889, eine der schönsten Strecken
Nachts um 1 Uhr bin ich wieder an der Nordkap-Kugel, die Mitternachtssonne strahlt vom Himmel, ein paar Gestalten machen noch immer Fotos. Ich bin wieder genauso fasziniert wie bei den ersten zwei Mal. Auch Anita steht bei mir in der Kälte (2,4 Grad), nach kurzen aufwärmrunden im Womo schnell wieder raus, man könnt ja etwas verpassen. Wie soll man da müde werden, wenn die Sonne scheint? Erst um halb drei gehen wir dann ins Bett und versuchen, es drinnen so dunkel wie möglich zu machen.
Schon um 7 bin ich wieder wach, wie soll man bei Sonnenschein schlafen können? Nochmals machen wir ein paar Fotos von den verschiedenen Ansichten und sehen einige Busse, die andere Touristen herankarren, parken. Anscheinend ist ein Kreuzfahrtschiff im Hafen von Honningsvåg angekommen.
Wir packen zusammen und fahren 33km eben zu diesem Hafen. Wieder eine schöne Fahrt bei ziemlich gutem Wetter, aber die Quadfahrer nerven ein bisschen, weil sie nur mit 40km/h auf der Haupstrasse umhertuckern, Touristen vom Kreuzfahrtschiff. Im Hafen gehen wir zu der Tourist Info und müssen zuerst mal Schlange stehen. Die Kreuzfahrpassagiere wollen Ausflüge buchen. Als wir an der Reihe sind, strecken wir unsere Nordkap-Diplome hin und wollen unseren dritten Stempel holen. Die Dame hinter der Theke erklärt uns, dass wir hier keinen Stempel bekommen, dass wir den am Nordkap holen müssten. Freundlich erwidern wir, dass der Herr am Nordkap, als wir den Stempel holen wollen, uns hierhin geschickt hat. Die Dame wird forscher und sagt uns klipp und klar, dass es hier kein Stempel gibt, dass dies eine Nordkap-Angelegenheit ist. Langsam werde auch ich säuerlich und bettle, sie solle doch einfach das Datum eintragen und irgend einen Stempel auf dieses Diplom knallen, damit wir einen Beweis hätten, dass wir dort gewesen sind. Kurz, es gibt keinen Stempel für den Beweis für den Royal North Cap Club, dass wir ein 3. Mal hier waren. Noch säuerlicher wie vorher steige ich (auch Anita) in unser Womo und uns bleibt nichts anderes übrig, als wieder 33km hoch zum Nordkap zu fahren. Und wieder nerven Quadfahrer auf der Hauptstrasse mit 40km/h. Die Norwegian Star mit 2300 Kreuzfahrern bleibt noch bis abends 22 Uhr im Hafen, die Ruhe am Nordkap ist also vorbei.
Wieder in den Nordkap-Hallen schnurstracks zum Welcomedesk, um unsere Diplome hinzustrecken und diesen Stempel zu holen. Leider geraten wir an die Schwester der Dame vom Touristinfo, gleiche Figur, gleiche Frisur nur andere Haarfarbe. Sie schüttelt den Kopf und sagt uns, dass wir den Stempel an der Touristinfo holen müssen. Dann nehme ich mein bestes englisch hervor und erkläre dieser Dame, wo wir schon alles waren, wie viele Kilometer wir gefahren sind und ich nun diesen Stempel brauche, ohne den ich nicht hier raus gehe. Die Dame bleibt hart und nervt gewaltig. Dann erkläre ich, dass es auf der offiziellen Webseite des Nordkaps, wo sie dazugehört, steht, dass man sich hier am Welcom-Desk melden soll, auch in den deutschen Prospekten steht das (allerdings auf englisch). «Das sind Fehler» meint sie lapidar. Ich werde hässig, nicht säuerlich, und erkläre ihr, sie solle jetzt hier ein Datum eintragen und den Stempel draufknallen. Die Dame, anscheinend die Managerin, einigt sich dann mit uns, dass eine Angestellte das Datum einträgt, verbietet dieser aber, den Stempel draufzuknallen. Ich komme nochmals mit der offiziellen Webseite und dem Tourist-Info und dann wird auch sie hässig. Sie nimmt ihr Telefon und geht ins Büro, ich weiss nicht, wen sie nun anruft, ob den Webmaster, um die Webseite zu ändern oder die Touristinfo. Diese Gelegenheit nützt die andere freundlich Angestellte und sagt, die Managerin sei eben neu hier (hat wahrscheinlich vorher im Touristenbüro in Honningsvåg gearbeitet bei ihrer Schwester…), aber wir sollen doch schnell in den Shop gehen, dort bekommen wir den Stempel sicher. Wir bedanken uns und versuchen es im Shop. Und oh Wunder, den Stempel gibt es ganz schnell und unbürokratisch.
Langsam wundere ich mich, dass hier das Nordkap, die Touristeninfo und der Royal North Cape Club (gibt es den überhaupt noch?) nicht besser zusammenarbeiten. Dazu passt auch ins Bild, als um 10 Uhr Busse der Kreuzfahrer ankommen, im Restaurant kein Kaffee getrunken werden kann, die Angestellten sind hier, aber das Restaurant öffnet erst um 11 Uhr. Sie mussten extra jemand abdelegieren, der den möglichen Gästen erklärt, das Restaurant sei geschlossen…
Egal, wir fahren nun definitiv weg vom Nordkap, ein letztes Mal nerven die Quadfahrer und es kommen immer noch Busse entgegen. Uns wird nun auch klar, dass ein Nordkap-Tour vom Hafen in Honningsvåg «Northcap-Sightseeing 4 Std.» inkl. Stopp beim chinesischen Sami-Shop, (an dem wir alleine heute 3x vorbeifahren) ganze 1599 NOK kostet (aktuell CHF 133.-). Wenn das nur die Hälfte aller Passagiere bucht, sie machen diese Kreuzfahrt ja, um das Nordkap und die Mitternachtssonne zu sehen) sind das innerhalb 24 Stunden 150'000 CHF Umsatz für die Region. (Es steht übrigens nun noch ein zweites Kreuzfahrtschiff im Hafen…) Was kümmern die sich um 100 Wohnmobilisten, die erst noch zwei Tage bleiben???
So verlassen wir nun Honningsvåg, wieder gut gelaunt. Um den Stempel ging es uns gar nicht, aber wenn eine Organisation solche Dinge vollmundig verspricht, sollen sie es auch einhalten und die Kunden nicht für Dumm verkaufen. Der Gratis-Eintritt als Mitglied dieses Clubs ins Nordkap hat problemlos funktioniert.
Wir müssen nun insgesamt 120km bis vor Olderfjord zurückfahren, diese Strecke fahren wir insgesamt nun schon zum 6. Mal und so faszinierend wie beim ersten Mal ist es nun nicht mehr. Wir sind froh, als wir so nach rechts auf die 889 abbiegen können, eine Nationale Touristenstrasse.
die Schöneit der Strasse 889 kommt nicht zur Geltung auf den Fotos
Und schlagartig ändert sich das Bild. Ein Traum einer Strasse, wir fahren 80km nach Norden und uns kommen vielleicht 14 Autos entgegen, eines fährt in die gleiche Richtung wie wir. Wir durchfahren vielleicht vier Dörfer, stoppen an unzähligen Rastplätzen, fahren der Küste entlang durch Felslandschaften, über kleine Pässchen und grüne Täler. Lassen wieder mal Rentiere vor uns die Strasse überqueren, geniessen die Sonne und die wärmer werden Temperaturen. Sogar Anita meint plötzlich: «das ist eine unsere schönsten je gefahrenen Strecken.» Es ist allerdings schwierig, dies auf Fotos darzustellen.
Dann um 16 Uhr fahren wir in Havøysund ein, der Hafen und die Boote direkt von der Sonne beleuchtet, weit oben auf dem Hügel ein grosser Windpark.
Wir fahren den Hügel hoch, eine kleine steile Strasse und am ersten Windrad vorbei. Mein absoluter Traum! Schon jahrelang träume ich von einem Foto, wo unser Knutschi direkt vor einem Windrad parkt, vorne gelber Raps der leuchtet, oben der blaue Himmel, das kleine Knutschi und das riesige Windrad. Nirgends ging aber so ein Foto, weil die Zufahrt zu den Windrädern meistens verboten und gesperrt ist. Nicht so in Havøysund. Wir fahren natürlich zum obersten Windrad, parken auf der grosszügigen Fläche und stellen unser Knutschi voll an die Sonne.
Auf drei Seiten haben wir Meersicht, über uns die riesigen Rotorblätter, neben uns der dicke Stahlmast. Ich habe mir diese Räder echt nicht so gross vorgestellt, so nah wie jetzt, war ich in meinem ganzen Leben noch nie. Wahrscheinlich gut, stehen sie still, sonst würde es sicher einen Lärm machen. Schaut man hinauf, wird einem fast Sturm im Kopf!
Wow, so einen faszinierenden Übernachtungsplatz hatten wir noch gar nie!
Den Ärger vom Vormittag ist längst vergessen und wir geniessen hier den Norden, wie noch nie. Und das Traumfoto ist ohne gelben Raps und unser Knutschi sieht ziemlich mickrig aus, in meiner Vorstellung war es grösser…
Sonnenauf- und Untergang: -
311km
5:30 h Fahrzeit
56km/h
10.1 l/100km
durch die Finmark
Gestern Abend nach dem Nachtessen (siehe Zwischengeschichte am Schluss) zog plötzlich Nebel auf und wir sassen in der dicken, kalten Brühe ohne Aussicht. Schon an verschiedensten Stellen konnten wir auf dieser Reise beobachten, dass es Berge und Klippen gibt, die Nebel generieren und den ganzen Tag in der Suppe hocken, auch wenn alles andere Blau ist. Wir haben übrigens auf dieser Reise schon einen Berg in Nebelberg umgetauft, weil uns das aufgefallen ist. Wir vermuten nun, dass wir momentan auch in so einem Nebelberg sitzen und rundherum die Mitternachtssonne scheint. So entschliessen wir uns dann um 23 Uhr, noch ein Mitternachtsfährtchen zu starten bis wir aus dem Nebel sind.
Und tatsächlich, nicht mal 2km später lassen wir den Nebel hinter uns und fahren in eine super Abendstimmung mit Mitternachtssonne. Die Fahrt ist so schön, dass wir beschliessen, noch eine halbe Stunde zu fahren und dann an einem Übernachtungsplatz zu stoppen. Wir treffen es perfekt, auf einem Pässchen an einem See standen wir dann, zwar direkt an der Strasse aber bis morgens um 8 Uhr fuhren nur 3 Fahrzeuge daran vorbei. Wir können uns also nicht beklagen.
Noch immer haben wir etwas Rückstand mit schlafen, so erwachen wir erst um halb neun. Schönstes Wetter!
die 889, gestern hin, heute zurück
Es ist unglaublich schön, ich mache noch ein paar Fotos mit der Drohne bevor wir dann die sehr schöne Strasse von gestern zurückfahren. Wir könnten schreien vor Glück!
Wir müssen noch eine kleine Rentierherde auf der Strasse überholen, fahren dem Meer entlang und haben vorne einfach nur blauen Himmel.
Hinten sieht es dann viel dunkler aus, das sehen wir aber nur, wenn wir in den Rückspiegel schauen.
In einem Naturreservat essen wir dann unser vorher gekaufter Dessert und wollen uns auf eine empfohlene Wanderung machen.
Aber just in diesem Moment holen uns die dunklen Wolken ein. Wandern bei der Möglichkeit, dass es zu regnen beginnt oder mit blauem Himmel zu reisen? Wir entscheiden uns für das zweite, geniessen die Fahrt Richtung blauer Himmel mit schönem Wetter. Es ist wieder Mal top, kein Verkehr, einsame Strassen, schöne Gegenden, viele Stopps. Zwischendurch holt uns für 5 Minuten der Regen ein, aber wir drücken aufs Gas und hängen ihn wieder ab.
Nun halten wir Ausschau nach einem Übernachtungsplatz, aber die Rastplätze sind weniger geworden und kleine Strässchen ins Hinterland gibt es keine mehr. So fahren und suchen wir bis wir in Skarnes vorbei kommen. Da hatten wir vor 10 Jahren einen tollen Freisteh-Übernachtungsplatz, wir erinnern uns noch beide an die Fotos, die wir dort vom Nordmeer gemacht haben. Wir finden diesen Platz auch noch genau so, wie wir ihn in Erinnerung hatten. Aber da unsere Ansprüche anscheinend gestiegen sind, fahren wir weiter und suchen uns einen neuen.
In Ilford biegen wir rechts ab und wollen nun einen Platz finden. Wir fahren an einem vorbei, den wir nehmen könnten, entschliessen uns aber noch auf das nächste Pässchen zu fahren (wegen der Sicht auf die Mitternachtssonne) und dort nachzuschauen. Umdrehen können wir immer noch. Und genau dort oben hat es einen kleinen Platz wo zwar schon drei Womos stehen, aber noch mehr Platz hätten. Leider steht ein andere Wohnmobilist mit einem grossen Ding in der Einfahrt zum hinteren Teil des Platzes. Der vordere ist voll, wir müssten auf den hinteren. Also steigen wir aus und inspizieren die Gegend um ihm dann zu sagen, ob er nicht 4m weiter nach hinten fahren könnten, damit andere Wohnmobilisten auch noch auf den Platz fahren könnten. Anita winkt mich kurz vorher zu sich und zeigt mir eine weitere Möglichkeit. Ich nicke, steige ein und wir müssen über etwas holpriges Gelände auf eine topfebene Fläche fahren mit perfektem Blick aufs Meer. Wir stehen in Pole-Position in der 1. Reihe und leider dem anderen Wohnmobilisten 20m weiter hinten direkt vor der Aussicht. Uns stört es aber nicht, unser Wille wäre da gewesen.
Nun geniessen wir die Sonne, der Blick aufs Meer und die sagenhaften 16 Grad bei Windstille. Man kann es nicht schöner haben!
Mit dem Essen hatten wir bisher noch keine kulinarischen Höhenflüge erlebt. Auch fehlt uns weiterhin ein Lachs und andere Fischgerichte. Den Vogel schossen wir aber gestern beim Abendessen ab, als wir einmal mehr selber kochen mussten. Wir zapften unsere Notvorräte an und die Idee war Spaghetti Bolognese mit einer norwegischen Fertigsauce. Unser Fleisch war leider aufgebraucht. Während dem Essen fragte Anita dann plötzlich, wo eigentlich das Fleisch in dieser Sauce sei? Wir konsultierten das Glas und waren sprachlos. Sauce Bolognese zu 95% vegetarisch! Stand da auf norwegisch drauf. Jetzt mal ehrlich: kauft ein Vegetarier Bolognese Sauce? Die es genau ausmacht, dass es Fleisch drin hat? Ein Vegetarier kauft doch eher Napoli, Pesto oder so was, aber sicher nicht Bolognese ? Und dann die 95% Prozent vegetarisch. Entweder ist man Vegetarier oder nicht, aber sicher nicht zu 95%? Oder verstehe ich da was falsch? Wir assen Napoli Sauce aus einem Bolognese -Glas.
Sonnenauf- und Untergang: -
264km
4:04 h Fahrzeit
64km/h
8.9 l/100km
Wir nehmen etwas Risiko auf uns und gewinnen
Es ist jetzt genau 2:55 Uhr und ich beginne bei blauem Himmel und Sonnenschein den Eintrag des heutigen (gestrigen) Tages zu schreiben. Es ist einfach eine einmalige Stimmung, in der Nacht bei Sonne zu arbeiten.
Begonnen hat es heute Morgen ebenfalls bei Sonne und absolut toller Aussicht auf das Meer. Anita knetet den Brotteig ein letztes Mal und backt danach ein feines Brot. Ich plane den heutigen Tag, bis wir mittags dann endlich losfahren. Es geht über Hügel, knapp 300m hoch und dennoch ein Gefühl wie auf 3000m. Bei schönstem Wetter fahren wir an 100 blauen kleinen Seen vorbei, teils noch mit Schnee/Eis im Wasser, weissen Schnee- und braunroten Geröllfeldern. Eine Landschaft wie gemalt. Die Strasse in leichten Bögen mal leicht hoch oder runter und gut ausgebaut. Einfach ein Traum. Bei Rastplätzen lassen wir die Drohne fliegen und fangen das Landschaftsbild von oben ein. Dort wo es grüner ist, fotografieren wir säugende Rentiere. Wir sind auf der 888 von Ilfjord nach Gamevik in der Finmark unterwegs, also dem Teil des hohen Nordens von Norwegen.
Als es ins Meer hinunter nach Mehamm geht, sind wir plötzlich im Nebel. Der wird dann schon wieder weggehen, denken wir, aber wir täuschen uns gewaltig. In Mehamm ist nicht viel los, aber es gibt dort einen kleinen Hafen, wo das grosse Hurtigruten-Schiff auf seiner Poststrecke anhält. Die Nordroute planmässig um 19:15 Uhr, die Südroute um 1:20 Uhr. Und das spezielle: die Nordroute fährt 2:45 Uhr bis sie um 22 Uhr in Berlevåg ankommt und die Südroute fährt um 22:35 Uhr dort los und kommt eben auch 2:45 Uhr später wieder in Mehamm, dem nördlichsten Hafen der gesamten Hurtigrouten an. Wir könnten also das Womo in Mehamm stehen lassen und eine Station mit dem Hurtigruten fahren, dort Umsteigen und mit dem nächsten Schiff wieder zurück. Das Problem: wir haben nur 35 Minuten Zeit und falls sich das erste Schiff verspätet und wir in Berlevåg stranden, sind wir im nirgendwo. Wir wollen uns am Hafen erkunden, ob unser Plan aufgehen kann. Aber das Hurtigroutenbüro im Hafen ist nur dann geöffnet, wenn die Schiffe kommen, damit haben wir gerechnet. Also bleiben uns noch ein paar Stunden zeit.
So fahren wir nochmals etwas über 20 Km nach Gamvik (nördlichste Stadt auf dem Festland) und dort zum Leuchtturm Slettnes fyr. Es ist der nördlichste Leuchtturm auf dem Festland, das Nordkapp liegt ja genau genommen auf einer Insel.
Also, nördlichster Luchtturm auf dem Festland: Slettnes fyr, nördlichster Punkt auf dem Festland (Wanderung von Flughafen Gamvik 25km ein Weg, das ist uns zu weit), Nordkap nördlichster Punkt, der mit einem Fahrzeug ohne Fähre erreicht werden kann, daneben gibt es noch die Wanderung nach KnivsKjellodden, wo der Punkt etwas nördlicher als das Nordkap liegt, (nördlichster Punkt Europas ohne Spitzbergen, Nowaja Semlja und Franz-Josef-Land), aber auch diese Wanderung von ca. 5 Std. hin und zurück haben wir sausen lassen. Ist ja nicht mal der nördlichste Punkt auf einer Insel von Europa… )
Aber jetzt stehen wir im Nebel beim nördlichsten Leuchtturm und er sieht schon noch gut aus, aber rundherum Baustelle, sie renovieren grad die Nebengebäude, damit die wenigen Touristen ab nächstes Jahr auf eine tolle Toilette gehen können. Es reisst uns nun nicht wahnsinnig vom Hocker (wahrscheinlich wegen dem Nebel), aber wir treffen dort zum dritten Mal auf unserer Reise zufällig Ursula und Norbert. Sie sind begeistert von der Idee mit dem Hurtigrouten eine Fahrt zu machen. So verabreden wir uns um 18 Uhr im Hafen von Mehamm.
Wir fahren zurück nach Mehamm, gehen spazieren, schauen uns die Geschäfte an, wo die meisten absolut verlassen da stehen, aber es hat ein Pub und ein Weihnachtsmuseum.
Wir betreten das Pub und sind so endlich mal in einer guten Kneipe. Dort treffen wir wieder einen Schweizer, der uns ein paar Tipps gibt und der Barkeeper meint von unserem geplanten Tripp nur, könnte funktionieren, kann aber auch in die Hosen gehen. Und das Hurtigrutenbüro am Hafen ist eine halbe Stunde vor Ankunft des Schiffes besetzt.
Also bleiben wir noch einen Moment im Womo und stehen um 18:30 Uhr mit Ursula und Norbert vor dem Hafenbüro. Kein Mensch da, aber der Warteraum mit norwegischen Heftchen ist offen. Um 18:45 Uhr ist immer noch niemand da und um 19 Uhr ist weder ein Schiff noch eine Person da. Und das Schiff hätte um 18:55 Uhr einlaufen sollen.
Uns kommen erste berechtigte Zweifel, ob das noch etwas wird. Um 19:15 fährt dann ein Auto vor und ein Arbeiter steigt aus, wir stürzen uns auf ihn und fragen, ob das klappt, was wir vorhaben. Er meint nur, das Schiff kommt gleich und könnte klappen, aber er habe momentan keine Ahnung, wir sollen auf dem Schiff fragen.
Und dann sehen wir die Nordnorge einlaufen, sie steuert präzise die winzigen Anlegestelle an und landet punktgenau. Passagiertüre auf, Frachtklappe auf und wir stehen um 19:30 Uhr im Schiff an der Reception und fragen, ob unser Plan klappen könnte. Könnte sein, aber auch nicht, sie wissen es nicht. Geht es etwas genauer, bitte? Ob wir mitwollen oder nicht, sie schliessen die Luke in 30 Sekunden. Uff, was machen? Anita und ich schauen uns an, wir bleiben und riskieren es, Norbert und Ursula zweifeln, bleiben aber auch notgedrungen, denn die Luke schliesst sich schon.
Jetzt müssen wir noch 5 Minuten warten, da die Dame an der Reception die Gangway und die Luke einfahren und ganz schliessen muss. Das riesige Schiff war keine 3 Minuten an diesem Hafen angedockt und fährt schon wieder los. Die Dame verkauft uns nun die Tickets, ca. CHF 20.- pro Person, und meint, eigentlich sollte es reichen. Das klitzelkleine Problem ist nur, dass in Berlevåg nur ein Schiff an die Mole kann und wenn die Südroute eher da ist, wird die Südroute abgefertigt, und erst danach die Nordroute. Dann hätten wir aber Pech gehabt und stranden im nirgendwo. Aber immerhin, unsere Chancen stehen bei 90%.
Das ist jetzt nicht gerade beruhigend, aber wir sind auf dem Schiff und machen eine Inspektion. Schön ausgebaut, eigentlich ein Kreuzfahrtschiff und uns sticht sofort ein schönes Restaurant ins Auge. Allerdings hat es nur bis 22 Uhr auf. Wenn wir also etwas essen wollen, müssen wir das auf der Hinfahrt machen, auf der Rückfahrt wäre das Restaurant dann wahrscheinlich zu.
Also rein, Karte studieren, Elchtartar, Rentiersteak und arktischer Saibling bestellen und uns verwöhnen lassen. Das Essen ist echt der Hammer, mindestens ein 4 Stern-Restaurant. Wir geniessen es so richtig.
Von der Fahrt der Küste entlang bekommen wir nichts mit, dicker Nebel, weder Küste noch sonst etwas sehen wir. Aber das Essen lassen wir uns schmecken. Zum Dessert gibt’s dann noch eine norwegischer Schokokuchen und schon sind wir fast im Hafen von Berlevåg. Wir sehen weder eine Stadt noch sonstige Infrastruktur, nur eine kahle Hafenmole. Alles andere vermuten wir hinter dem Nebel.
Dann legt dieses Schiff immer noch 20 Minuten verspätet an und es geht genau gleich schnell, wie in Mehamm. Kaum sind wir draussen (es steigen genau wir vier aus und sonst niemand) wird die Luke wieder geschlossen und das Schiff legt ab. 5 Minuten später stehen wir auf dieser einsamen, kahlen Hafenmole im Nebel und wissen nicht, ob jetzt die Südroute noch kommt oder schon weg ist. Was machen, wenn sie weg ist? Es soll irgendwo in der Nähe ein Hotel haben. Welche Richtung?
Aber dann hören wir drei richtig laute Schiffssirenen, die von drei anderen beantwortet werden. Glück, die Hurtigruten Schiffe kreuzen sich direkt vor dem Hafen und schon fährt die Südroute in den Hafen und an unsere Mole.
Es ist echt eindrücklich, wie präzise diese Monster anlegen aber dann müssen wir doch staunen: es wird eine riesige Frachtluke geöffnet wo ein LKW leicht platz finden würde und das kleine Paket mit 4 Champagnerflaschen, das einsam auf der Mole liegt, wird durch diese Frachtluke eingeladen. Die hätten wir auch über den Personengangway hineintragen können.
Die MS Richard With, ein 11’205 Tonnen-Schiff (122m Länge) ist diesen Hafen angefahren wegen 4 Champagnerflaschen und 4 Wohnmobilisten!
Wir bezahlen wieder 20 CHF pro Person für die Rückfahrt und geniessen nun dieses baugleiche Schiff wie bei der Herfahrt die Nordnorge. Wir können nichts mehr essen, die Restaurants und Bars sind zu, die Kreuzfahrtspassagiere schlafen, der Nebel hat uns draussen fest im Griff. Sicht gleich null.
Aber es ist ein tolles Gefühl, auf der Hurtigrute zu sein und die Bordkarte inkl. gedruckten Namen in den Händen zu halten. Sollen wir zum Kapitän, und diese unterschreiben lassen?
Auf der Fahrt sehen wir weder Wale noch Delfine oder Küste oder andere Schiffe, aber wir kommen nun fast pünktlich wieder in Mehamm an. Immer noch im Nebel.
Wir verabschieden uns von Ursula und Norbert und entscheiden uns, noch eine halbe Stunde in die Berge zu fahren, wir vermuten, dass über dem Nebel schönstes Wetter herrscht.
Und wir haben richtig vermutet. Jetzt stehen wir an der schönsten Sonne in den Bergen, geniessen sie, obwohl es inzwischen 4:03 Uhr ist. Warum schlafen? Das kann man im Dunkeln oder schlechten Wetter wieder…
PS: die Hurtigrute nimmt keine Wohnmobile mit und PW's nur auf Voranmeldung.
Sonnenauf- und Untergang: -
172km
2:56 h Fahrzeit
58km/h
10.5 l/100km
Wenn es nie dunkel wird
Wir büssen heute den wenigen Schlaf von gestern. Den ganzen Tag sind wir ein bisschen Tilt und etwas weniger euphorisch wie sonst. Wir stoppen auch weniger für Fotoaufnahmen. Hat aber auch etwas mit dem Wetter zu tun, denn der blaue Himmel ist vielen Wolken gewichen, zwischendurch regnet es auch ein bisschen. Aber das ist heute gar nicht so schlimm, denn dann müssen wir nicht ganz so viele tolle Eindrücke verarbeiten und können auch einfach mal fahren, ohne dauernd die Köpfe in alle Richtungen drehen zu müssen.
Was uns aber erstaunt: es wird immer wärmer! Zwischendurch zeigt das Aussenthermometer 20.5 Grad an, und das ohne Sonne. So stoppen wir mitten in den Bergen an einem klaren Bergsee und stehen nur mit einem T-Shirt bekleidet draussen. Ich überleg mir schon, ob ich jetzt die Badehosen anziehen soll und einen kleinen Schwumm machen sollen. Das Wasser sieht aber schon noch etwas kalt aus, auch weil das Schneefeld daneben sicher nicht warm ist.
Anita fragt dann plötzlich, ob wir nicht noch unser WC leeren sollen. Na ja, dann ist Arbeit angesagt und eben kein Freizeitvergnügen im Bergsee… Heute riecht unsere WC ein wenig und wir haben gemerkt, dass unsere Trockentrenntoilette ehe eine Feuchttrenntoilette ist und das ist in der Regel überhaupt nicht gut. Erfahrungsgemäss riecht es dann übermorgen saumässig schlecht. Also demontieren wir sie schnell, holen Plastikhandschuhe und grossen Abfallsack und leeren den Feststoffbehälter. Jetzt nach vier Wochen in Gebrauch ist es schon an der Zeit, diesen zu leeren, aber so feucht sollte er dennoch nicht sein. Ich überprüfe die Luftzufuhr des Lüfters und sehe schnell, dass die Luftzufuhr von Staub und anderem Dreck fast zugestopft ist und darum der Feststoffbehälter nicht richtig austrocknen kann. Schnell Schraubendrehen holen, Filter abmontieren und reinigen. Nach 30 Minuten haben wir wieder eine tolle, leere und frisch angemachte Toilette, die nun wieder problemlos den Rest des Urlaubes durchhält.
Zwischenhalt, Picknickplatz mit Fischermöglichkeit
Während wir danach weiter fahren, überlegen wir, wohin es nun gehen soll. Heute und die nächsten Tage sind eher Regen angesagt, lohnt es sich da, bis nach Vardø rauszufahren auf den Vogelfelsen, um danach wieder 140km gleicher Weg zurück zu fahren? Oder sollen wir direkt nach Kirkenes, aber auch da soll es regnen. Oder Richtung Schweden in den Süden fahren? Wir fahren über die Brücke bei Tana Bru bis nach Varangerbotn und dort müssen wir entschieden, ob rechts oder links. Wir entscheiden uns für den Vogelfelsen, denn wenn es überall regnet, dann sehen wir dort wenigsten ein paar Tiere und die Gegend soll auch toll sein. Falls es uns dann doch früher in den Süden zieht, können wir die russische Grenze immer noch weglassen und so zwei Tage einsparen.
Und das Wetter ist wieder einmal viel besser wie der Wetterbericht. So stehen wir nun in Vadsø auf der Insel mit Sicht auf Brücke, Stadt und Meer. Rechts von uns der einzige Anlegemast für Luftzeppeline, der in Europa noch steht. Roald Amundsen ist da mit dem Zeppelin zum Nordpool aufgebrochen, wo er als erster am 12. Mai 1926, mit der Norge den Nordpol überflog.
Wir machen einen kurzen Spaziergang auf der Insel, sehen Vögel, Bunker und Kriegsdenkmal und sind eigentlich schnell wieder zurück bei unserem Knutschi. Anita kocht etwas ganz feines und so sind wir relativ früh bereit, um ins Bett zu gehen. Wir haben es echt nötig, aber wir freuen uns auf den morgigen Tag, was wird er wohl bringen?
Ach ja an Ursula: danke für den gestrigen Tag und falls ihr noch nicht weit weg seid, ich hätte da noch eine Idee für einen Ausflug. Bin mir aber nicht sicher, ob es auch aufgeht… ;-)
Sonnenauf- und Untergang: -
63km
3:22 h Fahrzeit
63km/h
9.1 l/100km
und Spektakel-Strecke
Wie ein Reh hüpfe ich heute um 8 Uhr frisch und munter zum Bett hinaus. Einiges an Schlaf ist nachgeholt und die angekündigte Schlechtwetterfront hat anscheinend Verspätung.
So fahren wir gut gelaunt dem Meer entlang nach Vardø. Es sind nur etwas über 70km und wir schauen uns auf dem Weg nach Übernachtungsplätzen um. Wir müssen diese Strasse wieder zurück und man weiss nie, ob wir das heute schon machen und dann ganz nahe am Meer übernachten wollen oder erst morgen. Die Gegend ist nicht mehr so rau wie bisher, dafür grün, bewirtschaftet und die Ortschaften stehen etwas enger zusammen, wie bisher im Norden. Wir kommen aber sehr gut vorwärts, es hat keinen Verkehr und kurz vor Vardø geht’s in den Tunnel und tief hinab unter dem Meer hindurch. In der Ortschaft fahren wir am Hafen vorbei bis zuhinterst auf die kleine Landzunge, dort gibt es einen grossen Parkplatz für Wohnmobile. Wir haben eine direkte Sicht auf die Vogelinsel Hornøya. Auf dieser kleinen Insel gibt es nicht nur tausende von Vögeln, sie ist auch der östlichste Punkt Norwegens. Dieser liegt auf dem Längengrad von Kairo und Istanbul. Aber hier im Norden sind zwischen diesem 31. Längengrad und dem 0-Meridian nur gerade 1160km, während es in Kairo näher am Äquator knapp 3000km sind. Interessiert euch wahrscheinlich weniger, aber mir als gelernter Vermesser bedeuten diese Zahlen schon etwas. (Am Äquator wäre der Abstand 3450km, am Nordpool 0km)
Also zurück zum Reisebericht in Vardø. Wir parken das Womo, ziehen warme Kleidung an, bestücken die Fotoapparate mit frischen Batterien, montieren das Teleobjektiv und marschieren 20 Minuten bis auf die andere Seite des Hafens. Gleichzeitig sehe wir, dass es in der Stadt verschiedene Restaurants gibt, ein Kino, grosse Kirche, Einkaufsläden. Aber wie fast überall im Norden sieht es eher etwas heruntergekommen aus, ausser der Kirche natürlich. Bei der Tourist-Info am Hafen kaufen wir zwei Tickets für die Schiffs-Überfahrt, je 600 NOK (CHF 50.-), sie dauert nur 10 Minuten und die nächste legt um 12 Uhr am Hafen ab. Es sind 14 Personen anwesend, aber auf dem motorisierten Schlauchboot haben nur 10 Platz, also fährt dieses Boot die Wegstrecke von knapp 10 Minuten einfach zweimal. Das normale Touristenboot mit 12 Plätzen hat grad noch einen Arbeitseinsatz (es hat auch ein kleiner Kran auf jenem Boot) und steht momentan nicht zur Verfügung. Anita schaut zwar etwas skeptisch, aber die 10 Minuten wird sie schon durchhalten. Es fühlt sich dann auch eher wie eine Karussellfahrt an, mit Volldampf über die Wellen, es rüttelt und spritzt, aber wir kommen dennoch mit umgeschnallten Schwimmwesten gut auf der Insel an.
Und schon am Steg sehen und hören wir tausende von Vögeln kreischen. Einige niesten direkt am Weg, andere weit oben im Felsen. Wir sind noch keine 10m gelaufen, sehen wir schon die ersten Papageientaucher. Es ist ein Riesenspektakel, Vögel fliegen über uns hinweg, haben keine Scheu von den Menschen und nisten zum Teil direkt unter der Treppe des Wanderweges. Wir sehen Tordalk, Trottellumme, Dreizehen-, Silber- und Mantelmöwe, Krähenscharbe, Graugans und natürlich Papageientaucher. Wir sind keine Vogelkundler, aber wir sind fasziniert von den vielen Vögeln und den Möglichkeiten, sie so nahe zu fotografieren.
Als wir uns erst mal satt gesehen haben, laufen wir zum Leuchtturm hoch und sehen ganz an der Kante aussen, wieder ganz viele Papageientaucher. Die putzigen Tierchen posieren in allen Stellungen extra für uns und weil es etwas über 7500 brütende Paare auf der Insel gibt, machen wir ungefähr ebensoviele Fotos. Nur erwischen wir keinen einzigen Puffin richtig scharf beim Landeanflug, da sind wir zu langsam und auch keinen, der gleich 5 Fische im Schnabel nach Hause bringt. Die Jungvögel sind noch nicht ausgeschlüpft und darum müssen die Eltern auch noch nicht viel Nahrung herbringen.
sorry für die anderen Vogelarten, aber die Puffins sind sooo herzig
Wir sind echt fasziniert und finden das Erlebnis auf dieser Insel wirklich toll. Die Überfahrt kostet zwar einiges, aber da ist eben quasi auch der Eintritt und die Pflege der Insel mit dabei. Es gibt Wanderwege von der Klippe zum Leuchtturm, wo man sich frei bewegen darf und der Rest der Insel ist zum Wohle der Vögel für Touristen gesperrt. Wir finden das eine gute Idee, man kommt sich nicht eingesperrt vor, die wenigen Touristen verteilen sich sofort und die Vögel können ihre Ruhe haben, wenn sie es wünschen. Auch fasziniert sind wir vom Zusammenleben der verschiedenen Vogelarten. Alle kreischen durcheinander, nisten durcheinander und lassen sich dennoch in Ruhe.
Man kann hier coole Fotos auch von Papageientaucher mit dem Handy machen, mein 200-600mm Objektiv ist fast etwas überdimensioniert, da man den Vögeln so nahekommen kann. Gute Schuhe sind übrigens ein gewichtiger Vorteil, zum Teil ist es etwas sumpfig auf den Wegen. Die neuste Bekleidung sollte man übrigens auch nicht tragen, die Chance ist gross, dass man irgendwo mit Vogeldung getroffen wird. Wir kommen aber heil und sauber davon.
Nach zweieinhalb Stunden haben wir es gesehen, unser 36er-Fotofilm ist voll, also gehen wir zurück zum Landungssteg und warten, bis das nächste Boot uns abholt. 10 Minuten später kommt dann das richtige Touristenboot, dass seinen Arbeitseinsatz mit dem Kran abgeschlossen hat und holt die ersten 12 Touristen, inkl. uns, zurück zum Hafen.
Um halb vier sind wir wieder beim Knutschi und beraten, wie es mit uns weitergeht. Da die Sonne scheint, entschliessen wir, die 40km der Touristenroute Fv341 nach Hamningberg weiter raus zu fahren. Eine absolute Hammer-Spektakelstrasse genau nach unserem Geschmack! Sie ist einspurig mit Ausweichstellen und führt meistens zwischen schroffen, zackigen Felsen dem Meer entlang, dazwischen an einen Sandstrand, bevor es wieder zwischen Felsen weiter geht. In einer der Buchten sollen sich momentan Wale aufhalten, darum hat es auch einige Fotografen hier, die gebannt aufs Meer starren. Uns interessiert momentan die Strasse aber mehr und darum wollen wir nicht viel Zeit vertrödeln, um vielleicht weit draussen irgend einen grauen Schatten von Wal zu sehen. Wir sind dafür von der Strecke total begeistert und es lohnt sich jeder Kilometer dieser Strasse. Ganz am Schluss in Hamningberg gibt es einen grossen Parkplatz, wo Bobils (Wohnmobile auf norwegisch) übernachten dürfen. Wir haben wieder das Gefühl, wir stehen am Ende der Welt. Es gibt neben Rentieren noch einige andere Womos auf dem Platz und das Meer können wir auf zwei Seiten sehen. Was will man mehr?
{foto5}
Wir richten es uns kuschelig im Womo ein, schauen nach draussen und freuen uns an den Fotos von heute. Wenn nun nur nicht die Wahl der Qual wäre, welche wir veröffentlichen und welche nicht.
Sonnenauf- und Untergang: -
122km
2:15h Fahrzeit
54km/h
9.7 l/100km
unseres Reisestrecke