Wir machen eine Planänderung und vergessen dabei, dass es in den Bergen keine Tankstellen gibt.
Gestern Abend bekamen wir via Facebook von Erich den Tipp, wir sollen doch durch die Toudgha-Schlucht weiter und uns dann rechts halten und so nach Guelmim fahren. Auf unserer Karte ist diese Strecke nur ganz dünn und weiss eingezeichnet, eigentlich ein schlechtes Zeichen. Aber Erich ist diese Strecke schon vor zwei Jahren mit einem TI gefahren und dann können wir das auch! Also Planänderung und wir fahren zuerst nördlich durch die Schlucht.
Es ist eine fantastische Schlucht, die Strasse verläuft meistens an der Talsohle, links und rechts senkrechte, rote Felsen. Es ist wirklich eindrücklich. Die Schlucht ist länger und irgendwie etwas eindrücklicher wie gestern die Dadés-Schlucht. Allerdings die ganz spektakulären Passagen fehlen etwas, das war gestern besser.
Nach 30km staunen und bewundern schaue ich per Zufall auf die Tankanzeige. Mist, ich wollte doch gestern noch Tanken und habe das auf heute Morgen verschoben, in der Meinung, wir fahren durch Tinghir zurück. Laut Tankanzeige reicht der Diesel noch für 150km und nach Guelmim zurück in der Zivilisation sind es schätzungsweise 170km. Das wird verdammt knapp, vor allem wenn dazwischen noch hohe Berge kommen! Mist, was sollen wir machen? Hier in den Bergen kommt erfahrungsgemäss keine Tankstelle. Eventuell können wir einem Einheimischen oder einem 4x4 Tourist einen Kanister abkaufen, denn die haben immer mindestens zwei auf dem Dach. Bis jetzt dachte ich immer, das sei Bluff aber heute wäre ich froh drum.
Wir entschliessen uns, mal einfach noch sehr dieselsparend weiter zufahren und in Assimeg die Lage nochmals zu überdenken. Denn von dort würde der Diesel auch wieder zurück reichen zur Tankstelle. Vor Assimeg ist die Lage genau auf Messers Schneide, es könnte ganz knapp reichen oder auch nicht. Jetzt ist guter Rat teuer! Die Gegend ist so einmalig schön, dass wir unbedingt weiterfahren wollen, andererseits, wenn wir stehen bleiben. Die Notfallszenarien sind die, einen Einheimischen aufzuhalten, ihm einen Bündel Dirham und den Auftrag zu geben, einen Kanister Diesel zu bringen. Sollte also machbar sein im schlimmsten Falle. Also fahren wir mit etwas Angstschweiss auf der Stirn weiter.
Aber schon nach weinger als einem Kilometer hat es im Zentrum von Assimeg einen Autowerkstatt, wo draussen ein selbstgemaltes Plakat steht „Gasoile und Sans plomb“. Sofort stoppe ich und erkundige mich in der Werkstatt, ob sie hier wirklich Diesel verkaufen? „Klar, wieviel brauchst du?“ „20 Liter“ „So viel? Das reicht ja für vier Autos!“ Wir sind gerettet, der Automech pumpt von einem Ölfass 20 Liter in einen Kanister, kommt dann raus und verpasst unserem Knutschi den rettenden Saft. Er will dann genau 10 Dh pro Liter (an der Tankstelle im Tal kostet es 9,8Dh). Ich bin richtig froh und gebe ihm dann noch ein Trinkgeld. Er bedankt sich, lächelt ohne Zähne und wir können unsere wunderschöne Reise fortsetzen.
Die Strassen sind erstaunlich gut, nur zwischendurch durch die Bachbetten etwas rumpelig und bei einer Furt von bis jetzt sicher hundert haben wir das erste Mal Wasser. Nicht viel, aber ein Ralley-Feeling kommt trotzdem auf.
Die Gegenden sind einfach wieder himmlisch, die Fahrt wird aber immer länger und durch die Städte ist meist ein ziemliches Chaos. Endlich um 17 Uhr nach 307km kommen wir in Merzuga, am Rande der Wüste an. Auch dort finden wir unseren anvisierten Campingplatz sofort und sind gerade rechtzeitig für den Sonnenuntergang auf den Sanddünen.
Ankunft bei der Sandwüste zum Sonnenuntergang
Morgen ist Ruhetag angesagt, ich schreibe den Womoblog und draussen vor der Tür köchelt die Tajine. Was für ein Leben wir haben!
Man hört ja viel von Marokko und wir haben nun auch einiges erlebt
Wir sind nun viel in Marokko umhergekommen, auch wenn es das erste Mal war. Im Vorfeld haben wir schon einiges gehört und waren echt gespannt auf die Wirklichkeit und ob es wirklich so schlimm ist.
Der erste Eindruck erhielten wir schon im Hafen von Tanger Med beim Warten bei der Einreise. Jugendliche kletterten über den drei Meter hohen Zaun und schlichen sich hinter den Polizisten auf die Wartenden zu um zu betteln. Sie hielten sich aber ausnahmslos an die Einheimischen und kein einziger Jugendlicher näherte sich unserem Wohnmobil. Einige Einheimische gaben ihnen die auf der Fähre nicht verzehrten Sandwiches oder Gebäck. Keiner gab ihnen Geld, alle nur Esswaren. Für uns war es irgendwie schockierend, sowas zu sehen, darauf waren wir nicht vorbereitet, aber wie gesagt, wir wurden absolut nicht belästigt und die einheimische Polizisten vertrieben die Jugendlichen immer wieder. Sie sahen jetzt auch nicht so aus, als wären sie vor dem Verhungern oder waren sehr schlecht gekleidet. Ich glaube, einiges war doch nur Show…
Danach hatten wir absolut keine Vorfälle auf den nächsten Etappen. In Tiznit fragte ich in der Stadt einen Burschen, wo man da Kohle kaufen könne. Er führte mich in die Garage, trug danach die Kohle und unsere Einkäufe bis zum Campingplatz und fragte danach, ober ich nicht ein T-Shirt oder andere Kleider für ihn hätte. Da hätten wir unsere nicht mehr gebrauchten Kleidungsstücke brauchen können.
Im Gegenteil, der Atlantikküste hinab bis Sidi Ifni und dann ins Landesinnere bis zur Sahara in Mhamid im Süden gab es keine weiteren Vorfälle mehr. Alle Kinder am Strassenrand winkten freundlich oder wenn sie einfach nur schauten und wir winkten, begannen sie zu lachen und winkten wie verrückt zurück.
In Mhamid dann die ersten Kinder, die auf dem Stadtbummel scheu fragten, ob wir nicht für sie einen Dirham hätten (10 Cent). Hatten wir nicht, denn wir verteilten auf der ganzen Reise überhaupt nix ohne Gegenleistung, weder Süssigkeiten noch irgendwelches Geld. Nur ein Knabe wollte nicht kapieren, dass wir kein Geld verteilen. Als ich ihm dann auf französisch klarmachte, dass nur der Dirham bekommt, der auch arbeitet und dass das auf der ganzen Welt so ist, liess er uns in Ruhe.
Ging also ganz easy und vor allem die Mädchen freuten sich jeweils riesig, wenn wir ihnen zuwinkten. Ob das wohl so ist, da hier Knaben mehr zählen wie Mädchen und sie sonst weniger Aufmerksamkeit bekommen? Übrigens auch die Frauen waren immer sehr freundlich und winkten zurück.
Wir hatten also absolut keine Probleme bis zur Dadés-Schlucht. Vorher wurden wir von einem Schweizer Ehepaar gewarnt, dass in der Tourgha- und Dadés-Schlucht die Kinder nervig sind. Wir konnten das nicht glauben, bis wir wirklich auch da waren.
Je weiter hinten wir im Tal waren, je abgelegener es wurde, umso frecher wurden die Kinder. Zuerst machten sie unserem Wohnmobil Handzeichen, dass wir anhalten sollten. Hielten wir an, fragten sie ungeniert nach Geld. Bei den Fotostopps sprangen von irgendwoher Kinder und wollten irgendwelche Dinge zu Fantasiepreisen verkaufen. Einen Becher für 100Dh z.B. und wenn wir nichts kauften, machten sie eine ziemliche Schnute und fragten nach Dirhams. Man muss bedenken, dass im Dorf im selben Tal ein grosses Brot 2 Dh kostet und der Bäcker den ganzen Tag schuftet, um ein Einkommen zu haben. Und wenn dann ein Kind von „dummen“ Touristen mit 100 oder auch nur 20Dh beschenkt werden, dieser Bäcker sich ziemlich blöd vorkommen muss. Geld also nur für Gegenleistung.
Im selben Tal ging es dann so weit, dass sich uns eine Gruppe von 5 – 7 Kindern schätzungsweise 9 – 13 jährig auf der Strasse in den Weg stellten und wir anhalten mussten. Nach einem lauten Hupen schreckten die zurück, zwei klatschten aber mit den Händen auf die Aussenwand des Womo. Das liess ich mir nicht gefallen, hielt sofort an, stieg aus und die Kinder rannten wie der Teufel die Strasse runter und ich hinterher, bis sie im Gebüsch verschwanden. Unserem Womo machte es nichts, und ich denke, das war der jugendliche Übermut dieser Gruppe. Auch bin ich mir sicher, dass die Eltern sowas nicht erfahren durften, denn sie würden dies nicht goutieren. Denn die Erwachsenen in diesem Tal waren überaus freundlich und hilfsbereit.
Etwas weiter auch in den gleichen Bergen aber einem anderen Tal zwang uns nochmals eine Gruppe Kinder zum Anhalten und als wir einfach auf die Hupe drückten und fuhren, las einer dann wirklich einen kleinen Stein vom Boden auf und warf es nach unserem Wohnmobil ohne zu treffen. Das gleiche Spiel, anhalten und Rennen. Beide Gruppen waren ausserhalb der Dörfer, wo weit und breit kein Erwachsener zu sehen war.
Wir trafen also nur einen einzelnen Knaben, der einen kleinen Stein warf, aber viele, die bettelten. Und darum nochmals: ohne Gegenleistung keine Belohnung! Sonst leiden danach die nachfolgenden Touristen.
Geht man zum Essen beim Campingplatzchef, auch wenn man es bezahlt, darf man gerne ein paar Süssigkeiten für seine Kinder dalassen oder auch, wenn man ein Kind nach dem nächsten Bäcker fragt, darf es ruhig etwas Süsses danach bekommen.
Das liest sich jetzt ziemlich schlimm, aber wenn man bedenkt, dass wir drei Wochen unterwegs sind, war es wirklich easy und bei weitem nicht so dramatisch, wie es sich vielleicht anhört. Also, unbedingt nach Marokko fahren, die Kinder sind echt kein Problem.
Aber nochmals, wir hatten ansonsten während 99% der Kontakte oder des Weges absolut kein Problem mit Kindern…
Wir machen einen Ruhetag und Essen unser Fondue in der Wüste
Wir verpassen den Sonnaufgang und den sonntäglichen Kirchengang, denn wir schlafen so richtig aus. Wobei so kuschelig ist es dennoch nicht, als wir erwachen haben wir 9 Grad im Womo. Also zuerst mal kräftig aufheizen, dann einen heissen Kaffee machen und erst dann kommen wir in die Gänge.
Zuerst heisst es einkaufen in Merzouga, also ein kleiner Fussmarsch an Dromedaren vorbei ins Zentrum. Dort kaufen wir das fehlende Gemüse und vier Fladenbrote, denn wir wollen heute ein Fondue geniessen. Auf dem Rückweg nehmen wir in einem kleinen Restaurant noch einen Tee ein und meine Holde zieht es ins nächste Tüchergeschäft. Sie sind dort so schön farbig! Resultat: Tuch Nr. 12, Tuch Nr. 13, Tuch Nr. 14 und Tuch Nr. 15 landen in unserer Einkaufstüte. Und dann der Ausspruch: „So jetzt habe ich echt alles, was ich brauche!“. Mist, und ich habe das nicht auf Tonband aufgenommen, damit ich einen Beweis habe beim nächsten Geschäft. Das könnte ich in Zukunft noch viele Male bereuen…
Wieder beim Womo machen wir uns für die Wüstenexpedition bereit. Wir ziehen uns richtig an, packen den Rucksack mit Getränken, Tüchern und Fondue und marschieren Richtung Erg Chebbi (Wüste).
Der Sand beginnt gleich hinter dem Campingplatz und wir marschieren eine Düne nach der anderen hinauf und hinten wieder hinunter. Es ist eine faszinierende Landschaft, aber lange nicht so leer wie die Wüste in Mhamid. Ist ja irgendwie auch klar, diese hier ist viel einfacher zu erreichen, direkt von der asphaltierten Strasse weg und man ist in den Sanddünen. Das lockt natürlich viele Touristen an, die mit Motocrossrädern, Quads, 4x4 Autos oder Sandbuggys im Sand herumrösten. Und dazwischen eine Dromedarkarawane an der nächsten. Es ist nicht immer ganz ruhig, aber das hört man auf den Fotos nicht.
Wir geniessen unsere Sanddüne trotzdem ganz alleine, machen unser Fondue und geniessen die Farben der Abendstimmung. Aber noch bevor die Sonne ganz untergeht, machen wir uns wieder auf den habstündigen Weg zu unserem Womo. Aber welche Richtung? Es ist echt nicht ganz einfach so orientierungslos in ungefähr der Sonne zu laufen und hoffen, dass man irgendwo in der Nähe des Campingplatzes wieder aus der Wüste kommt. Wir treffen ihn auch nicht direkt, sondern sind etwa 300m zuviel südlich aus der Wüste marschiert. Ist aber nicht schlecht, oder? Andere wären jetzt noch in der Wüste und wahrscheinlich am verdursten…
Ach ja, der Bericht von heute morgen über steinewerfende und bettelnde Kinder in Marokko unterlag anscheinend in Facebookguppen der Zensur. Bei einer flog ich raus und bei der anderen wurde mein Beitrag gelöscht. Ist anscheinend doch nicht alles ganz so frei und objektiv ;-)
Nach diesem marokkanischen Ausspruch verbrachten wir heute den Tag.
Das einzige, was wir heute erledigen müssen: einen Bancomaten finden um Bargeld zu haben, Telefonkarten für Internetguthaben kaufen und ein Dromedar für die Weihnachtskrippe besorgen.
Den Bancomaten und das Bargeld haben wir relativ schnell gefunden. Man kann in ganz Marokko jeweils nur 2000Dh als Höchstlimite beziehen (200€). Auch die Telefonkarten, wo man seine Prepaid-Sim-Karte aufladen kann, findet man wirklich überall. 10GB Datentvolumen für 100Dh. Und als wir dann das Bargeld und einen Tee getrunken haben, will Anita endlich ihr gestern gesehenes Kamel für die Weihnachtskrippe kaufen. Das letzte fiel einem Angriff unserer Katze zum Opfer, die dem Kamel bei weitem überlegen war. Und hier gibt es so wirklich schöne kleine Dromedare, die genau die richtige Grösse haben und erst noch aus echtem Dromedarfell. Und das erstaunliche, gestern kostete es beim Händler noch 140Dh, heute beim gleichen nur noch 120. Sollen wir nochmals einen Tag warten? Aber Anita handelt für die 12€ nicht mal mehr, in der Schweiz könnte man dieses Kamel sicher für 80CHF verkaufen. Sollen wir ins Kamelgeschäft einsteigen und eine ganze Herde kaufen?
Wir lassen es aber bleiben und kommen dann noch bei einem Metzger vorbei. Das sind jeweils auch so kleine Läden, wo am Fenster ohne Scheibe dann ganze Ziegen, Truthähne oder andere Fleischstücke hängen. Wir haben glaub noch nie so wenig Fleisch gegessen wie in diesem Urlaub. Es ist für uns eben schon etwas gewöhnungsbedürftig einfach so hängendes Fleisch zu kaufen, wo man sagen kann, welche Stücke man will, dann mit einem Hackmesser ungefähr das ausgewählte herausgehauen wird, in Zeitungspapier eingewickelt und dann bezahlt. Die dreckigen Geldnoten mit den gleichen Händen angefasst wird, wie nachher wieder das Fleisch und nirgends irgendetwas zum Händewaschen. Aber wir Europäer sind einfach verweichlicht. Und das Fleisch war übrigens jedes Mal hervorragend. Nur das Kaufen ist etwas gewöhnungsbedürftig und kostet uns etwas Überwindung.
Aber das Einkaufen ist jeden Tag ein Erlebnis, die ganz kleinen Läden, einer hat Früchte, der andere Gemüse, einer Gewürze und der vierte einfach alles, vor allem Wasser und Brot. Diese Kleinstläden sind übrigens auch 10x günstiger wie jeder Supermarkt, da sie immer nur die lokalen Waren haben. 1kg Gemüse bezahlten wir jeweils etwa 10 Dh (1€) und es ist dann egal, ob Kartoffeln, Tomaten, Karotten oder Peperoni. Oder ein Fladenbrot klein 1 Dh oder gross 2Dh (10 oder 20 Cent).
Nach dem Einkauf sonnen wir uns bei rund 28 Grad vor dem Womo, geniessen die Ruhe auf dem Platz mit Sicht in die Wüste. Ich buche noch unsere Rückfahrt von Nador aus nach Almeria und immer wieder schauen wir an diese riesige, grosse, gelbe Sanddüne. Bis wir dann irgendwann entscheiden, diese müssen wir einfach noch besteigen. Macht ja nix, wenn wir erst morgen wegfahren von hier.
Also starten wir unsere Dünenbesteigungsexpedition, wieder bekleidet wie die Marokkaner mit Turban, Schluderhose, Schludderhemd und barfuss. Nur der Rucksack, die Sonnenbrille und der Fotoapparat unterscheidet uns von den Einheimischen.
Wir laufen und laufen durch den Sand und diese riesige Düne will einfach nicht näher kommen. Der Weg täuscht gewaltig und im tiefen, heissen Sand ist es auch nicht gerade einfach. Und dann endlich als wir am Fuss ankommen, liegt ein grausig langer und harter Aufstieg vor uns. Drei Schritte vorwärts, zwei zurück! Wir haben zusammen schon 4000er bestiegen, dann werden wir diesen verdammten Sandhügel wohl auch noch schaffen!
Endlich sind wir oben, total verschwitz aber mit grandioser Aussicht, denn sie ist sicher etwa 200m hoch. Wir sehen von da oben aber auch, dass diese Wüste, die Erg Chebbi, gar nicht so gross ist, denn wir sehen hinten bis an den Rand. Na ja, wenn wir bedenken, wie lange wir nur hatten, bis hierher, dann täuscht das gewaltig bis ans andere Ende…
Wir ruhen uns aus, geniessen den warmen Sand und schauen all den Motogrossfahrern und anderen Gefährten zu, die auch Düne um Düne erklimmen wollen. Es gelingt nicht allen, aber wir sind auf der höchsten!
Runter geht es dann viel einfacher und viel schneller, auch den Campingplatz finden wir auf direktem Weg. Danach dusche ich mal ausgiebig, wechsle wieder in die westliche Kleidung und finde in meinem Schrank sogar noch eine frische Jeans. Man fühlt sich wieder wie neu geboren!
Sollen wir noch eine Sternenwanderung machen?
Und eine Warnung von fünf Kurven auf den nächsten 26km
Als wir bei der Erg Chebbi erwachen, merken wir, dass das Wetter bewölkt ist. In der Wüste und keine Sonne? Das ist ein Grund, weiter zu fahren. Na gut, wir hätten es sowieso getan. Nach der herzlichen Verabschiedung des Platzchefs sind wir wieder auf der Strasse Richtung Norden. Wir verlassen allmählich die Sandwüste und fahren fast den ganzen Tag eben geradeaus. Die Gegend ist einsam, links und rechts Ödland, die Strasse etwas rumpelig und immer begleitet von einer, zwei oder gar drei Stromleitungen.
so sah es fast den ganzen Tag aus
Wir fahren knapp der algerischen Grenze entlang, die Marokko hermetisch abgeriegelt hat. Darum kommen uns auch zwei Militärkonvois entgegen und auch die Polizeikontrollen nehmen wieder zu. Just in dem Augenblick, als wir nur etwa zwei Kilometer von der Grenze weg sind, gibt es links von uns eine gewaltige Explosion. Haben die Algerier nun auf uns geschossen? Eher nicht, wahrscheinlich irgendeine Übung des Militärs oder vielleicht eine Sprengung bei einer Baustelle. Dieser Klapf bleibt heute aber der einzige Aufreger.
Nicht mal die grosse Tafel mit dem Hinweis „gefährliche Strecke auf den nächsten 26km“ kann uns beunruhigen. Es kommen nämlich gerade mal fünf Kurven (im Durchschnitt alle 5km eine) und ich muss darum nicht mal den Tempomat rausnehmen.
Den nehme ich erst raus, als im Niemandsland ein altes Ehepaar am Strassenrand Autostopp macht und die 50km bis nach Bouarfa mitgenommen werden will. Weil das auch unser Tagesziel ist nehmen wir sie gerne mit, denn sonst hätten sie nochmals eine halbe Stunde auf das nächste Auto warten müssen. Leider sprechen sie nur arabisch und die Konversation ist daher ziemlich mangelhaft.
immer wieder schöne Gegend, warum in die USA fahren?
In Bouarfa lassen wir sie im Zentrum aus unserem Womo steigen und machen uns auf die Suche nach dem Hotel Climat de Maroc, wo man mit dem Camper auf dessen Tennisplatz übernachten kann. Auch hier wieder alles ganz easy und Anita und ich marschieren kurz danach noch einkaufen. Wir kaufen wieder in einem kleinen Laden 10 Eier und zwei Brote. Die Eier werden einfach in die Stofftüte gelegt und das Brot darauf. Nicht durch ein Eierkarton geschützt oder so. Wir Europäer sind einfach zu kleinlich….
Danach entdecken wir noch eine Bäckerei und machen dort zur Freude der Besitzerin ein riesen Einkauf. Unsere Lust nach Süssigkeiten übermannt uns: zwei Cremeschnitten, ein Stück Schockokeks, zwei Blätterteigstengel, zwei Blätterteignussgebäcke, ein Muffin und für morgen noch vier Croissant. Alles zusammen nicht mal 3 €
Und jetzt platzen wir aus allen Nähten…
unseres Reisestrecke