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Finnland 2014
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Überwältigt

Göngur, Réttir, Útsýnisflug und Goðafoss

gut gelandet

Uns gehen die Superlativen aus! Was soll ich überhaupt noch schreiben?

Der Tag beginnt mit blaustem von blauem Himmel, ohne Wolken, ohne Wind. Solche Tage wird es in Island nur wenige geben, vermuten wir mal.

Kurz nach dem Aufstehen wird mit Pferden, Fussvolk und Motocrossmaschinen eine Schafherde vom Hochland mitten durch den Campingplatz direkt vor unserem Womo durchgejagt. Es ist nämlich Göngur: immer Anfangs September werden alle Schafe vom Hochland von den Bauern gemeinsam zusammen getrieben und in ein vorher festgelegtes Gehege getrieben. Heute ist schon der vierte und letzte Tag, denn in wenigen Stunden beginnt das Réttir. Das wissen wir aber in diesem Moment noch nicht, aber dort werden dann die Schafe anhand ihrer Ohrenmarke in das jeweilige Gatter des Besitzers und von dort entweder mit Schafanhänger oder zu Fuss nach Hause in den Stall getrieben.

Wir bleiben aber im Womo sitzen, Anita backt ihr feines Brot fertig und danach Frühstücken wir ausgiebig und geniessen die Sonne. Und da nun so tolles Wetter ist, schauen Anita und ich uns in die Augen und entschliessen spontan, zum Flugfeld hinter dem Campingplatz zu fahren. Vielleicht gibt es von dort einen Rundflug?

über dem Myvatnsee

Keine Stunde später sitzen wir mit Guðni als Pilot in einem kleinen, alten Propellerflugzeug und heben ab. Wir fliegen über den Myvatn-See und über ein Rettir, wo die Schafe sortiert werden. Rundherum alle Bauern, die ihre Schafe verladen.

Danach geht es in der Luft über kilometerlange Lavafelder, dutzende Krater bis zum Askjy Vulkansee, über Gletscher und dann zum Herðubreið, dem Göttersitz von Odin und Königin der isländischen Berge. Er ragt über 1000m aus seiner Umgebung hervor. Die letzten 10 Minuten dieser Strecke steuert übrigens Anita das Flugzeug, der Pilot will man Pause machen. Komisch, dass wir am Schluss dann doch den vollen Preis bezahlen müssen, obwohl wir viel selber geflogen sind…

Anita als Pilotin

Der Flug ist absolut der Hammer, auch die warmen Felder mitten im grossen Gletscher sehen atemberaubend aus. Nach rund 90 Minuten sind wir wieder sicher auf dem Flughafen mit einer ziemlich holprigen Piste. So ein Flug bei schönstem Wetter ist unbedingt zu empfehlen, das macht man ja im Leben wahrscheinlich nur einmal und von daher sind die 820 CHF gut zu verkraften. Wir sind echt froh, haben wir dieses Geld an so einem schönen Tag investiert, auch wenn es nun die nächsten paar Tage nur noch Servelathäute zu essen gibt…

Wir sind so überwältig, als wir zurück beim Knutschi sind, dass wir uns zuerst mal eine Stunde erholen und die Eindrücke verarbeiten müssen. Unsere geplante Wanderung auf den Hverfjall-Krater lassen wir sausen. Schliesslich haben wir ihn schon von oben und allen Seiten gesehen…

Heisses Gebiet mitten im Gletscher

Als wir dann fähig sind weiter zu fahren, entschliessen wir uns direkt auf der 1 zu bleiben und die 50km zum Godafoss zu fahren. Mehr Eindrücke einzusammeln liegt einfach nicht drin…

Bei immer noch blauem Himmel und über 20 Grad (!) kommen wir beim göttlichen Wasserfall an und machen zuerst mal ein paar Bilder. Und da wir gleich ein Schild zu einem Campingplatz (na ja, eher ein Parkplatz, wo übernachten erlaubt ist) entschliessen wir uns direkt, hier zu bleiben. Es ist zwar erst Anfangs Nachmittag, aber so können wir die Sonne geniessen und unsere Eindrücke noch immer verarbeiten.

Godafoss

Und es hat noch einen weiteren Grund: Gestern und heute Nacht sind Nordlichter vorhergesagt, gestern konnten wir sie wegen Wolken nicht sehen aber wenn das Wetter so bleibt, haben wir in der kommenden Nacht eine grosse Chance, welche zu sehen. Man stelle sich ein Foto vor: im Vordergrund der mächtige Wasserfall, im Hintergrund die Nordlichter!

Übernachtung

Fossholl - Guesthouse***
Stellplatz

nur ein Parkplatz

Koordinaten: 65.6849493,-17.5374426
letzter Besuch: 9.2022

5.9.2022 - Wow, einfach fantastisch. ich gratuliere zu eurer Ideenreiche Reise. Ihr wisst wirklich, wie gesundes Reisen funktioniert. Noch freue ich mich, auf weitere informative Berichte mit tollen Fotos. Danke!! Jörg

Meier Jörg


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