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Stellplatz Orkney Inseln 2016
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Dem Meer entlang

Wir reisen weiter Richtung Westen der Küste entlang und erleben die erwartete Enttäuschung

Cap Fréhel

Gegen elf Uhr verlassen wir frisch Ver- und Entsorgt die Gegend von Mont Saint-Michel und fahren Richtung Saint Malo. Es soll eine ganz fantastische Altstadt geben und es ist die Ortschaft, wo der Gezeitenunterschied in Europa am grössten ist. Leider soll es nicht ganz einfach sein, um mit dem Wohnmobil ein Parkplatz zu finden.

40 Minuten nach Abfahrt sind wir schon in Saint Malo, es regnet leicht und die Parkplatzsituation ist genauso, wie erwartet. Wo wir mit dem Wohnmobil Platz hätten, prangt eine grosse Womo-Parkverbotstafel, in der Nähe der Altstadt prangt ein generelles Womo-Verbotsschild und an einem Quaiparkplatz ist der Hinweis, dass Wohnmobile von 9 – 19 Uhr nicht parkieren dürfen. Alles etwas ernüchternd, aber auf diese Situation waren wir ja vorbereitet, die Hoffnung stirbt eben doch zuletzt. Etwas konsterniert kommen wir zur Einsicht, dass die Einwohner hier keine Womos mögen, nicht mal im Winter, wo es keine anderen Touristen hat. Na dann, fahren wir weiter und Strafen die Stadt, indem wir keinen Euro ausgeben. Ist auch die einzige Möglichkeit, die uns bleibt, aber wahrscheinlich werden sie uns auch nicht vermissen. Irgend einen Grund wird es ja wohl geben, dass Womos nirgends parkieren dürfen und einfach in einem Industriequartier unser Womo abstellen mögen wir nicht, ebenso wenig wie im Regen die 5km mit dem Rad von einem markierten Stellplatz bis zur Altstadt zu fahren. Wenn wir zu Hause sind, werde ich dem Tourismusbüro ein nettes Mail schreiben und fragen, warum das so ist, wie jedes Mal, wenn ich etwas für Womofahrer verändern möchte…

Wir geben unser neues Ziel ins Navi ein: Cap Fréhel, knapp 30 km weiter. Ausserhalb Saint Malo geht es über das älteste Gezeitenkraftwerk der Welt immer den Nebenstrassen Richtung Cap weiter. Bei einer kleinen Abzweigung, wo uns das Navi durchlotsen will, hat es eine grosse blaue Verkehrstafel, mit dem Hinweis auf Französisch, dass die Durchfahrt für Wohnmobile zu eng ist. Wie gut, dass ich Französisch verstehen kann und so fahren wir geradeaus, kaum 100m weiter hat unser Navi die neue Route schon berechnet, die Fahrzeit dauert hier eine Minute länger.

Ohne Probleme kommen wir am Cap Fréhel an, wo es auch einen schönen Womoparkplatz gibt. Man fühlt sich so einfach Willkommen. Ausser dem Leuchtturm, einer Möwe und dem Meer sind wir ganz alleine hier. Wir entschliessen uns hier zu übernachten, obwohl es erst 13 Uhr ist.

Die Erkundungstour fällt relativ kurz aus, der kalte Wind treibt uns zurück ins Womo. Ich ziehe mich wärmer an, mache meine Fotoausrüstung bereit und ziehe nochmals los. Anita geniesst die Ruhe und Wärme im Womo, gönnt sich einen Kaffee und beginnt mit der Modularbeit für ihre Weiterbildung.

Die Küste ist sehr eindrücklich, die Landschaft wild und rau, wie man sich die Bretagne im Winter eben vorstellt. Weit und breit keine anderen Menschen. Ich mache ein paar Fotos, geniesse den Ausblick und träume von einem genialen Foto des Leuchtturms in der Abenddämmerung und dem eingeschalteten Leuchtfeuer, der zerklüfteten Küste und dem welligen Meer! Könnte aber knifflig werden, die Belichtung ist da nicht ganz einfach und ich weiss nicht mal, ob das Leuchtfeuer überhaupt in Betrieb ist. Normalerweise darf man den Leuchtturm für 2€ besteigen, aber heute ist er geschlossen. Wird sich ja auch nicht lohnen, während dem ganzen Nachmittag verirren sich ausser uns ganze zwei Autos mit vier Personen hierhin…

Nachtrag 19:30 Uhr: es dauerte fast 51 Jahre, bis ich als Alpenländler einen Leuchtturm mit Leuchtfeuer aus der Nähe betrachten konnte. Ich bin echt beeindruckt, es sieht gigantisch aus! Ein Schauspiel, dass man irgendwann mal gesehen haben muss. Etwas, das in Natura Klassen besser aussieht, wie auf den Fotos (oder ich bin einfach kein guter Fotograf?).

Übernachtung

Plévenon - Cap Fréhel****
frei

Womoparkplatz, nähe Leuchtturm, keine Meersicht direkt vom Parkplatz

Koordinaten: 48.68206,-2.317752
letzter Besuch: 1.2017

27.1.2017 - Wirklich jammerschade, dass ihr Saint-Malo ausgelassen habt, Rolf; die Stadt ist ein echtes Highlight, finde ich. Hättest du vorher zufällig meinen Bericht gelesen (http://wolle30.blogspot.de/2016/09/bei-den-korsaren.html) hättet ihr vielleicht auch in Rothéneuf auf einem sehr komfortablen, ehemaligen Campingplatz übernachtet und wärt dann ganz bequem und für kleines Geld in 20 Minuten mit dem Bus direkt vor die Altstadt gefahren. Aber so müsst ihr halt irgendwann noch einmal in die Bretagne... ;-)

- Wolfgang


27.1.2017 - Wir haben am Stadtrand von Saint-Malo, in dem Vorort oder Ortsteil Rotheneuf am westlichen Beginn der Avenue de La Varde direkt mit Blick aufs Meer bestanden, es war ein offizieller Stellplatz laut niederländischer App Camper Contact( kostenpflichtige App, aber sehr zu empfehlen) gestanden, geht man dort auf eine kleine Anhöhe an der Küste sieht man Saint-Malo. Wir waren in cirka 1/4 Std mit den Rädern im Ortszentrum. Der alte Ortskern lohnt sich definitiv. LG Gaby und euch noch viel Spaß

Gaby


28.1.2017 - Liebe Anita und lieber Rolf, - Wieder ganz tolle Berichte, - und natürlich tolle Fotos, - tolle neue Perspektive dank der Drohne. Weiter viel Spass. Gruss, -

Michael


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