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Reisebericht

Noch warten wir 26.9.2022

Weil wir nichts anderes machen können

Wir sind früh wach, der Wind hat in der Nacht etwas nachgelassen und so steigt unsere Hoffnung, dass wir heute weiterfahren dürfen. Also schmeissen wir den Haushalt und fahren mit unserem Knutschi 100m bis zur nächsten Tankstelle. Wir müssen ganz dringend unsere Frontscheibe reinigen, durch den Sturm gestern ist so voll Sand und Dreck, so dass man nicht mehr hinaussieht. Wir reinigen unter heftigem Wind und mit Regenkleidern unser Wohnmobil. Dabei entdecken wir den einen oder anderen Sturmschaden, hat es doch einmal ein kleines Holzbrettchen hingeweht und auch zwei/drei Mal sonst geklöpft. So haben wir nun drei neue Kratzer auf unserer Folierung.

Zeit für Frühstück

Aber uns ging es ja noch gut, denn gestern hat es in Island etwas 20 Auto total demoliert. Bei einem Sandsturm weht es Sand umher, hier in Island mit dem heftigen Wind wurden Steine umhergeweht, quasi ein Steinsturm und so hat es in einer anderen Gegend Autos zerlegt. Auch mussten 120 Menschen gerettet werden, da sie nicht mehr weiterkamen.

In Island gibt es einen sehr guten Wetter- und super Strassendienst, zusammen erstellen sie das App safetrafel.is. Und wenn dort gemeldet wird, dass Strassen geschlossen sind aus welchen Gründen auch immer, sollte man dies glauben. Diese Strassen sind dann nicht abgesperrt und darum gibt es immer Besserwisser, die dann meinen, es betrifft sie nicht. Und wenn dann der Dienst sagt, die Strasse ist wegen Sturm geschlossen, sollte man dies glauben.

Aber die Strassen in diesem App schalten heute einfach nicht auf grün, also gehen wir noch einkaufen und fahren danach wieder auf den Campingplatz zurück. Es ist kalt geworden, ziemlich kalt aber noch immer blauer Himmel, Sonne und viel, viel Wind.

Windspaziergang

Wir ziehen uns also warm an, inklusive langer Unterhosen, zwei Pullis und winddichter Jacke. Und dann machen wir einen Spaziergang zum Meer, Hafen und sonst noch so, wo man im Ort rumkommt. Es hat wirklich noch extrem Wind, wir kommen kaum vorwärts und sehen auch kleinere Sturmschäden an einigen Häusern direkt am Meer. Bei der Feuerwehr hat es die oberste Spitze des Funkmastes geknickt… Als wir dann wieder beim Knutschi sind, wird es schon langsam langweilig. Wir würden gerne weiter, vor allem bei diesem Sonnenschein. Gestern Nacht hatte es wieder leichte Nordlichter, aber wir konnten sie nicht fotografieren, da das Stativ im Wind sicher nicht gehalten hätte und so haben wir es gar nicht erst probiert.

Feuerwehr

Mitte Nachmittag leuchtet dann plötzlich die Strasse von Höfen, wo wir sind, zurück nach Westen grün auf. Sofort ist auf dem Camping eine Hektik und all die, die in jene Richtung müssen, fahren fast gleichzeitig los. Etwas später kommen dann auch neue Gäste auf den Campingplatz. Unsere Strasse, die wir zur Fähre nehmen wollen, leuchtet aber noch tiefrot. Mist, aber der Wind nimmt doch eher wieder ab? Wann wird diese geöffnet? Alle fünf Minuten schauen wir seit zwei Stunden auf das App und hoffen auf die Schaltung nach grün. Aber bei den kommenden, zeitweise sehr starken Böen, kommen Zweifel auf.

Die Neuankömmlinge auf dem Campingplatz parken genau so, wie die Felder eingezeichnet sind und denken sicher, wir spinnen, weil wir total schräg stehen und die Nase frontal genau in den Wind halten. Dann stellen sie ihre Dachzelte auf und merken 10 Minuten später, dass der Wind doch zu stark ist und räumen wieder zusammen, parken ihr Auto um, damit auch ihre Nase in den Wind schaut.

Umgekipte Bänke

Aber weil so viele immer umherfahren, wirbelt es immer wieder Staub und kleinere Steine auf, die es dann wieder durch die Gegend schleudert.

Der heutige Tag hätten wir uns leicht anders vorgestellt, aber es ist nichts zu machen, das Wetter können wir nicht ändern. So machen wir das Beste draus, ich bearbeite ein paar Fotos, sortiere diese und schreibe einen Reisebericht. Wer weiss, wann ich den mal brauchen kann.

Anita ist am Stricken und so verbringen wir den Tag in einem schaukelnden, aber warmen Wohnmobil. Einen Tag auf unserer langen Reise, der nicht nach Wunsch verläuft. Da kann man nichts dagegen sagen, rein gar nichts.

Übernachtung

Höfn - Campingplatz ****
Island, Camping
gross, sauber, freundlich
Koordinaten: 64.25874, -15.20409
N 64° 15' 31.5"  E -15° 12' 14.7"
letzter Besuch: 9.2022

Stuðlagil Canyon 27.9.2022

Wir können endlich weiter

Wir haben den Wecker auf 7 Uhr gestellt und hatten vor, um 8 Uhr nach zwei Tagen festsitzen endlich weiter zu fahren, falls die Strassen offen sind. Anita flüstert mir um 6:45 Uhr zu, dass die Strasse offen ist und weiter: «Sollen wir wirklich bis um 8 Uhr warten mit abfahren?» Natürlich nicht, wir sind hungrig wie zwei kleine Bären nach neuen Landschaften und unbekannten Gegenden.

Also stürmen wir los und geniessen das tolle Wetter und den abgeflauten Wind. Es ist einfach toll, unterwegs zu sein!

Zwischenstop an einem Fjord

Wir fahren die Ostfjorde ab, sind noch fast alleine unterwegs. Nach etwas über 100km wollen wir in Djúpivogur Diesel tanken. Es ist die erste Tankstelle, die seit dem Start heute Morgen auftaucht. Blöd nur, die Säule ist defekt, es fliesst kein Diesel. Zum Glück haben wir noch nicht ganz leer, denn bis zur nächsten Zapfsäule sind es nochmals über 60 weitere Kilometer. Nur gut, dass ich meine blöde Angewohnheit bis zum letzten Tropfen zu fahren, in Island über Bord werfen konnte. Wir wären aufgeschmissen…

es könnte nicht schöner sein

So fahren wir aber ohne Schweissperlen weiter und geniessen einfach. Die Berge in den Ostfjorden sind höher und markanter, wie im Resten der Insel. Auch hat es oben schon ziemlich geschneit und kälter ist es auch geworden. Heute zeigt das Thermometer selten mehr wie 6 Grad an. Als wir dann weg vom Meer etwas in die Berge kommen, sind wir ganz schnell in einer weissen Landschaft. Die Strasse ist aber trocken und problemlos zu befahren.

Danach passieren wir Egilsstadir im Schnellzugstempo, denn wir wollen noch den Stuðlagil Canyon besichtigen. Als wir vor vier Wochen auf Island ankamen, wussten wir von diesem Canyon noch nichts, darum müssen wir das nun noch nachholen. Aber es sind ja nur 70km Umweg und wir haben genug Diesel… Allerdings haben wir nicht wirklich viele Infos gefunden und wissen nicht so recht, wie die Zufahrt mit unserem Womo ist. Beim anvisierten Parkplatz für der Brücke stellen wir unser Knutschi ab und laufen ab da. Es ist der richtige Entscheid, zwar kommt 2km später der richtige Parkplatz, aber die Strasse bis dahin ist ziemlich schlecht. So laufen wir, während all die Touristen in den gemieteten Autos in die Löcher fahren und die Stossdämpfer strapazieren. Nach dem Parkplatz geht es nochmals etwa 400m bis zum Stuðlafoss, der nicht wie erwartet in den Canyon fällt, sondern ausser dem Namen gar nix mit dem Canyon zu tun hat. Der Wasserfall sieht aber heute spektakulär aus, da oben die Gischt an den 6-eckigen Felsen gefroren ist und weiss schimmert. 

Stuðlafoss

Danach sind es nochmals 4km bis zum Canyon, der wirklich top ist. Nur das Wasser fliesst braun durch, blau wäre natürlich viel schöner. Wir sind aber auf der Südseite des Flusses, was sich als die richtige Seite herausstellt. Wir können an zwei Stellen bis zum Canyon hinabsteigen, während die «Nordseitler» auf eine Aussichtsplattform beschränkt sind. Aber immerhin müssen jene Touristen nur 200m Treppen hinabsteigen und nicht 5km wandern wie wir. Aber gerecht ist gerecht.

Die Schlucht ist top und wir bereuen es auf keinen Fall, diesen Umweg in Kauf genommen zu haben.

Nach schlussendlich drei Stunden Wandern sind wir wieder beim Knutschi, wo wir uns zuerst etwas aufwärmen und etwas essen. Danach geht es zurück auf den Camping in Egilsstadir.

Jetzt sind wir ziemlich auf den stümpen, schliesslich waren wir heute wirklich den ganzen Tag unterwegs, aber es war ein fantastischer Tag mehr in Island.

Ein Hoch auf Island 28.9.2022

Unglaubliche Insel

Uns gehen die Superlativen aus! Heute ist unser letzter Tag auf Island, die Fähre legt um 20 Uhr Ortszeit ab (22 Uhr Schweizer Zeit). Aber bis dahin geniessen wir das Land noch so, wie es am typischsten ist: in einem öffentlichen Bad!

In Egilsstadir soll es ein ziemlich neues Bad geben und da wir nach dem Ausschlafen genügend Zeit haben, der Weg zum Hafen nur noch 30 km ist genehmigen wir uns ein Bad im Vök Baths, das direkt am See Urriðavatni liegt.

Da das Bad erst um 12 Uhr mittags öffnet, stehen wir punkt 12 Uhr beim Eingang und betreten dann als erste heutige Gäste dieses Bad. Und es ist absolut genial. Wassertemperatur zwischen 37 und 41 Grad in verschiedenen Pools und zwei sind direkt in den See hinein gebaut. Es ist unglaublich, vor allem, weil wir die erste Viertelstunde alle Pools für uns ganz alleine haben. Das Bad ist wirklich nicht überlaufen! So geniessen wir die Zeit hier mit direktem Blick auf den See, und nicht nur das, wir tauchen natürlich auch noch in den See ein bei 12 Grad Wassertemperatur aber dann sind wir ganz schnell wieder im warmen Wasser von 40 Grad, was viel, viel angenehmer ist.

Etwas später genehmigen wir uns einen Drink an der Wasserbar und sind einfach nur glücklich. Es waren unglaubliche vier Wochen in Island, wir haben so viel erlebt, gesehen und erfahren, dass wir es als wundervolles Wohnmobilland in Erinnerung halten. Und das allerbeste: wir haben noch nicht alles gesehen, also haben wir einen Grund, hierher zurück zu kehren.

Nach über 2 Stunden im warmen Wasser verlassen wir eingeweicht das Bad, packen im Knutschi unsere Sache für die Fähre zusammen und fahren nach Egilsstadir an eine Tankstelle. Schliesslich müssen wir unser Knutschi noch schön sauber reinigen, damit wir dann überall wieder einen guten Eindruck machen.

Danach machen wir uns auf die letzten 30 km auf Island, von insgesamt 3800km. Zuerst steil den Berg hoch, wir geniessen nochmals die Aussicht auf die grosse Ebene, bevor wir bei 5 Grad in den Bergen Richtung Meer abfahren. Die Fähre sehen wir schon von weitem und wir kommen um halb vier am Hafen an. 

Noch haben wir schön Zeit, um uns ein Mittaesseng kochen zu können, schliesslich müssen wir noch den Kühlschrank leeren, bevor wir auf der Fähre das Gas abdrehen müssen.

Und wie fast immer bei uns beim Warten auf der Fähre, mitten im Kochen bewegt sich plötzlich unsere Wartekolonne vorwärts. Wir kommen urplötzlich in den Stress, sind mit vollem Maul am Checkin-Schalter kurz vor der Fähre. Schnell räumen wir alles zusammen, drehen das Gas ab, würgen die Resten hinunter, packen für die Fähre fertig und kontrollieren zweimal, ob wir für die dreitägige kommende Kreuzfahrt alles beieinander haben. Und dann, als alles ok ist, müssen wir wieder eine Stunde warten, bis wir dann doch auf die Fähre fahren können. Und auch schon fast Standard: wir bekommen mit unserem Womo von allen 400 Fahrzeugen natürlich den Platz ganz zuvorderst an der Fähre. Man kann dreimal raten, wer in Dänemark dann als letztes vom Schiff fahren wird…

Nun sitzen wir in unserer Kabine, sind eingerichtet, sehen noch auf Island herab und träumen von unseren vergangen Ferien.

In den nächsten Tagen erscheinen dann Blogeinträge über die Islandferien, Packlisten, Tipps, etc. etc. bis wir am 1. Oktober in Dänemark ankommen. Ab dort geht es dann in drei tagen nach Hause.

Island, wir verneigen uns vor dir und dass du so bleibst. Und an die Isländer: sorgt auch um den Tourismus und dass es zu keinem Overtourismus kommt.


Wohnmobil-Infrastruktur auf Island 29.9.2022

Unsere Erfahrungen

In Island ist es verboten frei zu stehen, es können da sehr hohe Bussen ausgesprochen werden. Man ist also gezwungen, auf einem Campingplatz zu übernachten. Und es gibt viele davon, fast in jedem Ort, allerdings gibt es nicht so viele Orte wie bei uns… Die Campingplätze sehen vielfach so aus, wie bei uns die Stellplätze, haben aber alle mindestens WC’s und die allermeisten auch eine Abwaschgelegenheit. Ebenso häufig sind Stromanschlüsse. Viele haben auch Duschen und Küchen und eine WC-Kassettenentsorgung. Etwas weniger verbreitet ist die Grauwasserentsorgung.

Frischwasser

Island hat viel Wasser, frisches und sauberes Wasser, darum ist Frischwasser nie ein Problem und überall kostenlos. Egal, ob auf dem Campingplatz, bei Tankstellen oder WC-Häuschen. Im Notfall kann man sogar Wasser aus jedem Bach entnehmen. Es ist also kein Problem, mit nur wenig Wasser im Wassertank umherzureisen.

Grauwasser

Diese Entsorgungsstellen sind deutlich weniger verbreitet. Es gibt sie, aber man kommt meistens eher zufällig an diesen vorbei. Die grösseren Campingplätze haben eine Grauwasserentsorgung, viele kleine jedoch nicht. Wenn man also eine sieht, sollte man dort entsorgen.

In Island hat jede Tankstelle eine kostenlose Autowaschanlage mit Wasserschlauch und Bürste und guten Abfluss. Das Fahrzeug muss viel gewaschen werden, nach einer Schotterpiste in einem Regentag sehen die Fahrzeuge wie gemauert aus. Das Frischwasser ist immer unbehandelt, auch an diesen Waschplätzen. Und da das Fahrzeug mit diesem Wasser und ohne Pflegemittel gewaschen wird, ist dieses Brauchwasser ausser mit Sand nicht verschmutzt. Das Wasser aus den Waschanlagen läuft vielfach einfach in die Natur zurück. Darum sind diese Waschanlagen keine Alternative zu einer Grauwasserentsorgung.

WC-Kassettenentleerung

Nicht jeder Campingplatz hat eine solche Station, und wenn, sind sie meistens sehr rudimentär: ein Rohr aus dem Boden mit Deckel und Wasserschlauch für die Spülung. Aber wie oben geschrieben, jeder Campingplatz bietet WC’s an und bei vielen Sehenswürdigkeiten gibt es ebenfalls öffentliche Toiletten.

Strom

Elektrizität und Energie ist in Island nachhaltig und günstig. Trotzdem ist der Strom auf Campingplätzen relativ teuer. Die Tagespauschale betragen in der Regel zwischen 5-10 CHF (500 – 1500 Isk). Dafür ist die Absicherung eher hoch und man kann problemlos heizen damit und auch eine Kaffeemaschine betreiben. Es gibt Campingplätze, eher die hochpreisigen, wo der Strom inklusive ist.

Gas

LPG Füllstationen gibt es im ganzen Land nicht, Gasflaschen füllen liegt auch nicht drin. Und da es meistens nicht wirklich heiss ist, muss man auch etwas mehr heizen wie im Resten Europas. Mit LPG-Gastank muss man also den Gasverbrauch im Griff haben. In genau vier Wochen haben wir 1 1/4 Flaschen Gas gebraucht. Wir haben eine Gasflasche abgedreht und so haben wir gemerkt, wann die Hälfte unseres Gases aufgebracht war. Das war genau in der Hälfte der Ferien nach zwei Wochen. Ab da haben wir auf den Campingplätzen meist Strom benützt und mit einem kleinen Elektroofen geheizt, einfach um Gas zu sparen. Viel haben wir danach nicht mehr gebraucht. Im Nachhinein würden wir wahrscheinlich sogar eine kleine Induktionsplatte mitnehmen um zu kochen, eine Option, wenn man länger bleibt.

Island hat ein eigenes System von Gasflaschen, es ist aber recht unkompliziert, sich dort eine Gasflaschen zu leihen, die auch überall umgetauscht werden kann. Allerdings haben wir selber keine persönliche Erfahrung damit. Wir glauben, dass zwei mitgebrachte volle Gasflaschen sehr weit reichen und wenn man wirklich lange bleibt, soll man ohne Gasflaschen kommen und isländische ausleihen.

Gaskartuschen für einen kleinen Gasgrill gibt es an jeder Tankstelle zu kaufen. Allerdings haben wir diesen Grill weniger gebraucht, wie geplant. Es ist selten windstill und abends meistens kühl draussen, wir haben also sehr wenig gegrillt.

Internet

Einige Campingplätze bieten WLan an, vielfach aber nur in den Aufenthaltsräumen. Die Netzabdeckung mit dem Handy ist aber sehr gut und da Island zu Europa gehört, ist das meistens in den Schweizer Abos in den Roaming-Gebühren inkludiert. Bei den deutschen Verträgen soll es vorher abgeklärt werden, da Island nicht zur EU gehört.

Wichtige Links

Ich empfehle das App von safetravel.is zu installieren. Dort sieht man jeweils, welche Strassen passierbar sind und welche nicht, ebenso kommen dort auch Wetterwarnungen. Und wenn dort eine Strasse rot markiert als unpassierbar ist, dann ist sie unpassierbar. Gar nicht erst versuchen.

Aurora  App: ein App für die Vorhersage der Nordlichter hilft sehr, aber man darf sich nicht darauf verlassen. Viel wichtiger ist ein klarer Himmel und wenn dieser nachts eintrifft, jede halbe Stunde mal nach draussen nachschauen. Zuerst scheinen die Nordlichter schwach und weisslich und werden schnell mit Wolken verwechselt.

Wetter-App: das ist ebenfalls von grossem Vorteil, und dann nicht die weltweiten Apps, sondern das von vedur.is Das ist genauer und auf Island abgestimmt.

Navigation

Weil bei unserem Navi Island nicht dabei war, haben wir mit Karte navigiert. Würden wir wieder machen und zwar mit der Islandkarte von freytag & berndt im Massstab von 1:400'000. Diese Karte ist absolut top und aktueller als Google Map. Dazu sieht man, ob die Strassen asphaltiert sind oder nicht, und das erstaunlich genau. Dazu sind viele Sehenswürdigkeiten, Campingplätze und HotPots eingezeichnet. Wir sind echt begeistert und so viele Strassenkreuzungen gibt es jetzt nicht, als man nicht mit dieser Karte navigieren könnte.

Strassen

In Island gibt es die Ringstrasse, sie ist durchgehend asphaltiert und gut ausgebaut. Nur die Brücken sind vielfach einspurig, der früher ankommende dort hat Vorfahrt, der spätere muss warten.

Bei den restlichen Hauptstrassen gibt es immer wieder Abschnitte, die geschottert sind und zum Teil schon viele Schlaglöcher haben. Je kleiner die Strasse, desto eher geschottert.

Dazu gibt es die F-Strassen, alle Strassen in der Nummer mit einem F davor dürfen nur mit geländegängigen Fahrzeugen befahren werden. Geländegängig heisst nicht nur 4x4, sondern auch grösserer Bodenabstand, denn dort gibt es Furten statt Brücken.

Camper

Einfach zur Infos: 90% der Leute, die auf einem Campingplatz in Island eintreffen, haben von campen keine Ahnung. Es sind Touristen, die nach Island fliegen und da ein Auto, Zelt oder kleiner Camper mieten und das erste Mal campen. Nachmittags ist man vielfach noch alleine auf dem Platz, um 23 Uhr kann er proppenvoll von Kuschelcampern sein. Diese wissen es einfach nicht besser und dann werden auch Türen geschletzt, lauthals Gespräche geführt etc, sie haben keine Ahnung von Campingregeln. Einfach nicht aufregen… 

Zurück in Dänemark 1.10.2022

Die Fährkreuzfahrt haben wir hinter uns

Die Fährüberfahrt war etwas langweilig, dafür waren die Wellen ziemlich hoch. Bis auf die Färöer-Inseln ging alles gut, aber danach als die Wellen über 5m hoch waren, hat es Anita schon noch erwischt. Sie lag 24 Stunden im Bett, ihr war hundsübel und musste sich viele male übergeben. Aber seit letzter Nacht ging es wieder ein bisschen besser und heute Morgen bei der Hafeneinfahrt in Hirtshals war sie schon wieder 80% auf dem Damm.

Unser Wohnmobil hat übrigens das Rennen um den Sieg in Dänemark gewonnen, wir waren zuerst da. Schliesslich hatten wir den Parkplatz in der Fähre ganz vorne, was aber wiederum hiess, dass wir wohl zuerst in Dänemark sind, aber als letzte vom Schiff können… Die Norröna hat nur hinten eine Belade- und Ladeluke, man muss also in der Fähre das Auto drehen, um wieder hinausfahren zu können und da kamen wir eben als letzte an die Reihe, oder fast letzte.

So fuhren wir dann kurz vor Mittag auf europäisches Festland und da Anita wieder einigermassen zwäg war, fuhren wir gleich nach Süden. 

Nun stehen wir in Aabenraa auf dem Stellplatz am Yachthafen und haben schon fast ganz Dänemark durchfahren. Von hier sind es noch 1100km bis nach Hause, vorwiegend durch Deutschland, aber das schaffen wir auch noch.

Übernachtung

Aabenraa - Autocamper P-Plads ****
Dänemark, Stellplatz

Koordinaten: 55.03426, 9.4236370
N 55° 2' 3.4"  E 9° 25' 25.1"
letzter Besuch: 10.2022

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