Nordschottland
Von unserem Übernachtungsplatz kämpfen wir uns 40km über Singel-Roads wieder auf die Hauptstrasse zurück. Es ist einfach toll, wir sind praktisch als einzige unterwegs, nur ganz selten kreuzt uns ein entgegenkommendes Auto. Wir stoppen an jedem Parkplatz und machen Fotos und zwischendurch stoppen wir auch verbotenerweise in den Haltebuchten, um die Aussicht zu geniessen. Die Landschaft ist hügelig, kaum Bäume, sumpfig, grün-gelb-orange mit grauem Himmel, mittendurch schlängelt sich eine schmale, nass-schwarze Strasse. Zwischen den Hügeln unzählige Seen oder Meeresbuchten.
Dann sind wir wieder auf der Hauptstrasse, der A894. Die Strasse ist nun breiter, man muss nicht mehr stoppen, um Autos zu kreuzen, aber auch der Verkehr ist leicht stärker geworden. Die Landschaft ist dieselbe geblieben. Die Ortschaften bestehen aus ein paar wenigen Häusern, einmal passieren wir einen Einkaufsladen, dazwischen zwei Tankstellen mit uralten Zapfsäulen. Es ist wirklich nichts los hier im hohen Norden von Schottland. Wenn nicht die Wohnmobilisten oder andere Touristen unterwegs wären, wäre gar niemand hier. Für Auswärtsesser ist es die falsche Region, wir sehen nicht ein einziges Restaurant, das geöffnet hätte. Wenn wir Glück haben, gibt es am Strassenrand einen Wagen, wo Sandwiches und warmer Kaffee verkauft werden (1x gesehen heute).
Nach Unapol passieren wir die Kylesku Bridge, sieht modern aus und es gibt auf beiden Seiten herrliche Aussichtspunkte. Überhaupt, es gibt viele Parkmöglichkeiten auf der Strecke, alle im Niemandsland und leer. Wir sind froh, reisen wir im Womo mit Kühlschrank und WC, schon ein grosser Vorteil gegenüber all denen, die mit dem PW unterwegs sind.
wir brauchen jeweils Gummistiefel, wenn wir das Womo verlassen
Unsere ständige Begleiter heute sind unsere Gummistiefel. Sobald wir stoppen, ziehen wir diese an, machen ein paar Schritte für die Fotos und bleiben so schön trocken. Anderseits sind unsere Turnschuhe schon beim erste Halt nach wenigen Metern durchnässt, auch so etwas muss man lernen.
Und wir müssen dringend unseren Abwassertank und Urinbehälter leeren, dazu den ausgelaufenen Frischwassertank füllen. Aber wo? So fahren wir in Balnakeil auf den Stellplatz, dort soll es Frischwasser geben. Aber als wir dort sind, rümpfen wir die Nase, schön sieht gaaanz anders aus und wir finden weder einen Frischwasserhahn noch eine Entleerung vor. Also weiterfahren und schon noch wenigen Kilometern sehen wir den Campingplatz in Durness. Wir fahren kurzerhand drauf und fragen an der Reception, ob wir da Frischwasser tanken und unser WC leeren dürfen. Kein Problem, kostet allerdings 12£. Ist jetzt nicht gerade wenig, aber die Entsorgungsstation ist gut ausgebaut und so können wir unser Grauwasser ablassen, WC leeren, Abfall entsorgen und frisches Wasser füllen.
Mit guter Laune fahren wir weiter, aber nur gerade 400m denn wir sehen in der Dorfmitte (könnte man so sagen, immerhin hat es etwa 6 Häuser, das Lebensmittelgeschäft öffnet erst um 20:30 Uhr, das Restaurant hat geschlossen) einen schönen Parkplatz und eine sandige Meeresbucht. Wir bezahlen die Parkgebühr für 6 Stunde (weniger wie 2£ kann man nicht einwerfen) und besichtigen den Strand und die Felsen. Es ist überwältigend, die schwere Brandung bei den Felsen und der fast leuchtende Strand davor. Wir klettern auf den Steinen umher, machen Fotos und sind glücklich. Allerdings unterschätze ich dann die Wellen und ich ziehe einen Stiefel gefüllt mit Wasser heraus, Nass bis an die Knie.
falls die Stiefel nicht gerade mit Wasser gefüllt werden
Anita lacht sich einen Schranz und hat kein bisschen Erbarmen mit mir. So ist es wieder Zeit, in unser ganz trockenes Knutschi zu gehen (der gestrige Wasserschaden ist behoben, alles sehr trocken und das ist unendlich beruhigend). Nun müssen die Stiefel, Socken und Hosen getrocknet werden. Heizung an, Motor an und wir kommen wieder nur einen Kilometer weiter. Ein Schild weisst auf die Smoo Cave hin, wieder ein Parkplatz, wieder ein paar Häuser, wieder kein geöffnetes Restaurant. Wir parken wieder für 2£ und laufen gespannt zu der Höhle hinunter ans Meer. Die Höhle ist viel imposanter, wie wir gerechnet haben und zuhinterst stürzt ein Wasserfall in der Höhle hinab. Es sieht super aus, der Wasserfall tost ohrenbetäubend. Ob er immer so viel Wasser hat wie heute oder ist er ansonsten nur ein Rinnsal? Überhaupt haben wir schon das Gefühl, dass alle Bäche und Seen ziemlich voll sind. Es regnet auch nicht gerade wenig in letzter Zeit.
Von hier kommen wir aber wieder trocken zu unserem Knutschi und fahren wieder nur 1km weiter, bis wir einen Stellplatz mit direkter Meersicht sehen. Einfach genial! Wir werfen eine 10£-Note in den Briefkasten, platzieren unser Knutschi mit direkter Sicht auf die Brandung des Meeres und sind wieder glücklich über einen tollen Tag.
Anita muss aber schon wieder kochen, denn ein Restaurantbesuch war heute aussichtslos. Ebenfalls rührt sie noch einen Brotteig an, wir wollen am Sonntag wieder mal ein richtig feines, knuspriges Brot essen.
98 km. regnerisch, 10 -13 Grad
Wieder ein Punkt erledigt
Gestern Abend bin ich per Zufall auf Falls of Shin gestossen, ein kleiner Wasserfall mit Besucherzentrum. An und für sich nichts Spektakuläres, aber: es sollen dort im Fluss Wild-Lachse geben. Und diese sollen dort jeweils den Wasserfall hinaufspringen. Das wäre doch was! Springende Lachse sind noch auf meiner Bucket-List der Tiere, die ich gerne in ihrem Lebensraum irgendwann in meinem Leben sehen will (Eisbär, Pinguin, Elefant, Nashorn, Giraffe stehen auch noch drauf, Wale sind abgehackt). Und da der Wasserfall auf unserem Weg Richtung Inverness ist, passt das super.
Aber wir müssen uns zuerst mit einem anderen Tier herumschlagen: der Hahn neben unserem Schlafplatz. Warum krähen Hähne? Um ihre Hühner zusammen zu treiben? Dann hat unser Hahn heute aber dumme Hühner, die nichts begreifen. (Das Krähen dient dabei hauptsächlich als Imponiergehabe. Die Hähne markieren auf diese Weise ihr Revier, signalisieren ihren potentiellen Rivalen ihre Kampfbereitschaft und den Hennen, wie stark und toll sie sind.)
Wir sind also schon früher wach wie geplant, duschen dafür ausgiebig, da wir ja einen vollen Wassertank haben. Danach wird unser Knutschi aufgeräumt und Geschirr abgewaschen, bevor wir uns bei leicht bewölktem Himmel auf den Weg machen. Wir haben 115km vor uns, davon rund 100km Single-Roads, werden also nicht schnell vorwärts kommen.
Zum Glück kommen wir nicht schnell vorwärts! Der Ausblick ist wieder einmal fantastisch, die Landschaft leuchtet in allen Farben, links das Meer, rechts die Berge. Es scheint, dass wir fast das einzige Fahrzeug sind, das hoch im Norden unterwegs ist. Wir stoppen viel, machen Fotos, geniessen den Moment und den Ausblick. Es ist wieder Mal zum Schreien schön.
Die ersten 45km haben wir vor sieben Jahren schon mal gefahren, jetzt scheint es in unserem Gedächtnis aber total neu. Nichts von: da waren wir schon mal, das kennen wir. Nein, es ist, als wären wir zum ersten Mal hier. Dann geht es in Tongue rechts für uns in noch unbekannteres Gebiet. Wir nehmen aber eine Abzweigung zu früh und müssen nach wenigen Metern umdrehen, gar nicht so einfach auf dem schmalen Strässchen.
Auf der richtigen Strasse (A836) sind es dann über 55km Single-Road und wir sind echt fast die einzigen, die diese Strasse Richtung Süden nehmen. Überall können wir auf der schmalen Strasse stoppen und Bilder machen. Wir fahren entlang von Seen, Hügeln, durch Wälder. Einfach fantastisch, auch weil wir zwischendurch immer wieder Sonne und blauen Himmel haben. Es hätte übrigens viele tolle freie Übernachtungsplätze auf dieser Strecke. Als wir dann endlich in einem kleinen Dörfchen ankommen, dass den Namen auch verdient, können wir im einzigen Einkaufsladen unsere Vorräte füllen.
So geht es weiter zum Visitor-Center Falls of Shin. Es ist aber wieder nichts mit Restaurant besuchen, das Center ist geschlossen und so wie es aussieht, seit längerem. Die Parkplätze sind zahlreich, Autos hat es fast keine, dafür eine Entsorgungsstation für Womos. Einfach perfekt. Und übernachten darf man auch und erst noch kostenlos. Wir entscheiden, dass wir hier bleiben und dafür selber kochen. Aber wo ist der Wasserfall mit den Lachsen?
Wir ziehen die Wanderschuhe an und sind keine 300m später am Aussichtspunkt. Da hätten wir auch mit den Turnschuhen hin spazieren können. Der Wasserfall ist nicht spektakulär, das Wasser wie vielfach in Schottland, braunrot von der Moorlandschaft. Wir stehen da, ohne viel Hoffnung, Lachse zu sehen. Die Wanderung an die Laichplätze wird ja irgendwann im Frühling gewesen sein. Allerdings lesen wir dann auf der Webseite, dass es zwischen März und November doch auch Lachse geben soll. Wir sind die einzigen, also ganz so toll kann es ja nicht sein. Aber dann plötzlich, sehen wir doch tatsächlich einen dicken, fetten Lachs springen. Er kommt zwar nicht den Wasserfall hoch und wird wieder zurück gespült, aber unser Interesse und unser Jagdinstinkt ist sofort auf 100% hochgeschnellt.
Es ist ein wahnsinniges Schauspiel. Es springen doch tatsächlich Lachse den Wasserfall hinauf. Grosse dicke und kleine jüngere. Wir stehen eine Stunde da und schauen fasziniert zu. Nur fotografieren ist nicht ganz so einfach. 40 Bilder vom Wasserfall und kein Lachs drauf. Bis ich den Lachs im Fokus und abgedrückt habe, ist er schon lange wieder untergetaucht. Die Fototaktik muss geändert werden, ohne Zoom, Serienbildaufnahme, fixe Brennweite, fixe Position. Und sobald ich einen springenden Lachs erspähe, wird einfach blind abgedrückt. So klappt es wunderbar und ich habe einige springenden Lachse auf dem Foto. Anita macht mit dem Handy übrigens Filmaufnahmen und die sind fast besser wie Fotos. Überhaupt, dieses Erlebnis kann gar nicht gebührend auf Fotos abgelichtet werden, es ist in Natura viel besser!
Wow, ich kann es noch nicht glauben, dass wir tatsächlich springende Lachse gesehen haben. Bisher kannte ich sie nur an den Spaghetti, auf Brötchen oder auf dem Grill.
114km leicht bewölkt, 8 – 15 Grad
Hauptstadt der Highlands
Die 60km bis Inverness sind schnell geschafft, wir haben gute Strassen über die Hügel der Highlands.
In Inverness fahren wir aber erst mal vorbei, um 5 Kilometer weiter beim Parkplatz in Culloden zu stoppen. Hier fand 1746 die letzte grosse Schlacht der Jakobiter statt. Die Schotten verloren deutlich, die Engländer richteten danach ein Massaker an, dass noch nicht alle Schotten ganz vergessen haben.
Die Frontlinie der Jakobiten und die der Engländer ist heute mit Fahnen markiert. Zuerst feuerten sie gegenseitig mit ihren Kanonen auf die ca. 200m entfernt aufgestellten Feinde. Die Kanonen der Jokobiten blieben wirkungslos, diejenigen der Engländer töteten schon viele Schotten. Um nicht zu warten, bis sie durch die Artillerie ausgedünnt sind, stürmten die Schotten zu Fuss los, direkt in die Gewehrsalven der Engländer. In den ersten paar Minuten der Schlacht starben schon 750 Jakobiten, trotzdem gelang diesen, die erste Frontreihe der Engländer zu durchbrechen. Im Nahkampf waren sie aber zahlenmässig unterlegen und in aussichtsloser Situation bliesen sie zum Rückzug. Während des Rückzugs wurden sie von hinten von der englischen Kavallerie rücksichtslos niedergemetzelt. Und nach der Schlacht marschierten die englischen Soldaten durch das Schlachtfeld und töten alle überlebenden verletzten, die nicht fliehen konnten. Sogar einen Tag später durchkämmten sie nochmals das Schlachtfeld und töten nochmals 70 schwerverletzte Jakobiten, die sie tags zuvor übersehen hatten. Das war sogar für jene Zeit eine grausame Tat und die englische Arme stand deswegen in starker Kritik. In dieser Schlacht starben 1500 Schotten und 300 Engländer.
Schlachtfeld mit der Frontreihe der Schotten
Es ist schon etwas bedrückend, wenn man tatsächlich weiss, dass hier so viel Blut vergossen wurde. Es gibt auch viele Gedenksteine, die jeweils an die schottischen Clans und ihre Gefallenen erinnern. Auf dem heutigen Schlachtfeld stehen überall Tafeln und Markierungen, was wo geschah, der erste Schuss, die rechte Flanke und wo die Hauptkämpfe stattfanden. Eindrücklich und bedrückend zugleich.
ein rekonstruierter Bauernhof auf dem Schlachtfeld
Nach der Besichtigung fahren wir zurück nach Inverness und parken auf dem grossen Parkplatz. Jeweils am Wochenende kein Problem, unter der Woche ist er gesperrt und für arbeitende Bevölkerung zugänglich. Wir spazieren von der Kathedrale dem Fluss Ness entlang bis zur Fussgängerhängebrücke, dort über den Fluss in die Fussgängerzone. Wir gehen endlich wieder in ein Restaurant, essen etwas und besuchen ein paar Läden. Aber ganz ehrlich? Inverness finden wir etwas einen Flop. Die Fussgängerzone ist sehr klein, selten etwas Schönes anzuschauen und irgendwie sind wir etwas enttäuscht. Da hat uns Fort William besser gefallen. Wir marschieren wieder zum Knutschi zurück und nehmen die Strassenkarte in die Hand. Eigentlich wollten wir den Nachmittag bis in den Abend in der Stadt verbringen und dann ganz in der Nähe übernachten.
Aber wir entschliessen uns, Inverness zu verlassen und noch 100km weiter nach Süden zu fahren, was wir haben, das haben wir. Auch weil das Wetter mit jetzt Regen nicht viel anderes zulässt.
Nun stehen wir sehr schön mit Aussicht in die Berge, wenn wir denn etwas sehen würden. Es schifft in Strömen und windet ziemlich stark. Also im Knutschi bleiben und den morgigen Tag planen. Morgen haben wir einen strengen Ferientag…
189km, stark bewölkt bis regnerisch, 9 - 19 Grad
Jamie Rolf Fraser und Claire Anita Bitchem
Der Craigh na Dun ist ein kleiner Hügel in der Nähe der schottischen Stadt Inverness. Auf seinem Gipfel ist bereits vor ewigen Zeiten ein Steinkreis errichtet worden, der auch noch im 20. Jahrhundert Teil von heidnischen Bräuchen und Ritualen ist. Der Hauptstein des Steinkreises ist gespalten und markiert den Punkt, an dem es für einige Personen möglich ist, durch die Zeit zu reisen. Die Fähigkeit für Zeitreisen wird genetisch vererbt und die Auserwählten können bereits aus größerer Entfernung die Steine summen bzw. singen hören. Kommen Sie dem gespaltenen Stein zu nahe oder berühren ihn sogar, so werden sie in eine andere Zeit geworfen. Natürlich musste Anita das ausprobieren und wie könnte es anders sein, sie berührte den Stein versehentlich und verschwand in eine andere Zeit.
Anita kommt den Steinen zu nahe und verschwindet
Ich stehe nun alleine wie ein begossener Pudel da und mache mich auf die Suche nach meinem Schatz. Ich fahre also von den Clava Cairns, nahe der Schlacht von Culloden, los Richtung Berge. Vielleicht finde ich ja dort meine Geliebte, die nun in das 18. Jahrhundert zurück versetzt wurde. In den Bergen finde ich Burg Leoch, das Anwesen der MacKenzies. Dort wird sie in den Kellerräumen festgehalten und muss Wundermittel und Arzneien mit heutigem Wissen und damaligen Zutaten zusammen brauen. Bevor ich aber dort bin, merke ich, dass bei meinem Ochsengespann ein Kühlschrankgitter fehlt, also muss ich in der Nähe noch einen Hufschmid aufsuchen, der mir aber nicht weiter helfen kann. Da ist mir meine Geliebte nun wichtiger und ich befreie sie aus der Burg Leoch.
Unterwegs müssen wir noch frische Pferde besorgen, die beiden Kelpies in Falkirk sind aber zu gross.
Also fahren wir mit dem, was wir haben nach Hause nach Lallybroch und sind glücklich vereint.
Wir brechen hier aus der Serie aus, denn ansonsten wären wir weiterhin im 18 Jahrhundert in Schottland gefangen, und unser Leben im Jetzt gefällt uns doch einiges besser. So fahren wir noch etwas weiter Richtung Süden und machen im kleinen Städtchen Eyemouth halt und suchen uns ein Lager für die Nacht.
Midhope Castle, der Filmort der Heimat der Frasers, Burg Lallybroch, ist eine sehr imposante Burg die schon auf den ersten Blick toll aussieht. Sie ist auch genauso, wie im Film. Allerdings kann man sie nicht im Innern besichtigen, zu gefährlich, sie ist einsturzgefährdet. Burg Leoch, oder richtig Doune Castle, ist hingegen auch innen gut erhalten, dafür nicht ganz so imposant, weil sie auch weniger bekannt ist. Es gibt aber keine Parkplätze für Womos, da muss man im Ort beim Moray Park Platz suchen. Blackness Castle ist auch ganz in der Nähe (Drehort für die Burg Fort William von Jack Randell), haben wir aber nicht besucht.
So, nun ist fertig Outlander, auch wenn meine Holde sie aktuell grad wieder von vorne beginnt zu schauen, jetzt wo sie die Schauplätze kennt.
PS: Outlander ist eine Fernsehserie, die sogar ich gut finde und die ich auf Netflix bis am Schluss geschaut habe. Dass ich aber in den schottischen Bergen mit dieser TV-Serie konfrontiert wurde, habe ich nicht gerechnet, aber wenn nicht hier, wo dann?
Wir gewinnen das Rennen
Wir sind heute früher unterwegs wie üblich. Das hat damit zu tun, dass wir heute Morgen ein Schild auf unserem Parkplatz gesehen haben, dass man hier nicht übernachten darf. Peinlich, aber das hatten wir gestern echt nicht gesehen, vor allem auch, weil schon zwei Womos hier standen. Und da wir keine Busse riskieren wollen, fahren wir eben auch etwas früher ab. Und zum anderen wollen wir das Alnwick Castle besichtigen, ein sehr grosses, noch bewohntes Schloss und die Filmkulisse der Zauberschule Hogwarts bei Harry Potter. Wenn wir gestern schon Filme als Thema hatten, ziehen wir das heute weiter.
Aber schon nach 10km machen wir auf einem kleinen Rastplatz Pause und frühstücken erst mal. Die Vorderräder unseres Knutschi’s sind in England, die Hinterräder noch in Schottland, wir stehen genau auf der Grenze. Unser zweiwöchiges Schottland-Abenteuer geht nun in England weiter. Wir werden Schottland in sehr guter Erinnerung behalten, sehr schöne Gegend, viele Übernachtungsplätze, unkompliziert. Was will man mehr?
an der Grenze Schottland-England
Nun fahren wir wieder auf englischen Strassen, auch hier kommen wir heute schnell vorwärts und parken um 9:45 Uhr auf dem Parkplatz vom Alnwick Castle. Als wir bereit und ausgerüstet sind, marschieren wir Richtung Schloss. Irgendwie laufen alle anderen Besucher um uns herum richtig schnell und pressieren. Was ist denn da los? Also verschärfen auch wir das Tempo, kommen aber nicht ganz mit. Wir erreichen gerade das Gatter der Schloss-Allee, als dieses um 9:58 Uhr geöffnet wird. Fast alle, die uns vorher abgehängt haben, haben wir so austricksen können und wir passieren an Position 5 und 6 den Eingang. Nun sind es noch etwa 300m bis zur Billettkontrolle und da wir diese (teuren) Tickets online gekauft haben, gut vorbereitet sind und schnell marschieren, machen wir auf den letzten 300m noch Positionen gut und kommen auf den Plätzen 1 und 2. Beim Schloss an. Sieg! Halleluja! Als erste passieren wir das Schlosstor und schreiten in die Zauberschule von Hogwarts ein. Hier auf dem Schloss wurden nämlich die Aussenaufnehmen der Schule gemacht, wo Harry das Besenfliegen lernt und danach auch das Quliche-Tournier gewinnt. Es sieht wirklich fast so aus wie im Film, auch wenn dort das eine oder andere Türmchen noch hinzugebastelt und das ganze Schloss etwas höher dargestellt wurde, wie es ist. Die Kulisse hier wurde übrigens für eine ganze Anzahl Filme benützt. Aber kein Wunder, es sieht wirklich toll aus und ist riiiisig!
Aber auch hier, die Engländer sind sehr gerne auf den Fotos und stehen immer dort hin, wo andere Bilder machen wollen. Da nimmt keiner Rücksicht. Aber wir haben hier Fotos ohne jemand drauf, weil wir ja die ersten sind…
Es gibt hier sogar eine extra Führung für Filmfanatiker, aber wie bisher in England überall, als nicht englischsprechende Personen ist man ausgeschlossen. Überall, alle Beschriftungen nur auf Englisch, noch nie haben wir auch nur eine einzige Info auf deutsch gelesen oder erhalten. Auch hier, keine Audioguide, wo man deutsch wählen könnte. Wäre ja nicht sooo schwierig, oder?
Wir besichtigen nach dem Aussenbereich den Innenbereich, eindrücklich, spannend und sehr interessant, wenn man denn etwas verstehen würde. Fotografieren ist nicht erlaubt, in jedem Raum stehen aber Buttler, die uns die wichtigsten Dinge erklären würden, wenn wir fragen würden, falls wir etwas verstehen würden.
Wenn man sich vorstellt, dass die Familie Percy immer noch hier wohnt? Keine Chance, mal irgendwohin anders zu zügeln und gerade hell und lichtdurflutet ist es auch nicht. Manchmal bin ich doch froh, stamme ich nicht vom Adel ab und muss so ein Gebäude unterhalten.
Etwas später essen wir eine Kleinigkeit im Schlossgarten, laufen durch die Drachenhöhle (richtig grusselig und verwirrend, dieser Spiegelgarten) und schauen dann der ersten Gruppe zu, wie sie wie Harry auf dem Besen die erste Lektion im Fliegen bekommt. Allerdings ist es aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt, mit dem Besen mehr wie 50cm vom Boden abzuheben, man könnte ja runterfallen und sich etwas brechen. Vom Schloss wird darum explizit darauf hingewiesen, dass die Haftung abgelehnt wird und die Besen darum fluguntauglich gemacht wurden.
Anita studiert noch rum, ob sie einen Nimbus 2000 kaufen soll, aber da auch dieser fluguntauglich gemacht wurde, ziehen wir schlussendlich ab, ohne etwas zu kaufen.
Wir steigen später in unser Knutschi, fahren durch Newcastle upon Tyne und auf der A19 durch den Tunnel unter der Tyne hindurch. Dieser Tunnel ist Mautpflichtig, und ich habe bis Mitternacht Zeit, die Maut von 2.20£ online zu bezahlen (inzwischen gemacht). Es geht problemlos.
So kommen wir in Middlesbrough auf dem Majuba Road Car Park direkt am Meer an. Der Parkplatz ist gross, direkte Sicht auf den Sandstrand, das Meer und die Windräder draussen am Meer. Die Sonne scheint und es ist warm.
Also gibt es einen Strandspaziergang und wir betätigen uns als Fotografen Fachrichtung Möwen. Ich halte das Objektiv drauf und Anita verscheut die Viecher, so dass ich den Start einfangen kann. Nicht schlecht, das Teamwork, oder?
193km, leicht bewölkt, 11 - 20 Grad
unseres Reisestrecke