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Bergstrecke Richtung Beddgelert England 2016
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Adieu Værøy

zittern um die Fähre

Måstad

Nach einer sehr ruhigen Nacht und einem voraussichtlichen Tag ohne Stress werde ich morgens, nachdem Anita aufgestanden ist, schon etwas barsch angemotzt: «Mann, warum hast du die Bananen die ganze Nacht an der Sonne liegen lassen?» Wir schauen uns an und müssen lachen. Tönt doch irgendwie gut, oder?

Wir haben heute eine kleine Wanderung auf dem Programm, dazu chillen und dann abends ginge eine Fähre von der Insel auf die Lofoten. Das heisst, es ist heute die einzige Fähre, die diesen Weg macht und morgen gar keine. Und im Internet wird angezeigt, dass diese eine Fähre ausgebucht ist! Schöner Mist. Sind wir gestrandet auf Værøy? Denn auch Sonntag und Montag sind die Fähren ausgebucht, das einzige was wir kriegen können, ist eine Fähre morgen zurück nach Bodø, von dort sind wir hergekommen und es ist nicht unbedingt unsere Traumroute dorthin zurück zu fahren.

Aber da wir morgens dagegen doch nichts machen können, geniessen wir die Ruhe, den Ausblick, das Meer und die Berge. Gegen Mittag verlassen wir dann den Platz Richtung Hafen, es sind ja nicht mal 10km und erkunden uns, wo wir da eventuell abfahren könnten. Es gibt drei Spuren, eine für reseservierte Buchungen, eine nach Bodø, eine nach Moskensen. Die zwei ersten genannten kommen für uns nicht in Frage, also müssen wir die dritte Spur nehmen und da möglichst früh dort sein, damit wir möglichst weit vorne warten können und dann möglichst noch auf der Fähre Platz finden. Aber jetzt um 12 Uhr ist es schon noch etwas gar früh.

Also drehen wir und fahren nochmals ganz wenige Kilometer zu einem Wanderparkplatz. Dort steigen wir in unsere Wanderschuhe, packen Rucksack (ohne Getränke, wir lernen nicht dazu) und wandern los den Berg hoch. Ziel ist der Berg Håen, mit 438m.ü.M. der zweithöchste Gipfel. Tönt gut, die Wanderung ist aber ein Kinderspiel, denn es gibt sogar eine asphaltierte Militärstrasse zur Radarstation auf dem Gipfel. Man darf nicht hochfahren, muss also laufen.

Die Wanderung ist nicht speziell, aber die Aussicht! Immer wieder müssen wir stoppen, den Fotoapparat zur Hand nehmen und ein Foto vom Inseldorf vor dem Meer eingebettet in den Bergen machen. Wir machen die gleichen Fotos beim Abstieg wie auf dem Anstieg. Vielleicht haben wir ja eines vergessen? Und bei diesem blauen Himmel darf man das sicher machen.

Auf dem Gipfel vorbei an der Radarstation und der Blick Richtung Süden ist einfach gewaltig! An der Insel hängt da noch die Halbinsel Måstad. Jeder Meter lohnt sich nur schon wegen dieser einen Aussicht.

Wir geniessen den Gipfel an der Sonne, aber wirklich warm ist es nicht. So marschieren wir zurück runter zu unserem Knutschi und fahren wieder zurück ins Dorf. Dort stoppen wir beim Coop (gegenüber entsteht gerade ein neuer Stellplatz inkl. Entsorgung) und gehen einkaufen. Wir brauchen nichts, haben Zeit und Hunger. Also kaufen wir nur Dinge, die wir nicht kennen und eigentlich auch nicht unbedingt gesund sind, aber einfach lecker aussehen. Rosarotes Berlinerherz, Berliner mit Vanillefüllung, norwegische Cremeschnitten, das grösste Glacé, Schokocréme, Bamse Mums (Süssigkeiten, wo es in jedem Laden das grösste Verkaufsgestell gibt) und dann überlegen wir, welchen Fisch wir kaufen sollen. Wir sind uns uneinig, ob es die Fischstäbchen von Findus sein sollen oder… (das war ein Witz…)

Retourweg

Danach fahren wir zum Fähranleger und sind auf der Spur nach Moskensen immerhin das dritte Fahrzeug. Wir machen es uns an der Sonne gemütlich, bearbeiten die Fotos, essen ungesundes Zeugs und sind einfach glücklich. Etwas später reden wir mit anderen Wohnmobilisten und vertreiben uns die lange Zeit von 4 ½ Stunden. Aber wir wollen nicht riskieren, dass wir dann das letzte Fahrzeug sind, das nicht auf die Fähre darf.

Im laufe der Zeit kommen immer mehr davon, viele Wohnmobile, Lastwagen. Schlussendlich stehen über 30 Fahrzeuge hier und von denen sind nur vier auf der Spur der Reservationen. Etwas angespannt sind wir nun doch!

Die Fähre hat etwas Verspätung, legt präzise an und die Fahrzeuge verlassen das Schiff. Als das letzte Fahrzeug an Land ist, sehe ich, dass die grosse Fähre nun leer ist und da haben locker alle wartenden Fahrzeuge nun Platz. Wir hätten also auch erst kurzfristig anfahren können.

Für alle Wohnmobilfahrer, die die Fähren auf den Lofoten benützen wollen, veröffentliche ich am Sonntag einen speziellen Bericht. Ich habe jetzt nämlich Infos von Fährarbeitern und der Schifffahrtsgesellschaft, die ich vorher nicht hatte und wie man Geld sparen kann und dennoch keine Angst haben muss, vor einer vollen Fähre zu stehen.

die Lofoten unter der Mitternachtssonne

Als wir auf der Fähre loslegen und Richtung Osten fahren, können wir nochmals einen Blick auf unsere Insel Værøy werfen, Ein Besuch, der sich unbedingt lohnt und wir jederzeit wieder machen werden. Sie ist bei unseren Lieblingsinseln ganz weit oben.

Noch ein Tipp: es fliegt täglich ein Helikopter in 20 Minuten von Bodø nach Værøy und zurück. Das ist mal ÖV !!! Der Flug kostet pro Person 1200 NOK (100 CHF), wo kann man so lange so günstig mit einem echten Helikopter fliegen?

Aber nun steuert unser Schiff den Hafen in Moskensen an und damit ins Herz der Lofoten. Wir sehen die ganze Inselgruppe unter der Mitternachtssonne, ein Wahnsinn!

Ausblick von unserem Übernachtungsplatz

Nach der Ankunft fahren wir 10 Minuten nach Reine und stellen weit nach Mitternacht unser Knutschi auf dem Stellplatz im Hafen ab, draussen ist es hell, Abendrot, dass fliessend ins Morgenrot hinübergeht. Die Sonne sehen wir aber nicht mehr, die ist hinter den Bergen verschwunden.

Ach ja, wusstet ihr, dass die Nordseite der Lofoten mehr Sonnenstunden hat wie die Südseite? Die Nordseite hat um Mitternacht auch Sonne, die Südseite liegt im Schatten und Mittags haben beide Seiten Sonne, da die Sonne viel höher steht.

Übernachtung

Reine - Hafen***
Stellplatz

gute Entsorgung, schöne Lage

Koordinaten: 67.93510,13.097344
N 67° 56' 6.4"  E 13° 5' 50.4"
letzter Besuch: 6.2024