Headbild
Peniche Portugal 2021
Du befindest dich hier: Unsere Reisen \ Reiseberichte

Reisebericht

Im Norden von Irland und Nordirland 9.5.2019

Tempel, Ruinen und Gärten, im Gegensatz zum Wetter fantastisch.

Ich hatte Anita versprochen, dass sie heute ausschlafen kann. Ich selber bin um 7 Uhr hellwach (nicht so schlimm, in der Schweiz wäre es ja schon 8 Uhr) und studiere, was ich machen soll. Ich habe ein Reissen unter meinem Hintern, der mich weiterziehen lassen will. Also wasche ich zuerst das Geschirr von gestern ab und kleppere extra stark damit, so dass Anita endlich aufwacht. Dann lasse ich vorsorglich mal einen Kaffee aus der Kaffeemaschine, denn das hat bisher immer gewirkt. Auch heute wieder! Während meine Holde ihren Kaffee im Bett unter der Decke schlürft, räume ich mal vorne alles auf. Aber Anita liegt immer noch friedlich im Bett. Na gut, dann mache ich mal mein Bett, lege sogar die Bettdecke schön zusammen und dann checkt es meine Schnellcheckerin. «Willst du los?» Ah, endlich, merkt sie es. «was sollen wir denn hier noch auf dem Parkplatz? Aber du musst dich nicht beeilen, mein Schatz!» War das zuviel des Guten? Zum Glück habe ich eine pflegeleichte Frau, sie ist innerhalb fünf Minuten angezogen und gestylt, und so fahren wir dann endlich, endlich los.

Dunclue Castle

Nach 5 km sehen wir schon ein braunes Hinweisschild mit «Dunclue Castle» drauf. Blinker setzten, parkieren, Fotoapparate schnappen und das Knutschi verlassen. Mischt, besichtigen kann man es noch nicht, wir sind zu früh dran. «Siehst du, wären wir nur später abgefahren» kriege ich zu hören und weiss grad keine Antwort darauf. «Ist ja bloss eine Ruine, ist doch nicht wirklich sehenswert…». Na ja, toll sieht sie ja schon aus, aber jetzt hier noch eine Stunde warten? So fahren wir wieder nur 600m weiter bis zu einem schönen Picknickplatz. Ich schlage vor, dass wir hier frühstücken könnten, vergesse aber, dass wir noch gar kein Brot eingekauft haben. Also fahren wir auf Vorschlag von Anita weiter, ich wollte doch endlich eine Pause machen…

Kurze Zeit später durchqueren wir Portrush und sehen einen Wegweiser zu einer Entsorgungsstation. Klar, wollen wir das besichtigen und werden auf einen Parkplatz geführt, wo zwei andere Womos anscheinend übernachtet haben. Wir entsorgen unseren Inhalt des Urintanks und freuen uns, dass auch hier in Nordirland an uns Wohnmobilfahrer gedacht wird. Im Ort kaufen wir auch grad noch ein, bevor wir weiter der Causaway Costal Route weiter folgen. Zwischendurch verfahren wir uns zwar noch etwas in Coleraine, aber danach sind wir wieder auf unserer richtigen Strasse.

Downhill Demesne und Mussender Temple

Irgendwo weiter vorne soll es noch einen Tempel am Meer geben, den ich besichtigen will. Und tatsächlich schon wenig später sehen wir wieder einen braunen Wegweiser mit «Bishop’s Gate» und «Downhill House». Wieder Blinker setzen, parkieren und schon sind wir im Empfangshäuschen, werden sehr freundlich empfangen, bezahlen die 6£ Eintritt und stehen im Bishop’s Garden. Wir durchqueren diesen wunderschönen Wald und kommen danach zum Mausoleum auf einer grossen, weiten Wiese weit über dem Meer. Es ist fantastisch hier! 300m weiter mitten in der Wiese sehen wir das Downhill House, zwar auch eine Ruine, aber absolut majestätisch und erhaben. Wir sind sofort begeistert und schreiten quer über die Wiese zu diesem ursprünglichen Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert.

Mussenden Temple

Hinter dieser Ruine sehen wir danach den «Mussenden Tempel» auf den Klippen über dem Meer thronen. Ehrlich, wir spazieren auf dieser grossen Wiese herum, geniessen den Ausblick auf diese einzelnen Gebäude und können uns irgendwie nicht satt sehen. Danach marschieren wir zurück durch das Waldstück Bishop’s Garden und werden grad nochmals überrascht. Überall dicht bewachsen mit weiss blühendem Bärlauch (passt zu unserem Rezept des Spargelrisotto mit Bärlauch), schön angelegten Wege, ganz verschiedene, zum Teil etwas exotisch wirkende Pflanzen und den «Bishop’s Children Way» mit verschiedenen Kinderattraktionen. Wir sind echt begeistert von diesem Halt und empfehlen das jedem, der diese Strasse durchfährt. Bisher eines vom Besten, was wir in Nordirland gesehen haben! Und den Eingang beim Bishop’s Gate nehmen, denn es gibt da verschiedene Eingänge in diese parkähnliche Landschaft.

Wir fahren etwa einen km weiter und wollen dort links unter der Eisenbahn durch und auf dem grossen Sandstrand am Meer parkieren. Das darf man da nämlich, aber wir passen nicht unter der 2.50m tiefen Brücke durch. Also fahren wir weiter und da es nun das erste Mal heute zu regnen beginnt, ist das auch nicht so tragisch.

Bishop's Garden

Irgendwie verpassen wir den Abzweiger zum Ende des Strandes, wo ich einen Campingplatz herausgeschrieben habe. Es ist erst Mittag und es regnet, also beschliessen wir, nicht umzudrehen. Was sollen wir denn da auf dem Sandstrand bei diesem Wetter machen? Wir wollen bei Magilligan auf die kleine Fähre und von Nordirland den einen Kilometer nach Irland übersetzen. Vorbei am riesigen Gefängnis sind wir dann schnell am klitzekleinen Fährableger, aber alles geschlossen und irgendwo lesen wir, dass diese Fähre nur im Sommer fährt. Mischt, was jetzt? Also mal Pause machen, Kaffeemaschine hervorholen, Karte studieren.

Ankunft in Irland

Statt den einen Kilometer mit der Fähre müssen wir nun einen Umweg von 68km durch Londenderry nehmen. Halb so schlimm, wir sind ja sehr gut in der Zeit. Also wieder los auf sehr guten Strassen Richtung irischer Grenze. Alles läuft reibungslos und wir verlassen Nord-Irland und kommen nun endlich im richtigen Irland an. Fertig mit Meilen, fertig mit Pfund, fertig mit teurem Diesel (obwohl wir seit Luxemburg gar nie mehr getankt haben). Jetzt heisst es wieder Euro, km/h und Kilometer. Bei der nächsten, kleinsten Tankstelle die wir finden, lassen wir volltanken und der Tankwart meint, dass wir aber einen grossen Tank hätten und strahlt über das gesamte Gesicht. Es passen 105l Diesel rein, entsprechend hoch ist dann auch die Rechnung. «Ab Sonntag soll das schönste Irische Wetter mit viel Sonne und grosser Wärme kommen, wir hätten die richtige Zeit für Ferien in Irland ausgesucht» verspricht uns der Tankwart. Allerdings regnet es momentan immer stärker und es sieht irgendwie nicht so aus, als dass heute nochmals ändern würde.

Auf dem Weg zu Malin Head, das kurzfristig zu unserem Tagesziel erklärt wurde, kommen wir auf den letzten 14 km an drei tollen freien Übernachtungsplätze vorbei, die wir uns merken, falls wir am nördlichsten Punkt Irlands nicht übernachten können.

Brücke bei Malin

Können wir aber, aber es regnet nun Bindfäden, Sicht ziemlich schwammig und nur gerade 6 Grad. Aber was erwartet man denn anderes vom irländischen Nordkapp?

Vielleicht ist es ja morgen besser, das Wetter. Die Stimmung könnte es nämlich nicht sein, Anita kocht nun Spaghetti Bolognaise und ich schreibe den Blogbeitrag und kann mich nicht entscheiden, welche tollen Fotos ich veröffentlichen soll. Trotz vielfach Regen, ein toller Tag!

Was wäre das hier eine Landschaft mit Sonne!

Tagesetappe

  • 175km
  • 9,8 l Verbrauch
  • 48km/h Durchschnittsgeschwindigkeit
  • 3:38 Std. Fahrzeit
  • Wetter: 6- 10 Grad, regnerisch

Übernachtung

Ballyhilin - Malin Head ****
Irland, frei
kleiner Parkplatz mit Toilette, maximal 1-2 Womos
Koordinaten: 55.38043, -7.375289
N 55° 22' 49.6"  E -7° 22' 31"
letzter Besuch: 5.2019

Malin Head 10.5.2019

Der nördlichste Punkt auf der irischen Insel mit dem Wohnmobil

Die letzten 14km von Malin auf der schmalen, holprigen Strasse ist eigentlich problemlos. Man darf nicht rasen, kann aber mit dem spärlichen Gegenverkehr im Stand kreuzen. Kommt man bei Malin Head an, gibt es links ein schönes Toilettengebäude und ein kleiner Besucherparkplatz. Auf diesem Parkplatz haben maximal zwei Wohnmobile Platz, wenn sie nicht länger wie 7.5m sind. Die Strasse führt dann noch 100m weiter steil den Berg hoch bis zur Signal Station. Auch dort gibt es einen kleinen Parkplatz, aber nicht zu empfehlen für Wohnmobile, da die Besucher dort dann nicht mehr wenden können.

Aussicht

Auf dieser Kuppe gibt es eine kleine Aussichtsplattform und einige kleine Betonruinen, Überbleibsel vom 2. Weltkrieg. Auch die auf Google Map beschriebene Signal Station ist nur eine Ruine von einem alten Betonturm, also kein Leuchtturm.

Blickt man vom Turm Richtung Meer sieht man das mit weissen Steinen gelegte grosse 80 Eire, ebenfalls eine Markierung aus dem Krieg, damit die Fliegerpiloten wussten, dass sie hier in Irland und nicht in England waren.

Wandern

Vom unteren Parkplatz führt ein schöner Weg 500m zum «Hells Hole», eine imposante, fast schwarze Felsschlucht, wo das Meereswasser hineinbrandet. Hier endet der ausgebaute Weg, aber es lohnt sich, weiter zu wandern bis zu einem ein Zaun, der ein Privatgrundstück signalisiert und der Durchgang verboten ist. Aber der Blick von hier auf die westlichen Felsformationen ist sehr eindrücklich, man könnte meinen, man sei bei Star Wars und ein Raumschiff fliege jeden Moment durch die Felsen.

Felsformation

Übernachten

Es gibt keine «NoCamping» oder «no overneight» Schilder, länger als eine Nacht sollte man aber trotzdem nicht bleiben. Mit dem Wohnmobil blockiert man mindestens zwei Parkplätze und der Punkt wird von Touristen und Iren selber häufig besucht. Die Toiletten werden nachts geschlossen und machen einen gepflegten Eindruck. Der noch etwas bessere Übernachtungsplatz ist nur gerade etwa 3km entfernt und man hat einen tollen Ausblick auf einer kleinen Anhöhe, Koordinaten  55.369805, -7.380832.

unterer Parkplatz

Fazit

Ist man in der Gegend, lohnt sich ein Besuch vor allem für diese Felsformation, die zackig mitten aus dem Meer hinaussteigt und echt imposant wirkt. Uns hat dieser Anblick wirklich gefallen, aber dafür muss man ca. einen km pro Weg zu Fuss in kauf nehmen. Aber da weder ein Leuchtturm noch sonst ein schönes Gebäude oder wenigstens schöne Ruine steht, kann man auf diesen Punkt auch getrost verzichten, will man nicht einfach den nördlichsten Punkt der Insel besuchen.

Hells Hole

Unser erster irländische Leuchtturm 10.5.2019

Wir erreichen Fanad Head und haben sogar Sonne

Gestern Abend hörte der Regen plötzlich auf und das Wetter wurde kurzfristig viel besser. Wir benutzen dies für einen längeren Spaziergang entlang den Klippen. Wir hatten fantastischen Ausblick auf tolle Felsformationen. Es war wirklich genial, aber als wir dann wieder beim Womo waren, begann es nochmals zu regnen. Irgendwie haben wir schlechtes Wetter aber doch immer auch etwas Wetterglück.

Die Nacht ist dann ziemlich ruhig, neben uns stand noch ein Kastenwagen, dessen Insassen auch hier übernachteten.

Morgens stehe ich wieder bei regnerischen Wetter ziemlich früh auf, um nochmals Fotos zu schiessen. Auch packe ich meine Drohne aus und will noch ein paar Luftfotos machen, aber irgendwie ist der Wurm drin. Zuerst habe ich Mühe, eine Verbindung zu meinem fliegenden Fotoapparat herzustellen und dann stürzt mein Tablet während dem Drohnenflug ab. Ich habe aber Glück, und kann sie noch sicher landen. Nochmals gut gegangen, dafür keine Fotos. Einen Absturz will ich nicht riskieren. Dafür klart das Wetter auf, es zeigen sich einzelne blaue Flecken am Himmel.

meistens unsere Strassen und Wegbegleiter

Als wir etwas später wegfahren, gibt es noch eine Verzögerung, wir suchen lange nicht gebrauchte Utensilien: unsere Sonnenbrillen!

Dann brausen wir los, stur dem blau gewellten Signet hinterher, das den Wild Atlantic Way markiert. Auf den ersten fünf Kilometer stoppen wir etwa sieben Mal, entweder um schöne Aussichten zu fotografieren oder wegen Schafen auf unserem Weg. Auch sehen wir wieder einen tollen Übernachtungsplatz, aber jetzt nach so wenigen Kilometern etwas früh.

Der Wild Atlantic Way zirkelt uns auf immer kleineren Strassen der Küste entlang, dann in einer kurvenreichen 25% steilen Bergstrasse (Magic Road) hoch zu einem Aussichtspunkt und hinten einfach schnurrgerade ebenso steil den Berg hinunter. Es ist fantastisch, aber später haben wir nichts dagegen, als die Strassen wieder breiter werden und wir entspannter fahren können.

unterwegs, wo man auch wieder schlafen könnte

Nach Letterkenny wird es wieder etwas schmaler, wir fahren an vielen Seen vorbei (oder ist es immer der gleiche?) bis wir wieder am Meer und beim Fanad Leuchtturm ankommen. Wow, was für ein Anblick! Der Leuchtturm strahlend weiss von der Sonne beleuchtet, dahinter eine dunkle Gewitterwolke. Einfach fantastisch!

Das Knutschi ist schnell parkiert und ab ins Caffee, um Eintrittskarten zu kaufen. Diesen Leuchtturm müssen wir uns genauer anschauen. Punkt 14 Uhr geht unsere Privatführung los, der Guide ist sichtlich stolz auf Irlands Leuchttürme und befiehlt uns immer wieder, wir sollen jene Bücher fotografiere oder diese Unform, die Flaggen und auch die alten Leuchtbirnen. Er redet extra für uns (wir sind die einzigen, in dieser Führung) ein ziemlich einfaches englisch, so dass wir viel verstehen. Oben auf dem Leuchtturm wird es erst recht interessant. In jede Richtung, wo es für Schiffe gefährliche Klippen gibt, ist die Leuchtspur rot abgedeckt. Wenn also ein Schiff das Licht des Turmes rot sieht, ist es in einer Gefahrenstelle und muss möglichst schnell links oder rechts wegfahren. Auch die halbe fingerkleine Leuchtstoffbirne macht uns Eindruck. So eine kleine Birne von 350 Watt leuchtet 19 Seemeilen (35km) weit? Eindrücklich!

Leuchtturmwärterin Anita

Nach der Führung knipsen wir mehr als eine Stunde den Leuchtturm von allen Seiten, wir können einfach nicht aufhören, es ist so fantastisch. Auch wegen dem Wetter, wenn schon mal die Sonne scheint. Dadurch haben wir wiedermal Strom zu verschwenden, unsere Solarpanels können endlich arbeiten und wir laden jedes Gerät auf, dass wir irgendwo in Betrieb haben. Da wir ohne Landkabel reisen, freuen wir uns doppelt ab dieser Energie…

wir können uns nicht satt sehen


Am Nachmittag werten wir unsere Fotos aus, das wird ziemlich schwierig heute für den Blog. Wir werden hier schlafen, wollen wir doch den Leuchtturm unbedingt in Action sehen.

Ach ja, weiss jemand in welchem Geschäft man in Irland die Dolce Gusto Kaffeekapseln kaufen kann? Meine Holde hat keinen Kaffee mehr…

Übernachtung

Fanad Head - Parkplatz Fanad Head ***
Irland, frei
etwas schräg
Koordinaten: 55.27559, -7.634372
N 55° 16' 32.2"  E -7° 38' 3.7"
letzter Besuch: 5.2019

Traumplatz, Küsten und Klippen 11.5.2019

Wir haben heute viel vor, wollen wir doch den gesamten Wild Atlantic Way durch Donegal fahren, von Fanad Head bis zu den Klippen von Slieve League, es sollen die höchsten von ganz Europa sein.

Wir fahren darum schon um 8 Uhr los. Irgendwie fällt uns das Aufstehen hier in Irland echt leicht, zum einen hinken wir ja eine Stunde hinterher, zum anderen scheint uns die Sonne durchs Womofenster an die Bettdecke. Aber schon kurze Zeit nach der Abfahrt zeigt sich vor uns die «Harry Blaney Bridge». Anita bekommt den Auftrag, auszusteigen und zu fotografieren, während ich mit dem Knutschi über die Brücke fahre. Selbstverständlich hole ich sie nachher auch wieder ab, keine Frage!

Harry Blaney Bridge

Danach geht es immer den blauen gewellten Linie auf der Beschilderung nach, die die längste und schönste Küstenstrasse der Welt markiert. Es ist echt gut ausgeschildert und die Landkarte kann man ruhig im Seitenfach verstaut lassen, ebenfalls das Navi abschalten, das redet nur drein und kommt nicht draus. Aber dadurch umkreisen wir jede Halbinsel ziemlich weit aussen, nur jeweils einige markierte Aussichtspunkte lassen wir aus. Sonst kämen wir da nie durch. Aber die Punkte, die direkt auf dem WAW liegen, stoppen wir natürlich, wie etwa beim Doe Castle in Ballymore (mischt, ich bringe pro Tagesetappe auf der Webseite nur fünf Fotos unter, eindeutig zu wenig für Irland).

In Meenlarag würde die Fähre nach Tory Island ablegen, aber da wollen wir nicht hin, sehen aber einen tollen, grossen Platz wo drei Womos am Meer stehen. Also fahren wir auch hin und machen Pause. Sogar eine Entsorgungsstation gibt es, man braucht aber wie hier fast üblich die Chips für die Euro-Relais. Haben wir nicht und das Caffee daneben hat auch geschlossen, also füllen wir noch kein frisches Wasser und entsorgen müssen wir auch nicht, also halb so schlimm.

Zottelvieh

Frisch gestärkt geht es kurze Zeit später wieder weiter. Die Strassen sind manchmal sehr schön ausgebaut und ziemlich breit, manchmal aber auch rumpelig, schmal und unübersichtlich. Aber uns gefällt es. Und dann finden wir uns plötzlich mitten in einem irländischen Radrennen. Das Gefällt mir natürlich und verfolge mit meinem Kennerblick die abghängten Fahrer, die wir jeweils später überholen. Ganz kurz vor dem Ziel werden wir als Fahrzeug von den Streckenposten von der Strasse in eine Umleitung gewunken, ist ja normal bei einem Radrennen. Allerdings entpuppt sich die Umleitung dann als Parkplatz für die Zuschauer und Sportler. Aha, darum gibt es hier so viele Fans, man hat gar keine Chance, nicht zu stoppen. Allerdings habe ich in meinem Leben schon genug Radrennen gesehen und darum fahren wir beim Zuschauerparkplatz hinten wieder hinaus 500m weiter Richtung Meer. Und was wir dann sehen, macht uns richtig sprachlos. Ein schöner, idyllischer Parkplatz über einem Sandstrand vor azurblauem Meer. Daneben ganz kurz gemähte Wiese und ein Womo in den Dünen. Wow, was für ein Freistehplatz! (Mullaghderg Beach 55.037373, -8.369090). Wir knipsen Bilder, gehen Spazieren und überlegen uns ganz ernsthaft, ob wir hier bleiben und erst morgen weiterreisen sollen. Aber es ist erst 11 Uhr morgens… Wir entschliessen uns dann doch, weiter zu fahren, kämpfen uns durch das Zielgelände des Radrennens durch und fahren danach wieder unseren Wegweisern nach.

Wir fahren dem Meer entlang, dann wieder in die Höhe über Hügel, einfach nur schön. Und die Sonne scheint vom blauen Himmel über dem blauen Meer. Irgendwann sehen wir dann plötzlich unseren ersten Aldi, wir sind zwar kein Fan von dieser Kette, aber eventuell haben sie ja die Kaffeekapseln, die Anita so dringend brauchen würde. Morgens hat sie nämlich den letzten Kaffee getrunken. Und wie immer, wir haben Glück, decken uns ein und Anita ist wieder himmelhochjauchzend zufrieden.

auf den Klippen

Dann endlich nach fünf Stunden Fahrzeit und 200km kommen wir auf dem unteren kleinen Parkplatz der Klippen von Slieve League an, parkieren unser Knutschi, gönnen Anita noch keinen Kaffee, ziehen die Wanderschuhe an und marschieren zuerst steil berghoch dem Strässchen entlang die zwei Kilometer zum oberen Parkplatz. Was für ein Ausblick, was für Klippen! Die höchsten sind 600m höher wie das Meer. Wir schiessen Fotos, geniessen die Sonne und der Ausblick hinab ins Meer. Danach laufen wir wieder zu unserem Knutschi und suchen eine Übernachtungsverbotstafel, finden aber keine. Mit dem Wohnmobil darf man nicht bis zum oberen Parkplatz hoch fahren und auf dem unteren meinte ich, dass man hier nicht über Nacht stehen darf. Aber wir finden keinen Hinweis, sollen wir uns hier einrichten? Allerdings habe ich ein etwas mulmiges Gefühl und darum beschliessen wir dann doch, runter an den kleinen Hafen zu fahren, von dort fahren die kleinen Ausflugschiffe unten an den Klippen entlang. Vielleicht haben wir ja Glück und heute fährt noch so ein Boot?

Und wie immer, wir sind einfach Glückskinder. Um 18 Uhr fährt noch ein solches Boot und jetzt ist 17:40 Uhr. Also melden wir uns beim Kapitän an, auch ihn freut es, denn nun hat er auf der 18 Uhr Tour sechs statt nur vier Passagiere. Und da das Meer praktisch spiegelglatt ist, kann ich sogar Anita überreden, mit auf diese Bootstour zu kommen. Dies sei übrigens wegen der Sonneneinstrahlung jeweils immer die schönste Tour des gesamten Tages.

von der Bootstour aus

Diese Bootstour ist echt gewaltig und unbedingt zu empfehlen, dauert 90 Minuten und man fährt unterhalb der der Klippen durch, die wir vor kurzem noch von oben besichtigt haben. Absolut eindrücklich. Nach der Tour bezahlen wir die 20€ Fahrtkosten pro Person und geben dem Kapitän noch 10€ Trinkgeld mit der Frage, ob wir wohl diese Nacht auf dem Pier stehen und dort übernachten dürfen. Klar können wir und so sitzen wir wieder mit tollem Ausblick auf das nun dunkle Meer in unserem warmen Womo und lassen den Tag revue passieren. Das Abendessen lassen wir nun auch aus, denn es ist schon nach 20 Uhr, bis wir es uns endlich gemütlich machen. Und die Blogleser warten ja auch noch.

Tagesetappe

  • 204 km
  • 5:08 Stunden Fahrzeit
  • 9,5 l Durchschnittsvewrbrauch
  • 39km/h Durchschnittsgeschwindigkeit

Übernachtung

Teelin - Pier ***
Irland, frei
unbedingt vorher jemanden fragen, ob es erlaubt ist
Koordinaten: 54.62375, -8.631588
N 54° 37' 25.5"  E -8° 37' 53.7"
letzter Besuch: 5.2019

Innehalten und geniessen 12.5.2019

Wir machen Pause und verarbeiten im Kopf unsere neuen Eindrücke.

Auf dem Hafenpier schliefen wir wie die Murmeltiere, aber wir schauen dann, dass wir heute Sonntag mit dem Womo weg sind, bevor eventuell ein Rummel losgeht. Gestern beschlossen wir noch, dass wir es heute langsamer angehen und von den neuen Eindrücken ein Pause brauchen. Wir wählen als Tagesziel einen Campingplatz am Meer in der Nähe von Sligo aus und wollen ihn ansteuern. Es sind zwar 120km bis dahin, aber bei den guten Strassen kommen wir sehr gut vorwärts und checken dort schon um 11 Uhr ein.

Surfschulen

Anita bäckt einen feinen Zopf und während dem er abkühlt, spazieren wir dem Meer entlang zum kleinen Flughafen, es soll dort Markt sein. Im Hangar 1 ist ein kleiner Weihnachtsmarkt aufgebaut, einfach ohne Weihnachten und wir schauen uns gemütlich um. Finden aber nicht wirklich etwas, was wir unbedingt haben wollen und spazieren danach wieder zurück und schauen uns auf dem Strand den vielen Schülern der Surfschule zu, wie sie versuchen, in den kleinen Wellen zu surfen.

Spaziergang

Überhaupt, auf diesem Strand ist sehr viel los, ein richtiger Rummel. Unzählige Familien mit den Kindern benützen diesen Sonntag für einen Ausflug hierher. Kennen die Iren übrigens auch den heutigen «Moms-Day»? (oder wie würde Muttertag auf englisch heissen?).

Im Womo mache ich dann Frühstück und wir geniessen den frischen Zopf. Ein richtiges Muttertags-Frühstück.

Später am Nachmittag mache ich noch ein Nickerchen, bevor wir dann die Pup’s probieren und uns noch ein feines Abendessen leisten. Wir geniessen es in vollen Zügen, auch wenn sich die Iren bei unserem Nachtessen das nächste Mal noch etwas steigern sollten.

irisches Pub

Nun sind wir wieder voll gestärkt und morgen bereit für neue Taten und neue Entdeckungen. Diese Pause musste einfach sein, so dass wir die bisherige Reise in Ruhe im Kopf nochmals durchgehen konnten und etwas Zeit brauchten, die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Wir hatten bisher selten eine Reise, wo wir so viel besichtigt haben, so viel neues gesehen haben und so schnell vorwärts gefahren sind. Das Linksfahren geht übrigens problemlos, auch die Strassen sind breiter wie angenommen und die Iren sehr freundlich, rothaarig und mit Bart.

Irland hat definitiv zwei Fans mehr und wir freuen uns auf noch mehr fantastische Eindrücke.

unser erster Sonnenuntergang in Irland

Tagesetappe

125km 
9,9l Verbrauch
56 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit
2:12 Std. Fahrzeit

Übernachtung

Strandhill - Strandhill Campsite ***
Irland, Camping
normal
Koordinaten: 54.27168, -8.607715
N 54° 16' 18.1"  E -8° 36' 27.8"
letzter Besuch: 5.2019

Reisestrecken

unseres Reisestrecke