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Griechenland 2017
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Reisebericht

Wir suchen Schnee 21.2.2025

Und etwas Kälte

Heute hadere ich etwas mit dem Wetter auf unserer Reise. Schon wieder ist es über Null Grad und wir sind noch weit über dem Polarkreis und es ist Mitte Februar. Wenn, wann nicht da sollte es kalt und richtig Winter sein? Stattdessen ist es nicht mal richtig kalt, Schnee auf der E4 – Fehlanzeige. Es liegt ein dreckiger Matsch auf dem Asphalt, es spritzt an die Scheibe, wenn Autos entgegenkommen und unser Wohnmobil sieht so etwas von dreckig aus, man könnte nicht meinen, dass es Winter im hohen Norden ist.

Auch wenn wir doch einige Fotos mit schönem Wetter und blauen Himmel haben, wir hatten auf der gesamten Reise noch keine einzige Schönwetterperiode, die länger als 24 Stunden andauerte. Im Gegenteil, eine Warmfront jagt die nächste. Aktueller Wetterbericht: Regen und Schnee, -3 bis +3 Grad. Und ab morgen dann + 2 bis +4 Grad. Das kann doch nicht sein. In Mittelschweden gibt es erst ab Mitte nächster Woche wieder Minustemperaturen. Viel Schnee, Fehlanzeige, wenn es weiss ist und 10cm hat, sind wir schon zufrieden. Und von Schneebehangenen Bäumen sind wir meilenweit entfernt.

Also müssen wir die Winterwonderlandschaft suchen gehen. Bei jedem längeren Tunnel auf der E6 schauen wir nach, ob es ein älteres Strässchen über den Berg gibt. Die meisten sind nicht geräumt, aber bei Mørsvikbotn werden wir fündig: die alte Strasse ist geöffnet, bevor es den Kobbskarettunnel gegeben hat. So haben wir 27km schneebedeckte Bergstrassen ohne Verkehr vor uns. Es ist ein Traum und ein kleiner Teil eines Winterwonderlandes. Wir geniessen das, so fest wir können, bevor wir dann wieder auf die E6 einbiegen.

Danach ist leider fertig mit Spezialstrecken, wir passieren Fauske, rasen mit 80km/h hinter Lastwagen her Richtung Süden. Dann in Storjord biegen wir Links Richtung Schweden ab. Die Strasse führt nun berghoch bis zur Grenzstation, die auf 620m ü. M. liegt. Endlich hat es nun Schnee und es wird auch kälter. Aktuell um 19 Uhr sind es minus 8 Grad, endlich wieder mal etwas Winter. Wahrscheinlich liegt hier normalerweise 3m Schnee, momentan immerhin einen halben Meter.

Auf dem grossen Parkplatz, wo etwa 50 leere Anhänger für Schneemobile stehen, platzieren wir unser Knutschi dazu. Anscheinend sind nun am Freitag alle mit einem Schneemobil hierherauf gefahren und machen eine Weekendtour oder crossen zu ihren Ferienhäuschen. Den ganzen Abend kommen Autos mit Anhänger, laden ihre Schneetöfs aus und browsen in die Dunkelheit davon. Wäre schon noch spannend, wenn wir wüssten, wo die schlussendlich alle hingehen?

Der Himmel ist nun total bedeckt und die Aussicht auf Nordlichter sind nicht gerade hoch. Fotos gäbe es hier auf dieser Passhöhe gute in dieser Dunkelheit.

So ziehen wir uns ins Womo zurück, Anita schont sich noch etwas, denn sie ist noch nicht wirklich gesund. Zum Znacht gibt es Knöpfli, denn hier ist weit und breit kein Restaurant. Aber bei nächster Gelegenheit werden wir denn da auch wieder mal auswärts essen gehen.

Morgen werden wir also die 95 Richtung Mittelschweden fahren. Vielleicht überrascht uns ja da doch noch das Wetter.

7:48 Uhr Sonnenaufgang
16:39 Uhr Sonnenuntergang
8:51 Uhr Tageslänge

226 km
3:46 Std.
59 km/h
10,6 Liter

Übernachtung

Arjeplog - Grenze ****
Schweden, frei

Koordinaten: 66.75634, 15.837741
N 66° 45' 22.8"  E 15° 50' 15.9"
letzter Besuch: 2.2025

Polarkreisüberschreitung 22.2.2025

und es regnet auch noch

Nach dem Start heute geht die Strasse bis auf 740m über Mehr hoch. Klar dominant hier sind die Schneetöfs. Jedes Auto hat einen Anhänger mit zwei oder drei Schneescooters hintendrauf, die ganze Nacht und den ganzen morgen fahren Autos hin, bereiten diese Schneetöfs vor und nachher wird in die Berge gerast. Wir haben keine Ahnung, wo die alle hingehen, aber wir vermuten, dass all diese statt auf eine Skitour oder Wanderung einfach mit den Schneemobilen einen Ausflug mit Freunden machen und am Sonntagabend wieder zurückkehren. Es wird vorwiegend als Spass- und Freizeitmobil genutzt und da es nun in tieferen Lagen nur wenig Schnee hat, sind diese Freizeitaktivitäten hier in die Berge verlagert.

Wir hingegen fahren auf der 95 Richtung Mittelschweden und immer etwas talwärts. Die Strasse ist eisig, aber nichts neues da oben. Auch die Kälte von gestern Abend mit -9 Grad war heute morgen nur noch -3 Grad.

Nach 36km überqueren wir bei Lillviken den Polarkreis südwärts. Klar, müssen wir da stoppen und ein obligates Polarüberschreitungsfoto machen. Das ist schon unser Foto Nr. 9 an verschiedenen Polarkreisüberschreitungen. Es würden uns noch 7 fehlen, und dann hätten wir auf allen möglichen Strassen den nördlichen Polarkreis in Europa überschritten. Über den südlichen Polarkreis führt übrigens keine einzige Strasse, ein Foto dort zu machen, wird also sicher schwieriger… Es gibt über dem südlichen Polarkreis übrigens auch keine ständige Wohnbevölkerung und keine Eisbären, dafür ist es aber viel Kälter wie über dem nördlichen Polarkreis, wo es keine Pinguine gibt. Ein Eisbär wird also nie einen Pinguin fangen und fressen.

Da wir nun den Polarkreis wieder überschritten haben, verlassen wir offiziell die Polarregion. Eigentlich wollen wir heute nicht weit fahren, aber da es an dieser 95 irgendwie keine Übernachtungsplätze gibt, das heisst, die, die es gibt, sind nicht vom Schnee geräumt, versuchen wir es ab Östansjö auf kleinen Nebenstrassen. Aber ich kann es kurz machen: da gibt es nicht mal Parkplätze, nur Schneemaden an den Seiten, Markierungspfosten für die Räumfahrzeuge und man kann gar nirgends stoppen, geschweige übernachten. Klar, es hat kein Verkehr, aber einfach auf der Strasse übernachten geht eben auch nicht. Und sobald man an den Strassenrad fährt, gibt es kleine Absätzchen, wo man direkt im Tiefschnee versinkt. Es ist zum Haare raufen, wir finden tatsächlich keine Möglichkeit, irgendwo auch nur zu stoppen. Je länger die Fahrt dauert, je müder ich werde, desto nerviger wird es. Finden wir in GoogleMaps eine Möglichkeit, ist dieses Strässchen oder Parkplatz nicht geräumt. Ich würde ja auch von Hand freischaufeln, aber total chancenlos.

So fahren wir nach einem Tiefschlag am anderen immer weiter, desillusioniert und müde. Der Schnee wird immer mehr, die Schneeberger höher, aber dadurch auch die Übernachtungsmöglichkeiten immer trister. Wir haben das Gefühl, in Norwegen sind die Parkplätze viel besser geräumt wie hier in Schweden.

So landen wir dann schon nach dem Eindunklen beim Ferienresort Sondsjögarden. Hier wissen wir, dass wir immer Platz haben und man direkt am See stehen kann. Total abgekämpft checken wir ein, halten einen kurzen Schwatz mit Caro und dann verziehen wir uns müde in unser Knutschi. Es gibt hier tatsächlich sehr viel Schnee, aber wie wenn das nicht genug wäre, beginnt es nun auch noch zu regnen, und zwar nicht zu knapp.

Schon wieder gibt es eine Warmfront über Skandinavien. Nix von Kälte, nix von grossem Winter, Regen im Februar!

Danke, heute wurde auf unserer Webseite der 20. millionste Blogeintrag aufgerufen!

  7:38 Uhr Sonnenaufgang
16:41 Uhr Sonnenuntergang
9:03 Std. Tageslänge

255 km

Übernachtung

Sandsele - Sandsjogarden ****
Schweden, Camping
kleiner Campingplatz mit Hütten direkt am See, von Schweizern geführt
Koordinaten: 65.24334, 17.675349
N 65° 14' 36.1"  E 17° 40' 31.3"
letzter Besuch: 3.2018

Sonne pur 23.2.2025

und fast nichts machen

Wir geniessen die Sonne am heutigen Tag und machen hier im Holiday Resort Sandsjogarden nicht viel. Wir laufen vollgepackt auf den See, bohren Löcher ins dicke Eis, Angeln, aber in diesem See gibt es glaub keine Fische. Ist ja auch nicht schlimm, Hauptsache die Sonne scheint uns direkt ins Gesicht. Das erste Mal überhaupt auf dieser Reise können wir unsere Campingstühle nach draussen nehmen. Erstens ist es warm und es windet nicht, und eben, die Sonne scheint um die Wette und der Himmel ist blauer wie blau.

Zwischendurch waschen wir noch unsere Wäsche, räumen unser Knutschi auf und lassen uns einfach nicht stressen. So sind wir wieder voll motiviert auf den morgigen Tag, um weiter zu reisen. Der Wetterbericht hat leider weiterhin relativ warm, aber uns kann nichts mehr stören, wir haben unsere Kräfte am heutigen Tag wieder voll getankt.

Abends haben wir dann ganz feines Rentier- und Elchfilet gegessen und gute Gespräche mit anderen Gästen geführt. So verbringen wir den ganzen Abend in netter Gesellschaft und freuen uns trotzdem schon wieder auf morgen.

  7:21 Uhr Sonnenaufgang
16:45 Uhr Sonnenuntergang
9:24 Std. Tageslänge

0 km

Übernachtung

Sandsele - Sandsjogarden ****
Schweden, Camping
kleiner Campingplatz mit Hütten direkt am See, von Schweizern geführt
Koordinaten: 65.24334, 17.675349
N 65° 14' 36.1"  E 17° 40' 31.3"
letzter Besuch: 3.2018

Überlegener Elch 24.2.2025

Vandalismus, was ist das?

Wir verabschieden uns von der kleinen Schweizer Kolonie in Schwedisch Lappland und fahren zuerst 30km Richtung Süden. In Storuman biegen wir rechts auf die E12 ab, wo wir nun auf den Blå vägen sind, eine 1.800 km lange Touristenstrasse, die in west-östlicher Richtung von Norwegen über Schweden und Finnland nach Russland führt. Wir verpassen im Örtchen einzukaufen und nehmen uns vor, einfach im nächsten Geschäft einzukaufen. Dass der nächste Lebensmittelladen allerdings erst 127km später in Tärneby auftaucht, war uns da nicht bewusst. Tärneby ist übrigens in Schwedens einer der grössten Wintersportorte (knapp 500 Einwohner, 1 Sessellift, 4 Schlepplifte, 20 Pistenkilometer) , wo z.B. Ingemar Stenmark und Anja Pärson herkommen. Bis wir dort aber endlich mit knurrenden Mägen ankommen, geht es entlang an zugeschneiten Seen und endlosen Wäldern verkehrsarm dahin. Das Wetter ist leicht regnerisch, die Temperatur 2 Grad und wir cruisen einsam und still dahin.

Dann, urplötzlich, sehen wir ein riesiger Elche ganz alleine am Ufer eines zugeschneiten Sees stehen. Natürlich haben wir keinen Fotoapparat bereit und bis ich auf die Bremse trete, sind wir schon lange daran vorbei. Zum Glück kommt keine 200m später ein kleiner Parkplatz, also sofort drehen und langsam zurückfahren. Aber der Elch ist einfach nicht mehr da! Wo kann der so schnell verschwunden sein? Das ist doch nicht möglich! Also drehen wir nochmals und fahren im Schritttempo die Strecke nochmals ab. Kein Elch mehr da. Das ist doch einfach nicht möglich. Beim kleinen Parkplatz stoppe ich nochmals und wir steigen aus, und wollen uns auf die Suche machen. Und dann wie aus dem nichts, trottet der Elch keine 15m hinter unserem Knutschi seelenruhig über die Strasse. Es ist schon unglaublich, wie sich solche Tiere in den Bäumen verstecken können, ohne dass wir sie sehen.

Bis ich dann den Fotoapparat bereit habe, ist er schon über die Strasse im Schnee und trottet die Böschung hinauf in den Wald. Wir schauen ihm zu, wie er majestätisch ruhig im Wald verschwindet. Dann geht es schnell, wir nehmen sofort die Verfolgung auf, kämpfen uns auf den Spuren des Elchs hinterher. Allerdings kommen wir uns nach 30m schon ziemlich doof vor. Wir sehen, wie der Elch im Wald durch den tiefen Schnee trottet, schön gemütlich und doch viermal schneller wie wir. Wir versinken bis zu den Hüften im Schnee, kämpfen uns Meter für Meter vorwärts und haben nicht die geringste Chance, ihm auch nur annähernd zu folgen. So geben wir die Verfolgung sehr schnell auf und schauen ihm so lange hinterher, bis wir ihn nicht mehr sehen. Es scheint so, dass der Elch uns seine Überlegenheit demonstrieren wollte, wenn er nicht will, dass wir ihn sehen, sehen wir ihn nicht und gleichzeitig zeigt er uns, wie ruhig er sich fortbewegen kann und wir keine Chance gegen ihn haben. Allerdings, wer hatte gestern ein Elch auf dem Teller? Eben!

Bei der Weiterfahrt ist unsere Aufmerksamkeit dann wieder hellwach und wir spähen nach Elchen ausschau. Wahrscheinlich hatte es hunderte in den Wäldern, nur sehen tun wir keinen einzigen!

Die Fahrt ist aber trotzdem wunderschön und wir studiren rum, wo denn all diese Einwohner in den Mikroortschaften einkaufen gehen. Die müssen doch tatsächlich über 60km fahren, bis sie an einem Lebensmittelladen sind.

Wir gehen dann in den Coop beim Heimatort von Ingemar Stenmark einkaufen. Ich glaube, in diesem Ort kann man nur Kassierer im Coop, Skiliftbügelhalter oder Weltcupfahrer werden.

Und weil da aber nicht allzuviel los ist, fahren wir weiter Richtung Norwegen. Das Wetter wird immer etwas besser, die Berge strahlen weiss in der Sonne und das Schmelzwasser läuft die Strassen entlang.

Wir überqueren die unbesetzte Grenze nach Norwegen und beschliessen, auf dem nächsten schönen Platz zu übernachten. Es fällt uns auf, dass wir in Schweden etwas mehr Mühe haben, Übernachtungsplätze im Winter zu finden und sobald wir die Grenze zu Norwegen überschritten haben, sehen wir schon den ersten schönen Platz mit Aussicht. Allerdings liegt dieser am Schatten und es gibt kein Handyempfang, also fahren wir weiter und nur wenige Kilometer später sind wir am tollen Rastplatz Røssvasshuset. Und dieser haut uns aus den Socken: wir haben eine Aussicht auf den zugefrorenen See und die Berge, dabei scheinen noch die letzten Sonnenstrahlen und sogar ein kleines Häuschen gibt es dort. Darin nicht nur ein schön grosszügiges WC, nein sondern sogar ein geheizter Aufenthaltsraum mit toller Aussicht und eine kleine lokale Mineralienaustellung! Was ist denn das für ein toller Ort? Irgendwo in den Bergen ein geheizter Aufenthaltsraum, sehr schön gemacht, mit Tisch und Bänken drin und sogar ein installierter TV. Und alles ist aufgeräumt, ein Hinweis, dass man die Holzwände nicht verkritzeln soll, dafür ist das Hüttenbuch da. Und sie da, keine einzige Kritzelei, alles tipptopp zwäg, nicht der kleinste Vandalismus! Wie einfach wäre das Leben, wenn sich alle an die einfachsten Regeln halten würden!

Es ist so wie mit den Einkaufswägeli in Norwegen: im Norden gibt es nirgends Wägeli mit Pfand, und dennoch sind immer alle schön versorgt, ohne dass extra eine Angestellte immer die Wägeli einsammeln muss. Das Leben ist so einfach, wenn man sich an die einfachsten Regeln hält. Wir lieben die Nordländer!

Warum klappt so etwas bei uns nicht?

 7:17 Uhr Sonnenaufgang
17:01 Uhr Sonnenunergang
9:44 Std. Tageslänge

229 km
3:28 Std.
65 km/h
9,0 Liter

Übernachtung

Hattfjelldal - Røssvasshuset ****
Norwegen, frei
mit Aufenthaltsraum und WC auch im Winter
Koordinaten: 65.67670, 14.170020
N 65° 40' 36.1"  E 14° 10' 12.1"
letzter Besuch: 2.2025

Baby, reich mir die Sonnenbrille 25.2.2025

Planungsflaute

So beginnt unser Tag bei allerschönstem Wetter. Die Bergstrecke sieht bei blauem Himmel natürlich besonders toll aus, die allgemeine Richtung ist aber runter ins Tal. So kommen wir nach 50km auf die E6 im Tal und da ist doch schon fast Frühling. Zwischendurch sehen wir schon grüne Wiesen ohne Schnee, sobald es aber nur ein klein wenig Bergauf geht, wird es wieder weiss. Wir geniessen die verschiedenen Farben, haben wir doch zum Teil bei weissem Himmel manchmal tagelang nur schwarz-weiss gesehen: dunkle Bäume, weisse Landschaft, dunkle Strassen. Jetzt gibt es mit grünen Bäumen und blauem Himmel wieder mehr Farbe.

Die E6 ist die Hauptachse Norwegens, trotzdem sind wir heute fast die einzigen, die darauf unterwegs sind. Wir kommen sehr gut vorwärts, fahren mit den erlaubten 90km/h auf eis- und schneefreien Strasse und genau nach 103km sind wir am Nordlandtor zwischen Nordland und Trondelag. Hier sind wir vor 11 Jahren auch schon mal durchgefahren und wir haben es als grosses Touristencenter und Rastplatz in Erinnerung. Als wir es jetzt sehen, fallen wir aus allen Wolken: es ist ja nur ein kleiner Kiosk mit Souvenirshop und Parkplatz. Wie einem das Hirn die Wahrnehmungen der Erinnerung übertreiben kann, ist schon krass.

Wir essen da aber trotzdem zu Mittag und kaufen auch noch einige Souvenirs ein. Im Vergleich mit anderen Souvenirshops ist es hier gar nicht teuer. Während dem Essen diskutieren wir, wie wir und wo wir weiterfahren sollen. So entschliessen wir uns, die nächste Strasse wieder in die Berge zu nehmen und das schöne Wetter auszunützen.

In Namskogan biegen wir ab und sofort ist die Strasse viel kleiner, schneebedeckt und führt Berg hoch. Wenige Kilometer später stehen wir vor dem 2km langen Steinfjelltunnelen, dieser ist nur einspurig und hat zwischendurch ein paar Ausweichbuchten. Da wir aber das einzige Auto sind, dass da unterwegs ist, kommen wir ohne Probleme durch, sind dann auf der anderen Seite aber total überrascht: weit und breit keine Sonne mehr, wir fahren unter einer dicken Wolkendecke. Vor dem Tunnel war weit und breit keine Bewölkung zu sehen, und jetzt keine Sonne mehr und der Tunnel war ja nur 2km lang. Und wir werden ab hier bis zum Eindunkeln die Sonne nicht mehr sehen und wieder ist alles weiss und schwarz.

Tunnsjø kirke

Wir fahren schmale Strassen, manchmal rechts, manchmal links, an vielen Seen vorbei, und haben bald keine Ahnung mehr, welche Richtung wir eigentlich eingeschlagen haben. Irgendwann sehen wir endlich wieder ein Schild mit «Nordli, 30km zur Strasse 74». Ja, das ist unser Weg, denn so sind wir sicher, dass die Strasse nicht irgendwo im Nirgendwo plötzlich aufhört. Irgendwann überfahren wir die Grenze zwischen Schweden und Norwegen, äh, sollten wir nicht zwischen Norwegen und Schweden die Grenze überschreiten? Aber tatsächlich, wir fahren schon wieder von Schweden nach Norwegen, irgendwo haben wir wohl etwas verpasst.

Auf einem Parkplatz überlegen wir, ob wir hier übernachten sollen, wir konsultieren noch die Info-Tafel mit den gesamten Loipenbeschreibungen, diese zeigen aber die Schneemobiltouren an und nicht die Langlaufloipen. Wir sehen auf dieser Tafel einen Rastplatz 7km weiter, vielleicht ist dieser etwas horizontaler als der jetzige?

So fahren wir nochmals ein paar Kilometer und parkieren unser Knutschi mit einer tollen Aussicht.

Allerdings habe wir nun doch etwas Lust, wieder aktiver zu sein und nicht nur den ganzen Tag zu fahren. So wollen wir morgen dann irgendwo einen schönen (Camping)platz ansteuern, der vielleicht eine Sauna hat und an einer Langlaufloipe liegt. Hat uns jemand einen Tipp oder eine andere coole Idee? Wir haben grad etwas die Planungsflaute…

  7:29 Uhr Sonnenaufgang
17:10 Uhr Sonnenuntergang
9:41 Std. Tageslänge

204 km
3:42 Std.
55 km/h
9,8 Liter

Übernachtung

Nordli - Kveila utvalgte kulturlandskap ***
Norwegen, frei

Koordinaten: 64.51225, 13.671542
N 64° 30' 44.1"  E 13° 40' 17.6"
letzter Besuch: 2.2025

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