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Kerry Irland 2019
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Reisebericht

Seespaziergang 26.2.2025

In den Bergen

Vor dem Start wissen wir heute schon, wo wir eigentlich hin wollen. Das ist bei uns nicht wirklich selbstverständlich, aber ich habe den Åkersjöstrand Camping herausgeschrieben. Er sieht toll aus, liegt direkt an einem See, hat geöffnet, mit Sauna und Möglichkeit für Langlauf. Genau das, was wir momentan brauchen. Wir wollen uns auch wieder einmal sauber auf Vordermann bringen und es sind nur 120km Fahrt durch die Berge.

Das wir dann schlussendlich auf der Fahrt so gutes Wetter haben, konnten wir nicht einplanen und auch sind wir wahrscheinlich in der Gegend Skandinaviens, wo am meisten Schnee liegt. Auch die Temperaturen sind knapp im Minusbereich, also gefrorenen Strassen und Eis, statt Matsch und Wasser.

Sørli Kirke

Wir stoppen an verschiedensten Stellen, machen Fotos von der Sørli Kirke und vielen uns unbekannten Bächen und Landschaften, bevor wir nach zwei Stunden Fahrt beim anvisierten Campingplatz ankommen.

Der Betreiber füllt gerade das WC-Papier der Toiletten auf und so können wir uns direkt bei ihm anmelden. Wir sollen uns hinstellen, wo wir wollen, es sei zwar vieles sehr eisig, aber es laufe sonst nicht viel. Er gibt uns noch den Code für die Sanitärräume und die Sauna und danach ist er wieder weg. Wir sind ziemlich alleine hier, der Platz wird vorwiegend von schwedischen Dauercampern benutzt, die wahrscheinlich nur übers Wochenende hier sind. Überall stehen Schneemobile herum, etwas gleichviel wenn nicht mehr, wie Wohnwagen.

Wir machen einen Spaziergang auf dem See, überall gibt es Schneemobilspuren und dadurch ist der Schnee zusammengedrückt und hart gefroren. Für uns ein Vorteil, denn es ist nicht matschig und wir kommen zu Fuss sehr gut vorwärts.

Danach laufen wir entlang von den Schneemobilpisten, die hier gleichzeitig als Langlaufloipen ausgesteckt sind. Es sieht bei tollem Wetter einfach gut aus, es liegt noch viel Schnee und bei knapp unter null Grad, ist alles noch hart gefroren. Wir sehen auch einige Elchspuren, aber kein dazugehöriges Tier.

Als wir nach einer Stunde wieder bei unserem Knutschi sind, gehen wir uns ausführlich duschen in den sehr schönen Sanitärräumen und wir brauchen ziemlich viel heisses Wasser, aber es tut sooo gut.

So haben wir dann wieder richtig schön warm, frische warme Kleider angezogen und dann sind wir bereit, für die Nordlichter bei dem klaren Himmel. Auch der Hintergrund mit dem weissen gefrorenen See könnte nicht schöner sein. Jetzt müssten sie dann nur noch erscheinen, aber unser Nordlichtapp sagt eine Wahrscheinlichkeit von 20% voraus und das ist ziemlich viel. Bei 20% haben wir jedes Mal Nordlichter gesehen bisher.

(hier kommt dann noch das Foto der Nordlichter, hoffentlich)

Bis die Nordlichter dann auch kommen, beginne ich das Abendessen zu kochen. Heute gibt es frischen Fisch, den wir gefangen haben (ist etwas Bluff, eingefrorene Fischstäbchen tun es auch). Fischstäbchen sind übrigens hier weit verbreitet, weil man diese bei den gebohrten Eislöchern einfacher herausbringt, die richtigen Fische sind ja meist viel zu gross…

Planänderung, es gibt keine Fischstäbchen, denn Anita hat eine bessere Idee und macht unsere gekauften Spareribs im Backofen. Dagegen kann man ja gar nichts haben, besseres Abendessen und für mich weniger Arbeit. Aber Abwaschen tue dann ich, versprochen.

  7:23 Uhr Sonnenaufgang
17:14 Uhr Sonnenuntergang
9:51 Std. Tageslänge

121 km
2:10 Std.
55 km/h
9,0 Liter

Übernachtung

Åkersjö - Åkersjöstrand Camping ****
Schweden, Camping

Koordinaten: 63.76204, 14.067044
N 63° 45' 43.4"  E 14° 4' 1.4"
letzter Besuch: 2.2025

Wir fahren nach Hause 27.2.2025

einstimmiger Entschluss

Gestern haben Anita und ich viel geredet und diskutiert. Wir haben dann gemeinsam den Entschluss gefasst, Richtung nach Hause zu fahren und unsere Reise nicht noch künstlich zu verlängern. Wir hätten ja noch mehr wie zwei Wochen Zeit, aber ganz ehrlich: unsere Luft ist draussen! Wir haben so viele tolle Momenten erlebt, haben alles gesehen, was wir wollten und nun fehlen uns die Ziele auf dieser Reise. Wir fühlen uns als Entdecker, wollen uns auf Sehenswürdigkeiten und Landschaften freuen können. Aber momentan fühlen wir uns etwas leer. Wir sind noch nicht soweit, dass wir reisen um des Reisens Willen. Wir können nicht einfach Zeit absitzen, weil es so schön ist, unterwegs zu sein, wir müssen Ziele haben. Keine Ziele wie, wir bleiben bis im März, unsere Ziele sind Sehenswürdigkeiten, Landschaftsbilder und unbekannte Orte. Unsere Landschaftsbilder haben wir auf dieser Reise gesehen, tief verschneite Bäume bei viel Schnee und 20 Grad minus, das ist für die nächste zwei Wochen nicht mehr angesagt. Für ein bisschen Schnee und ein bisschen Minustemperaturen sind wir momentan gesättigt.

Wir hatten auf den Lofoten tolles Wetter, blauer Himmel und weisse Landschaft, dafür sind wir sehr dankbar und es ist nicht selbstverständlich. Aber danach trat eine Leere ein, die wir uns nicht von Anfang an eingestehen wollten. Und nicht falsch verstehen, wir hatten eine wirklich absolut tolle Reise, diese nun aber einfach noch zwei Wochen künstlich zu verlängern, würde mehr kaputt machen. Unsere Reisen waren bisher im Maximum 6 Wochen lang, und das ist für uns genau richtig. Monatelang unterwegs zu sein, dafür sind wir momentan noch nicht bereit. Bisher dachten wir immer, das könnten wir locker, aber ehrlicherweise können wir das noch nicht. Zwei Monate sind für uns jetzt zu lange, das mussten wir in den letzten Tagen lernen.

Wir sind nun in der komfortablen Lage, genug Zeit für die Heimreise zu haben. Wir können nach Lust und Laune entweder nur 150km fahren oder aber 600 pro Tag (es sind mit dem heutigen Abend noch knapp 2000km nach Hause). Aber die Richtung ist nun definitiv vorgegeben und seit wir das beide so entschieden haben, geht es uns sehr gut und wir freuen uns auf die kommenden Tage. Und eines ist ganz sicher: wir werden im Winter nach Skandinavien zurückkehren!

Heutiger Tag

Wir haben heute zwei Ziele: endlich unser Knutschi waschen, damit man wieder sieht, dass es ein Wohnmobil ist und zum Zweiten in Mora ins Wasalaufmuseum. Diesen Sonntag ist der Vasaloppet, das grösste und älteste Langlaufrennen der Welt. 16'000 Langläufer machen sich in der klassischen Technik auf die 90km Strecke von Sälen nach Mora. Wenn also nicht heute ins Museum, wann dann? Wir müssen ja nicht so tun, als ob wir den Wasalauf auch mitmachen, so fair sind wir dann, aber uns unter die Teilnehmer mischen, warum nicht?

Also starten wir um 9 Uhr schon relativ früh, fahren die 80km nach Östersund und waschen dort in einer Self-Waschbox unser Knutschi. Es ist schwarz und der Dreck fast Zentimeter dick. Nach 20 Minuten glänzt es wieder wie neu, allerdings nicht allzulange. Ab Östersund ist die Schneedecke nicht mehr durchgehend und auch die Temperaturen sind wieder über null Grad, die Strassen also dreckig und feucht und unser Knutschi bald wieder etwas weniger weiss.

Nach Mora sind es nun 300km, wo wir gut vorwärts kommen. Es hat mal mehr oder weniger Schnee, aber je näher wir Mora kommen, desto weniger gibt es. Die Wiesen sind grün, die Temperatur 5 Grad. Wie wollen die hier den Vasalauf über die Bühne bringen?

Als wir dann in Mora ankommen, ist das Verkehrschaos perfekt. Lastwagen beladen mit Schnee liefern ihn irgendwo in den Zielbereich, Strassen sind wegen der grössten schwedischen Sportveranstaltung gesperrt, hunderte Langläufer irren umher, Busse überall, Pw’s auch und wir zwischendrin. Wir merken schnell, dass ein Besuch des Museums zwei Tage vor dem Vasalauf mit einem Wohnmobil wahrscheinlich nicht die cleverste Idee des Jahres war. Also rechts umkehrt und in den Biltema. Anita braucht unbedingt noch mehr Camping-Gläser, die ihr so gut gefallen. Nachdem wir diese haben und noch einige Dinge mehr starten wir Versuch Nr. 2. Resultat: gleich wie bei Versuch Nr. 1. Wir enden im Chaos zwischen Leuten, Fahrzeugen, Bagger, Camions und Bussen. Kein Platz, unser Knutschi abzustellen und darum keine Möglichkeit, uns noch für den Vasalauf anzumelden. Schade, wir hätten so gerne teilgenommen…

Wir entscheiden uns, Mora ohne Besuch des Museums zu verlassen, wahrscheinlich hat hier auch niemand auf ein Wohnmobil aus der Schweiz gewartet. So fahren wir noch einige Kilometer weiter bis zum Wald- und Flößereimuseum Siljansfors, das zwar geschlossen hat, aber der Parkplatz frei für die Übernachtung mit Wohnmobilen ist.

Wir bleiben die Nacht hier und freuen uns auf morgen.

Ach ja, der Vasalauf musste bisher bei seinen 101 Austragungen nur einmal, 1990, wegen Schneemangel abgesagt werden. Bei der diesjährigen Austragung wird von guten Schneeverhältnissen geschrieben. Uns nimmt es wunder, wo die den Schnee hernehmen…

  7:16 Uhr Sonnenaufgang
17:23 Uhr Sonnenuntergang
10:07 Std. Tageslänge

439 km
6:21 Std.
69 km/h
9,6 Liter

Übernachtung

Mora - Siljansfors Forest Museum ***
Schweden, Stellplatz

Koordinaten: 60.88919, 14.373722
N 60° 53' 21.1"  E 14° 22' 25.4"

Wildgänse statt Kraniche 28.2.2025

und Fähre gebucht

Nach einer sehr klaren Nacht, wo wir vermutlich für längere Zeit die letzten Nordlichter sahen, beginnt der Tag wolkenlos und blau.

unsere letzten Nordlichter

Die Fahrt ist ein Traum und irgendwie hat es wieder etwas mehr Schnee. Wir kommen gut voran, aber schon bald sind die Inlandsvägen im Nebel, mal darunter, mal darüber oder eben – mitten drin in der Suppe. Das gibt natürlich viele verschiedene Lichtstimmungen und wir sind so auf den Nebel konzentriert, dass wir nicht merken, dass es inzwischen überhaupt keinen Schnee mehr hat. Nicht mal im Schatten ist noch weiss auszumachen.

Es rollt gut, auf den Strassen kommt man gut vorwärts, mit 80km/h zu fahren ist irgendwie entspannt, alle fahren gleich schnell, sofern man überhaupt mal ein Auto vor oder hinter einem hat.

Unser Ziel ist heute der 350km entfernte Hornborgasjön, ein flacher, sumpfiger See, der bei der Vogelroute der Kraniche wichtig ist. 10tausende Kraniche verbringen hier den Zwischenhalt Richtung Norden. Unter den 100 Vogelarten, die am See beobachtet werden können, sind etwa die Hälfte Zugvögel und die andere Hälfte brütet im oder am See.

Hornborgasjön

Die Kraniche werden ab ca. 15 März hier erwartet und dann geht das geklappere los, wenn 25'000 dieser grossen Vögel ihre Tänzchen machen. Wir wissen, dass wir noch etwas zu früh dran sind, aber vielleicht kommen sie dieses Jahr ja früher, weil es so warm ist?

Es gibt zwei Vogelbeobachtungsstationen, wir entscheiden uns für die südliche (Naturum Trandansen), wo eben die Kraniche beobachtet werden können. Und da man hier auch mit dem Wohnmobil übernachten darf, ist das für uns perfekt. Wir parken unser Womo beim Aussichtsparkplatz und haben so einen perfekten Blick über das südliche Ufer.

Auf einem längeren Spaziergang treffen wir aber nur die Wildgänse von Akka von Kebnekaise an, die mit Nils Holgerson nach Lappland unterwegs ist. Ansonsten sehen wir noch nicht allzuviele Vögel, was aber nicht heisst, dass sie nicht da sind, denn der Nebel hat uns eingeholt und die Sicht wird immer schlechter.

Akka von Kebnekaise und ihre Wildgänse

So verziehen wir uns ins Womo, richten uns gemütlich ein und ich plane unsere weitere Heimreise. Wir haben drei Möglichkeiten: über die Öresundbrücke und durch Dänemark, über Kopenhagen und Fähre zur Insel Fehrmann und weiter nach Deutschland oder die uns bekannte Fähre von Trelleborg nach Rostock. Nach einigem Hin- und her und ein paar Abklärungen entscheiden wir uns für die Fähre von Trelleborg nach Rostock. Grund: es ist die günstigste Möglichkeit und auch die bequemste. Unsere Fähre legt morgen um 15 Uhr ab, kostet uns CHF 110.- und wir kommen um21 Uhr in Rostock an. Wenn wir über die Brücke fahren, kostet uns dies genauso viel, haben aber 300km mehr zu fahren (zusätzliche 30 Liter Diesel, 50€).

So können wir morgen 400km bis nach Trelleborg reisen, uns 6 Stunden auf der Fähre erholen und nach Ankunft dann nochmals 100km fahren. So kommen wir schnell und günstig am weitesten.

Die Fähre ist schnell gebucht, die Buchungsbestätigung im Mail und dann, als wir auf die Uhr schauen, ist es erst 16 Uhr.

Wir könnten ja noch eine Stunde fahren, statt hier im Nebel zu sitzen, dann wäre es morgen auch noch entspannter?

Risbro

Schnell ist zusammengepackt und wir fahren bis auf einen Rastplatz Risbro direkt an einem See vor Jönköping. So haben wir morgen nur noch 337km zur Fähre, das schaffen wir locker bis zur Abfahrt.

  7:05 Uhr Sonnenaufgang
17:33 Uhr Sonnenuntergang
10:27 Std. Tageslänge

418 km
5:33 Std.
75 km/h
9,4 Liter

Übernachtung

Bankeryd - Risbro ***
Schweden, Parkplatz

Koordinaten: 57.85177, 14.025035
N 57° 51' 6.4"  E 14° 1' 30.1"
letzter Besuch: 2.2025

Trelleborg - Rostock 1.3.2025

auf der Fähre

Fast ein bisschen gemein: seit wir entschlossen haben, nach Hause zu fahren erwachen wir jeden Tag bei schönstem Wetter ohne Wölkchen. Und vorher hatten wir nie zwei Tage richtig schönes Wetter hintereinander. Das ist nun aber nicht wirklich tragisch, denn die Heimfahrt ist bei schönem Wetter auch viel entspannter, wie wenn es regnen würde.

Die etwas mehr wie 300km bis nach Trelleborg kommen wir reibungslos vorwärts, Tempomat auf 105km und dann einfach treiben lassen. Weil Samstag ist, hat es wenige LKW’s und in Schweden ist der Verkehr ja sowiso nicht so dicht. In Trelleborg sind wir schnell am Hafen und da wir schon um 12 Uhr ankommen, ist unser CheckIn noch geschlossen. Wir sind das erste Fahrzeug hier, dass auf die 15 Uhr Fähre will, also stehen wir zuvorderst auf Linie A. Anita macht den Vorschlag, noch ein paar Eier zu kochen und Frischbackbrötchen aufzubacken, damit wir dann gut ausgerüstet auf die Fähre können. Ich sage nur: «aufpassen, jedes Mal, wenn wir vor der Fähre noch etwas kochen wollten, öffnete das Check-In und wir müssen schnellstens abbrechen!» Nicht heute, meint Anita, es ist schliesslich nichts los. Also macht sie eine Pfanne heisses Wasser und schmeisst die Brötchen in den Backofen.

Und ja, ihr könnt euch genau vorstellen, was nun passiert: 2 Minuten nachdem die Eier im kochenden Wasser sind, leuchtet das CheckIn grün auf und das Tor öffnet sich. Ich starte den Motor, fahre an den Schalter, nach 2 Minuten haben wir die Bordingkarte und müssen nun zum Gate C fahren. Das letzte Mal, dass wir hier waren, haben wir kein Gate bekommen und es endete in unserem Chaos, da wir wie verirrte im Hafengelände herumfuhren und unsere Fähre suchten. Und heute fahre ich mit kochendem Wasser auf dem Herd mit 30km/h durch Schlaglöcher, über Rampen bis wir auf Linie 114 im Gate C ankommen. Auch hier als erste, aber der Check in der Küche zeigt, dass die 2 Kilometer Fahrt kein einziges Tröpfchen Wasser über den Pfannenrand ging und die Pfanne steht auch noch an ihrem Platz. Gelernt ist gelernt! Oder einfach Talent. Oder Glück? (Achtung: nicht nachmachen, mit kochendem Wasser herumzufahren).

Auf alle Fälle macht dann Anita ihre Brötchen fertig und es ist erst 13 Uhr. Dann endlich um 14 Uhr kommt die Fähre an und es dauert geschlagene 25 Minuten bis 35 Lastwagen, 28 Pw’s und 3 Wohnmobile entladen sind. Die Fähre fuhr also fast leer über das Meer und viel mehr Fahrzeuge werden nun auch nicht wieder beladen. Es hat sehr viel Platz auf der Fähre und alle Fahrzeuge werden direkt auf das Lastwagendeck eingewiesen, das nicht mal zur Hälfte voll ist.

Pünktlich um 15 Uhr fährt die Fähre dann von der Mole los Richtung Deutschland. Wir haben nun 6 Stunden Zeit, um nix zu machen. Das heisst, wir sitzen rum, schauen auf den Offshore-Windpark heraus, wo wir aktuell daran vorbeifahren und vertreiben uns irgendwie die Zeit. Das Gute auf dieser Fährstrecke ist, dass sie relativ nahe an Dänemark vorbeifährt und man daher Mobilfunk hat und dadurch Internet.

Wir haben übrigens ein Mobile-Abo von Wingo, das kostet uns auf dem Netz der Swisscom CHF 30.- im Monat und wir haben 40 Gigabit Daten und freie Gespräche in Europa pro Monat. Das reicht bei uns für Blog, Fotos, Youtube und Recherche gerade so. Aber da heute der 1. des Monats ist, beginnt die Rechnung von neuem und wir können aus dem vollen schöpfen.

Wenn wir um 21 Uhr in Rostock ankommen, werden wir noch ca. 100km Richtung Berlin fahren, dann wären wir noch etwas mehr wie 800km von zu Hause entfernt. Morgen Sonntag machen wir dann in Deutschland möglichst viele Kilometer ohne Lastwagen, so dass wir am Montag zu Hause ankommen werden.

  6:57 Uhr Sonnenaufgang
17:48 Uhr Sonnenuntergang
10:51 Std. Tageslänge

477km
5:15 Std.
90 km/h
12.0 Liter

Übernachtung

Wittstock - Wohnmobilstellplatz ****
Deutschland, Stellplatz

Koordinaten: 53.16443, 12.494148
N 53° 9' 52"  E 12° 29' 38.9"
letzter Besuch: 3.2025

Fazit Skandinavien im Winter 2.3.2025

Reisefazit und nächstes Ziel

Wir fahren aktuell auf der (Ost)Autobahn durch Deutschland nach Hause. Bei solchen Fahrtagen nach Hause gibt es für uns zwei Dinge zu tun: ein Fazit der Reise zu ziehen und das nächste Reiseziel zu definieren. Das Fazit ganz kurz: eine tolle Reise mit Abenteuer, die wir empfehlen können. Das nächste Reiseziel: uns würde es momentan sehr reizen, Ostdeutschland und Polen zu bereisen, irgendwann im Herbst.

  6:54 Uhr Sonnenaufgang
18:08 Uhr Sonnenuntergang
11:14 Std. Tageslänge


Reisefazit Skandinavien Winter

Übernachtungen

Übernachtungsplätze sind einfach zu finden. Es hat sehr wenige Wohnmobilisten unterwegs, überall ist es frei und man kann auf jedem Rastplatz problemlos übernachten, es hat viel weniger Strassenverkehr, und der Lärm ist wegen den schneebedeckten Strassen sehr gedämpft. Allerdings sind nicht alle Rastplätze vom Schnee geräumt, auch Stellplätze haben nicht sehr viele geöffnet.

Wenn wir frei stehen, brauchen wir mit allem rund 50Ah Strom, inkl. Dieselheizung, aufladen der verschiedensten Geräten und Beleuchtung. Wenn wir sparen, können wir den Verbrauch auf 35Ah senken.

Ver-/Entsorgung

Grauwasserablässe gibt es praktisch keine, nicht mal auf den Campingplätzen. Die meisten sind total eingefroren oder einfach geschlossen. Das Grauwasser wird man nur mittels Becken los, das man in eine WC-Entsorgungsstation oder normales WC leeren kann. Beim WC sind wir echt froh, haben wir eine Trenntoilette und müssen nur den Urin entsorgen. Das ist relativ entspannt, WC-Kassetten-Entleerungsstationen hat es nur auf den Campingplätzen, die öffentlichen Stationen auf den Rast- oder Stellplätzen sind zu 90% geschlossen, ebenso die öffentlichen WC’s.

Die meisten Frischwasserstellen sind ebenfalls geschlossen, Frischwasser auf den Camping- und Stellplätze ist aber meist kein Problem. Strom ist das kleinste Problem und fast überall zu haben.

Kälte und Wohnmobil

Unsere Innenisolierung ist toll und macht das Leben im Womo bei Kälte draussen kuschelig warm. Bis zu einer Temperatur von -20 Grad haben wir fast keine Probleme, wird es kälter, gefriert dann vieles ein, und da ist man fast machtlos. Ob das der Küchen- oder Duschablauf ist, oder das offene Abwasserrohr, mit der Zeit friert es dann schon zu. Auch der Motor startet bis -20 ohne Probleme, wird es kälter, hat er dann etwas mehr Mühe.

Wir waren erstaunt, dass z.B. die Wohnraumbatterie unter dem Fahrersitz im Innenraum nach einer kalten Nacht unter Null Grad hat, nur weil sie vorne am Boden unten liegt. Bei dieser Kälte liefert sie weniger Spannung und das Aufladen funktioniert bei einer Lithiumbatterie nur bei über 0 Grad. Während dem Fahren wird es dann vorne immer etwas wärmer von der Heizung des Fiats und dadurch wird auch die Aufbaubatterie wieder wärmer.

Truma-Dieselheizung

Sie macht gute Dienste und muss auch viel arbeiten. Sie hat aber Mühe mit schwacher Stromspannung von der Batterie, wenn diese kalt ist. Bei Batterietemperatur von 2 Grad stellt z.B. die Heizung ab und geht in den Störmodus, wenn wir gleichzeitig die Kaffeemaschine laufen lassen. Nach dem Rücksetzen der Fehlermeldung springt die Heizung jeweils wieder an.

Wenn wir auf dieser Reise mit LPG-Tank und Gasheizung unterwegs gewesen wären, hätten wir echt Probleme gehabt, weil wir keine LPG auffüllen hätten können. Der Grund: Strassensperrungen und Wetter.

Wetter

Ist fast alles bestimmend, vielleicht aber auch, weil wir nicht in einer stabilen Wettersituation umherreisten. Wir haben Temperaturunterschiede von 30 Grad, von -23 bis +7 Grad und können nicht viele Tage voraus planen. Grundsätzlich ist es aber schon so, dass an der Küste näher beim Meer, das Wetter unbeständig und stürmisch, während im Inland eher kalt aber stabil ist. Die Temperaturen sind diesen Winter eher unbeständig, sagen alle hier oben. Es ist viel zu warm und hat viel zu wenig Schnee, ein sogenannter Eiswinter.

Strassen

Dort wo die Strassen schneebedeckt sind, ist das Fahren absolut kein Problem. Das Problem ist nur dann, wenn es tagsüber über Null und nachts unter null ist, dann bildet sich pures Eis und gesalzen wird nicht. Das Eis wird täglich dicker, auch wenn es aufgeraut und gesplittet wird. Der Verkehr ist viel weniger wie im Sommer, von daher sehr angenehm zu fahren. Allerdings rasen die Lastwagen gefühlsmässig schneller wie im Sommer, man ist im Winter mit dem Wohnmobil als Tourist eher bei den langsamen Verkehrsteilnehmern. Im Sommer gibt es so viele, die Wohnmobile mieten und noch viel langsamer fahren, dass man dann schon zu den zügigeren Verkehrsteilnehmern gehört. Das ist im Winter total anders.

Tageslängen

Die Tage sind schon kurz, wenn es nur 5 Stunden hell ist. Fahren und besichtigen sollte man im hellen, den Rest (essen) kann man auch bei Dunkelheit machen.

Was man aber auch bedenken muss: Tisch und Stühle rausnehmen und einfach sitzen und geniessen, macht man viel weniger wie im Sommer. Es ist zu kalt dazu und man hat echt nicht viele Gelegenheiten. Von daher finden wir es wichtig, dass man täglich Ziele hat. Denn eben, einfach nur dasitzen und geniessen geht im Winter schlechter, da geniesst man während der Fahrt.

Ausrüstung

Schneeschaufel haben wir schon viel gebraucht, den Besen und Eiskratzer auch. Auch Schneeketten sind absolute Pflicht. Hier fahren viele mit Spikes-Reifen, das ist schon hilfreich, aber nicht absolut nötig. Aktuell bei total vereisten Strassen wären sie besser. Wir kommen mit unseren Winterpneus eigentlich gut zurecht und würden bei einer weiteren Winterreise wahrscheinlich wieder keine Spikes montieren. Spikes auf schneebedeckten Strassen oder Schneefall nützen übrigens fast nichts.

Sehenswürdigkeiten

Vielen Sehenswürdigkeiten haben geschlossen oder haben nur beschränkt geöffnet, im allgemeinen vielleicht Öffnungszeiten von 10 bis 15 Uhr. Viele sind auch nicht erreichbar, weil der Weg dorthin nicht geräumt ist. Touristencenter auf dem Land sind vielfach geschlossen.

Sonstiges

Wir finden es super, was man hier für Möglichkeiten hat, Winterkleider zu kaufen. Egal, ob Marke oder nicht, die Auswahl ist grandios. Zum Beispiel lange Unterhosen: in der Schweiz gibt es vielleicht zwei Modelle in verschiedenen Grössen, hier gibt es überall günstige Modelle, die auch top sitzen. Oder Winterjacken, die den Namen auch verdienen. So haben wir zum Beispiel Winterhosen gekauft, die im Supermarkt 45€ gekostet haben und besser sind, wie jede teure Markenhose in der Schweiz. Unser Tipp: alle Winterkleider hier kaufen und nicht schon in der Schweiz vorher besorgen.

Die Einkaufsläden und Tankstellen haben die gleichen Öffnungszeiten wie im Sommer, ca. von 8 – 20 Uhr oder noch länger, und das täglich, auch Sonntags.

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