6:8 gegen die Schweiz
Schon vielfach hatten wir Diskussionen mit deutschen Freunden oder in Facebook, wer die besseren Autofahrer sind. «Klar sind es die Deutschen» ist ihre Meinung. Heute fuhren wir 900km durch Deutschland, ein Grund, das mal genau mit wissenschaftlicher Methodik herauszufinden.
Auf der Hin- und Rückfahrt standen wir jeweils je eine Stunde in einem Stau, weil es auf der Gegenseite gekracht hat. Die Deutschen gaffen gerne und ganz offen, auch die Schweizer gaffen, aber diskreter. Ganz klar: Punkt für DE
Die Deutsch beherrschen das perfekt auch bei 200km/h, falls der vordere nicht weg geht. Der Schweizer beherrscht das auch, aber höchstens bei 120km/h um andere auf ihre Fehler aufmerksam zu machen. Knapper Punkt für DE
CH 0 : 2 DE
Der Deutsche Autofahrer beachtet die rechte Spur nicht. Das wurde ihm abgewöhnt, da sowiso nur LKW’s diese benutzen. Er sieht diese Spur also gar nicht in seinen Augenwinkeln, darum ist es völlig unnötig, als Wohnmobilist den Blinker nach links zu stellen und hoffen, ein Fahrzeug lässt einem Platz für ein Überholmanöver. Der Schweizer hat auch die rechte Spur im Griff. Punkt für CH
CH 1 : 2 DE
Das kennen beide Länder, in DE wird grundsätzlich nicht ganz rechts gefahren, also wird mindestens die mittlere Spur blockiert. In der CH sind die Linksfahrer jene, die strich genau 120km/h fahren um zu zeigen, dass man sie eigentlich nicht überholen darf. Da geht es ums Recht haben. Wieder Punkt für die CH, weil es davon mehr gibt.
CH 2 : 2 DE
Der Schweizer hält sich dran packt aber 5km/h oben drauf. Der Deutsche sieht diese als Empfehlung und packt auf Autobahnen mindestens 20km/h obendrauf. Das ist aber ein erkaufter Punkt für die CH, weil die Bussen sonst seinen finanziellen Ruin sind.
CH 3 : 2 DE
In der Schweiz kennt man die mit Subaru und Helli-Hansen Jacke, eine Zigarre im Mund, eventuell einen Hut auf (ist aber nicht zwingend). In Deutschland sind es Spargründe um möglichst keinen Diesel kaufen zu müssen.
Unentschieden
Deutsche können Gas geben, auf Autobahnen mit 200km/h ist man längst nicht der schnellste auf der linken Spur. Da haben Schweizer keine Chance, sie versuchen es wohl auch, aber ihnen fehlt ganz klar die Routine für solche Dinge. DE mit einem Punkt
CH 3 : 3 DE
Die Deutschen meinen zwar, sie seien den Schweizern auch hier überlegen, aber weit gefehlt. Einfach wenn man nach einer Kurve aufs Gaspedal drücken kann, heisst das noch gar nichts. Entscheidender sind die Pass-Runterfahrten und da haben die Deutschen keine Ahnung. Wo sollen sie das auch lernen?
CH 4 : 3 DE
Der Deutsche fährt BMW, Audi, Mercedes oder Porsche, etwas anderes kommt nicht in Frage. Der Schweizer Opel, Toyota, Hunday oder Fiat. Überklarer Punkt an DE
CH 4 : 4 DE
Der Deutsch Autofahrer kann das ignorieren und ihn stört es kein bisschen, wenn es alle 6 Meter rumpelt. Der Schweizer nervt sich und es treibt ihn zur Weissglut. Punkt DE
CH 4 : 5 DE
Für Understatement muss man ein Wort im englischen Sprachgebrauch auslehnen, im Deutschen existiert schlicht kein solches Wort. Wie auch, das ist in Deutschland völlig unbekannt. Zuerst komme ich und dann lange nichts. So auch im Strassenverkehr. Ist aber nicht sinnvoll. Der Schweizer will nicht auffallen und darum ist Rücksicht noch etwas weiter verbreitet.
CH 5 : 5 DE
Die Schweizer kennen ihre Fahrzeugbreite ohne Rückspiegel nicht, darum fahren viele in Baustellen auf der linken Spur, obwohl sie das gar nicht dürfen. Die Deutschen kennen die Fahrzeugbreiten inkl. Rückspiegel nicht, darum fahren sie genau gleich oft auf der linken Spur. Ist auch kompliziert. Keine Punkte für beide.
Wer war schon mal an einem Reisverschluss, der funktioniert hat (ausser in England?). Eben, und weil England hier nicht mitmacht, gibt’s keine Punkte.
Diesen Punkt hätten wir Schweizer sehr gerne, aber nur mit dem Stau auf der A1 können wir nicht bluffen, der Stau am Gotthard gehört sowiso den Deutschen. Und die Deutschen haben viel mehr Stau, können dadurch auch viel mehr üben und haben inzwischen ein Stau-Gen. Da können wir nicht dagegenhalten.
Da sind die Deutsch und Schweizer Weltmeister, obwohl es meistens nichts bringt. Hier gäbe es deutliche Punkte bei einem internationalen Vergleich, aber nur zwischen diesen beiden Ländern gibt es für jedes Land nur einen Punkt.
CH 6 : DE 7
Die Deutschen können egoistischer und rücksichtsloser Auto fahren, das nützt im Stadtverkehr unheimlich. Nur so kommt man schnell vorwärts. Da können wir Schweizer mit unseren paar Zürchern mengenmässig nicht mithalten, je länger je weniger, da die Autos aus den Städten verbannt werden und uns die Übung fehlt. Überhaupt, wir Schweizer sind lieber besser in einem anderen Verkehr.
Wir sind nach einem Monsterritt von 930km heute zu Hause sehr gut angekommen.
Sonnenaufgang: 4:47 Uhr
Sonnenuntergang: 21:21 Uhr
924km
10:25 h Fahrzeit
88km/h
10.4 l/100km
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Als wir auf das Hurtigrutenschiff stiegen, ohne zu wissen, ob das mit dem Umsteigen auf das entgegenkommende auch klappt, das war Nervenkitzel. Beim Umsteigen sahen wir dann schon etwas verloren aus im Nirgendwo. Wenn da die Südroute nicht gekommen wäre… Würden wir aber sicher nochmals machen. -> zum Bericht
Der Besuch auf der Vogelinsel Veroy hat uns stark beeindruckt. Mitten in der Vogelkolonie Fotos machen, rundherum Pappageintaucher, Passtölpel und tausende andere Vögel, das war sehr eindrücklich. -> zum Bericht
Als wir das erste Mal auf die Pirsch gingen, um Elche zu sehen, und wir sie dann so nahe und lange gesehen haben, da hatten wir Glück und das Erlebnis war einmalig. Auge in Auge mit nur 5m Abstand zu einem wildlebenden Elch, das werde wir nicht mehr vergessen. -> zum Bericht
Wir haben alle Wanderungen unterschätzt und zu sehr auf die leichte Schulter genommen. Wenn es angeschrieben ist, 3 Stunden dann hat man mindestens 3 Stunden, wenn notiert ist, gutes Schuhwerk, unbedingt gutes Schuhwerk. Die Norweger dramatisieren nicht und die Angaben sind für die Einheimischen, nicht für Turnschuhtouristen.
Im Vorfeld habe ich einen A5 Ordner vorbereitet und darin für jeden Tag ein Blatt, vorausgefüllt mit vorgesehenem Tagesprogramm und Route. Selbstverständlich gab es viele Änderungen, aber wir konnten so Diesel, Fahrzeiten, Bekanntschaften und vieles mehr jeweils auf das entsprechende Blatt des Tages notieren. So haben wir alles Wichtige zusammen. Auch die vorgebuchten Fähr-Tickets haben wir da hinterlegt. Nichts zusammensuchen, alles zentral. So etwas werden wir auch für die nächste Reise machen.
Wir hatten Wetterglück, klar es hat zwischendurch immer wieder geregnet, aber wir hatten nie einen Tag Dauerregen, einmal Dauernebel und sonst hat fast jeden Tag mindestens einmal die Sonne durch die Wolken geblinzelt. Wir haben auch unser Programm jeweils auf das Wetter abgestimmt und z.B. den Besuch des Nordkaps vorverlegt, aber alles ist so aufgegangen, wie wir es uns gewünscht haben. Mindestens der sehr grosse Teil.
Wir (Anita) waren auf dem Kjeragbolten, dem eingeklemmten Stein. Es war wahnsinnig eindrücklich, denn unter dem Stein geht es 800m senkrecht runter. Es ist nichts abgesperrt oder andere Sicherungen. Wenn man es sich genau überlegt, ein zu grosses Risiko, auch wenn es dort noch nie einen tödlichen Unfall gegeben hat. Vielleicht gerade darum, weil man zu 100% auf die Selbstverantwortung setzt. Das gleiche übrigens am Preikastollen oder der Trolltunga. -> zum Bericht
Je nördlicher in Norwegen, desto einfach wurde es. Auch in Finnland absolut kein Problem oder auch in Nordschweden. Die Plätze sind wunderschön, einfach zu finden und sehr zahlreich. Aber: es gibt auch jeder Acht und nimmt seinen Abfall wieder mit.
Die Skandinavischen Länder sind extrem sauber, es liegt kein Abfall herum, nirgends. Es hat aber auch überall sehr grosse Abfallbehälter, die nicht überquillen. Das Entsorgen von Abfall war auf der ganzen Reise überhaupt kein Problem.
Die gibt es sehr zahlreich und für Wohnmobilisten ein Traum. Auf vielen Rastplätzen oder im Zentrum fast jedes kleinen Städtchen gibt es Ent- / Versorgungsstellen. Wasser kann man aus jedem Bach füllen, WC entleeren oder Grauwasser fast überall möglich. Vorbildlich. Norwegen ist in dieser Hinsicht weiter wie z.B. Frankreich oder Deutschland.
Wir waren weniger auswärts essen, wie normal. Restaurants mit einheimischen Spezialitäten gibt es fast keine, ausser Burger und HotDogs. Und auch für Pizzas oder sonstwelche Thai-. China, Japan-Food müssen wir nicht in ein Restaurant im Norden. Wenn wir in Skandinavien sind, wollen wir skandinavisch essen, Elch-Stecks, Rentier-Ragout oder ähnliches. Das war viel schwieriger, wie gedacht.
Mit Einheimischen fanden wir es eher schwierig, sie sind freundlich, keine Frage, aber freiwillig mal einen Tipp geben oder von sich aus ein Gespräch anfangen, das machen sie nicht (bei uns mindestens, vielleicht sehen wir auch böse aus). Klar, wenn sie gefragt werden, geben sie auf eine Frage sehr freundlich Auskunft, aber mehr kommt nicht zurück.
Dafür haben wir sehr viele neue Kontakte mit anderen Reisenden
Wir hatten keinen Unfall, keine Krankheiten, keine Pannen, ein paar blaue Flecken und wenige Schürfungen von Stürzen bei Wanderungen, da sind wir aber selber schuld.
Wir waren das erste Mal mit einer Wise-Visa-Kreditkarte unterwegs. Ein Konto bei Wise hat sich für uns sehr gelohnt. Sehr günstig Fremdwährungen umtauschen, schnell Geld auf das Konto überweisen, damit haben wir viele Bankspesen gespart. Vor allem, weil wir auf dieser Reise verschiedene Währungen in €, NOK, SEK und DDK benützt haben. Geld vom eigenen Bankkonto auf der Visa-Karte war am nächsten Tag verbucht, Umtausch geht sekundenschnell. Fazit: wir behalten diesen Account und werden ihn im Ausland nur noch mit unserer grünen VISA-Karte bezahlen. -> zur Webseite
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