzung mit einer Polizeikontrolle. Ich frage den Polizisten, wie wir am besten nach Tata kommen. Ob wir über Igherm wollen oder direkt? Direkt! Ok, das sei kein Problem, in sieben Kilometern einfach rechts. Das sei der kürzeste Weg.
Das tönt ja schon mal super. Wir fahren die sieben Kilometer und dort geht auch tatsächlich eine Strasse rechts weg. Strasse ist aber übertrieben, eher ein Feldweg. Den können wir unmöglich fahren. Also fahren wir geradeaus und nach weiteren 3 km gibt es nochmals eine Abzweigung nach rechts, asphaltierte Strasse und so ein kleiner marokkanischer Tante Emma Laden (Supermarkt) an der Kreuzung. Wir halten, kaufen ein und fragen den Verkäufer, ob wir diese Strasse nach Tata nehmen können mit dem Womo. Er nickt und sagt, „pas de Problem, seulement 33km“. Der Polizist vorher meinte wahrscheinlich auch diese Kreuzung, denn mit den Kilometerangaben muss man ja hier immer etwas aufrunden.
Nach einer kurzen Besprechung mit meiner Holden Kunigunde beschliessen wir, diese Abkürzung zu probieren. Wir können ja immer noch drehen und zurück. Und wenn es nur 33km sein sollen, rechnen wir mal mit 50km.
Es geht los, schmal, steil, zuerst zwischen Häuser, dann wird es einsam, aber immer asphaltiert. Nach jeder Kurve rechnen wir mit einer Piste oder mit etwas, wo wir umdrehen müssen. Aber sowas kommt einfach nicht, im Gegenteil: einsame Weltklasse! Es sind schlussendlich etwa 45km, wir sehen keine Menschenseele, kein einziges Auto und fast alles (bis auf ca. 60m wo der Fluss Kies auf die Strasse gespült hat) alles asphaltiert. Es geht über Berge und durch Täler, immer gelben Berge mit ihren Erdkrustenzeichnungen im Blickpunkt. Einfach super fantastisch. Egal, ob Allah oder Gott, hier ist ein Meisterwerk erschaffen worden. Wir hätten nie gedacht, dass Marokko landschaftlich so schön sein kann. Immer denken wir, in der Schweiz ist die Natur am schönsten, aber da haben wir uns geirrt. Oder wie der Marokkaner gestern sagte: In Schweiz Berge weiss, hier in Marokko Berge natur!
Wir brauchen lange bis wir die Abkürzung hinter uns haben, aber einfach, weil wir so oft aussteigen und Fotos machen.
Wir kommen dann um 17 Uhr wieder völlig von den Eindrücken erschlagen in Tata an und finden dort vor einem Hotel einen Womostellplatz. Nicht gerade der romantischte, aber was soll‘s, es ist hier um 18 Uhr stockdunkel. Dafür werden wir heute dann mal auswärts essen gehen.
Aber zuerst folgt noch das schwierigste vom ganzen Tag: wie wähle ich für den Blog die schönsten fünf Fotos aus?
Auch die Musik wechselt von orientalisch zu afrikanisch
Beim gestrigen Abendessen im Hotel gab es eine marokkanische Tajine mit getrockneten Zwetschgen. War nicht schlecht, auch die Übernachtung war ok auf dem Hotelstellplatz. Aber super sieht anders aus.
Vor der Abfahrt machen wir aber noch einen Rundgang durch Tata, kaufen noch verschiedene Gewürze ein und auch Anita kommt endlich zu ihren grossen, farbigen Tüchern. Danach tanken wir unser Knutschi voll und machen uns weiter Richtung Landesinnere.
Wir fahren von Tata die N12 bis nach Foum Zguid, 150km und wir durchqueren oder streifen insgesamt fünf Ortschaften, also alle 30km ein paar Häuser. Die Strecke verläuft meist ziemlich eben und geradeaus, selten kommt uns mal ein Laster entgegen oder uns überholt ein alter Pickup. Die Gegend wird immer sandiger, die Bäume sehen aus, wie die, die man auf Fotoprospekten von Safaris sieht.Meistens sind es aber nur Steine und Sand. Es ist nicht mehr so spektakulär wie die letzten zwei Tage, aber das macht nix, wir geniessen die Gegend und die Einsamkeit auch so.
Sobald wir am Horizont ein paar Palmen sehen, wissen wir, dass wir bald auf eine Oase mit einer Ortschaft treffen. So ist es auch, als wir in Foum Zguid ankommen. Links zeigt uns eine Tafel den Weg zu einem Camping an. Die Zufahrtsstrasse ist wie immer etwas holprig, aber der Campingplatz eine schöne Oase.
Seit Tagen treffen wir da wieder auf ein anderes Wohnmobil, dieses Mal aus Holland. Wir machen noch einen Spaziergang durch das Dorf (oder ist das eine Stadt?) kaufen aber nix ein, es hat nicht wirklich viel hier. Auf dem Dorfplatz gibt es auf dem unebenen Gelände ein Fussballmatch, und es hat ziemlich viele Zuschauer, die im Staub sitzen und die gelben gegen die grünen anfeuern. Ist das der Vorgeschmack auf das heutige Länderspiel der Marokkaner gegen die Elfenbeinküste wo es um die Qualifikation der WM geht? (Marokko führt momentan 2:0).
Wieder beim Campingplatz bereiten wir uns wieder selber eine Tajine zu. Ich feuere das Stöfchen mit Holzkohle an, wässere den unteren Teil der Tajine und Anita schnetzelt Zwiebeln, Kartoffeln, Peperoni, getrocknete Aprikosen und Feigen, Tomaten und Knoblauch. Danach wird der Teller mit Olivenöl auf die glühenden Holzkohlen gelegt, viel Olivenöl hineingeschüttet, Zwiebeln angebraten und der ganze Resten hinzugeschüttet, gewürzt mit vielen Kräutern vom Markt und das Ganze mit dem Deckel zugedeckt.
Während wir warten, bis alles gar ist, tönt im Hintergrund Trommeln und afrikanische Musik aus dem Radio des Campingplatzes. Der Touch von Afrika kann hier keiner mehr wegreden, die Gegend sieht so aus, wie man sich Afrika vorstellt und jetzt auch noch die Musik. Sogar nicht alle heute durchfahrende Dörfer hatten ein Minarett und nicht mehr so viele Frauen sind ganzverschleiert. Wir nähern uns also immer mehr der Wüste und entfernen uns weiter von der technisierten Zivilisation. Obwohl, Handys hat glaub auch hier jeder….
Wir hatten einen kleinen Notfall, der nun aber glimpflich ablief.
Wir sind in Marokko, einem für uns fremden Land mit anderer Religion. Und das letzte was man hier braucht, ist ein medizinisches Problem. Leider traf das bei uns durch selbstverschulden ein. Anita startete diese Reise mit einer nicht ganz verheilten Blasenentzündung. Das geht ja dann schon irgendwie vorbei. Ging es auch zuerst, nur in den letzten Tagen wurde es wieder stärker und statt sich früh darum zu kümmern, wurden die Symptome einfach gekonnt ignoriert. Sie wäre ja entschuldigt, wenn sie nicht in einem Pflegeberuf arbeiten würde und nicht genau Bescheid wüsste. Langer Rede kurzer Sinn, in Tafraoute waren die Schmerzen dann so gross, dass wir etwas unternehmen mussten. Der Arzt von Anita gab ihr dann telefonisch den Rat für ein bestimmtes Antibiotika. Also marschieren wir los zu der nächsten Apotheke. Apotheken gibt es hier in ganz Marokko ziemlich viele, aber ob die Farben verkaufen, Naturheilmittel oder Quacksalberflüssigkeiten, von aussen nicht einsehbar.
Innen hatte unsere Apotheke ein paar Regale mit einzelnen Medikamentenschachteln. Sieht ja schon mal nicht so schlecht aus. Die mit Kopftuch bedeckte, junge Verkäuferin schaut etwas ratlos auf unseren Zettel und ruft dann den Chef. Dieser schaut auch skeptisch auf den Zettel, macht dann zwei Schritte zurück, nimmt eine Schachtel vom Regal und übergibt sie uns. Wir staunen Bauklötze, es ist genau das angegebene Antibiotikum in der richtigen Dosierung! Wow, die leben hier ja gar nicht hinter dem Mond! Da haben wir den Marokkanern Unrecht getan und entschuldigen uns echt dafür. Auch sind wir echt erleichtert und jetzt, 48 Stunden später, hat Anita keine Schmerzen oder Unwohlsein mehr. Es wird also alles gut.
Was wir aber auch noch sehen, ist eine Autogarage mit einem Wohnmobil-Reparatur Service!
Da lasse ich es mir nicht nehmen, die Werkstatt scheu zu betreten und sofort erklärt mir der Besitzer, dass sie alles an Womos flicken können. Von überall kommen die Überwinterer und lassen ihre Defekte an den Womos reparieren. Er hat unzählige Fotos an den Wänden, von geflickten Womos und deren Besitzer, die er mir stolz zeigt.
Sogar ein Einsatzfahrzeug hätten sie, wo sie Ersatzmaterial irgendwo hinbringen können. Gar keine schlechte Idee und einen super Service. Wir brauchen das momentan zwar noch nicht, aber hier wären die Koordinaten seiner Werkstatt „Garage chez Mohamed Farih“ (29.726029, -8.972452) und die Telefonnummer (0661 76 66 63) oder garage.chez.farih@hotmail.com, er spricht französisch und englisch.
Eine Stunde später will ich auf dem Campingplatz unser Wassertank füllen, aber die Wasserhähne haben in Marokko kein Gewinde. Also einfach Schlauch anstecken geht nicht überall. Einen guten Wasserdieb haben wir nicht, also basteln wir uns einen. Ich bin ziemlich stolz auf das Ding, bis ich versuche, damit den Wassertank zu füllen. Funktioniert überhaupt nicht! Richtiger Reinfall! Also hole ich unsere Spritzkanne und fülle den Tank manuell.
Das waren bis jetzt in den ersten zwei Wochen Marokko die einzigen Dinge, die nicht 100% optimal liefen. Wir können also mehr als zufrieden sein.
Ach ja, Notfall: in Tafraout habe ich mir doch wirklich noch einen (ähh zwei) Berberteppich aufschwatzen lassen. Aber meine holde Kunigunde hat riesen Freude, hat sie sich doch schon lange solche Teppich gewünscht, dazu später mal mehr, wenn ich das verdaut habe...
Näher an die Sahara wie jetzt geht mit einem normalen Womo nicht mehr.
Die letzten Teerstrassen sind verschwunden und die Zufahrt vor dem letzten Camping vor der Sahara waren nur noch harte Sandpisten. Etwas Wüstenfeeling also auch mit unserem Knutschi.
Jetzt sitzen wir auf dem Campingplatz La Boussole etwas erhöht auf einer harten Düne. Wir haben Rundumblick, drei Seiten Sahara, eine Seite das letzte Dorf Mhamid. Was für ein Platz!
Das erste das wir machten, als wir auf dem Platz ankamen, ein Gespräch mit dem sehr netten, zurückhaltenden Platzchef. Ob er er uns nicht eine Tour in die Wüste organisieren könne. Klar, das sei seine Spezialität.
Die ganz richtige Sahara mit den 300m hohen Sanddünen beginne erst nach 60km. Wenn wir mit dem Dromedar hinreiten wollen, brauchen wir drei Tage hin und drei Tage zurück. Ok, das ist uns zu lange. Schliesslich machen wir folgendes Programm ab: Morgen geht es um 10 Uhr mit einem Jeep los, Anita, ein Chauffeur und ich, Mittags essen wir in einer Oase und dann geht’s weiter in die Sanddünen. Dort gibt es einen einstündigen Dromedarritt und dann schlafen wir in einem festinstallierten Zelt. Wir hätten auch die Möglichkeit, in einem mitgebrachten Zelt irgendwo im Sand zu schlafen, aber grad sooo abenteuerlustig sind wir doch nicht, dass wir dann morgens so richtig Rückenschmerzen haben, kein WC weit und breit und nachts jämmerlich frieren. (Es war heute Nacht schon nur 10 Grad draussen, tagsüber aber wieder 27). Wir nehmen also das Komfortprogamm. Und das Gute daran, ich kann die gesamte Fotoausrüstung mitnehmen, denn nachts möchte ich in der dunklen Sahara noch irgendwie den Sternenhimmel fotografieren.
Wir freuen uns wie bolle darauf. Aber bis wir hier waren, mussten wir noch 200km zurücklegen, alles durch wüstenähnliche Landschaften und man merkte, dass man sich langsam dem Ende der Welt näherte. Der Asphalt war nicht mehr ganz so gut, die Dörfer immer weiter auseinander (zwischen zwei Dörfern massen wir einmal 60km) und immer kleiner, nur gerade Zagora war noch ein Städtchen.
Dort hielten wir auch an und deckten uns noch mit Wüstenkleidern und ein paar Nahrungsmittel ein. Jetzt sind wir gut gerüstet und schon halbe Nomaden.
Ach ja, morgen wird es darum wohl keinen Eintrag geben, da wir abends in der Wüste kein Netz haben.
Wir wollten ein Brot und kamen mit zwei Berberteppichen zurück
Als wir mit dem Womo ins Städtchen Tafraoute fahren (Vorteil Nr. 1 des Teppichhändlers: er sieht die Touristen kommen), hatten wir nicht die Idee, einen oder sogar zwei Teppiche zu kaufen. Klar, Tafraoute ist das Zentrum von Lederschuhen und der Berberteppiche und auch ein bisschen Touristenort. Die Leute sind freundlich und grüssen einem mit blauem Turban und langem blauen Kleid schon an der Kreuzung: „Ah, aus Sant Gallen!“. Es wäre besser gewesen, freundlich zu lächeln und weiter zu fahren. Aber so nehmen wir den Tipp des freundlichen Herren an: „da vorne schöner Campingplatz, auf ander sind Franzosen mit viel Lärm“ (Vorteil Nr.2 des Händlers: er weiss jetzt schon, auf welchem Campingplatz wir sind).
Nach dem einchecken kommt per Zufall der gleiche Mann auf dem Campingplatz vorbei: „Ah schön hier, du gehst in die Stadt, nur funf Minuten mit Füsse“. Dann darf man nicht sagen: „ja, wir gehen etwas später“.
Als wir dann etwas später wirklich noch in die Stadt laufen, schliesslich brauchen wir noch Brot, steht der blau bekleidete Thuareg natürlich wieder an der Hauptstrasse, lächelt und fragt, was wir suchen. Schon wieder verloren, da kann man antworten, was man will. Bei uns auf dem Weg zum Bäcker liegt natürlich gerade ein einheimisches Berber-Geschäft, „das in deutsche Reiseführer empfiehlt werden, mit Schmuck und Handwerkssachen“. Jetzt darf die holde Kunigunde ja nicht lächeln, Augenbrauen hoch ziehen und nachfragen: „Schmuck?“ Und schon ist man zu dritt auf Umwegen zum Geschäft. Die Konkurrenz darf nicht mitkriegen, dass man einen eventuellen Kunden an der Angel hat und diesen auch nicht an anderen Geschäften vorbeiführen, schliesslich muss er das Gefühl haben, ins einzig echte Berbergeschäft geführt zu werden.
Ist man im Geschäft, kann man sich getrost ungestört umsehen. Wahrscheinlich wird in der Zwischenzeit die Betreibungsurkunde, der Lohnausweis und die letzte Kreditkartenabrechnung aus der Heimat vom Händler gecheckt. Nach ein paar Minuten kommt dann Mohamed, der Chef, und führt uns in einen Raum für nur ganz spezielle Kunden. Er zeigt uns die ausgestellten Teppiche, erzählt etwas von Tradition, von alten Berberfrauen in den Bergen, und dass sie gerne knüpfen, da sie sonst nicht wissen, was machen. Wir müssen auch nichts kaufen, nur schauen, weil sie so stolz auf ihre Teppiche sind. Die Holde Kunigunde darf da gar nie auch nur das kleinste bisschen Interesse zeigen, auch nicht sagen, „das ist schön“ oder „der ist schöner wie der andere Teppich“ (Vorteil 3: der Händler merkt, wem was gefällt).
2/3 der Anwesenden beim Plaudern
Denn dann kommt sofort: „Sind sie von hier? Sie sehen aus wie eine echte Berberin, so hübsch.“ Die Holde Kunigunde merkt diese Süssholzraspelei erst Stunden später… Schaut sie sich dann zum zweiten Mal den gleichen Teppich an: „Schauen sie, absolut Top-Qualität, auf beiden Seiten verwendbar, das gibt es nur beim Stamm der …. (Name ist mir entfallen, war mir auch ziemlich egal). Man merkt, dass sie Augen für Qualität und Schönheit haben“ (Süssholzraspeln zum Zweiten und wieder merkt meine Holde nix). „Wie gross ist denn ihre Wohnung?“ Und meine Holde plappert und plappert und alle meine Bemerkungen und Einwände, passt nicht, ich will keinen Teppich an den Wände, wir brauchen doch keinen, werden von allen Anwesenden gekonnt ignoriert. Meine Holde fängt Feuer und plötzlich der Ausspruch: „ich wollte schon immer so einen Teppich, aber bei uns sind sie viel zu teuer!“ Äh, jetzt bin ich schon 13 Jahre mit ihr zusammen und noch nie, gar nie, hat sie erwähnt, dass sie einen Berberteppich will.
2/3 der Anwesenden beim Teekränzchen
Das ist das Stichwort von Mohamed: „es gibt ein altes Sprichwort der Berber, übersetzt etwa: ist meine Frau glücklich, ist der Mann auch glücklich!“ Da gibt es einfach keine Gegenargumente mehr.
Die nächsten 30 Minuten kürze ich jetzt raus und komme zum entscheidenden Punkt: „Was kosten die beiden Teppiche, wenn wir beide nehmen?“ „Wissen sie, dieser ist einmalige Qualität, Naturprodukt und das haben sie ein Leben lang, sogar ihre Kinder werden diese Teppiche haben. Sowas kaufen sie nur einmal im Leben“ und meine Holde nickt und ich könnte zur Decke hochspringen. Im Kopf rechne ich schon mal durch, was ich dafür eigentlich bezahlen würde. 1000 CHF auf keinen Fall, aber wenn ich nur daran denke, was unser Teppich im Keller gekostet hat!! Und der einfache unter dem Esstisch, nix spezielles, haben wir 600CHF bezahlt. Und eigentlich hat er ja recht, sowas kauft man nur einmal im Leben (ich hasse mich für diesen Gedanken).
„Wenn sie beide nehmen, einer 4500Dh der andere 3000Dh, zusammen nur 7500 Dh“ (750CHF) höre ich den Händler sagen. Die Augen der Holde dürfen jetzt auf KEINEN Fall leuchten! Ich wende aber schnell ein: “wenn der für 4500 auf beiden Seiten gebraucht werden kann und der andere nur auf einer Seite, darf der einseitige aber nur die Hälfte des anderen kosten!“ Der Händler schaut mich etwas entgeistert an und weiss nicht so recht, was er da sagen sollte (der erste und einzige Punkt für mich). „Du bist sicher Händler, so hart wie du verhandelst“ sagt er zu mir (Süssholzraspeln zu mir und ich merke es auch erst Stunden später).
Schlussendlich einigen wir uns bei 6500Dh für beide, meine Holde ist glücklich und ich verhandle noch nach, dass er mir die Teppiche zum Womo liefert, damit ich sie nicht selber tragen muss.
Irgendwie habe ich aber dennoch das Gefühl, dass ich auch mit 5000Dh noch zuviel gezahlt hätte. Aber so gut habe ich eben nicht verhandelt, hätte ich aber müssen, also viel zu hoch begonnen.
Aber solche Teppiche sind fürs Leben und die kauft man eben nur einmal.
unseres Reisestrecke