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Castlerigg Stone Circle England 2016
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Reisebericht

Schwarze Küste 16.9.2022

grauer Himmel

Wir sind erledigt. Erledigt, weil wir unendlich viele Eindrücke gesammelt haben und irgendwie keine Zeit hatten, diese zu verarbeiten. Von daher ist es gar nicht schlimm, wenn heute Morgen der Himmel verhangen ist und es gestern Abend die Wolken schon kamen. So mussten wir keine Angst haben, Nordlichter zu verpassen und wir konnten mit ganz gutem Gewissen schlafen.

Für heute nehmen wir uns ganz bewusst nicht viel vor, auch wollen wir nicht weit fahren. Ziel ist Arnastapi, ca. 70km weiter der Küste nach und umfahren so den Berg Snæfellsjökull, den wir allerdings nie sehen und seine Schneespitze mitten in den Wolken hängt. Wir haben viel Zeit und können dort stoppen, wo wir gerade Lust haben.

Das erste Mal geschiet es in Ólafsvík, einem kleinen Städtchen. Die Läden haben noch geschlossen, schliesslich ist es noch nicht 10 Uhr, aber wir brauchen nichts und schauen uns nur etwas um.

Saxhóll Krater

Die Strasse ist gut, wir kommen gut voran. Beim Saxhóll Krater fahren wir auf den Parkplatz und besteigen mittels Treppe diesen alten Vulkan. Von unten sieht er allerdings besser aus wie von oben. Allerdings haben wir Glück, denn gerade als wir oben sind, meldet sich noch ein Regenbogen…

Saxhóll Krater

Wir sind im Snæfellsjökull-Nationalpark, überall hat es alte Lavafelder, die von Moos überzogen sind, das Gestein ist Pechschwarz, passend zum grauen Himmel.

Aflraunasteinar

Wir fahren auf den Parkplatz von Aflraunasteinar (übersetzt: Hebesteine). Dort vor dem schwarzen Lavastrand liegen vier Steine, wo die Fischer ihre Kräfte gemessen haben. Uns interessiert aber der schwarze Strand und die Felsformationen viel mehr. Es sieht echt gewaltig aus und tiefschwarz. Solch einen schwarzen Strand oder schwarze Kieselsteine haben wir echt noch nie gesehen. Und mitten drin liegen alte verrostete Eisenteile eines Schiffes, das hier vor langer Zeit gestrandet ist. Man lässt es einfach liegen und wenn man genug lange wartet, wird es eine Touristenattraktion. Der Strand und die Felsen machen uns aber mächtig Eindruck und wir sind einmal mehr begeistert von dieser Insel.

Danach geht es durch die Lavafelder auf der Strasse weiter, keine 10km und wir sind beim Leuchtturm Malarrifsviti. Der Leuchtturm ist für isländische Verhältnisse sehr hoch, aber uns stechen die Felsformation von Lóndrangar viel mehr in die Augen. Diese beiden gewaltigen Türme sieht man schon von der Strasse aus. Auf den Fotos ist das wahre Ausmass gar nicht zu erkennen, in Wirklichkeit sind sie echt viel besser. Allerdings von weitem eindrücklicher wie von nahem.

Arnastapi

Also fahren wir noch die letzten paar Kilometer nach Arnastapi, checken online auf dem dortigen, verlassenen Campingplatz ein und warten einen kleinen Regenschauer ab. DA wir hier Strom haben und etwas Gas sparen sollten, heizen wir nun mit unserem elektrischen Öfelchen unser Knutschi schön warm.

Gatklettur

Warm angezogen marschieren wir dann Richtung Küste. Es hat erstaunlich viele Touristen hier, sogar vier Restaurants, wovon zwei geöffent sind. Es ist ein richtiger Touristenhotspot. Als wir dann an der Küste sind, wissen wir auch warum: es ist auch hier eine erkaltete Lavaküste, und da sie anscheinend sehr langsam erkaltet ist, gibt es unzählige sechseckige Gesteinsformen, die an Giant Causeway in Nordirland erinnern.

Es gibt tolle Felsformationen insgesamt vier Felsbögen, wo das Meer unten durchrauscht und auf drei kann man sogar rauf und ein Foto machen. Es sieht echt spektakulär aus und ein Halt lohnt sich wirklich.

Danach testen wir noch eines der Restaurants aus und beschliessen, wenigsten heute Abend auswärts essen zu gehen. Wir hoffen einfach, dass dann nicht alles schon wieder geschlossen ist, wenn wir zurückkommen.

Es war übrigens der richtige Tag, um uns zu erholen, auch wenn wir wieder viel gesehen haben.

Übernachtung

Arnastapi - Camping ***
Island, Camping

Koordinaten: 64.76743, -23.63547
N 64° 46' 2.8"  E -23° 38' 7.7"
letzter Besuch: 9.2022

Vulkankrater 17.9.2022

noch fehlt uns ein Foto

Wir haben es auch heute nicht eilig und starten auf der schönen Strasse Richtung Rejkavik. Links von uns hat es viele kleine Seen, wo sich die Berge drin spiegeln. Nur die Parkplätze sind etwas rar, so dass wir ganz knapp doch noch ein Foto davon schiessen können.

Etwas später sehen wir unten am Meer zwei weisse Touristenbusse, ein Zeichen, dass es dort eine Sehenswürdigkeit geben muss. Wir sind schnell auf dem Parkplatz und überall hat es Leute, die Fotografieren. Nur wissen wir nicht was und sehen auch nichts. Vögel im Gras? Das einzige was wir sehen, ist ein Skelett eines Buckelwals, der im Sommer 21 hier angespült wurde. Typisch Isländer: einfach liegen lassen…

Aber dann sehen wir etwas weiter aussen ein paar Seehunde, die umherschwimmen oder sich sonnen. Für uns jetzt nicht ganz so spektakulär, da wir ja schon welche ganz im Norden gesehen haben. 

Als es weiter geht, knurrt ganz leicht unsere Mägelchen und wir stoppen an der nächsten Gelegenheit. Man merkt, dass es hier wieder etwas mehr Touristen hat, denn die Restaurants werden häufiger und sie sehen auch so aus. Ganz im Norden war man nie sicher, ist das jetzt ein Wohnhaus oder tatsächlich das Restaurant? Wir machen einen Zwischenhalt, trinken Kaffee und eine heisse Schokolade dazu ein paar frische Croissant, und dann geht es wieder weiter.

Schon wenige Kilometer später kommt schon wieder ein Shop an der Strasse. Das sind wir uns gar nicht mehr gewohnt. Also stoppen wir schon wieder und betreten den isländischen Souveniershop. Es hat ganz interessante dinge da, alles isländische Handwerkskunst. Und dann kaufen wir etwas ganz toll isländisches. Es ist ein ideales Weihnachtsgeschenk, aber da unsere Verwandtschaft mitliest, können wir hier nicht verraten, was es genau ist. Aber wir freuen uns jetzt schon auf unsere traditionelle Waldweihnacht…

Vulkankrater Eldborg í Hnappadal

Guter Laune fahren wir immer weiter, bis wir rechts ein toller, wahrscheinlich sehr alter Vulkankrater sehen. Und dann sehen wir auch noch ein Schild zu einem Campingplatz. Selbstverständlich folgen wir dem und landen beim Bauernhof Snorrastadir. Schnell entschieden wir, hier zu bleiben und eine Wanderung zu diesem Vulkankrater zu machen.

Eldborg í Hnappadal, wie der Vulkankrater richtig heisst, ist einer der formschönsten Vulkane in Island und sieht wirklich toll aus, da er sich aus einer flachen Umgebung erhebt und oben ziemlich steil ist. Zum letzten Mal ist er vor ca. 9000 Jahren ausgebrochen, wir bekommen also keine verbrannten Füsse mehr.

Von unserem Knutschi wandern wir durch Blaubeerenstauden bis zum Fuss des Kegels und dann geht es aufwärts, oben dann sogar ziemlich steil und mit Ketten als Hilfe gesichert. Zum Glück haben wir unsere Wanderschuhe an. Als wir dann auf der Kraterwand ankommen, gibt es einen richtig guten WOW- Effekt: was für eine großartige Aussicht in den unerwartet tiefen Vulkanschlund! Es sieht wirklich gut aus und wir geniessen. Aber da er so schön freisteht, weht auch ein ziemlicher Wind. Bei den aktuellen 8 Grad also ziemlich kühl.

Wir geniessen die Aussicht ganz allein und wandern danach wieder zurück. Insgesamt sind wir etwa zwei Stunden unterwegs und sehen an allen Ecken und Enden wieder etwas Neues. Dieser kleine Ausflug können wir also ganz und gar empfehlen.

letzte Meter zum Elborg

Gestern Abend waren wir in Arnastapi übrigens echt gut Essen gewesen, so dass wir heute wieder selber kochen. Na gut, wäre auch nichts in der Umgebung, was uns diese Arbeit abnehmen würde. Anita bäckt wieder ein Brot, dafür gibt es dann zum Znacht «nur» Pesto-Teigwaren.

In dieser Zeit plane ich die nächsten Tage. Das Wetter soll eher schlechter werden, also geniessen wir das, was wir noch haben. Dafür soll es diese Nacht starke Nordlichter geben, damit wir sie aber sehen können, sollten sich die Wolken noch etwas verziehen. Und am Dienstag oder Mittwoch wäre perfekt, wenn es einen Lavasubruch beim Fagradalsfjall geben würde, wir wären dann grad in der Gegend. Das letzte Mal floss dort letzten August Lava. So ein Foto fehlt uns eben noch. Das einzige aller Fotos, den die restlichen konnten wir alle so machen, wie vorgenommen ;-)  Oder habt ihr da noch andere Ideen für ultimative Fotos auf Island?

Übernachtung

Snorrastöðum - Ferðaþjónustan ***
Island, Camping

Koordinaten: 64.77318, -22.30022
N 64° 46' 23.5"  E -22° 18' 0.8"
letzter Besuch: 9.2022

Nass in Reykjavík 18.9.2022

aber guter Laune

Gestern Nacht standen schon wieder Nordlichter am Himmel. Es gab eine unglaubliche Mischung aus grünem Polarlicht, dunklen Wolken und hellem Mondesschein. So waren Anita und ich eben auch nachts wieder unterwegs.

so begann die Nacht

Das büssten wir heute morgen wieder etwas und trotzdem waren wir nach einer gründlichen Dusche um 10 Uhr schon wieder abfahrbereit. Die Strecke führt uns Richtung Reykjavík, die Berge sind sonnenbschienen, das Meer tiefblau.

Hvalfjörðu

Es gibt wieder tolle Fotos und so umfahren wir den Hvalfjörður Tunnel und nehmen die alte Strasse 47 um den Fjord, es ist einfach zu schön, als einfach nur unter dem Meer hindurchzurasen. Und hinten am Fjord soll es zwei ausrangierte Walfänger geben, die man toll fotografieren kann.

einfach schön

Als wir an besagtem Punkt ankommen, fotografieren wir wohl zwei Wahlfänger, aber so abgewrackt sehen die nun auch wieder nicht aus. Später merken wir dann, dass wir nicht die Wracks fotografiert haben, sondern die aktuellen Walfangboote. Island ist nämlich noch eines der vier letzten Länder, die Walfang betreiben. Zwar wurden in den letzten drei Jahren keine Wale mehr gefangen, weil unrentabel, aber dieses Jahr ging der einzige Walfänger in Island nochmals auf Walfang. Die Wale werden auch heute noch harpuniert und das Fleisch für den Verzehr nach Japan exportiert. Allerdings könnte es nächstes Jahr die allerletzte Walfangsaison in Island sein, denn die Quoten laufen ab und die Regierung hat durchblicken lassen, dass keine neuen Quoten mehr bewilligt werden. Die anderen Länder, die ebenfalls noch Walfang betreiben sind Norwegen, Färöer-Inseln und Japan, einfach der Vollständigkeitshalber noch erwähnt.

echte Walfangboote

Es sind nur noch knapp ein Drittel der Isländer für den Walfang, Tendenz abnehmend, vor wenigen Jahren waren es noch über 50%. Grund für die Abnahme: die Isländer haben zurecht Angst, dass das Image des Walfangs dem Tourismus schaden könnte und zum anderen wird heute mit Whalewatching, also dem Beobachten von Walen, mehr Geld gemacht, wie mit dem Fang der Tiere… Die von uns fotografierten Hvalur 9 und Hvalur 8 werden also schon bald neue Aufgaben bekommen.

Aber weiter in unserer Reise, der Fjord mit der Walfangstation ist bei diesem tollen Wetter wirklich Wert, zu umfahren. Es sieht genial aus, so dass wir mehrere Stopps machen, bevor wir in den Grossraum Reykjavik weiterfahren. Bei einem Stopp im Wollgeschäft Álafoss müssen wir enttäuscht feststellen, dass es entgegen den Angaben auf ihrer Webseite leider geschlossen hat. Rumhadern nützt nichts, also weiter auf den Campingplatz in der isländischen Hauptstadt.

Reykjavík

Der Platz ist bisher der teuerste, den wir anfahren und nicht der, der die beste Infrastruktur hat. Aber er ist nur 3km vom Stadtzentrum entfernt und so laufen wir gut gelaunt los. Nach 40 Minuten sind wir im Zentrum, viele Läden sind geöffnet und es hat viele Menschen, was wir gar nicht mehr gewohnt sind. Wir stöbern in den Läden, wissen aber nicht, was kaufen und gehen dann in eines der vielen Restaurants. 

war wirklich lecker

Während wir drinnen Fish and Chips und Beefburger essen, beginnt es draussen zu regnen. Das erwischt uns nun auf dem falschen Fuss. Wir hatten das Regenradar nicht auf unserem Radar, und so schifft es in Strömen, als wir aus dem Restaurant treten. Nun müssen wir noch schnell zum Wahrzeichen der Stadt, der Hallgrímskirkja. Die Planung begann 1929, eingeweiht wurde sie 1986, man rechne…

Wir kommen schon nass bei der Kirche an und haben noch 3km zu Fuss zurück zum Camping. Klitschnass bis auf die Unterhosen sind wir dann in unserem Knutschi und müssen uns zuerst einmal umziehen.

Bisher hatten wir zwei Mal einen halben Tag Regen, das ist doch zu verkraften in Island.

Übernachtung

Reykjavík - Tjaldsvæði **
Island, Camping
teuer und nicht so gepflegt, aber gute Lage
Koordinaten: 64.14578, -21.87686
N 64° 8' 44.8"  E -21° 52' 36.7"
letzter Besuch: 9.2022

Stiefelwetter 19.9.2022

und grillen im Womo

Heute können wir wirklich mal unsere Regenbekleidung ausprobieren und endlich wieder mal Gummistiefel anziehen. Übernacht hat sich vor dem Womo nämlich ein kleiner See gebildet…

Aber alles halb so schlimm. Erstens sind wir darauf vorbereitet, der Wetterdienst lag genau richtig und zweitens wollen wir ja auch die Schadenfreudigen zu Hause etwas glücklich machen. Wäre ja schön blöd, wenn wir nur immer blauen Himmel hätten. Dazu übertreibe ich nun etwas mit den Regenmengen, denn so schlimm war es gar nicht.

Wir legen also mit unserem Knutschi und laufenden Scheibenwischern los durch Reykjavik hindurch Richtung Flughafen. Hier gibt es sogar eine zweispurige Strassenstrecke, fast so wie eine Autobahn. Aber auch hier ist die maximale Geschwindigkeit, wie üblich auf asphaltierten Strecken, 90 km/h.

Brücke zwischen den Kontinenten - Brú Milli Heimsálfa

Wir wollen heute die Halbinsel um die Hauptstadt rum etwas abfahren. Unser erster Stopp ist dann die Brücke zwischen den Kontinenten. Auch hier gibt es diesen Graben zwischen den Kontinentalplatten Eurasien und Amerika. Diese Kluft zieht sich durch ganz Island, die beiden Platten driften auseinander und von unten schliesst flüssiges Magma die Gräben, die es gibt. Die Platten entfernen sich jährlich etwa 2cm voneinander. Die Island-Plume unter der Insel sorgt für ständigen Nachschub von geschmolzenem Gesteinsmaterial aus dem Erdinneren, weshalb die Insel nicht auseinanderbricht.

Heute kommen wir bei der westlichsten sichtbaren Kluft dieser beiden Platten an, seit neustem gibt es da eine Brücke über die kleine Schlucht. Man kann also in 18 Sekunden von Europa nach Amerika spazieren, was wir natürlich in Stiefeln machen. Die Schlucht und die gesamte Gegend sieht übrigens irgendwie toll aus, schwarze Steine, schwarzer Sand. Passt alles so zum grauen Himmel, Anita zog sich extra die gelben Regenhosen an, damit die Fotos doch noch etwas Farbe enthalten.

Wir sind also unterwegs in unseren Regenhosen, Regenmänteln und Stiefeln. Es ist gar nicht so schlimm, wenn man mal draussen ist. Und kalt ist es auch nicht, also geht es wirklich ganz gut, wenn man entsprechend gekleidet ist.

Thermalgebiet Gunnuhver

So stoppen wir wenige Kilometer später beim Thermalgebiet Gunnuhver schon wieder. Die Strasse bis zum Parkplatz ist etwas rumeplig, aber unser Knutschi meistert auch das bravourös. Also wieder rein in die Stiefel und raus in den Regen. Es raucht und dampft und zischt, aber da es auch ziemlich windig ist, wird der Dampf fast waagrecht über das Feld geblasen, so, dass man nicht allzuviel sieht. Aber da ja auch diese Besichtigung, wie die allermeisten in Island, kostenlos ist, geniessen wir es trotzdem und sind sehr guter Laune. 


Wir merken auch, dass das Tragen der Regenhosen über langen Unterhosen überhaupt nicht einschränkt, man hat gute Bewegungsfreiheit und man bleibt total trocken. Regenwetter kann jetzt sogar Spass machen.

In Grindavík gehen wir dann einen Grosseinkauf machen. Gestern Abend hatten wir eine akute Lebensmittelnotlage im Kühlschrank. Wir hatten auch nichts, gar nichts, was wir einfach hätten herausnehmen können und einfach in den Mund schieben, alles hätte zuerst gekocht werden müssen. So etwas darf nicht mehr vorkommen, und so lassen wir uns Zeit beim Einkauf und füllen viel wieder auf.

Danach fahren wir nur noch auf den Campingplatz des Ortes und richten uns dort ein. Der Regen prasselt auf das Womodach und wir geniessen die Wärme des Elektroofens, den wir hier eingeschalten haben. Strom und Frisch-Wasser ist hier in Island nie ein Problem…

Jetzt geht es um das Abendessen und weil es immer noch regnet, wir aber schon lange wieder Lust auf Gegrilltes haben, hat Anita kurzerhand unseren Gasgrill in die Küche buxiert und grillt im Womo drin unsere frisch gekauften Pouletschenkel. Nein, es riecht nicht, nein, es spritzt nicht, nein, es ist nicht gefährlich und ja, wir haben die Fenster geöffnet. Der neue, kleine Grill bewährt sich echt.

Morgen soll es nochmals regnen, uns aber egal, denn morgen gibt es einen Anita’s-Day. Zuerst besuchen wir die Blaue Lagune (ja, viele haben uns davon abgeraten, aber wir wollen uns selber ein Bild davon machen) und danach geht es in zwei isländische Wollgeschäfte. Da kann uns das Wetter doch egal sein.


Übernachtung

Grindavik - Camping ***
Island, Camping

Koordinaten: 63.84340, -22.42105
N 63° 50' 36.3"  E -22° 25' 15.8"
letzter Besuch: 9.2022

Blue Lagoon 20.9.2022

und isländische Wolle

Wir sind echt gespannt, was auf unswartet, als wir durch die Lavafelder auf den Touristen Hotspot Nr. 1 auf Island zusteuern. Vieles haben wir schon gehört und die meisten rieten uns ab, die blaue Lagune zu besuchen. Aber da wir ja eh niemanden trauen und alles selber ausprobieren wollen, passt das für uns.

Und ganz ehrlich: wir finden es super cool hier. Von wegen viele Leute und Schlange stehen! Wir kommen um 9:55 Uhr an, um 10 Uhr haben wir unseren Eintritt gebucht (zwei Tage vorher) und können sofort eintreten. Es ist schön gemacht und klar, es ist touristischer wie andere Bäder.

Der Eintrittspreis ist mit 11'990 isk schon recht happig (CHF 82.-) pro Person, aber das leisten wir uns nun. Nach dem Eintreten geht es in die getrennten Umkleiden und die Duschen. Mit dem Armband hat jeder ein Schliessfach und in den Duschen wird wie überall in Island nackt geduscht und intensiv gereinigt. Shampoo und Duschgel steht zur Verfügung.

Danach kann man nun im Badkleid zur Blauen Lagune. Sie ist wirklich gross und genauso türkisblau wie auf den Fotos. Die Leute verteilen sich grosszügig innerhalb des Bades und man hat keine Sekunde das Gefühl, es sei überfüllt. Bei unserer Eintrittszeit hätte es genau noch 2 freie Plätze gehabt, also praktisch ausgebucht. Wir dürfen nun so lange bleiben, wie wir wollen, zwischendurch kann man sich am Getränkehäuschen direkt aus dem Wasser etwas zu trinken holen. Ein Getränk war in unserem Preis eingeschlossen, hätten wir mehr gewollt: Armband hinstrecken und darauf wird dann abgebucht. Auch eine Kieselerde-Maske ist inbegriffen und klar, dass wir uns diese auch noch genehmigen.

Mit Kieselmaske und Getränken

Wir machen übrigens ganz offiziell Fotos im Wasser, denn fotografieren offiziell erlaubt. Finden wir toll und nützen wir auch aus.

Wir geniessen zwei Stunden das warme Wasser, werden so richtig schön und gesund, bevor wir uns dann wieder auf den Weg zur Umkleide machen. Wir bekommen noch ein frisches Handtuch und schon stehen wir wieder unter der Dusche.

Also ganz echt, uns hat es sehr gut gefallen und die Blaue Lagune bekommt von uns eine Empfehlung. Einziger Kritikpunkt ist, dass es schon nicht so klasse Aussieht, wenn die Getränke (Mineralwasser) in Petflaschen abgegeben wird. Es hätte mehr Klasse, in einem Becher oder Glas…

Blue Lagoon gegen Myvatn Naturbad

Der Preis ist in der Blauen Lagune doppelt so teuer wie im Myvatn Naturbad. Die blaue Lagune ist dafür grösser und edler. Von der Anzahl Leuten her empfinden wir es genau gleich, im Wasser sind ungefähr auf die Fläche hochgerechnet gleich viele Menschen. An beiden Orten werden in Reisebussen Touristen hingefahren, Service und Ablauf empfanden wir an beiden Orten gleich einfach. Die Blaue Lagune gefällt uns vom optischen her auch etwas besser. Der Service mit einem Handtuch ist besser, auch das mit den Getränken, denn da kann man sich während dem Baden entscheiden, wieviel und was man trinken will. Im Myvatn muss man sich beim Eintreten schon entscheiden.

Blaue Lagune, Abfallwasser

Eine Empfehlung für das eine oder andere können wir echt nicht abgeben. Die Möglichkeit, Fotos in der Blauen Lagune zu machen, finden wir schon sehr genial. Für uns steht es 1:1 und wir bereuen es nicht, in der Blauen Lagune gewesen zu sein. Auf einer nächsten Islandreise wüssten wir jetzt nicht, welches Bad wir wieder besuchen würden…

Allerdings können wir echt nicht verstehen, warum in vielen Foren, die Blaue Lagune so schlecht gemacht wird. Geht es nur um den Eintrittspreis? Oder weil die Touristen in Bussen hergekarrt werden und keiner zu den Touristen gezählt werden will?

Aber das kann uns heute egal sein, denn wir fahren etwas weiter durch die schier endlosen Lavafelder.

Isländische Wolle

Zuerst stoppen wir in einem Wollgeschäft direkt an der Ringstrasse, etwas später in einem zweiten Geschäft wenige Kilometer weg. Das Zweite ist der Uppspuni Mini Mill & Yarn Shop, dort wird von den eigenen Schafen direkt Wolle hergestellt. Der Laden ist genial, oben wird verkauft, unten wird die Wolle hergestellt und zum Teil eingefärbt.

Wir kaufen Wolle für zwei isländische, warme Pullover aus Naturfärbung. Ich wähle für mich eher dunklere Schafe, Anita steht auf die hellen… So habe ich drei Naturfarben von den Schafen Margrét, Helga, und Sigrún und ein eingefärbtes dunkles rot. Selbstverständlich bekommt Anita noch eine Beratung, wie man die Muster genau strickt und die Wolle pflegt, damit sie schön warm hält und sogar Wasser abweisend ist.

Uppspuni Mini Mill & Yarn Shop

Die Bauern hier tragen nämlich alle Jacken oder Pullover der rauen, dicken Wolle zum Arbeiten und von der feineren Wolle für die besseren Anlässe. Es ist ein echt cooler Laden und ich als Nichtstricker bin begeistert. Die Beratung ist super, man nimmt sich Zeit und man kann sogar deutsch reden, denn mit englisch oder isländisch sind wir etwas handicapiert.

Die Wolle wird auf jede Wunschfarbe und jede Menge eingefärbt und auch europaweit verschickt. Anita versteht ja etwas von Wolle, aber in einer so guten Qualität hat sie selten Wolle in den Händen gehalten. Sie freut sich schon enorm, bis sie beginnen kann.

Uppspuni Mini Mill & Yarn Shop

Als wir dann endlich wieder unterwegs sind, halten wir auf dem Campingplatz in Hella. Unterwegs tanken wir unser Knutschi in strömendem Regen voll und wundern uns, warum hier die Tankstellen nie ein Dach haben…

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