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Cave of Diros Griechenland 2017
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Ablagefläche in der Küche vergrössert

Selten war ich so stolz über einen kleinen Ausbau wie heute.

Das Problem kennen ja alle im Wohnmobil, wenn man kocht oder danach abwäscht, fehlt es einfach etwas an Platz und Ablagefläche. Inspiriert von anderen Wohnmobilisten machte ich mich heute an eine zusätzliche Ablagefläche.

Das Prinzip ist ja einfach, aber man muss zuerst darauf kommen. Statt den Kopfstützen über der Sitzbank könnte man diesen Platz perfekt für ein Ablagetablar benutzen. Kopfstützen raus, selber konstruierte Stützen rein, Brett anschrauben, fertig. Das ist die Kurzfassung, aber bis es soweit war, brauchte ich einige Ideen und Inspirationen.

Problem Nr. 1: wo nehme ich solche Ersatzstützen her, ohne die Original-Kopfstützen zu zerstören. Ich versuchte es mit einer Gewindestange, mit einem 12mm Alurohr und sogar mit einem 12mm Holzstab. Aber bei allen hatte ich das gleiche Problem: wie montiere ich das Brett oben auf? Da ich nicht selber schweissen kann, ab zum nächsten Metallbauer. Auftrag, zwei 12mm Rohre mit einem Abstand von Zentrum bis Zentrum 106mm an eine Metallplatte schweissen, die ein paar vorgeborte Schraubenlöche haben. Und dies zweimal, einmal mit 26cm länger und einmal mit 19cm Länge.

Problem Nr. 2: die Abdeckung der Spüle ist hochgeklappt höher wie der Sitzbank, also muss das Tablar zwei verschiedene Höhen haben, hinten an der Wand tiefer, vorne bei der Spüle höher. Und wenn es hinten tiefer ist, wäre das doch ein idealer Platz für die Kaffeemaschiene! Daraus ergibt sich aber 

Problem Nr. 3: die Kaffeemaschine muss am Strom eingesteckt werden, also müsste idealerweise eine 220V-Steckdose in der Nähe sein. Ganz perfekt, direkt ins Tablar eingelassen. Eine Steckdose ist schnell gefunden, aber es ergibt sich damit 

Problem Nr. 4: Das Tablar soll demontierbar sein, so, dass wenn wir zu viert verreisen, die Kopfstützen wieder normal montiert werden können. Also muss das Kabel der Steckdose einen Stecker besitzen, den man hinter den Polstern einfach normal einstecken kann.

Realisierung: ging schlussendlich einfacher wie gedacht. Brett von 90x20x2cm kaufen, in drei Teile zersägen und wie eine Treppenstufe zusammendübeln. Der Unterschied zwischen oberen und unterem Tablar beträgt 9cm. Danach das Loch für die Steckdose ausbohren, Steckdose montieren und dann die neuen Stützen vom Metallbauer anschrauben.

Die Verkabelung ist ziemlich einfach. Von der Steckdose unter dem Tisch ziehe ich ein neues 220V-Stromkabel zum Wassertank und dann hinter den Polstern zum Tablar hoch. Hinter dem Polster montiere ich ans Kabel einen Stecker, der dann an das Kabel vom Tablar passt.

Tablar in die Löcher der Kopfstütze stecken, Stecker verbinden, Kaffeemaschine ausprobieren und eine riesen Freude habe. Alles läuft perfekt, sieht super aus und es ergibt sich wahnsinnig viel neue Ablagefläche.

Wir haben selten einen so kleinen Ausbau mit einem halben Nachmittag Arbeit, der so viel mehr Luxus bietet. Eigentlich müssten die Hersteller solch ein Tablar standartmässig anbieten können!

Erfahrungsbericht


25.5.2018 - Hallo Rolf, super Idee! Reicht die Stabilität aus und wie breit hast du das Tablar gemacht? Kann man noch bequem auf der Sitzbank sitzen? LG silvio

- Silvio Müller


25.5.2018 - Sieht schick aus, aber das hier "man noch bequem auf der Sitzbank sitze" würde mich auch stören. Sieht mir nämlich irgendwie nicht so aus. Ich zumindest möchte gerne mal die Seiten wechseln und da wäre das dann wohl ein Problem, wenn es nicht paßt. Aber ansonsten "Gute Arbeit!"

- Theo


25.5.2018 - Hallo zusammen, die Stabilität reicht locker aus, ist alles sehr fest. Sitzen kann man auch ganz normal, das heisst, wenn man die Kopfstützen bisher auch nicht gebraucht und den Kopf nach hinten gelegt hat. Ansonsten kann das Tablar innerhalb einer Minute entfernt und die Kopfstützen wieder montiert werden. Sonst könnte man das Brett statt 20cm breit auch nur 15cm machen.

- Rolf


20.6.2018 - Hallo ihr Beiden, die Halter habe ich heute angefertigt. Das nenne ich mal einen tollen Ausbau und super Idee.

Arnold Kauß


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