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Nordkapp 2018
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Autogas LPG Propan Butan Erdgas CNG GPL

In einem Wohnmobil wird mit Flüssiggas geheizt, gekocht und auch gekühlt. Aber welches Gas ist jetzt welches?

Flüssiggas setzt sich aus Propan- und Butan-Gas zusammen. Für das gleiche Produkt sind folgende Namen gebräuchlich: LPG – GPL – Autogas – Propan/Butan. Dies alles ist also das gleiche, so ungefähr. Erdgas oder CNG ist etwas grundsätzlich verschiedenes und darf auf keinen Fall gemischt oder getankt werden.

Mischverhältnis

Im Sommer setzt sich Flüssiggas meistens zu 60% Butan und 40% Propan zusammen. Im Winter ist es vorteilhaft, wenn das Verhältnis umgekehrt ist. Butangas gefriert bei rund 0 Grad, wenn die Flasche mit dem Inhalt kälter ist, entweicht kein Gas mehr und das heizen wird so ziemlich schwierig. Propan hingegen gefriert erst bei rund -40 Grad, also auch bei sehr kalten Wintern entweicht noch Gas und man kriegt sein Wohnmobil warm. Butan hat aber den grösseren Energiewert, darum werden beide Gase gemischt und nicht nur Propan verwendet.

Hat man seine Gasflaschen in der Kälte auf unter Null Grad und grillt draussen, entweicht das Propangas und man merkt noch nichts. Nur, das Butangas bleibt in der Flasche hängen. Der Grill geht also aus, wenn die halbe Falsche noch voll ist, das Propan aber aufgebraucht wurde.

Aus diesem Grund haben viele moderne Wohnmobile die Gasflaschen in einem geheizten Raum, z.B. Garage. Mit dem Propan bringt man das Wohnmobil auf Innentemperaturen auf über Null Grad, so dass dann automatisch auch das Butan vergast.
Achtung: die grauen Austauschflaschen enthalten meistens nur Propan und und die kleineren blauen Campinggasflaschen enthalten Butan!

Druck

Diese Flüssiggas bleibt unter Druck flüssig, alle Leitungen im Wohnmobil sind für 30 Bar ausgelegt, der Austrittsdruck regelt der Druckregler der beim Gasanschluss an der Falsche montiert werden muss. Eine Gasflasche steht also immer unter Druck.

Im Innern einer Gasflasche herrscht bei20 Grad rund 8 bar, ist die Flasche aber 40 Grad warm, sind es schon 13 bar und bei 60 Grad schon 20 bar. Gasflaschen im Sommer also nie direkter Sonnenstrahlung aussetzen.

Aufgetankt werden LPG-Flaschen oder Gastanks übrigens mit rund 10 bar.

 

Gefährlichkeit

Propan und Butan sind sehr leicht entzündlich. Bei einem Mischverhältnis von ungefähr 2 – 10% Anteil in der Luft, kann sich das Gas durch einen Funken entzünden. Beide Gase sind schwerer als Luft, sammeln sich also ähnlich wie Wasser am Boden und laufen so zum tiefsten Punkt. Dort ist dann die Konzentration zum Entzünden schnell erreicht, wenn sich ein See bildet. In den Kästen, wo die Gasflaschen aufbewahrt werden, hat es darum immer irgendwo eine Öffnung nach unten. Diese darf auf keinen Fall manuell geschlossen werden, auch im Winter nicht.

Propan- und Butangas riechen übrigens nicht, aus Sicherheitsgründen wird beim Hersteller aber ein „Parfüm“ beigemischt, so dass es für die menschliche Nase nach Gas riecht....

Bemerkungen

Beim Verbrennen des Gases bleibt Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasser (H2O) zurück. Propan/Butangas ist ein Nebenprodukt bei der Erdöl- und Erdgasaufbereitung.

Erdgas / CNG

Dieses Gas ist leichter als Luft, verflüchtigt sich also viel schneller, hat auch einen viel höheren Zündtemperatur und ist dadurch auch weniger gefährlich.

2.6.2017 - Hallo zusammen, vielen lieben Dank für die Infos. Warum nimmt man denn nicht nur Butangas im Sommer, wenn da der Energiegehalt höher ist? Und Propangas dann eben im Winter unter 0°C?

- NadineL


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