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Castlerigg Stone Circle England 2016
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Eis an und unter den Rädern

Wir sind nun endgültig im skandinavischen Winter in Östersund angekommen

Eissonne an den Rädern

Morgens verquatschen wir mit Anette und Walter den ganzen Vormittag und als wir nach dem Mittag endlich abfahren wollen, kommen wir nicht weg. Die Einfahrt ist zu steil (oder einfach schlecht geräumt)…;-) Aber Walter holt seine Schneefräse hervor und befreit vor dem Knutschi den Platz vom Schnee. Ich hätte am liebsten selber mit der Schneefräse etwas herumgefräst, aber einem Einheimischen nimmt man sein Werkzeug nicht weg.

Beim zweiten Versuch klappt es dann knapp und wir können uns mit vielen Tipps wieder auf die Reise machen. Walter und Annett waren vor zwei Jahren im Hochwinter mit ihrem Womo am Nordkap und da hat er als fast Norweger mehr Erfahrung wie wir.

Allerdings sein erster Tipp um LPG zu tanken an einer Shell-Tankstelle am Flughafen schlägt fehl, LPG gibt es dort keines mehr. Aber ein paar Kilometer weiter gibt’s noch eine Zweite bei einer Autogarage, die wir dann auch finden. Aber diese Säule akzeptiert unsere Kreditkarten nicht, wir können machen, was wir wollen, es fliesst kein Gas. Da ist guter Rat teuer. Die nächste kommt erst in Alta und das ist in Nordnorwegen. Zur Not würden wir es bis dahin mit 1 1/2 Flaschen Gas irgendwie schaffen, aber das ist ja nicht unbedingt der Zweck, dass wir überall Gas sparen müssen. Also fahren wir zur ersten Tankstelle zurück und fragen. Aber sie können nicht helfen, Gasflaschen könnten sie uns anbieten, aber das nützt uns momentan noch nix und diese könnten wir überall auftreiben. Wir fahren wieder zur kaputten LPG-Säule vier Kilometer weiter und versuchen nochmals unser Glück. Wir haben tatsächlich Glück, ein junger Norweger steht grad da und will in seinem Auto wegfahren. Wie es sich herausstellt, ein Angestellter der per Zufall hier ist.

an der LPG-Tankstelle

Ich erkläre ihm mit fliessend Norwegisch, dass die Säule nicht tut. Er schaut etwas ungläubig und probiert dann unsere Kreditkarte. Nachdem er feststellt, dass unsere Kreditkarte defekt ist, probiert er nun seine und diese funktioniert zum Glück auch nicht. Nun schaut er verdutzt drein und fragt uns, ob wir fünf Minuten Zeit hätten. Er geht ins Büro und startet die gesamte elektronische Anlage neu und siehe da, danach wird unsere Kreditkarte anstandslos akzeptiert und wir können voll tanken.

Es fühlt sich in Skandinavien mit vollem Gastank gleich viel besser an und so fahren wir gut gelaunt weiter Richtung Schweden zurück. Es schneit, aber die Strassen sind geräumt und nass. Es geht ziemlich gut vorwärts, wir überschreiten die Grenze zu Schweden und passieren immer noch bei Schneefall Are, dort wo jeweils die Skirennen stattfinden. Nun sinkt die Temperatur dann ziemlich schnell auf -5 Grad und so setzt sich der Schnee an und nicht nur dass, wir fahren die letzten 60km auf einer richtigen Eisschicht, Bremsweg schätzungsweise 500m. Zum Glück geht fast alles geradeaus und es ist sehr übersichtlich. Von den Schweden, die uns überholen lassen wir uns nicht jagen denn einige fahren auch schön brav hinter uns her und überholen auch nicht, wenn sie könnten. Wir haben also anscheinend für die Verhältnisse ein gutes Reisetempo.

ziemlich übersichtlich...

Unser Tagesziel ist Östersund, wo es eine Übernachtungsmöglichkeit direkt am zugefrorenen See und doch fast mitten in der Stadt gibt. Bis wir dort sind müssen wir aber noch einige Kreisel meistern und bei einer Ampelanlage mit steigender Strasse schwitze ich ein wenig, ob wir da überhaupt je wieder wegkommen. Aber ganz sachte geht es und wir kommen gut auf dem Parkplatz am See an.

...aber arschglatt

An unserem Knutschi haben sich überall vereiste Plastiken gebildet, die schönste ist am Raddeckel und die faszinierendsten an der Seite. Die kleinen Eiszapfen schauen alle nach vorne in die Fahrtrichtung! Sowas habe ich echt noch nie gesehen.

  • 266km Tagesstrecke
  • 10,0 l Dieselverbrauch
  • +1 bis -5 Grad (diese Nacht solle es -12 Grad werden)

Nachtrag: auch früher abfahren hätte nix gebracht, die E14, die wir gefahren waren, war vorher wegen einem Erdrutsch gesperrt. Wir haben so allerdings nichts mitbekommen...

Übernachtung

Oestersund - beim Bahnhof/See***
Parkplatz

direkt am See und im Winter geräumt

Koordinaten: 63.177826,14.630928
letzter Besuch: 3.2018

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