Eine faszinierende kleine Felsinsel knapp vor den Klippen im Nirgendwo.
Wir erlebten heute eine Womofahrt bei herrlichem Sonnenschein und 13 - 19 Grad. Der Wahnsinn! Und wie wir heute Abend frei stehen, einfach nur ein Traum. Bitte lest nicht weiter, sonst hat es hier plötzlich noch andere Wohnmobilisten und in Kürze hat man hier dann keinen Platz mehr...
In echt, die Fahrt hierhin zum «Downpatrick Head» war schon alleine fantastisch genug.
Wir besichtigten den kleinen Hafen von Killala und danach auch noch die «Ceide Fields», eine Landschaft mit Besucherzentrum, die noch exakt gleich ist, wie vor 5000 Jahren. Alle hundert Jahre wurde der Boden durch die abgestorbenen Pflanzen ein paar Zentimeter höher aber sonst hat sich hier in den letzten 5000 Jahren nichts geändert, denn in dieser Zeit lebten keine Menschen mehr hier.
Das Besucherzentrum ist schön gemacht und mit dem Ausstieg oben beim Dach etwas speziell. Alles dreht sich hier um den Boden, der alle Hundert Jahren ein paar cm höher, so dass die menschlichen Siedlungen vor 5000 Jahren einfach zugedeckt wurden. Und da danach keine anderen Menschen hier siedelten, ist es einer der letzten Flecken auf der Erde, wo die Verhältnisse noch so sind, wie vor langer Zeit.
Mit dem Wohnmobil darf man hier übrigens nicht auf dem Parkplatz übernachten.
Von den Ceide Fields sind es nur ganz wenige Kilometer zurück zu «Downpatrick Head». Aussen ander Landspitze gibt es drei kleine Parkplätze direkt am Meer mit nichts, nicht mal Papierkörbe. Aber der absolute Traum. Und wenn man dann zu Fuss durch die Schafsgatter zu den Schafen rein geht und etwas den kleinen Hügel bis aussen an die Landspitze spaziert, tut sich ein atemberaubendes Panorma auf: senkrechte und überhängende Klippen und mitten im Meer eine riesige freistehende Felsnadel. Einfach gewaltig! Wir können die Münder nicht mehr schliessen und sind total überwältigt, so dass wir ein paar Fotos schiessen, staunen und danach wieder zum Wonmobil zurückkehren. Erst eine Stunde später merken wir, dass wir noch gar nicht alles gesehen haben, dass etwas weiter hinten nochmals genau gleich überwältigende Klippen stehen.
Echt jetzt, das ist bisher der schönste Ort in ganz Irland! Schöner geht es gar nicht.
Es fahren hin und wieder ein Auto voll Touristen her, machen einen Spaziergang, kehren zurück und fahren wieder weg. Es ist touristisch überhaupt nicht erschlossen, keine Verkaufsstände, nur der Parkplatz. Und für das, dass es absolut Top-Wetter für Irland ist, absolut tote Hose. Insgesamt zählten wir einmal ganze zehn Pkw’s.
Wir können uns kaum erholen und spazieren die 300m insgesamt sicher fünf Mal, um immer wieder zu fotografieren und zu staunen. Natürlich erlebten wir auch den knallroten Sonnenuntergang auf den Klippen.
Nun ist es dunkel und es sind nur noch wir und ein anderes Womo hier, Schafe, Sterne, Klippen und Meeresrauschen.
Wir sind noch ganz baff und können noch gar nicht alles in Worte fassen. Warum es hier nicht mehr Touristen hat, ist mir echt schleierhaft. Hoffentlich bleibt das noch möglichst lange so, darum, kommt bitte nicht hierher… (Denn ihr habt doch weitergelesen, oder?)
Ach ja, hier ist wegen der Schafe striktes Hundeverbot. Tut mir leid für die Hundebesitzer…
Wir folgen einfach dem Wild Atlantic Way und landen auf einem Campingplatz, fast besser wie freistehen.
Die Nacht in der traumhaften Umgebung geht wiedermal sehr schnell vorbei. Wir haben das Gefühl, es wird hier gar nie dunkel, Sonnenuntergang um ca. 22 Uhr und Aufgang schon um 5 Uhr, aber diesen haben wir bisher nicht bewusst mitbekommen, es ist einfach immer hell.
Wir wollen heute einfach dem Wild Atlantic Way folgen, ohne bestimmtes Ziel. Wir haben keine Sehenswürdigkeiten oder sonstiges geplant, wir lassen uns sozusagen von den blauen Schildern mit der Wellenlinie treiben.
Wir folgen der 314 Richtung Westen und sehen irgendwann ein braunes Schild zu einem Aussichtspunkt. Blinker stellen und immer der Strasse nach, allerdings hört diese Strasse dann in Ross Port plötzlich am Meer auf. Komisch, aber halb so schlimm, rechtsumkehrt (oder sagt man hier linksumkehrt?) und die 12km wieder durch eine Torflandschaft zurück auf die 314.
Wir fahren bis Bellmulet, drehen dort um 180Grad und fahren danach auf der 313. Wenn wir dann auf der 1 sind, haben wir die Inselumrundet??? Das wären noch 312 Strassen… Wobei so schlimm wird es nicht kommen, denn wenig später sind wir auf der 59 Richtung Süden. Zwischendurch stoppen wir und machen Fotos, längere Aufenthalte gibt es aber nicht. In Malleranny zeigt das Schild wieder nach Westen auf die 319, und wir braven folgen stur ohne auf die Karte oder das Navi zu schauen.
Dann fahren wir über die unspektakuläre Brücke bei Achille Sound und sind danach auf der grössten Insel Irlands. Es sieht etwas aus wie ein bisschen die Lofoten und wir geniessen die Fahrt. In Richtung Keel sind dann zwei Campingplätze ausgeschildert und als wir von weitem den Camping Park Sandybanks sehen, ist der Entschluss gefasst, ohne dass Anita und ich uns anschauen müssen. Weites, offenes Gelände, im Hintergrund Dünen und das blaue Meer, das sieht so einladend aus, dass wir gleich auf den Platz fahren. An der Reception bezahle ich nur 17€ und kann danach unser Knutschi hinstellen, wo wir wollen. Ist ja klar, dass wir unser Wohnmobil auf die Wiese mit direkter Meer- und Dünensicht hinstellen. Wow, was für ein Platz, das Nächste Womo oder Zelt mindestens 50m entfernt! Nicht mal frei stehen am Meer ist besser wie hier! Wir haben wiedermal ins Schwarze getroffen.
Während Anita die Schweinerei im Kühlschrank saubermacht (zwei Eier haben die Fahrt nicht schadlos überstanden) mache ich mich natürlich grad auf zum Strand. Und während ich noch nicht mal 10 Fotos gemacht habe, steht Anita auch schon hinter mir und wir machen einen kurzen Spaziergang und beobachten die grossen Wellen.
Etwas später vor dem Womo schauen wir die Karte an, wo wir eigentlich genau sind und was man hier machen könnte. Auch dieser Entschluss ist schnell gefasst, wir wollen mit dem Rad an den 8km entfernten Keem Beach. Was wir allerdings nicht bedacht haben, wir müssen vor dem Strand einen Pass überqueren und als wir ziemlich kaputt oben sind und von oben den Strand weit unten sehen, reicht uns das völlig. Was soll dort unten besser sein, wie an unserem Strand grad vor dem Womo?
Also drehen wir um, rasen die holprige Strasse nach unten und gehen kurz vor dem Campingplatz noch einkaufen. Auch halten wir die Augen offen nach einem Pub, wo wir heute Abend Fish and Chips essen können, denn gekocht wird heute nicht.
Nun ist es nach 17 Uhr, wir haben das Gefühl, dass wir freistehen und hören das Meer in den Ohren rauschen. Wenn der gleiche Lärm von einer Strasse kommen würde, würde man diesen Campingplatz sicher schlecht bewerten, aber weil es das Meer ist, ist es eben idyllisch (aber wirklich laut).
Wir waschen draussen bei einem Freiluft-Wäschesalon unsere Wäsche
Heute ist bei uns Haushalt angesagt. Wir sollten den LPG-Tank wiedermal füllen, die saubere Wäsche wird immer weniger und der Diesel neigt sich auch dem Ende zu. Zeit also, um morgens mit der Tagesplanung zu beginnen. In Castlebar finde ich eine Tankstelle, die auch LPG anbietet und nur zwei Kilometer davon entfernt einen von den tollen irischen Freiluft-Wäsche-Anlagen. Also einfach perfekt. Wir müssen nur grad einen Umweg von vielleicht 10km fahren, und einkaufen kann man dort grad auch noch. Also machen wir uns Abfahrbereit und düsen gegen 9 Uhr los.
Wir folgen weiterhin dem Wild Atlantic Way Richtung Süden und verlassen Achille Island. Das Wetter ist windig, zwischen leicht und stark bewölkt, das Meer meist auf der Beifahrerseite von Anita.
In Newport verlassen wir das erste Mal bewusst diese Strasse und fahren den kleinen Umweg nach Castlebar. Wir finden unser erster Freiluft-Waschsalon problemlos bei einer Tankstelle, parken unser Knutschi, nehmen alle dreckige Wäsche heraus und füllen sie in die kleinste von drei Trommeln (8kg). Stellen 40 Grad ein, wählen inklusive Waschmittel, wir müssen also nicht mal selber Wäschemittel in die Maschine geben, füllen den Automaten mit 5 € und lesen auf der Anzeige, dass die Wäsche in 39 Minuten fertig ist. Einfach cool, so etwas.
Als sich die Trommel mit Wasser füllt und sich zu drehen beginnt, fahren wir mit unserem Knutschi zur LPG-Tankstelle. Der Tankwart kommt sofort und entschliesst die Säule und wir können so problemlos unser Gasvorrat wieder auffüllen. Danach dasselbe mit dem Dieseltank und nach dem Bezahlen fahren wir wieder zur Waschstation zurück. Schon auf der Fahrt zum Parkplatz sehen wir, dass sich unsere Trommel noch dreht, wir müssen uns also nicht beeilen. Knutschi parkieren, und zur Waschmaschine schlendern. Just in dem Augenblick, als wir dort ankommen, ist die Wäsche fertig.
Jetzt können wir draussen vor der Tankstelle an der Hauptstrasse die Wäsche von der Waschmaschine in den Tumbler umlagern und Anita meint, 45 Minuten müssten wir schon einstellen. Man kann jeweils vierstelstundeweise wählen. Während wir da umlagern, kommt eine irische Hausfrau mit der gesamten Bettwäsche inklusive Bettdecken und füllt die 18kg Wäschetrommel. «Das sei doch eine super Einrichtung» meint sie und braust mit dem Auto wieder davon.
Wir gehen in der Zwischenzeit einkaufen, denn die Vorräte neigen sich auch dem Ende zu. Allzu viel kaufen wir aber nicht ein, denn in den Pub’s ist Fish & Chips einfach super lecker und davon wollen wir auch noch mehr probieren.
Wir haben grad die Einkäufe verstaut und sind wieder bei der Wäschestation, als aufleuchtet, dass es noch eine Minute bis zum Ende geht. Wow, das ist wirklich ein perfekter Boxenstopp, keine Minute haben war da verschenkt. Und die Wäsche ist auch ganz trocken. Wir haben nun in nicht mal 90 Minuten alle Wäsche gewaschen und getrocknet, Eingekauft und vollgetankt. Jetzt haben wir ja viel zu viel Zeit…
Killary Harbour, der einzige Fjord Irlands
Egal, wir starten unser Knutschi und kehren auf den WAW zurück und folgen der Küste. Es ist wiedermal herrlich und als wir dann links vom Meer weg müssen, fahren wir durch eine Hochebene durch Berge und an Seen entlang, man könnte meinen, wir seien in Schottland! Uns gefällt es wiedermal super. Allerdings sind die Strassen ziemlich eng und holperig, aber daran haben wir uns ja schon gewöhnt und ausser die Eier gestern (oder war das vorgestern? Was für einen Tag haben wir heute überhaupt?) ist noch nichts in Bruch gegangen.
Nachdem wir den einzigen Fjord in Irland fast ganz umfahren haben, sehen wir den Wegweiser zum Parkplatz der Kylemore Abbey. Ist ja klar, dass wir da auch den Blinker setzen. Auf dem Busparkplatz, der auch für Womos ist, stehen in einer Linie sicher etwa 20 Wohnmobile aufgereit! Ups, damit haben wir nun überhaupt nicht gerechnet. Wo kommen die denn so plötzlich her? Wir zwängen uns irgendwo dazwischen und irgendwie ist uns die Laune auf dieses Kloster fast etwas vergangen. Darauf waren wir nun nicht vorbereitet. Aber ganz ehrlich, es ist DIE Attraktion von Irland, also muss man hier doch mit Touristen rechnen. Wir merken übrigens auch, dass diese Womos alle zusammengehören, es ist eine französische, geführte Womo-Tour durch Irland. Was es nicht alles gibt? Und fahren die im Konvoi, müssen alle am gleichen Ort stoppen, auf dem gleichen Campingplatz übernachten? Besser die wie wir…
findet ihr unser Knutschi in den franz. Womos?
Auf dem Weg zur Abby sieht man sie sehr schön über den See und es gibt super Fotos. Eigentlich haben wir diese schon im Kasten und wollen wir wirklich noch hinein? Wir schlendern bis zum Kassenhäuschen und lesen, dass es 14 € Eintritt pro Person kosten würde. Irgendwie sind wir gar nicht mehr so erpicht drauf, auch die Innenansicht zu sehen und entschliessen, dass wir das Geld lieber im Souvenirshop ausgeben. Ich erstehe mir endlich einen tollen Irland-Pullover, so dass ich nicht immer mit meinem angeschriebenen Scotland herumlaufen muss. Grün ist doch viel schöner, oder?
Nach der Abby habe ich einen Campingplatz im Visier, der mir empfohlen wurde und nur gerade 10km vom Kloster weg liegt. Auf dem Weg verfahren wir uns zwar noch kurz und als wir endlich den ersten und einzigen Wegweiser direkt zum Eingang des Platzes sehen, stutzen wir noch ein wenig. Hier runter, dieses steile, holprige Strässchen? Und das einzige was wir sehen, ist die Reception? Aber kein Stellplatz?
Na gut, wir riskieren es, melden uns bei der netten, älteren Dame korrekt an, bekommen einen Zettel und wir sollen einfach dem Strässchen folgen. Und dann plötzlich taucht er vor unserer Nase auf, direkt am Meer, Wiesengelände und zwischendurch geschotterte oder asphaltierte Stellplätze. Wow, einfach wieder super! Ich werde jeden Tag grösserer Fan von irländischen Campingplätzen. Warum freistehen, wenn es so tolle Plätze am Ende der Welt gibt?
Als wir zwischen den wiesenbewachsenen Hügel endlich einigermassen gerade stehen, macht Anita noch den Rest des Haushaltes. Putzt Bad, Wohn- und Schlafzimmer, inklusive Küche und keine 30 Minuten später ist alles blitzeblank. Wenn man dies alles zu Hause im Haus machen müsste, wäre man Tagelang am Arbeiten, aber hier? Darum ist Womofahren so toll, denn jetzt sitzen wir vor dem Womo, schauen auf’s Meer hinaus und geniessen die Sonne (und den neuen Pulli).
Heute klappt irgendwie unsere Planung überhaupt nicht
Regentropfen auf dem Womodach wecken uns heute Morgen. Ein scheuer Blick durch das Fenster verheisst nichts Gutes, graues Meer, grauer Himmel und im Spiegel graue Haare. Damit haben wir nun nicht wirklich gerechnet. OK, wir haben den Wetterbericht in den letzten Tagen nicht verfolgt, aber wir sind trotzdem überrascht.
Also packen wir zusammen und fahren weiter dem Wild Atlantic Way nach. Die Strasse ist heute Morgen besonders eng und rumpelt tut sie auch. Dazu sind wir glaub in der Rush-Our, so viel Verkehr hatten wir nun auf der Insel noch nie. Irgendwie nicht so wirklich prickelnd, auch die Aussicht durch den Regen nicht.
Nach einer halben Stunde bin ich etwas von dieser Fahrerei genervt und wir weichen auf die Hauptstrasse Richtung Galway aus. Wir beschliessen, bei diesem Wetter endlich mal ein Städtchen zu besichtigen.
Die Fahrt auf der Hauptstrasse ist dann wesentlich entspannter, auch das Wetter entspannt sich ein wenig und die Gegend mit den vielen Seen hat dem Meer in nichts nachzustehen. In Galway selber werden wir dann auf eine Geduldsprobe gestellt, viel Verkehr, keine Parkplätze und als wir nach der dritten Runde endlich einen Parkplatz haben aber hinter dem Womo ein grosses Wohnmobilparkverbotsschild prangt, bin ich echt angesäuert. Hätte ich doch bloss so einen mickrigen, 5m langen Kastenwagen und kein solches Ungetüm von Wohnmobil! Irgendwie ist es nicht mein Tag heute. Etwas entnervt steigen wir wieder ein und suchen weiter. Allerdings als wir wieder hinter der Stadt in den Aussenbezirken sind, entschliessen wir, nicht mehr umzudrehen und Galway halt nicht zu besuchen.
Etwas Lustlos folgen wir wieder den blauen Wegweisern, stoppen zwischendurch beim Duncuaire Castle und besichtigen es. Danach geht es quer durch die Muren, eine felsige Küstenlandschaft, die uns für einiges entschädigt. Aber auch hier sind die Fotos grau in grau und das bleibt so, bis wir in Doolin am kleinen Hafen ankommen und dort direkt auf den schönen Campingplatz fahren können.
Wir sehen vom Womo aus die riesigen Wellen und die Gischt, die an den Felsen zerbricht. Die Wellen sind bestimmt 3m hoch und da erübrigt sich für uns eine Fahrt mit der Fähre auf die Aran Inseln, das würden wir nicht gesund überleben. Und auch mit einem Ausflugsschiff zu den Klippen von Moher lassen wir besser bleiben.
Irgendwie nicht unser Tag heute.
So sitzen wir im Womo, ich erstelle ein kleines Video, sichere endlich mal alle unsere Fotos und Anita kocht uns was ganz feines. Heute müssen wir noch den Wetterbericht studieren und unsere Planung für die nächsten Tage wahrscheinlich etwas anpassen. Wir werden das schon mischeln.
wer hat so denn Lust, eine Schifffahrt zu machen
Nur schon alleine wegen heute lohnte sich diese Reise.
Schon beim aufstehen wissen wir: heute wird es ein guter Tag! Auf dem Womodach prasselt nichts und wir haben schon frühmorgens gute Laune. Unser erstes Ziel ist nur 5km entfernt, aber wir haben von überall den Tipp bekommen, dass wir die Klippen von Moher entweder ganz früh oder ganz spät besuchen sollen. Wir entscheiden uns für früh und da wir in den nächsten Tagen eventuell frei stehen werden, füllen wir vor der Abfahrt den Wassertank und brausen schon vor 8 Uhr los.
Auf diese Klippen waren wir wirklich gespannt, da hörten wir von «absolut fantastisch» bis «muss man nicht sehen, viel zu touristisch» alles. Aber wir wollen uns eine eigene Meinung bilden und fahren darum schon um 8 Uhr auf den grossen Parkplatz. Er ist noch praktisch leer und wir bezahlen die 8€ Eintritt oder/und Parkgebühren und machen uns sofort zu Fuss auf den Weg zu den Klippen.
Wir sind auf den ersten Blick begeistert, die Klippen sind wirkliche Klippen, fallen 200m senkrecht ins Meer und zwischendurch ragen Felsen steil mitten aus dem Meer empor. Und auch wenn dieser Ort von jährlich mehr als einer Million Touristen besucht wird, die Anlage ist toll in die Natur gelegt. Das Besucherzentrum ist quasi unterirdisch und auch der Klippenweg ist so angelegt, dass er vom Meer praktisch nicht einsehbar ist. Echt toll gemacht!
Wir wandern den Klippen entlang und danach zurück ins Besucherzentrum. Während nun draussen ein Bus voller Touristen am andern herangekarrt werden, genehmigen wir uns im Kaffee ein kleines Frühstück. Danach lassen wir uns von einem Automaten mit verschiedenen Hintergründen fotografieren und können diese Fotos grad dort per Email an Freunde versenden. Wir senden die Fotos aber uns selber… Im Shop, wo sie Gift verkaufen, dem sogenannten Gift-Shop kaufen wir noch eine irische CD und endlich auch einen Pulli für Anita. Und Gift finden wir irgendwie trotz Namen nicht.
Wir verbringen etwa zwei Stunden auf dem Gelände, bevor wir weiterfahren.
Morgens und abends ist es wirklich am besten, wenn es nur noch wenige Touristen hat. Von den Fotos ist der spätere Nachmittag besser, morgens liegen die Klippen im Schatten und man sieht die Struktur weniger. Aber wir finden: allemal einen Besuch wert!
Nachtrag: das Email mit den Fotos von den Klippen erreichten uns 46 Tage später!
Unser nächstes Ziel sind die Klippen von Kilkee, nicht mal 50km weiter. Wir haben gehört, dass diese viel besser sein sollten, als das bisher gesehene. Können wir zwar nicht ganz glauben, aber eben, auch hier wollen wir eine eigene Meinung haben.
Auf dem Weg dorthin kommen uns zu Beginn viele Reisecars entgegen, aber das wussten wir. Da müssen wir manchmal stoppen und langsam kreuzen. Danach nach Kilkee unbedingt dem Wild Atlantic Way- Wegweiser folgen und die Dunlicky Rd nehmen. Echt jetzt, eine absolut fantastische Strasse, ganz schmal, überhaupt kein Verkehr und praktisch auf den Klippen! Eine fantastische Aussicht und ein Felsen mitten Im Meer nach einander. Da hätten wir wirklich etwas verpasst, hätten wir das ausgelassen! Wir stoppen mitten auf der engen Strasse, Warnblinker rein, und machen Fotos von der Küste. Wir können uns kaum erholen und dann mache ich ein Foto mit unserem Knutschi drauf und der Küste im Hintergrund. Aber genau in dem Moment, wo ich abdrücke, kommt ein Womo entgegen und versaut mir mein schönes Foto. Also schnell zurück hetzen und irgendwie Platz machen. Aber da steigt ein Ehepaar aus, und beginnen mit uns Schweizerdeutsch zu reden. Es sind tatsächlich, Leser unseres Blogs. Mit ihnen hatten wir vor der Reise Kontakt und scherzenshalber schrieben wir da einander, dass wir uns irgendwo treffen müssten, denn sie fahren den WAW von Süden und wir von Norden. Und dann hier, am A… der Welt, treffen wir uns wirklich! Was für ein Zufall!
Mist, ein fremdes Womo fährt mir ins Foto
Nach 10 Minuten schwatzen mitten auf der Strasse, klappen wir dann unsere Rückspiegel ein und zirkeln unsere Womos irgendwie vorbei, bis jeder wieder seinen eigenen Weg verfolgt.
Wir machen Pause auf dem kleinen offiziellen Parkplatz der Cliffs of Kilkee und bestaunen einfach die Gegend und machen auch einen kleinen Fussmarsch bis zur riesigen Brandung am Fusse der Klippen. Hier auf dem Parkplatz wäre ein fantastischer Ort, um die Nacht zu verbringen, aber wir haben noch nicht mal Mittag.
Ohne Verkehr geht es weiter auf der kleinen Strasse Richtung Loop Head, bis wir einen Wegweiser zur «Bridges of Ross» (Brücke für Pferde?) sehen. Keine Ahnung, was das ist, aber wir setzen den Blinker und parkieren dort. Bei der Infotafel sehen wir, dass dies ein natürliche Brücke über das Meer sein sollte, wo man zu Fuss rüber kann. Allerdings sehen wir weit und breit keinen solchen Bogen und interpretieren dann, dass dieser sicher bei einem Sturm zusammengekracht ist. Aber da es einen schönen Fussweg entlang den kleineren Klippen und wir genügend Zeit haben, spazieren wir auch da dem Meer entlang.
Nach der zweiten Landzunge, ohne dass wir irgendwo eine Brücke sehen, will ich dann wieder umkehren und Anita meint: «Komm lass uns noch zur nächsten Ecke gehen und dort hinabschauen, wäre ja schön blöd, wenn da die Brücke doch noch kommen sollte.» Und tatsächlich, da gibt es einen grossen Bogen, wo das Meer unten durch fliesst und toll aussieht. Das wäre ja was gewesen, wenn wir da 50m zu früh umgedreht hätten!
Ist jetzt für unseren Geschmack nicht ganz so toll wie die Cliffs of Kilkee, aber die 100m Umweg sollte man schon in Kauf nehmen.
Danach sind es nur noch ganz wenige Kilometer bis zum Leuchtturm und dem voranliegenden Parkplatz. Der Leuchtturm und die Gebäude sehen vom Land her super aus, besser wie von der Meerseite. Und das beste: es ist noch der alten Leuchtdrehmechanismus eingebaut, wo man sieht, dass sich etwas dreht und nicht nur eine LED-Diode, die blinkt. Das gibt Nachts dann sicher tolle Fotos!
Wir besichtigen den Leuchtturm und die kleine Ausstellung und machen auch einen längeren Spaziergang um die Halbinsel. Die Besichtigung ist jetzt nicht allzu berauschend, etwas was man nicht unbedingt sehen müsste, aber wir bezahlen die 5€ Eintritt sehr gerne, denn wir haben vor, hier auf dem Parkplatz zu übernachten und nachts noch ein paar tolle Fotos zu schiessen
Also diese Halbinsel um Kilkee rum muss man einfach sehen, wenn man den Wild Atlantic Way fährt!
unseres Reisestrecke