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Andenes Norwegen 2014
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An der Quelle des Rheins

Viele campen am Rhein, aber habt ihr schon mal dessen Quelle besucht? Mit dem Womo kein Problem!

in einem Schritt über den Rhein

Der Rhein beeinflusst seit Jahrtausenden Millionen von Menschen, ob das nun im Quellgebiet der Alpen, in der Industriezonen Deutschlands oder im Mündungsgebiet in Holland ist. Ebenso viele Wohnmobilisten stellen sich gerne an den Rhein, beobachten die Frachtschiffe, besichtigen den Rheinfall oder geniessen einfach das friedliche vorbeifliessende Wasser vor dem Womo.

Aber mal ganz ehrlich, wer hat schon die Quelle des Rheins besucht? Und das mit dem Womo? Aber das ist gar nicht schwer und lohnt sich allemal. Als offizielle Quelle des Rheins wird der Tomasee im schweizerischen Graubünden geführt. Der See liegt auf 2345m.ü. Meer und ist in der Nähe des Oberalppasses.

Stellplatz auf dem Oberalppass

Mit dem Wohnmobil ist er relativ einfach zu erreichen. Oben auf dem Oberalppass (dort steht der höchste Leuchtturm Europas, (höchste Lage...)) gibt es zwar kein offizieller Stellplatz, aber einen inoffiziellen Platz für Wohnmobilisten, wo übernachten geduldet wird, gibt es allemal. Und er liegt ziemlich schön genau auf der Passhöhe abseits der Passstrasse. Die langwierige Baustelle der Bergbahn ist übrigens auch abgeschlossen, also gibt es auch keine Lärmbelästigungen mehr.

Vom Übernachtungsplatz dauert der Fussmarsch ca. zwei Stunden bis zum Tomasee. Ein Schild markiert die Quelle des Rheins, auch wenn die Kilometerangabe auf dem Schild mit der Länge des Rheins falsch ist. In Lexikas, Fachpublikationen und Schulbüchern steht seit Jahrzenten, dass der Rhein 1320km lang ist, so wie es auch auf der Quelltafel am Tomasee steht. Um Ende des 18 Jahrhundert war die Länge des Rheins noch mit der richtigen Länge von ca. 1230km angegeben, aber irgendwann anfangs 19 Jahrhundert schlich sich ein Zahlendreher ein und seit da lernen alle Kinder, dass der Rhein 1320km lang sein soll. Erst 2010 fiel dieser Fehler dann auf und die Bücher und Lexikas wurden (und werden) langsam korrigiert.

die erste von ca. 150 Brücken bis Rotterdam

Aber ich bin abgeschweift, die Wanderung zum Tomasee geht zuerst flach oder leicht abwärts der Passstrasse entlang Richtung Bündnerseite, bevor sie dann steigend Richtung Süden verläuft. Der See selber ist so, wie man sich einen Bergsee vorstellt: blau, klein und kalt. Oben auf der Kuppe am Wanderweg steht die alte Tafel der Rheinquelle, oben auf dem Felsen gibt es einen neuen Gedenkstein als perfektes Fotosujet.

Sitzt man unten am See und spuckt ins Wasser, kommt die Spucke theoretisch nach nur 10 Tagen in Rotterdam an, wenn da der Bodensee nicht wäre. Das Wasser hat ungefähr je nach Wetter und Temperatur 21 Tage, um den Bodensee zu durchfliessen. D.H., das Wasser durchfliesst den Bodensee eigentlich nicht, sondern es wartet, bis es genug warm ist. Das kalte Rheinwasser sackt im Bodensee auf den Grund, das kälteste Wasser zuunterst und während es sich ganz langsam erwärmt, steigt es langsam an die Oberfläche und kann dann in Konstanz endlich den Weg Richtung Rheinfall nehmen.

Rhein-Quell-Stein

Am Tomasee steht man übrigens auf der allersten Rheinbrücke, eine Felsplatte über den schmalen, kleinen und sehr kalten Rhein. Es folgen bis zum Meer danach noch etwa 150 weitere Brücken (ohne Gewähr), die meisten übrigens in der Schweiz bis Basel, wo der Rhein noch ziemlich schmal ist…

Also wer hat schon eine Womotour dem Rhein entlang gemacht, Start bei der Quelle und Ziel in Rotterdam? Das wäre doch mal was!


Beschreibung Oberalppass mit dem Womo

Rofflaschlucht (Rhein) mit dem Womo

Rheinschlucht bei Versam mit dem Womo

Rheinfall mit dem Womo

Externe Links

5.8.2019 - Einfach mal ein GROSSES Danke !!! für die immer interessanten, informativen und sehr lehrreichen Berichte. Bitte weiter so. Gruss Rolf

Rolf


13.8.2019 - Hallo Rolf, das ist ein Zufall - wir waren auch für zwei Nächte am Oberalppass (7.8. und 9.8.). Hab noch zu Sabine gesagt, als wir am 4.8. und am 11.8. durch Sevelen fuhren, "...jetzt könnten wir Rolf vom Womoblog.ch besuchen." - dabei hätten wir euch fast auf dem Oberalp getroffen ;-)

Walter


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